Helmenstein spricht nach Gipfel mit VfL-Spitze über neue Halle von ‚Quantensprung’
(bv/7.11.2006- AKTUALISIERT 17:50) Gummersbach – Beide Seiten wollen die Multifunktionshalle und sich an den Betriebskosten beteiligen. Essener Unternehmen Hochtief-Facilities soll als Betreiber einsteigen.
90 Minuten saßen die Akteure am heutigen Morgen zusammen und redeten im Büro des Bürgermeisters Klartext. Die komplette Verwaltungsspitze der Kreisstadt sowie VfL-Aufsichtsratschef Hans-Peter Krämer, Thomas Krämer von „Stadionwelt“ und VfL-Manager Stefan Hecker. Danach konnte man ein Ergebnis vorlegen, das Bürgermeister Frank Helmenstein als Quantensprung bezeichnete. Sowohl die Stadt als auch der VfL Gummersbach würden sich bei einem Neubau einer Multifunktionshalle an den Betriebskosten beteiligen. Das hatten in der Vergangenheit beide Seiten, vor allem aber nachdrücklich der VfL ausgeschlossen. Mit dieser Übereinkunft ist der Weg eines Hallenneubaus klarer geebnet als bislang. „Die Chancen haben sich ganz klar erhöht“, so Helmenstein.
Das sieht auch Hans-Peter Krämer ähnlich. „Wir sind ein ganzes Stück weiter.“ Bis zum 1. März 2007 will man gemeinsam die Eckpunkte eines Konzepts erarbeitet haben und diese dann dem Rat zur Entscheidung vorlegen. „Bis dahin sollten wir unsere Hausaufgaben gemacht haben“, so Krämer. Klar ist auch, dass offenbar ein Angebot des Sportstätten-Betreibers „Hochtief-Facility“ bei der Stadt und dem VfL mächtig Eindruck hinterlassen hat. Auf dem Steinmüllergelände wäre ausreichend Platz für eine neue Multifunktionshalle.
Demnach ist der Betriebskostenzuschuss, den beide Seiten zu entrichten haben, auf ein überschaubares Maß gesunken, war zu hören. Unklarheiten bleiben zwar, so die Frage ob sich beide Seiten an der Betreibergesellschaft beteiligen, doch will man gemeinsam an einem weiteren Durchbruch arbeiten.
VfL-Chef Hans-Peter Krämer hatte in den vergangenen Monaten bereits Kontakte zu Gremien bei Land, Bund und EU aufgenommen und Gespräche geführt. Ziel ist es, die Baukosten von rund 15 Millionen Euro weitgehend durch Zuschüsse und Fördergelder abzudecken. Dabei könnte es sehr hilfreich für die Realisierung sein, sollte Gummersbach als nationaler Handball-Leistungsstützpunkt anerkannt werden. „Wir brauchen in jedem Fall bei Bau und Betrieb der Halle eine Lösung, die wir ruhigen Gewissens Rat, Bürgern und Kommunalaufsicht vorlegen können“, meint Helmenstein.
Dass dieser Neubau auf dem Steinmüller-Gelände erfolgen soll, ist allgemeiner Konsens. Die Variante einer Erweiterung der Eugen Haas-Halle ist zwar noch eine Option, die derzeit untersucht wird, gilt jedoch praktisch als ausgeschlossen. Inzwischen ist allen Beteiligten wohl auch klar, dass mit einer neuen Multifunktionshalle keine schwarzen Zahlen geschrieben werden können. „Betriebswirtschaftlich ist dies ein Zuschussgeschäft“, weiß auch Helmenstein. Doch da stünde Gummersbach nicht alleine da. In der gesamten Republik lässt sich keine Halle finden, die ein Plus erwirtschaftet.
Allerdings gibt es dennoch für den Rathauschef wie auch für Hans-Peter Krämer gute Gründe, den Neubau zu unterstützen. Zum einen gehörten VfL und Gummersbach zu den beiden Seiten einer Medaille, zum anderen werde das Mittelzentrum Gummersbach auf vielfältige Weise gestärkt, sagt Helmenstein. Für Krämer schlagen 120 neue Arbeitsplätze und die Erhaltung wie Steigerung des Bekanntheitsgrades der Stadt auf der Habenseite zu Buche. „Wenn man nur mit dem Rechenschieber herangeht, müsste man in Deutschland auch die meisten Theater und Museen schließen, denn viele sind defizitär“, steht für den VfL-Chef fest. Der Hallenbau ist für ihn auch ein Akt der Daseinsvorsorge für eine ganze Region.
(Quelle:http://www.oberberg-aktuell.de)