Beiträge von Rentner

    Blazenko Lackovic: Innenbanddehnung am Knie

    31.10.2007 18:26 -

    Glück im Unglück: Die Fernsehbilder, die zehn Minuten vor dem Abpfiff in Nordhorn den Ausfall von Blazenko Lackovic dokumentierten, sahen schlimmer aus als sie waren. Nach der Kernspintomographie (MRT) am Mittag gab Mannschaftsarzt Dr. Hauke Mommsen für den Halblinken der SG Flensburg-Handewitt die Diagnose: eine Innenbanddehnung. „Es ist sein linkes Knie – und nicht das Knie, was lange Zeit verletzt war“, sagte der Mediziner. „Blazenko Lackovic hatte Glück im Unglück. Aber er hat auch davon profitiert, dass er seit Monaten ein muskuläres Stabilisationstraining beider Kniegelenke durchgeführt hat.“
    Auch SG-Geschäftsführer Fynn Holpert reagierte erleichtert. „Zum Glück ist es nur eine Dehnung und nichts beschädigt“, sagte er. „Blazenko Lackovic kann sicherlich nächste Woche, vielleicht sogar schon am Samstag in Göppingen wieder mitwirken.“ Der Kroate hatte Mitte Oktober nach einer langwierigen Knieverletzung sein Comeback gefeiert.

    (Quelle:http://www.sg-flensburg-handewitt.de)

    "Das ist kein Zuschussprojekt"

    Horstmann sieht VfL beim Thema Kölnarena noch in "investiver Phase"

    von ULRICH KLEIN

    GUMMERSBACH. Kontinuität bedeutet laut Fremdwörter-Duden: Lückenloser Zusammenhang, Stetigkeit, Fortdauer, ununterbrochener, gleichmäßiger Fortgang von etwas. Kontinuität haben sie sich bei den Handballern des VfL Gummersbach für die nächsten Jahre auf die blau-weißen Fahnen geschrieben. Nach gut zwei Monaten der Saison 2007/ 08 fällt die erste Gummersbacher Zwischenbilanz freilich durchaus gemischt aus: In der Bundesliga hinkt man als Tabellensechster den Erwartungen eher hinterher. In der Champions League dagegen legte man trotz großer Personalsorgen drei beifallumrauschte Auftritte hin.

    Allerdings - und hier liegt der Hase im Pfeffer - stehen die sportlichen Ausrufezeichen in Europas Schaufenster im krassen Gegensatz zur Zuschauerresonanz: Gegen die Top-Teams aus Veszprem (2235) und Celje (2431) verirrten sich zusammen nicht mal 5000 Zuschauer in die Kölnarena. Und selbst gegen den unumstrittenen Branchenprimus THW Kiel fanden in der Liga "nur" 11 774 Handball-Liebhaber den Weg in die Kölnarena, nachdem der Sport-Tempel gegen den THW in den Vorjahren mit 19 000 Fans stets aus den Nähten platzte. Keine Frage: Die Folgen der goldigen WM-Tage vom Februar hatte man sich im Oberbergischen anders vorgestellt. Das gibt auch Claus Horstmann, seit ein paar Wochen Chef des Aufsichtsrates, zu: "Natürlich wurde mit höheren Zuschauerzahlen kalkuliert", sagt der Macher, um im nächsten Atemzug klar zu stellen, dass "die Entscheidung nach Köln zu gehen, definitiv richtig war."

    Horstmann, im Hauptjob Geschäftsführer des 1. FC Köln, hat sich erst einmal einen Überblick bei den Handballern verschafft und dabei vor allem auch die schwindsüchtigen Besucherzahlen analysiert: "Es gibt viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Zunächst einmal gibt es in dieser VfL-Saison rund 25 Arena-Termine statt fünf oder sechs. Dafür muss man sich erst mal ein Stammpublikum erarbeiten", sagt Horstmann, um einschränkend darauf hinzuweisen, dass der Terminplan diese Akquise nicht eben leichter macht: "Mal wird Mittwochabend, mal Samstagnachmittag, mal Sonntagabend gespielt. Ein fester Termin wäre da wünschenswert. Allerdings fordert da auch das Fernsehen sein Recht."

    In diesem Punkt sind Horstmanns Möglichkeiten zur Veränderung natürlich begrenzt. Immerhin hat der Finanzexperte dafür gesorgt, dass der allzu lockere Umgang mit Freitickets beendet wurde: "Klar, es war durchaus sinnvoll, auf diese Weise Interesse zu wecken. Jetzt sollte man Freikarten aber nur noch im Rahmen von pfiffigen Aktionen unters Volk bringen." Fazit: Der Aufbau einer Stammkundschaft bzw. interessierten Laufkundschaft funktioniert nur über sportliche Qualitätsangebote. Gleichwohl mag der Boss den Oktober nicht als Maßstab nehmen und kritisiert erneut den Terminkalender: "Da fanden fünf Topspiele in Köln statt. Das ist einfach zu viel des Guten."

    Keine Details mag Horstmann über Zahlen und Vertragsinhalte zwischen VfL und Arena nennen: Nur soviel sagt er: "Die Kölnarena ist kein Zuschussprojekt. Wir verlieren kein Geld." - Noch nicht jedenfalls: Denn Horstmann betont auch: "Für die laufende Saison benötigen wir einen Schnitt von 4000 bis 5000 Zuschauern. Mittelfristig, in den nächsten ein, zwei Jahren, muss allerdings was passieren. Wir sind noch in der investiven Phase."


