Fuß gerettet
Francois-Xavier Houlet geht es besser
LUDWIGSHAFEN > Zimmer 723 in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Ludwigshafen-Oggersheim: Die Sicht auf das nahe gelegene Landschaftsschutzgebiet „Maudacher Bruch" ist an diesem Vormittag durch die vielen Nebelfelder getrübt. Stattdessen blättert Francois-Xavier Houlet in einem französischen Handball-Magazin. Der 85-fache französische Handball-Nationalspieler, der bei der Weltmeisterschaft 2003 in Portugal die Bronzemedaille für das Tricolore-Team holte, wirkt nachdenklich, ein wenig traurig. Der Grund: Der langjährige Mannschaftskapitän des deutschen Rekordmeisters VfL Gummersbach musste sich in diesen Tagen erneut einem operativen Eingriff am rechten Fuß unterziehen, nachdem die zuvor erfolgten Eingriffe in Köln und Gummersbach zu schwerwiegenden Komplikationen führten. Nach der Entfernung eines Fibroms entzündete sich die Narbe, das Hautgewerbe starb ab, so dass die Sehnen des Fußes in der offenen Wunde zu sehen waren. „Das war fürchterlich", erinnert sich der Vater dreier Töchter im Alter von zehn, acht und drei Jahren. So folgte auch die Überweisung zu Professor Dr. Günter Germann, dem Chefarzt der plastischen Chirurgie einer Spezialklinik in Ludwigshafen. Nicht nur seine Karriere als Handball-Profi stand auf Messerschneide, sondern ob der Fuß gerettet werden kann. „Handball ist mein Beruf, aber wichtiger ist, dass ich meinen rechten Fuß noch habe", meinte der 37-jährige mit Blick auf die Wunde, die der Mediziner gerade öffnet. „Das ist ganz ordentlich", zeigt sich der Chefarzt mit dem Heilungsverlauf zufrieden und kündigte schon in den nächsten Tagen erste Bewegungsübungen und Gehversuche an.
Mehrstündige Operation
„Wären die Sehnen ausgetrocknet, wäre der Fuß auch kaputt gewesen", erklärte Professor Germann. In meiner mehrstündigen Operation gelang es ihm mit einer mikro-chirurgischen Gewebetransplantation einen Hautblock mit eigener Gefäßversorgung am linken Arm des Handball-Profis zu entnehmen und an der betreffenden Stelle am rechten Fuß zu verbinden. „Das war sicherlich kerne einfache Sache, aber sie war notwendig", meinte der Franzose, der sein Krankenbett kaum verlassen kann, „Ich hoffe, dass die Heilung weiter voranschreitet und ich vielleicht im Januar oder Februar wieder Handball spielen kann“, gibt er sich zuversichtlich und freut sich über die vielen Genesungswünsche.
(Quelle:Handballwoche vom 03.10.2006)