Der VfL Gummersbach beendet erste Champions-Leaque-Phase als Gruppensieger
Eine bejubelte Niederlage
Alexis Alvanos verletzt sich in Celje und könnte morgen im Bundesligaspiel im Lemgo ausfallen.
VON ANDREA KNITTER
Gummersbach/Celje - Mit 29:31 (16:15) verloren die Handballer des VfL Gummersbach gegen Celje Pivorna Lasko ihr letztes Gruppenspiel in der Champions League. Und doch feierten sie diese Niederlage wie einen Sieg in dem mit 6000 Zuschauern ausverkauften Hexenkessel von Celje.
Da sie das Hinspiel mit 34:31 gewonnen hatte, verteidigten die Gummersbacher im direkten Duell mit einem Tor die so wichtige Tabellenführung der Gruppe F. Wenn morgen in Wien das Achtelfinale ausgelost werden, bekommt der VfL einen Gegner aus dem Topf der Zweitplatzierten - und hat im entscheidenden Rückspiel Heimrecht. Das steigt wahrscheinlich am 9. Dezember in der Dopatka-Halle in Leverkusen. "Am liebsten hätte ich Chambery", hofft VfL-Chef Hans-Peter Krämer.
Die Freude wurde überschattet von der Verletzung von Alexis Alvanos, der in der 24. Minute mit Verdacht auf eine Leistenzerrung ausschied. "Bei einer Täuschung bekam ich einen Schlag in die Seite", beschrieb der Grieche nach dem Spiel. Ob er morgen im Bundesliga-Spiel in Lemgo auflaufen kann, ist fraglich. Mit einem Hexenschuss konnte Torwart Christian Ramota gar nicht erst antreten. "Und das in dieser Halle und bei einem solchen Spiel", ärgerte sich "Eros".
Dass beide Mannschaften um die Gruppenführung kämpften, war vom Anpfiff an zu spüren. Gummersbach war Celje spielerisch überlegen und führte - angetrieben von dem in der ersten Halbzeit überragend spielenden Daniel Narcisse - nach 14 Minuten 10:5. "Wir haben Sigurdsson gut in den Griff bekommen, aber gegen Narcisse hatten wir keine Mittel", analysierte Celjes Torhüter Gorazd Skof. Dabei hatten die Slowenen Eduard Koksarov als Manndeckung für ihn abgestellt.
Dazu kam, dass die VfL-Deckung mit dem Mittelblock Gudlaugur Arnasson und Momir Ilic sicher stand. Nach einer Auszeit hatte sich Celje besser auf die Gäste eingestellt und glich zum 12:12 (20.) aus. Da halfen auch die Paraden von Nandor Fazekas nicht. Für Alvanos kam Milan Vucicevic, der seine Chance direkt mit zwei schönen Toren nutzte. Nach der Pause folgten zwei weitere Treffer. "Dann hat er aufgehört, sich an die Taktik zu halten", kritisierte Trainer Alfred Gislason.
Bis zur 45. Minute hatten die Gummersbacher ihre Führung wieder auf drei Tore ausgebaut (23:20), woran vor allem Nandor Fazekas mit teilweise unglaublichen Paraden großen Anteil hatte. Doch die Partie wurde hektischer und beim VfL häuften sich nun die Fehler. In der 48. Minute wechselte Gislason Stojanovic ins Tor. Und mit sieben Toren in Folge brachte Siarhei Harbock, gegen den der VfL einfach kein Mittel fand, Celje wieder zurück. Trotzdem sah der VfL noch kurz vor Schluss wie der sichere Sieger aus. Aber als er ab der 57. Minute in Unterzahl spielte, nutzte Celje seine Chance und zog auf 31:29 (60.) davon. Sekunden vor Schluss hatte Gummersbach Glück. In doppelter Unterzahl spielte Momir Ilic, der sehr unglücklich im Angriff agierte, den Ball in die Hände des Gegners. Der letzte Distanzwurf ging aber knapp am Tor vorbei. Da hatte Ilic die Hände vor die Augen geschlagen, während seine Mitspieler jubelten.
Trotzdem ärgerte sich Alfred Gislason: "Schade, dass wir nicht gewonnen haben." Auch Gudjon Valur Sigurdsson bedauerte, dass der VfL den Sieg noch aus der Hand gegeben hatte. Und Narcisse resümierte: "Wir haben eben nur 45 Minuten gut gespielt."
Als schlechter "Verlierer" erwies sich derweil Celjes Trainer Kasim Kamenica, der vermutete, dass der "VfL die französischen Schiedsrichter gekauft habe". Er selbst hatte seine Mannschaft nicht nur unermüdlich angetrieben, sondern auch eine gelbe Karte und eine Zwei-Minuten-Strafe bekommen.
(Qelle:Oberbergischer Anzeiger vom 13.11.2006)