    Dazu ein Kommentar auf der selben Seite:

    KOMMENTAR

    Zauber

    von Ulrich Klein über den VfL in der Arena

    Klar, die 60er, 70er oder 80er Jahre waren tolle Zeiten für die Freunde des VfL Gummersbach. Die normalen Heimspiele in der Bundesliga wurden in schöner Regelmäßigkeit in der Kreisstadt gewonnen, die glorreichen Erfolge auf internationalem Parkett aber in der großen Dortmunder Westfalenhalle errungen - Dortmund und der Zauber des Besonderen. Die Zeiten haben sich freilich nachhaltig geändert. Die Eugen-Haas-Halle, einst durchaus modern, atmet nur noch den Muff einer Schulsporthalle und ist in Zeiten des Profihandballs für Qualitätssport nicht mehr tragbar. Insofern war es logisch, dass man in die Hightech-Arena nach Köln-Deutz umzog.

    Allerdings ist es keine leichte Aufgabe, Handball pur in einer Fußball- und Eishockeymetropole zu etablieren. Selbst wenn es sich um einen Markenartikel namens VfL Gummersbach handelt. Die oft randvolle Kölnarena hatte in den vergangenen Jahren viel mit dem Erlebniswert einer Megaparty sowie der Präsentation ausgewählter Spitzenspiele zu tun.

    Jetzt, wo auch das Alltagsgeschäft in der guten Stube von Kölle abgewickelt wird, kommen fast nur noch die blau-weißen Hardcore-Fans. Deshalb drängt sich perspektivisch gesehen nur eine Lösung auf: Neubau einer Halle in Gummersbach. Dann könnte der Bundesliga-Alltag im Oberbergischen stattfinden und die absoluten Topspiele im Kölner Sport-Tempel. Ganz im Geiste des Dortmunder Zaubers.

    (Quelle:http://www.rundschau-online.de)

    Strategie und Herzblut
    Reifenproduzent Bohle neuer Premiumpartner des VfL

    von HARALD KNOOP

    GUMMERSBACH. Der VfL Gummersbach hat einen neuen Premium-Partner gefunden. Gestern Morgen wurden sich VfL-Geschäftsführer Stefan Hecker und Frank Bohle, Chef des Wehnrather Fahrradreifenherstellers Bohle, handelseinig: Mit dem Beginn der Bundesligarückrunde ab kommendem Februar wird Bohle, die mit ihren "Schwalbe"-Reifen Weltmarktführer sind, die Handballer zunächst für ein Jahr sponsern; eine langfristige Zusammenarbeit wird aber angestrebt.

    Das letzte Spiel der Saison Mitte Mai 2008 in der Kölnarena gegen Magdeburg wird ein Präsentationsspiel sein, in dessen Umfeld sich die Firma ausgiebig vorstellt.

    Schwalbe engagiert sich bereits seit Jahren schon im Tischtennissport und finanziert eine eigene Mannschaft in der 2. Bundesliga. Darüberhinaus gehört die Firma im Radsport zu den Unterstützern des Gerolsteiner-Rennstalls und stieg beim Rennen "Rund um Köln" ein. Radsport und Tischtennis sollen weiter gefördert werden, versichert Frank Bohle.

    Dass nun mit dem VfL auch der Spitzen-Handball dazukommt, stellt für den Unternehmer eine gute Ergänzung dar. Eine Plattform, die weit über das Oberbergische ausstrahlt und positiv mit dem ebenfalls positiven Image der Schwalbe-Produkte in Verbindung gebracht wird, das hat Bohle gesucht - und im VfL "in idealer Weise gefunden". Der gute Ruf des Clubs, die Euphorie nach der Handball-WM und die Kölnarena als repräsentativer Spielstätte in der Region sind für Bohle eine gute Basis, die Marke "Schwalbe" noch bekannter zu machen. Vor allem die regionale Verbindung war Bohle wichtig, die Nähe zum Firmensitz im Oberbergischen war Grundlage für die marktstrategische Entscheidung beim VfL einzusteigen: "Und ein bisschen Herzblut ist natürlich auch dabei", sagt der Unternehmer.

    Schon vor gut zwei Wochen im Champions-League-Spiel gegen Celje war das Schwalbe-Logo erstmals auf dem Hallenboden der Kölnarena aufgetaucht, ein erster Hinweis auf die sich abzeichnende Kooperation. Jetzt ist alles unter Dach und Fach. Frank Bohle rechnet damit, dass das Schwalbe-Logo schon vor Februar beim VfL nicht nur auf dem Kölner Hallenboden in Erscheinung treten wird.

    Quelle:OVZ-Print vom 21.10.007)

    TVG und Hannawald trennen sich

    Aufgrund von sportlichen Umstrukturierungen im Verein hat sich der TV Grosswallstadt dazu entschlossen den Vertrag mit Chrischa Hannawald zum Saisonende auslaufen zu lassen. Somit steht Hannawald nur noch bis zum Ende der Saison 2007/08 für den TVG im Tor. Chrischa Hannawald: „Für mich waren es drei schöne und erfolgreiche Jahre beim TV Grosswallstadt. Ich hatte immer viel Spaß mit der Mannschaft. Nun kommt für mich die Zeit für neue Herausforderungen.“
    .
    Chrischa Hannawald spielt seit drei Jahren für den TV Großwallstadt.
    TVG-Trainer Michael Roth: „Chrischa hat beim TVG drei erfolgreiche Jahre bestritten. Er ist ein Vollprofi und legte immer eine sehr professionelle Einstellung an den Tag. Ich bin mir sicher, dass er bis zum Schluss alles für den TVG geben wird.“

    Über einen Nachfolger wird der TV Grosswallstadt in den nächsten Wochen eine Entscheidung treffen.

