Gerangel um Denis Zacharow
Blockiert der russische Nationaltrainer Maximow den Wechsel?
von DIETER LANGE
GUMMERSBACH. Die sechswöchige EM-Pause in der Handball-Bundesliga ist zwar vorbei, aber der VfL Gummersbach hat an diesem Wochenende noch spielfrei, da das Spiel bei der HSG Wetzlar auf Mittwoch, 1. März, verlegt wurde. Für die Kljaic-Truppe wird es erst wieder Ernst am Dienstag, 14. Februar, 20 Uhr, beim DHB-Viertelfinalspiel bei der SG Kronau-Östringen (live im DSF).
Die spielfreie Zeit war für Stefan Hecker aber alles andere als eine ruhige Phase - im Gegenteil. Der VfL-Manager hat noch einige Baustellen im personellen Bereich offen. Derweil hat der VfL die Suche nach einem neuen Spielmacher vorerst eingestellt, weil man hofft, dass Kapitän François-Xavier Houlet (36) das Angebot, dem VfL auch als Spieler in der kommenden Saison noch zur Verfügung zu stehen (wir berichteten), annehmen wird. Hecker: "Ich rechne in den nächsten Tagen mit einer Zusage von Houlet."
Vakant ist auch noch die halbrechte Rückraumposition von Kyung-Shin Yoon. Wunschkandidat Nummer eins der VfL-Verantwortlichen ist hier der Ex-Magdeburger Olafur Stefannson, aber der isländische Weltklassespieler steht beim spanischen Club Ciudad Real noch bis 2007 unter Vertrag.
Da sich Cedric Burdet in dieser Woche in seiner französischen Heimat einer erneuten Fingeroperation unterziehen musste, ist mit seinem Einsatz in dieser Saison voraussichtlich nicht mehr zu rechnen. So haben die Bemühungen der VfL-Macher, den russischen Junioren-Nationalspieler Denis Zacharow (21) schon für die Rückrunde spielberechtigt zu bekommen, in den letzten Wochen an Intensität zugenommen. Ob diese bis zum Ende der Wechselfrist am 15. Februar von Erfolg gekrönt sind, mag auch Hecker nicht beurteilen: "Ich weiß nicht, wie die Uhren in Russland ticken." Fakt scheint zu sein, dass der mächtige russische Nationaltrainer Wladimir Maximow, der auch gleichzeitig Vereinstrainer beim russischen Meister Medvedi Moskau ist, alles daran setzt, um den vorzeitigen Wechsel von Zacharow von Neva St. Petersburg zum VfL zu verhindern. Maximow ist jedenfalls stinksauer, dass Zacharow, der als größtes russisches Handballtalent gilt, nicht nach Moskau wechselte. Als Konsequenz hatte er Zacharow bereits aus dem EM-Kader geworfen.
Derzeit liegt der "Fall Zacharow" bei der EHF zur Entscheidung. Und der Spielervermittler Wolfgang Gütschow, der Zacharow nach Gummersbach vermittelt hat und als ausgesprochener Russland-Kenner gilt, ist zuversichtlich, dass die EHF zugunsten des VfL entscheiden wird: "Wenn dort nach rechtsstaatlichen Kriterien entschieden wird, dann kann er schon bald für den VfL spielen." Wie Gütschows der OVZ erklärte, sei der Vertrag zwischen St. Petersburg und Zacharow bereits am 31. August 2005 aufgelöst worden: "Dafür haben wir Belege." Spekulationen, die am Rande der EM in der Schweiz die Runde machten, dass Zacharow auch im Sommer nicht nach Gummersbach wechseln könne, weil er erst seinen Militärdienst absolvieren müsse, widerspricht Gütschow entschieden: "Ab 1. Juli 2006 ist Denis auf jeden Fall für den VfL spielberechtigt."
(Quelle:Oberbergische Volkszeitung vom 10.02.2006)