Folgender Artikel von http://www.Oberberg-aktuell pass sowohl in "Wechselgerüchte" als auch "Vertragsverlängerungen"
VfL-Chefetage im Vertragspoker: Yoon und von Behren bleiben wohl, Ege eher nicht
(bv/3.1.2006-18:00) Von Bernd Vorländer
Gummersbach - Stress für die Macher von Bundesligist VfL Gummersbach. Mit Hochdruck wird am VfL 2006/07 gestrickt. Verpflichtung von Kreisläufer Jörg Lützelberger fast klar.
Die Spieler des VfL Gummersbach haben nach dem Hammer-Monat Dezember mit fünf Spielen in der Bundesliga und zwei Europacup-Auftritten endlich Pause. Doch Geschäftsführer Stefan Hecker kann nicht unbedingt behaupten, dass er jetzt in Ruhe die kommenden Wochen angehen kann. In seiner Schublade in der VfL-Geschäftsstelle liegen zahlreiche ungelöste Fälle. Doch zunächst zu den Erfolgsmeldungen. Dass Keeper Nandor Fazekas von Liga-Konkurrent Nettelstedt-Lübbecke ab der kommenden Saison für zwei Jahre unterschrieben hat, wird allgemein als enorme Verstärkung für den VfL gesehen.
Mit Denis Zacharow hat man sich einen wurfgewaltigen Linkshänder von Neva Leningrad geangelt, der vor allem als Zukunftsinvestition für die Zeit gilt, wenn Kyung-Shin Yoon seine Schuhe an den Nagel hängt. Offiziell kommt der 21-jährige erst im Juli, aber Stefan Hecker hat noch Hoffnung, dass Zacharow möglicherweise den VfL noch zur Rückrunde verstärkt. „Er wäre sofort spielberechtigt.“
Endgültig Vollzug konnte Hecker auch mit Vedran Zrinic und Momir Ilic vermelden, nachdem er die unterschriebenen Verträge in Händen hat. Der 27-jährige Rechtsaußen Zrinic kommt ab Mitte des Jahres mit der Empfehlung, bereits Welt- und Europameistertitel sowie den Olympiasieg errungen zu haben. Ilic ist Serbe, 25 Jahre alt und führt als Rückraumspieler die aktuelle Torschützenliste der Champions League an. „Wir haben zwei relativ junge Spieler verpflichtet, die aber schon über viel internationale Erfahrung verfügen. Beide Spieler überzeugen nicht nur auf ihren Positionen im Angriff, sondern sind auch stark in der Verteidigung. Außerdem passen sie menschlich sehr gut zu uns“, so Stefan Hecker.
Blieben noch die kleinen oder großen Problemfälle, die Oberberg-Aktuell im folgenden auflistet. Hecker gibt bei allen Personalien jedoch eine Grundrichtung vor, die sich am finanziell Machbaren, nicht aber am Wünschenswerten orientiert. „Bestimmte Sünden der Vergangenheit werden wir nicht mehr begehen. Die Zeiten, in denen Spieler die Verträge diktiert haben, sind vorbei“, redet Hecker Klartext. Diese Marschrichtung gilt offenbar für alle offenen Vertragsfragen und zeugt davon, dass die VfL-Verantwortlichen aus früheren Entwicklungen gelernt haben.
So soll es auch keine Zusatzklauseln, Vergünstigungen oder ähnliches in Verträgen mehr geben. „Es ist doch ein Unding, dass bestimmte Spieler für die Teilnahme an Olympischen Spielen, Europa- oder Weltmeisterschaften noch Zusatzprämien vom Verein kassieren“, so der VfL-Geschäftsführer.
Kyung-Shin Yoon: Der vielfache Torschützenkönig hat ein Vertragsangebot des VfL zu allerdings deutlich reduzierten Bezügen vorliegen. Yoon soll beim VfL nicht mehr erheblich aus dem Gehaltsrahmen der übrigen Mannschaft herausfallen. Dem Vernehmen nach interessieren sich aber auch andere europäischen Spitzenteams für den koreanischen Linkshänder. Dennoch ist die VfL-Chefetage optimistisch, dass Yoon den VfL nicht verlässt, da er sich mit seiner Familie im Oberbergischen sehr wohl fühlt.
Tendenz: Yoon bleibt zu 90 Prozent
Frank von Behren: Auch der deutsche Nationalspieler müsste auf Geld verzichten, wenn er beim VfL bleibt. Durchgesickert ist, dass von Behren trotz reduzierten Gehalts beim VfL bleiben will, auch wenn noch nichts unterschrieben ist und der Abwehrspezialist weitere Anfragen, auch aus dem Ausland, vorliegen hat.
Tendenz: von Behren bleibt zu 70 Prozent
Cedric Burdet: Der französische Linkshänder ist zurzeit noch durch seine Fingerverletzung außer Gefecht. Ob er das vom VfL unterbreitete Vertragsangebot annimmt, erscheint etwas zweifelhaft, zumal das Team auf der rechten Seite mit den Verpflichtungen von Zacharow und Zrinic stärker geworden ist.
Tendenz: Burdet bleibt zu 50 Prozent
Steinar Ege: Der norwegische Keeper steht nach OA-Informationen auf dem Absprung. Zwei Gesprächsangebote des VfL stießen bislang nicht auf Resonanz. Offenbar liebäugelt Ege mit einem Engagement in Dänemark.
Tendenz: Ege bleibt zu 10 Prozent
Michael Hegemann: Der Nationalspieler will unbedingt an der WM teilnehmen, benötigt dafür aber Spielpraxis, die er derzeit beim VfL nicht bekommt. Und mit Ilic und Narcisse hat er bärenstarke Konkurrenz. Gut möglich, dass der Rechtshänder ab dem Sommer im Trikot eines anderen Bundesligisten aufläuft. Beim VfL würde man ihm keine Steine in den Weg legen.
Tendenz: Hegemann bleibt zu 10 Prozent
Derzeit kursieren in Fachkreisen Namen deutscher Nachwuchshandballer, die mit dem VfL in Kontakt gebracht werden. Mit Jörg Lützelberger von Süd-Zweitligist Tuspo Obernburg scheinen die VfL-Verantwortlichen klar zu sein. Der 20-Jährige Junioren-Nationalspieler soll Robert Gunnarsson am Kreis entlasten. „Bei dieser Personalie sieht es gut aus. Ich denke, dass wir diesen Punkt in zwei Wochen über die Bühne haben“, freut sich VfL-Geschäftsführer Stefan Hecker. Für die Linksaußen-Position ist Thomas Zahn (SG Leutershausen) einer von mehreren Kandidaten, und Matthias Lenz (Leutershausen) könnte den freien Platz von Steinar Ege einnehmen, wenn der gehen sollte (Hecker: „Ein ganz interessanter Mann“).
Noch gänzlich ungelöst ist die Frage, wer „Zouzou“ Houlet im Rückraum beerben soll. „Das ist unsere größte Baustelle“, so Hecker. Nachdem man sich zunächst im Ausland umgeschaut hatte, soll jetzt wieder vornehmlich in heimischen Gefilden gesucht werden. Mit den Summen, die vor allem in Südeuropa gezahlt werden, kann und will der VfL nicht mithalten. „Ich habe eigentlich feststehende Gespräche abgesagt, nachdem ich die Gehaltsvorstellungen bestimmter Spieler vernommen habe“, kennzeichnet Stefan Hecker die neue VfL-Linie, die kein finanzielles Wagnis eingehen will.