    (Quelle: TV Großwallstadt)

    29.10.2007 - Markus Hausdorf
    "Auf Dauer ist es nicht befriedigend nur in der Deckung zu spielen" - Michael Hegemann im Gespräch

    Michael Hegemann spielte von 2001 bis 2005 bei der HSG Düsseldorf, war vier Jahre lang der Top-Torjäger der Blau-Gelben. Er entwickelte sich zum Leistungsträger, wurde Führungsperson und wurde im November 2004 dafür belohnt: Er wurde von Heiner Brand mit der Nominierung in die Nationalmannschaft belohnt. 2005 wechselte "Hege" zum VfL Gummersbach, wo er allerdings unter Coach Velimir Kljaic wenig Chancen erhielt sich zu präsentieren. 2006 verließ er die Oberbergischen und fand beim TBV Lemgo seine neue Heimat. HSG-Pressesprecher Markus Hausdorf sprach mit Michael Hegemann in der Bundesliga-Pause und noch vor seiner Verletzung, eine Mittelgelenks-Luxation zieht vermutlich eine sechswöchige Pause nach sich.

    HSG-LIVE: Mit 12:8 Punkten steht ihr derzeit im oberen Mittelfeld – wie beurteilst Du Eure Situation ?

    Michael Hegemann:
    Ich denke, dass wir bisher einfach einen sehr holprigen Start hingelegt haben. Wir sind, wenn man sich nur die Punkte ansieht, nur zwei Punkte hinter unserem Soll. Die Heimniederlage gegen Melsungen durfte nicht sein. Schade ist nur, dass für uns in einigen Spielen noch viel mehr drin war. Wir schaffen leider noch nicht über einen großen Zeitraum ein hohes Niveau zu halten. Unser Spiel unterliegt noch zu großen Schwankungen.

    HSG-LIVE: Bislang spielst Du in den Planungen von Peter Meisinger vor allem in der Deckung eine große Rolle – aber im Angriff bekommst Du eher selten die Chance Dich zu beweisen...

    Michael Hegemann:
    Das ist richtig. In der Deckung bekomme ich viel Vertrauen und Einsatzzeiten. Im Angriff ist das leider nicht so, aber ich hoffe, dass ich mich durch gute Trainingsleistungen auch für den Angriff empfehlen kann. Auf Dauer ist es für mich nämlich nicht befriedigend nur in der Deckung zu spielen.

    HSG-LIVE: Welches Ziel hast Du Dir in dieser Spielzeit mit dem TBV Lemgo gesetzt ?

    Michael Hegemann:
    Das ist nicht so leicht zu beantworten. Wir haben in dieser Saison ein ganz neues Team und müssen uns schnellst möglichst finden. Unser Ziel sollten schon die Europapokal-Plätze sein, aber eine genaue Platzierung habe ich mir nicht als Ziel gesetzt.

    HSG-LIVE: Die Nationalmannschaft hat gerade beim Supercup in Dortmund und in Halle/Westfalen gespielt. Du selbst warst – ebenso wie Michael Haaß – nicht dabei. Wie siehst Du Deine Zukunft in der DHB-Auswahl ?

    Michael Hegemann:
    Ich hoffe, dass ich mich durch gute Leistungen in Lemgo wieder ins DHB-Team spielen kann und dann noch einige Länderspiele bestreiten kann.

    HSG-LIVE: Der Gewinn der Weltmeisterschaft im eigenen Lande liegt nun rund neuneinhalb Monate zurück. Du kamst leider nicht selbst zum Einsatz, warst aber ganz nah dran. Wie hast Du dieses Turnier und den großen Triumph erlebt ?

    Michael Hegemann:
    Es war natürlich ein unglaubliches Erlebnis. Diese Euphorie im Lande war überragend und wir sind davon durch das Turnier getragen worden. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert und haben das mit Abstand beste Kollektiv gestellt.

    HSG-LIVE: Hält der Boom, der durch die Handball-Weltmeisterschaft ausgelöst wurde, aus Deiner Sicht noch immer an ?

    Michael Hegemann:
    Ich denke, dass dieser Boom schon noch anhält. Gerade wenn man die Fernsehzeiten sieht, haben wir deutlich zu gelegt und sind viel präsenter als vorher. Das birgt aber auch das Problem, dass viele Spiele auch nicht zur traditionellen Anpfiffzeit beginnen und es häufig zu Verschiebungen kommt. Das ist natürlich ein Problem für die Zuschauer, die in die Halle wollen. Deshalb, so glaube ich, sind die Zuschauerzahlen zur Zeit auch etwas hinter den Erwartungen zurück. Aber mit der Zeit, hoffe ich, dass es sich wieder einpendelt. Ansonsten glaube ich, dass der Handball auch für Sponsoren wieder deutlich attraktiver geworden ist und wir den Schub, der durch die WM entstanden ist gut mitgenommen haben.

