Zitat
Original von Jever
Quelle? 
VfL-Magazin(2) unter http://www.vfl-gummersbach.de
Wie auch das Interview mit Gudjon Valur Sigurdsson:
Interview mit Mannschaftskapitän Gudjon Valur Sigurdsson
„Man muss selbstkritisch sein“
Der Mannschaftsrat, in dem schon François-Xavier Houlet, Christian Ramota und du waren, wurde in der Sommerpause um Goran Stojanovic und Daniel Narcisse erweitert. Wie verlief das?
Letztes Jahr waren im Mannschaftsrat vier Spieler. Mit dem Weggang von Steinar Ege sollte dann die Lücke gefüllt werden. Alfred Gislason hat Daniel und Goran vorgeschlagen, und das war für uns okay.
Welche Aufgaben habt ihr?
Wir haben nicht wirklich Pflichten. Es ist eher so, dass wir alle Probleme, die möglicherweise auftauschen könnten, lösen wollen. Wenn irgend etwas ist, können die anderen Spieler immer zu uns kommen, und wir wenden uns dann z.B. an den Aufsichtsrat, wenn es nötig ist.
Und du bist jetzt Manschaftskapitän geworden – zum ersten Mal?
Nein, ich war ein paar Spiele bei der Nationalmannschaft Kapitän und in Essen Vize.
Musst du jetzt mehr Autorität zur Geltung bringen?
Es geht nicht darum, dass einer sich hinstellt und die anderen zurechtweist. Wir müssen als Mannschaft funktionieren, das kann nicht einer alleine machen. Jeder hat mal gute und mal schlechte Tage, das wissen wir, und so verhalten wir uns auch.
Wie läuft es mit den Neuzugängen?
Die Neuen haben viel für die Integration getan und sehr schnell Deutsch gelernt. Bis bis jetzt hat das gut funktioniert, und ich habe keinen Grund zu erwarten, dass sich das ändern wird.
Nun gibt es als größte Gruppen die Jugoslawen und die Isländer...
„Gruppenbildung“ ist ein Wort, das meist im negativen Sinn verwendet wird, und wir haben sie auch nicht. Klar wendet sich jemand, der neu ist, erst mal seinen Landsleuten zu, das ist ja normal. Aber wenn wir im Hotel sind, geht jeder zu allen anderen aufs Zimmer und unterhält sich mit den Kollegen.
Wie beurteilst du den Übergang von der Vorbereitung in den Saisonstart?
In der Vorbereitung wussten wir nicht immer, wo wir standen, weil wir auch nicht immer komplett waren. Aber wir helfen uns gegenseitig. Wenn ein Spieler verletzt ist, übernehmen andere die Verantwortung.
Ihr habt bis jetzt die Erwartungen Vieler übertroffen.
Wir haben auf jeden Fall genug Selbstvertrauen. Und wir spielen nicht besser oder schlechter als wir erwartet haben. Aber ich bin nicht überrascht, dass wir so spielen können, wie wir das tun. Wir wissen auch alle, dass wir vieles noch besser machen können. Ich habe aber bisher nichts vorausgesagt und werde das auch weiterhin nicht tun. Es zählt immer nur das nächte Spiel.
Über Daniel Narcisse wurde in letzter Zeit nicht nur viel gesprochen, weil er den Spielmacher-Posten übernommen hat.
Daniel ist für mich zurzeit einfach der beste Spieler der Welt. Der kann alles: werfen, spielen und decken. Eins gegen eins ist er kaum zu stoppen. Der Gegner muss einfach hoffen, dass er einen schlechten Tag hat. Er ist jetzt auch lauter als in der Vergangenheit und äußert seine Meinung. Die Mannschaft hat Respekt vor ihm. Das ist alles schön zu sehen. Daniel ist einfach phänomenal.
Alexis Alvanos ist neu beim VfL im rechten Rückraum, der hier ja eine besondere Vergangenheit hat.
Die Leute haben natürlich Yoon im Hinterkopf, aber das ist nicht zu vergleichen. Alexis ist in jeder Hinsicht ein ganz anderer Typ. Er ist richtig dynamisch, hat ein gutes Auge und einen guten Wurf. Er kann uns sehr weiter helfen. Wenn nur dieses Verletzungspech nicht wäre. Gerade als er kam, als er fitter wurde und zeigte was für ein guter Spieler er ist, hat es ihn wieder erwischt.
Sverre Jakobsson war fast ein Unbekannter, jetzt macht er schon von sich reden.
Ich kenne ihn, wir haben schon vor acht Jahren in Island zusammen gespielt. Früher hat er auch im Angriff gespielt, jetzt nur noch in der Deckung – und das richtig gut. Er hat relativ lange kein Handball gespielt, dann in Island, was schon noch ein Unterschied ist. Und jetzt kommt er her und zeigt, dass er was drauf hat. Er ist vom Willen und Charakter her ein sehr gesunder Typ. Er hat sich jetzt schon sehr gut gemacht in der Bundesliga. Es ist auch wichtig für die isländische Nationalmannschaft, dass er in der Bundesliga gut spielt.
Auch du warst im Gespräch – als möglicher Mittelmann.
Ja, aber ich selbst wollte diese Diskussion nicht und habe mich daran nicht beteiligt. Ich würde alles spielen. Wenn der Trainer sagt, ich soll ins Tor gehen, dann gehe ich ins Tor.
Mit welcher Einstellung geht ihr die kommenden Aufgaben an?
Man macht Fehler, und das wird auch weiterhin so sein. Man muss selbstkritisch sein. So wachsen wir als Mannschaft. Man kann immer noch etwas lernen, und diese Einstellung passt zu uns. Wir werden nie denken, dass wir alles können und alles erreicht haben.