"Es tut mir weh, gegen den VfL zu spielen"
Gummersbachs ehemaliges Handball-Idol Kyung-Shin Yoon kommt als Gegner in die Kölnarena
Wenn morgen der HSV Hamburg in der Kölnarena beim VfL Gummersbach zu Gast ist, wird Kyung-Shin Yoon im Blickpunkt des Interesses stehen. Vor dem ersten Duell gegen seinen Ex-Club sprach Martin Sauerborn mit dem früheren Welthandballer.
Herr Yoon, wie gefällt es Ihnen in Hamburg?
Es ist schon ein großer Unterschied zu Gummersbach. Hamburg ist eine sehr schöne und eine sehr große Stadt. Ohne mein Navigationssystem wäre ich hier wohl aufgeschmissen. In Gummersbach habe ich das nie gebraucht.
Aber Sie finden sich zurecht?
Probleme bereitet mir noch etwas die kühle nordische Art der Menschen. Diese Mentalität habe ich so in Gummersbach nicht kennen gelernt. Aber sonst leben wir uns langsam ein, was auch daran liegt, dass 3000 Koreaner hier leben. Wir wohnen im Stadtteil Uhlenhorst, das ist nicht weit von der Innenstadt. Und Hamburg hat ja einiges zu bieten.
Auch sportlich gesehen?
Ja, der HSV hat eine sehr gute Mannschaft und wir stehen ja im Moment in der Tabelle einen Platz vor dem VfL. Das Spiel in der Kölnarena ist sportlich gesehen ein ganz wichtiges für meinen Club.
Und für Sie persönlich? Was für ein Gefühl überkommt Sie, wenn Sie erstmals gegen den Verein spielen, für den Sie zehn Jahre lang ein Erfolgsgarant waren?
Ganz ehrlich: Es tut weh und es ist schwierig für mich. Gummersbach ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Ich habe viele Freunde dort und ein enges und gutes Verhältnis zu den Fans. Das ist aber auch ein Grund dafür, dass ich mich auf dieses Spiel besonders freue.
Gibt es denn noch Kontakt zur Mannschaft, zu einzelnen Spielern?
Eher weniger, die Entfernung ist schon sehr weit. Außerdem habe ich mit den meisten aktuellen Spielern des VfL ja gar nicht zusammen gespielt und der Trainer ist auch neu. Zu Daniel Narcisse und Michael Spatz habe ich ab und zu telefonischen Kontakt.
Sie sagen es, der VfL ist runderneuert. Wie gefällt Ihnen das neue Team?
Es ist besser als in der vergangenen Saison. Der Tempohandball beeindruckt mich und auch die Abwehr mit drei Torleuten hat an Substanz gewonnen. Und Alfred Gislason ist natürlich ein gewiefter Trainer.
Das heißt, dass Sie und der HSV als Außenseiter in die Kölnarena kommen?
Keineswegs, wir haben auch keine schlechte Mannschaft. Es wird ein enges Spiel, bei dem wie immer die Tagesform entscheidet. Und ich bin natürlich besonders motiviert.
(Quelle:http://www.rundschau-online.de)