    HSG-LIVE: Im Sommer kam mit „Projekt Gold“ die Dokumentation zur Handball-Weltmeisterschaft in die Kinos. Was war es für Dich für ein Gefühl, Dich auf der Kinoleinwand zu sehen ?

    Michael Hegemann:
    Der Film hat mir sehr gut gefallen und es war schon komisch sich selbst auf einer so großen Leinwand zu sehen.

    HSG-LIVE: Vier Jahre lang hast Du bei der HSG Düsseldorf gespielt, hast Du noch immer eine besondere Verbundenheit mit der HSG ?

    Michael Hegemann:
    Natürlich habe ich noch viel Kontakt zur HSG. Ich hatte dort vier wunderbare Jahre und habe dort noch viele Freunde.

    HSG-LIVE: Wie hast Du dann die letzte Saison und den Abstieg Deines Ex-Vereines erlebt ?

    Michael Hegemann:
    Ich bin direkt nach unserem Spiel raus und habe Frank Flatten und Erwin Schierle angerufen um zu erfahren wie die HSG gespielt hat. Als ich dann hörte, dass sie verloren hatten und damit abgestiegen waren, war ich schon sehr traurig und niedergeschlagen.

    HSG-LIVE: Innerhalb der nächsten zwei Jahren soll der Aufstieg realisiert werden – wie schätzt Du die Chancen ein, dass es tatsächlich klappt ?

    Michael Hegemann:
    Ich bin mir sicher, dass Erwin Schierle und Frank Flatten die HSG zusammen wieder in die Bundesliga bringen. Auch wenn der Start bisher etwas holprig verlief, bin ich mir sicher, dass die HSG am Saisonende aufsteigt.

    HSG-LIVE: Im Sommer läuft Dein Vertrag in Lemgo aus... wie siehst Du Deine Zukunft ?

    Michael Hegemann:
    Zur Zeit mach ich mir darüber noch keine Gedanken. Aber zu gegebener Zeit werde ich mich mit den TBV-Verantwortlichen zusammen setzen und dann werden wir weiter sehen.

    HSG-LIVE: In Düsseldorf wirst Du immer wieder als mögliche Verstärkung gehandelt – könntest Du Dir noch einmal vorstellen zur HSG zurückzukehren ?

    Michael Hegemann:
    Ich habe der HSG so viel zu verdanken, dass die HSG für mich immer eine Option ist.

    HSG-LIVE: Damals haben viele gesagt, dass Du die HSG hättest nie verlassen sollen – war es ein Fehler nach Gummersbach zu wechseln ? Oder würdest Du diesen Schritt immer wieder gehen ?

    Michael Hegemann:
    Ich würde diesen Schritt immer wieder gehen. Ich war in Düsseldorf an einem Punkt angelangt, wo ich das Gefühl hatte, dass ich mich nicht mehr weiterentwickeln konnte und ich eine neue Herausforderung brauchte. Ich wollte im Europapokal spielen und konnte mir in Gummersbach diesen Traum erfüllen. Deshalb war es richtig den Schritt zu wagen.

    HSG-LIVE: Wie sieht es mit Deinem Studium aus ? Wann wirst Du eine Schulklasse unterrichten und in welchen Fächern ?

    Michael Hegemann:
    Ich stehe kurz vor meinem ersten Staatsexamen, wann ich aber eine Schulklasse unterrichten werde weiß ich noch nicht. Meine Hauptfächer werden dann Mathe, Sport und Deutsch sein.

    HSG-LIVE: Was macht Michael Hegemann, wenn er mal nicht Handball spielt ?

    Michael Hegemann:
    Da ich und meine Freundin seit einigen Wochen einen jungen Hovawartwelpen haben, beansprucht er meine ganze noch verbleibende Zeit.

    HSG-LIVE: Vielen Dank für das Gespräch und Dir weiterhin viel Erfolg.

    (Quelle:http://www.handball-world.com)

    Sport1.de hat mit Sport-Direktor Stefan Kretzschmar über die aktuelle Situation der "Gladiators", die Saisonziele und die mittelfristige Perspektive des SCM gesprochen.

    Sport1: Steckt Magdeburg nach der Pleite gegen Melsungen in einer Krise?
    Stefan Kretzschmar: Da muss ich einiges relativeren. Bis auf dieses eine Spiel ist die Sache durchaus noch im grünen Bereich. Es wäre doch vermessen zu sagen, die Punkte gegen Hamburg, Kiel, Lemgo und Nordhorn hätte man holen müssen. Klar, wie wir in Lemgo und gegen Hamburg verloren haben, war natürlich nicht so toll. Entscheidend war das Spiel gegen Melsungen, da haben wir die ersten zwei Punkte liegen gelassen, die wir eigentlich auf der Plusseite haben müssen.

    Sport1: Wie konnte es dazu kommen?
    Kretzschmar: Der Grund liegt doch auf der Hand: Es hat ein großer Umbruch stattgefunden; Leitwölfe haben aufgehört. Im Prinzip findet sich unsere Mannschaft gerade neu, das ist nicht einfach. Viele Spieler, die in den letzten Jahren im zweiten Glied standen und sich an den Alten orientiert haben, müssen jetzt nach vorne und zeigen, was sie können. Da sind einige überfordert.

