INTERVIEW
Der VfL ist ein reizvoller Verein
Axel Geerken (37) wird am 1. Februar 2010 die Stelle als Geschäftsführer beim VfL Gummersbach antreten. Wie es dazu kam, und mit welchen Erwartungen er startet, darüber sprach Andrea Knitter mit ihm.
Wie ist es zum Kontakt mit dem VfL gekommen?
Der Verein ist im September an mich herangetreten. Wir haben dann mehrere Gespräche geführt und uns beide Gedanken gemacht.
Sie hatten vor der Saison auch eine Anfrage vom THW Kiel?
Als sie einen Nachfolger für Uwe Schwenker suchten, hat es Gespräche gegeben.
Was hat denn den Ausschlag gegeben, dass Sie das Angebot des VfL angenommen haben?
Der VfL ist ein sehr reizvoller Verein, da er eine der Traditionsmarken im Handball ist.
Den aber auch ein dicker Schuldenberg plagt.
Das ist aber kein exklusives Problem des VfL, bis auf ein paar Clubs in der Spitze der Bundesliga plagen sich alle Handballvereine mit wirtschaftlichen Problemen herum. Ich sehe den VfL als eine spannende Aufgabe und will meinen Teil dazu beitragen, dass es dem Verein finanziell bald besser geht.
Nach den Vorstellungen des VfL-Aufsichtsrats sollen Sie sich viel stärker als Ihr Vorgänger um die geschäftlichen Belange des Vereins kümmern.
Das werde ich sicher tun. Ich werde aber auch für den Sport zuständig sein.
Wie sind denn Ihre Aufgaben bei der HSG Wetzlar?
Der Verein ist anders strukturiert als der VfL, da wir mit unserem sportlichen Leiter Rainer Dotzauer einen echten Dinosaurier in Reihen der HSG Wetzlar haben, der sich um die sportlichen Belange kümmert. Ich war aber in alle sportlichen Dinge eingebunden und habe an allen Gesprächen teilgenommen.
Sie waren Handball-Nationaltorwart und sind jetzt seit fast drei Jahren Geschäftsführer eines Bundesligisten. Wie war Ihr Werdegang?
Ich bin gebürtiger Oldenburger und 1993 als Spieler nach Wetzlar gekommen. Nach Stationen beim TV Großwallstadt und dem THW Kiel kehrte ich nach Wetzlar zurück und wurde von Rainer Dotzauer gefragt, ob ich nicht ins Management wechseln wollte. Ich habe anschließend zwar noch einige Male im Tor gestanden, das aber nur in Ausnahmefällen.
Sie haben in Wetzlar Ihren Vertrag gekündigt. Spielte es dabei eine Rolle, dass Rainer Dotzauer kürzer treten möchte und damit eine Neustrukturierung ins Haus steht?
Das hat keine Rolle gespielt, die Einigung mit dem VfL lag schon länger vor. Wir hatten uns allerdings darauf geeinigt, mit der Bekanntgabe noch zu warten.
Auch Wetzlar ist finanziell ja nicht auf Rosen gebettet. So ganz neu ist das Thema für Sie also nicht. Haben Sie sich schon Gedanken über Konzepte für den VfL gemacht?
Das habe ich, möchte aber noch nicht ins Detail gehen. Ich sehe schon einige Punkte, bei denen man ansetzen kann. Ich werde mir jetzt ein genaues Bild machen und dann am 1. Februar mit voller Kraft loslegen.
Werden Sie sich am Sonntag das Spiel des VfL gegen die SG Flensburg-Handewitt in der Lanxess-Arena ansehen?
Wahrscheinlich nicht.
(Printausgabe OVZ vom 12.12.2009)