    Sport1: Und dann entfacht auch noch eine Diskussion über den Trainer. Belastet das die Spieler?
    Kretzschmar: Die Spieler haben einen Vertrag und sollten sich überhaupt keine Gedanken darüber machen. Dieses Jahr gibt es einen Trainer und der heißt Bogdan Wenta. Wir müssen jetzt nicht über das nächste Jahr nachdenken, was eventuell dann kommt. Die Spieler müssen jetzt gut spielen. Das ist das Mindeste, was man von Profis erwarten kann.

    Sport1: Sind wenigstens die Finanzen mittlerweile in Ordnung?
    Kretzschmar: Da bin ich nicht involviert. Das ist die Aufgabe von Holger Kaiser.

    Sport1: Karol Bielecki und Grzegorz Tkaczyk haben schon neue Verträge bei einem anderen Verein in der Tasche. Nun können diese Zwei in Magdeburg ja die Beine hochlegen…
    Kretzschmar: Bisher haben sich die beiden Polen nichts vorzuwerfen. Sie erwecken den Eindruck, dass sie bis zum Schluss das Beste geben wollen für den SCM. Ich hoffe, dass das auch so bleibt.

    "Handball macht Schule" - Lehrkörper wurden fit gemacht

    (mp/25.10.2007-17:15) Nümbrecht - Mehr als 30 Lehrer nahmen gestern an der Fortbildung "Handball macht Schule" teil - Startschuss für neue Kooperation.

    „Das Erlebnis steht vor dem Ergebnis“ - so die Kernaussage des Kooperationsprojektes zwischen dem Oberbergischen Handballkreis und den Schulen der Region, das den Handballsport vermehrt in die Schulen tragen möchte. „Und dabei soll eben der Spaß im Vordergrund stehen“, betont Udo Kolpe, Vorsitzender des Handballkreises Oberberg. Die neuartige Zusammenarbeit geht zurück auf eine Einladung der Bezirksregierung Köln und die Initiative von NRW-Schulministerin Barbara Sommer, die sich für einen größeren Stellenwert des Handballs an den Schulen im Land einsetzt.

    Gestern nun fiel in der Nümbrechter Sporthalle der Startschuss für das Projekt. 31 Lehrer aus den Grund- und weiterführenden Schulen des Homburger Ländchens ließen sich von einem Trainerteam mit dem Schulsportbeauftragten des Kreises, Jürgen Mergenthaler, an der Spitze fit machen in Sachen Handball als Schulsport. Und die Pädagogen hatten sichtlich Spaß bei den verschiedenen Übungen, die Mergenthaler mit ihnen durchexerzierte. Fangen, prellen, passen und diverse Torwurfübungen standen auf dem mehrstündigen Programm, das den einen oder anderen gehörig ins Schwitzen brachte.

    Die Schulung in Nümbrecht bildete den Auftakt für die Lehrerfortbildung, zwei weitere Veranstaltungen in Derschlag und Wiehl (Aufbaulehrgang am 20. Februar) werden folgen. Für die Zukunft hofft Kolpe, „dass die Vereine verstärkt mit in die Schulen reingehen“. Vorbilder für derartige Zusammenarbeit gibt es bereits. In Nümbrecht und Wiehl werden beispielsweise im Offenen Ganztag Handballgruppen von Vereinstrainern betreut. Zum Abschluss der aktuellen Fortbildungen stellt sich Kolpe interne Turniere an den Schulen vor, in ein paar Jahren vielleicht sogar Stadtmeisterschaften der Grundschulen. Natürlich immer nach der Maßgabe „Erlebnis vor Ergebnis“.

    (Quelle:http://www.oberberg-aktuell.de)

    „Profit auf dem Rücken der Spieler“

    Von ALEXANDER HAUBRICHS

    Köln – Mit sorgenvoller Miene beobachtet Alfred Gislason, wie sich sein Spielmacher Oleg Kuleschow die Klettverschlüsse der überdimensionalen Knie-Bandage schnürt, die er in Spiel und Training tragen muss. „Das Gelenk darunter wird von Tag zu Tag dicker. Oleg bräuchte dringend eine Aufbauspritze. Aber dafür bleibt derzeit keine Zeit“, sagt Gummersbachs Coach vor dem nächsten Kracher-Spiel in der Kölnarena am Samstag (15 Uhr) gegen den TBV Lemgo.

    Für den VfL das dritte Schicksalsspiel in sieben Tagen – ein Rhythmus, der der blau-weißen Rumpftruppe alles abverlangt. „Wir müssen noch einmal übers Limit hinausgehen. Es ist schlicht Wahnsinn, was der Terminkalender den Profis abverlangt“, sagt Gislason.

    „Zwischen Champions League, Bundesliga und Pokal gibt es null Atempause. Und jetzt kommt auch noch der Supercup der Nationalmannschaften hinzu. Man hat das Gefühl, als machen die Funktionäre Profit auf dem Rücken der Spieler.“

    Die Knochenmühle ist hausgemacht: In den 90ern beschlossen die internationalen Verbände, EM und WM alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Dann führte man noch die Gruppenspiele in der Königsklasse ein, dazu die Vereins-Europameisterschaft, an der am Wochenende Kiel, Hamburg und Magdeburg teilnehmen.

    „Ich habe nächstes Jahr genau 15 Tage frei“, klagt Kiels französischer Superstar Nikola Karabatic, der neben der EM auch noch nach Peking zu Olympia muss. „Das halte ich höchstens noch fünf Jahre aus.“ Dann ist der Regisseur, der derzeit mit einer Schulterverletzung ausfällt, erst 28.

    Die Spieler laufen, solange die Beine tragen, der Körper wird durch Schmerzmittel ruhiggestellt. „Wir werden verheizt“, schimpft Weltmeister Pascal Hens (Hamburg), dessen Körper schon oft streikte.

    Beim VfL das gleiche Spiel: Im September 2006 berichtete EXPRESS erstmals über die Probleme von Kapitän Gudjon Sigurdsson. Ein Jahr lang sprang die linke Schulter raus – einmal zu oft. Nun liegt er drei Monate flach.

    Auf bis zu 70 Pflichtspiele könnten die Profis kommen. Eine Lösung der Problematik ist nicht in Sicht. „WM und EM sind die Topereignisse. Es wäre eine Idiotie, sie nur alle vier Jahre stattfinden zu lassen. Andere Sportarten würden sich ins Fäustchen lachen“, sagte Bundestrainer Heiner Brand dem EXPRESS. Er plädiert als erstes für eine Abschaffung der Vereins-EM. „Sie verwässert nur, macht sportlich keinen Sinn. Die beste Vereinsmannschaft ist der Champions-League-Sieger. Aber auch da ist Reformpotenzial. Zwei Gruppenphasen braucht man eigentlich nicht.“

    (Quelle:http://www.express.de)

    Zitat

    Original von TSV-Fuchs


    ....Aber: Was war das denn für eine Kulisse? Laut [HW]hw[/HW] waren bei dieser durchaus attraktiven Partie ganze 2975 Zuschauer in der Kölnarena - ich bin geschockt.... .

    Wo sind die , die jahrelang von den Freikarten provitierten? Wo sind die Lehrer von den Schulen in GM die mit der gesamten Familie die Freikarten genossen. Aber an deren Anstand zu appellieren ist wohl verschwendete Energie. Diese Leute sollten sich schämen.

    17.10.2007 - Arnulf Beckmann - PM HBL

    "Die Champions League kann nicht unser Ziel sein" - Bernd Rigterink im Gespräch


    Eigentlich kann Bernd Rigterink rundum zufrieden sein. Als Manager der HSG Nordhorn darf sich Bernd Rigterink über den unerwartet guten Tabellenstand seines Teams freuen. Mit Platz drei und 15:3-Punkten kann Rigterink ein durchweg positives Fazit nach dem ersten Saisonviertel ziehen. Alles wäre gut in der Grafschaft, wäre da nicht das zähe Ringen um eine Vertragsverlängerung mit Weltmeister Holger Glandorf. Die Integrationsfigur der HSG wird seit Monaten von zahlreichen Klubs umworben. Doch noch hat Rigterink den Nationalspieler nicht aufgegeben. Arnulf Beckmann sprach mit dem HSG-Manager.

    Als Manager der HSG Nordhorn dürfte Ihnen beim Blick auf die Tabelle gegenwärtig das Herz aufgehen.

    Rigterink:
    Keine Frage. Platz drei nach neun Spieltagen ist ganz sicher mehr, als wir zu Saisonbeginn erwarten durften. Wir haben daheim gegen Magdeburg und – vor allem – bei den Rhein-Neckar Löwen gepunktet. Das sind Erfolge gegen Teams, mit denen wir uns nun absolut auf gleicher Augenhöhe sehen.


    Aber es gab auch ärgerliche Resultate. Hätte die HSG daheim gegen Göppingen und in Großwallstadt nicht gepatzt, wären die Grafschafter nun sogar Tabellenführer.

    Rigterink:
    Erstens haben wir diese Spiele bestritten, als unser Team noch in einer Art Findungsphase war. Wir mussten in der Vorbereitung gleich vier neue Spieler integrieren und hatten zugleich mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen. Da braucht es einfach seine Zeit, bis ein Team funktioniert.


    Und zweitens?

    Rigterink:
    Zweitens haben wir im Heimspiel gegen Göppingen eine Halbzeit überhaupt nicht stattgefunden, in der zweiten Hälfte aber sensationell gespielt und noch ein Remis erkämpft. Nur bei der Niederlage in Großwallstadt hatten wir einen kollektiven Durchhänger. Ohnehin war der Saisonstart eher holprig. In den ersten Begegnungen konnten wir zwar gewinnen, haben aber noch nicht überzeugt. Wir mussten einen Mittelmann von der Qualität eines Börge Lund ersetzen, der die skandinavische Spielweise unseres Teams voll verinnerlicht hatte. Mit Peter Kukucka haben wir wieder einen internationalen Hochkaräter auf der Spielmacherposition, der allerdings in ganz anderen Spielsystemen groß geworden ist. Aber das wird sich entwickeln. So wie Maik Machulla, der in dieser Saison auf der Mittelposition großartig spielt.


    Schon erstaunlich, wie Sie Jahr für Jahr mit bescheidenen Mitteln Ihre Mannschaft immer wieder an die Ligaspitze heranführen.

    Rigterink:
    Das ist in erster Linie das Verdienst unseres Trainers Ola Lindgren, der ein exzellenter Handball-Fachmann ist und einen ausgezeichneten Blick für herausragende Spieler besitzt, die eben noch nicht so populär sind. Schon nach dem Wechsel von Ljubomir Vranjes zur SG Flensburg-Handewitt haben uns viele prophezeit, dass die HSG gewaltig an Qualität verlieren würde. Doch dann zauberte Ola den Norweger Börge Lund aus dem Hut. Gleiches passierte nach dem Bekanntwerden des Wechsels von Lund nach Kiel. Doch siehe da: Wir sind immer noch oben dabei.


    Schon im vergangenen Jahr schrammte die HSG nur knapp am vierten Tabellenplatz und der damit verbundenen Champions-League-Qualifikation vorbei. Wird es diesmal gelingen?

    Rigterink:
    Das kann doch nicht unser Ziel sein. Unser Etat ist nicht einmal halb so groß wie der von Kiel, Flensburg, Hamburg oder den Rhein-Neckar Löwen. Und selbst gegenüber Vereinen wie Lemgo, Gummersbach oder Magdeburg hinken wir hinterher. Es ist toll, wenn wir – wie es gerade passiert – in diese Phalanx einbrechen können, weil es uns eine wirklich hervorragende Arbeit attestiert. Aber um ganz oben anzugreifen, bedarf es viel mehr Geld. Und das haben wir nicht.


    Mit dem heutigen Gastspiel in Gummersbach und den darauf folgenden Auseinandersetzungen mit der SG Flensburg-Handewitt in Liga und Pokal könnte die zweite Monatshälfte zu den Wochen der Wahrheit werden.

    Rigterink:
    Das kann man so sehen. Gewinnen wir in Gummersbach, wird unsere Ausgangsposition glänzend sein. Aber selbst wenn wir alle drei Spiele verlieren, liegen wir noch immer über dem Soll. Das ist ja gerade unser Vorteil: Anders als andere haben wir nicht den Druck des Gewinnen-Müssens.


    Zum Saisonende droht ein weiterer gewaltiger Qualitätsverlust. Holger Glandorfs Vertrag läuft und die halbe Liga jagt ihn.

    Rigterink:
    Die halbe Liga? Sie haben keine Ahnung, wie viele Vereine aus dem In- und Ausland angefragt haben.


    Also geht er?

    Rigterink:
    Das ist noch lange nicht entschieden.


    Aber Flensburg und Hamburg haben offen ihr Interesse bekundet. Welche Chancen hat die HSG im Kampf um Glandorf?

    Rigterink:
    Ich sehe uns immer noch vorne mit einer 60:40-Chance.

    (Quelle:http://www.handball-world.de)

    Zitat

    Original von Marc

    Wenn nicht die ausschließlichen...
    Ich vermute Hamburg wird in Anbetracht der Yoon Abgangs ordentlich Geld geboten haben, wohingegen die sportliche Perspektive in Flensburg besser ist, sich dort als Deutscher Nationalspieler mal durchzusetzen.


    Holger Glandorf gab dem VfL vergangene Woche einen Korb.

    TUSEM Essen - THW Kiel
    HBW Balingen-Weilstetten - HSV Hamburg
    VfL Gummersbach - HSG Nordhorn
    SC Magdeburg - MT Melsungen
    TV Großwallstadt - TuS N-Lübbecke
    SG Flensburg-Handewitt - HSG Nordhorn
    VfL Gummersbach - TBV Lemgo
    Wilhelmshavener HV - Füchse Berlin
    Rhein-Neckar-Löwen - HSG Wetzlar
    GWD Minden - FA Göppingen

    Zitat

    Original von Wöller

    ... Zumal er gegen Celje nicht wirklich überragend gedeckt hat. (z.B.: der verursachte Siebenmeter gegen RL kurz vor Schluss, einfach "unclever").
    D....

    Das war aber eine absolute Fehlentscheidung der dänischen Schiedsrichter. Klev stand am Kreis und der Celjer (ich meine es war der "Eiserne" Koksarov) hakte sich im Gesicht von Klev ein. Da konnte Klev nichts machen. Das war deutlich mehrmals auf dem "Würfel" zu sehen.

    „Wenn wir uns weiter so verbessern, ist alles möglich“

    Gudjon Valur Sigurdsson – „Goggi“, der Mannschaftskapitän, muss seit seiner Schulterverletzung vom 22. September mit anschließender Operation mehrere Monate pausieren.

    Goggi, wie geht es deiner Schulter?
    Nachdem ich in der ersten Woche noch richtig Schmerzen hatte, wird es jetzt von Tag zu Tag besser. Ich konnte nicht richtig schlafen, da habe ich Medikamente bekommen, die mich aber schlapp gemacht haben und die ich dann nach fünf Tagen abgesetzt habe.

    Wie verkraftest du diese Situation psychisch?
    Ich muss so denken: Es gibt sehr viele Leute auf der Welt, die es viel schwerer haben als ich durch schwere Krankheiten oder andere Schicksale. Ich bin aber im Grunde noch gesund, und ich habe meine Familie, der es sehr gut geht. Es ist zwar schwer zu akzeptieren, dass ich jetzt nicht spielen kann, aber ich reagiere darauf mit einer positiven Einstellung.

    Gehst du zu jedem Training?
    Nein, nicht immer. Morgens habe ich meistens Reha, aber ich versuche abends dabei zu sein. Ich bin froh, wenn ich dabei sein kann, und es hält meinen Kopf fit, wenn ich mit den Jungs lachen kann. So verliere ich auch den Anschluss nicht und komme dann in ein paar Monaten nicht als Fremder zurück.

    Kannst du der Mannschaft denn helfen?
    Nein, das ist ganz schwer für mich, das kann nur der Trainer. Wenn ich bestimmte Dinge beobachte, spreche ich mit den Leuten darüber – und ich muss der Mannschaft wirklich ein Riesenkompliment machen, dass sie so eine Geduld mit mir zeigt. Sie ertragen es, wenn ich ihnen ab und zu vielleicht ein bisschen zu viel erzähle.

    Wie zufrieden bist du mit den Spielen, die du von außen gesehen hast?
    Ich habe über vier Jahre kein Spiel verpasst, da ist es jetzt schon ein sehr seltsames Gefühl, an das ich mich erst gewöhnen muss, das Spiel von außen zu sehen. Gegen Kiel war das schon heftig. In den letzten drei, vier Minuten der ersten Halbzeit sind wir – wie ich meine, nicht aus eigener Schuld – in Rückstand geraten, und es war schwer, wieder zurück zu kommen. Aber die Mannschaft ist intakt, die Spieler kämpfen zusammen. Ich fand es bisher gut, wie sie gespielt haben.

    Manche Beobachter meinen, die Gesamtleistung ist noch zu sehr von der Tagesform einzelner Spieler abhängig.
    Das sehe ich ganz anders! Wenn damit zum Beispiel „Momo“ Ilic gemeint ist, der gegen Kiel 16 Tore macht und gegen Veszprém nur vier: In diesem Spiel hat er auch super gearbeitet und Situationen für die anderen vorbereitet. Es hängt nicht an zwei, drei Spielern. Alleine kannst du nicht gewinnen. Das hat mich auch gestört, als ich als Torschützenkönig so in den Vordergrund gestellt wurde. Deine Tore helfen nämlich niemandem etwas, wenn du am Ende nicht gewinnst.

    Was ist dir denn besonders positiv aufgefallen in deiner Rolle als Beobachter?
    Dass wir immer besser werden. Jetzt kann jeder Spieler reinkommen und helfen. Am Anfang war das schwieriger, weil wir noch nicht so eingespielt waren. Jetzt kann jeder die Absprachen im Angriff und in der Abwehr umsetzen. Das ist gut für Alfred, weil er variieren kann, ohne dass etwas schief geht. Am positivsten finde ich, wie wie wir uns als Mannschaft präsentieren. Das ist der einzige Weg zum Erfolg.

    Wie aussagekräftig ist die Bundesliga-Tabelle im Moment? Wer wird sich oben halten, wer rückt vielleicht noch nach?
    Es gibt vier Mannschaften, die bilden eine Klasse für sich, das sind Kiel, Hamburg und Flensburg als die drei stärksten – und die Rhein-Neckar Löwen, von denen ich aber mehr erwartet hätte. Trotzdem sind sie die vierte Kraft, wir werden sehen, wie sie sich jetzt entwickeln. Dahinter kommen Nordhorn, Lemgo, Magdeburg und wir. Nordhorn ist immer für eine Überraschung gut, Lemgo ist jetzt im Umbruch, und Magdeburg auch, wobei das bei denen nächstes Jahr noch spürbarer wird. Wir sind ja eigentlich auch im zweiten Jahr eines Umbruchs. Kiel, Hamburg und Flensburg haben dagegen eine unheimliche Routine über längere Zeit, besonders bei den Leistungsträgern.

    Was bedeutet das für das Abschneiden des VfL Gummersbach?
    Wir haben die Möglichkeit, jeden Gegner in der Bundesliga zu schlagen. Es ist aber sehr schwierig, eine ganze Saison mit dem THW Kiel mitzuhalten. Wir werden alles tun, um uns wieder für die Champions League zu qualifizieren, obwohl das, was ich ganz deutlich sage, richtig schwer wird. Wenn wir uns weiter so verbessern, ist aber alles möglich. Wichtig ist, dass wir diesen schweren Oktober gut überstehen, unsere Punkte zu Hause holen und auswärts die, die möglich sind.

    Wie schätzt du die Situation in der Champions League ein?
    Ich gehe davon aus, dass wir Reykjavik zu Hause schlagen. Die Auswärtsspiele in Celje und Veszprém sind von einem anderen Kaliber. Wenn uns da etwas gelingt, ist alles in Ordnung. Wobei ich mich darauf sogar freue, hier einmal die Wahnsinns-Atmosphäre als Zuschauer erleben zu können. Ich war übrigens letztens in der Kölnarena überrascht, wie viel Stimmung auch 2000 Zuschauer bei uns machen können. Es war toll, wie uns die treuesten Fans unterstützt haben.

    Was machst du in der spielfreien Zeit, die demnächst kommt?
    Ich werde nach Island fliegen, die Medizinische Abteilung der Nationalmannschaft hat mich darum gebeten. Dann bin ich dabei, wenn wir zwei Spiele gegen Ungarn haben. Ansonsten mache ich zwei bis vier Stunden Reha am Tag, um so schnell wie möglich zurück zu kommen. Darauf will ich mich in Ruhe konzentrieren, und es sieht ja jetzt auch schon wieder viel positiver aus als am Anfang. Das wird schon alles!


    - Interview aus dem VfL-Magazin Nr. 3 Nordorn/Lemgo -