Beiträge von Gondor

    Drei Siege in drei Spielen - makelloser Start! Mit den Neuen scheint man fehlende Puzzleteile gefunden zu haben, auch als Team macht die MT nach außen eine gute Figur bisher. Weiter so, man reibt sich richtig die Augen. So wird der Zuschauerschnitt auch wieder nach oben klettern.

    Die immer gleichen haben hier vor Monaten immer und immer wieder darüber geschrieben, dass ein Kristopans nichts bringen wird, dass ein Sipos niemals für Kalarash hätte kommen dürfen. Vielleicht reflektiert der eine oder andere ja mal, ob es so klug ist, ständig Abgesänge auf Spieler herbeizuschreiben, BEVOR sie überhaupt bei der MT eingestiegen sind. Es ist in der Form eine Unart und vielleicht wartet mancher Schwätzer ja mal mit einem Urteil, bis man irgendwas zu beurteilen hat.

    Also ich sehe Julius Kühn da etwas differenzierter. Er ist sicherlich nicht die Art Handballer, der super grazil alles über die Technik oder Wendigkeit im 1:1 löst, aber er kann (auch nach seinen Verletzungen) auch weiterhin unfassbare Fackeln aus 9-10m abfeuern. Er braucht halt einen Spielmacher, bei dem das Timing und die Abläufe exakt stimmen und ist dann weiterhin eine absolute Waffe. Übersicht hat er ja auch ein wenig, bei ihm war sonst nur immer die Risikoabwägung das Problem. Er hatte früher so Tage, da hat er ohne Verstand geworfen und geworfen.

    Wenn du so einen in ein gutes System integrierst und ihm klar machst, wann man wirft und wann man Situationen eher spielerisch (z.B. über die Außen oder den Kreis) löst, ist er unzweifelhaft ein absoluter Gewinn für jede Mannschaft. Ein klassischer Leader ist er vielleicht nicht, aber mir ist er nie als jemand vorgekommen, der nicht trotzdem alles gibt. Da unterscheiden sich Spieler auch in ihren Naturell. Finde manche Kommentare da zu schwarz/weiß.

    Du der Jonsson hatte wohl auch nicht voll spielen können. An der linken Schulter hat er sich in HZ 1 einen abgeholt. Der Julius muss sich langsam mächtig strecken um seinen Platz auf RL nicht zu verlieren. Dann kann er die EM zuhause abschreiben.

    Bin da voll bei dir. Nur warum riskiert man, dass ein angeschlagener Jonsson noch eine Verletzung davonträgt, wenn man einen Julius auf der Bank hat? Leipzig stand kompakt, das war doch eher ein Spiel für klassische Shooter. Mir gehts halt darum, dass das für einen wie Julius Kühn demoralisierend sein kann.

    Ich wechsel mal in diesen Thread, um ein paar Eindrücke rund um das Spiel gegen Leipzig zu teilen:

    Fand es schon ziemlich krass, wie extrem Parrondo auf Balenciaga, Kristopans und Jonsson gebaut hat. Jonsson hatte im Angriff keinen guten Tag und auch die anderen beiden hätten immer mal wieder sichtlich eine Pause gebraucht. Empfand das schon als deutlichen Fingerzeig. Fast ein bisschen frech, dass dann Julius Kühn noch zum Interview kommen sollte - er stand ja gefühlt kaum mal auf der Platte. Auch Arnasson scheint deutlich nur dritte Wahl am Kreis zu sein - selbst an Tagen, denen sich Moraes kaum in Szene setzen kann. Ich weiß ja nicht, ob man das Team als Ganzes so mitnimmt.

    Es gab mal eine MT Kühn in 17/18 das ist auf Dauer auch nicht gut gegangen. Wir brauchen keine MT Kristopans.

    Genau daran hat es mich auch erinnert. Es ist und bleibt vieles noch Stückwerk und auf den Rückraum ausgelegt. Trotzdem wollen wir nicht meckern: Das Spiel hat man durch Kampf noch gewonnen, was will man mehr. Kopf hoch an Leipzig, fand die heute richtig stark - wären da nicht ein paar überhastete Aktionen gewesen.

    Das Spiel hätte fairerweise unentschieden ausgehen müssen. Wenn überhaupt fand ich Leipzig etwas stärker und strukturierter.

    Was ich ab Minute 40 überhaupt nicht verstanden habe: Warum hat Parrondo Kühn, Martinovic, Ignatow und Arnasson kaum mal gebracht? Fand die heutige erste 7 ab einem bestimmten Zeitpunkt stehend kaputt und ideenlos, warum also nicht auf die Kaderbreite zurückgreifen?

    Das hat jetzt gar nicht explizit etwas mit Darmouls Qualität zu tun, aber es wundert mich etwas, dass man sich mit Balenciaga und ihm zwei ähnliche Spielerprofile auf RM holen möchte. Pavlovics Vertrag läuft 2024 aus und durch seine extreme Verletzungsanfälligkeit kann ich mir vorstellen, dass man es dabei auch belässt.

    Kommenden Sommer laufen auf jeden Fall mehrere Verträge aus (u.a. auch von Julius Kühn). Mal schauen, wie man das Team langfristig gestalten will.

    War ein bisschen überrascht (negativ), wie wenige Zuschauer gestern da waren - ist für den Saisonstart schon ernüchternd. Da ist in den letzten Jahren viel kaputt gegangen.

    Nun hat man aber die Möglichkeit sich selbst da wieder herauszuziehen: Drei Siege zum Start gegen drei Mannschaften aus dem traditionellen Mittelfeld wären eine gute Basis und wenn man dann auch mal mit einem kämpferischen Sieg gegen einen vermeintlich "Großen" nach langer Zeit Begeisterung entfachen sollte, bekommt man die Bude auch sicher wieder voll...der Ball liegt beim Team, gestern wurde ein Anfang gemacht.

    Jonsson ist eigentlich einer der besten Transfers von Geerken gewesen. Habe hier schon mal verwundert drüber geschrieben, warum er so wenig Aufmerksamkeit genießt. Absolut kompletter Handballer: Technisch versiert, kann das Tempo gut variieren, hat ein wirklich gutes Spielverständnis und ist zudem abwehrstark und physisch robust. Für mich seit letzter Saison der Dreh- und Angelpunkt im Spiel.

    Find die Einschätzung auch überzogen. Die individuelle Qualität ist da, auch für die Top5. Klar müssen die anderen auch schwächeln, aber mit klarer Spielidee und einem gut zusammengesetzten Kader kann man durchaus mitspielen. Nicht ganz vorn, aber Anspruch sollte (muss) es sein, um Platz 4-6 mitzumischen.

    Ich bin optimistisch und freue mich vor allem, weil man durch Balenciaga ein völlig neues Format auf RM geholt hat. Wenn das klappt, werden Kühn und Kristopans/Martinovic extrem profitieren.

    Balenciaga wird kein Torgefährlicher RM - eher der Spielmacher und jemand der andere in Szene setzen kann. In den bisherigen Testspielen hat er mir sehr gut gefallen - wie es in einem Bundesligaspiel aussieht, wird man sehen.

    Das sehe ich ähnlich, auch wenn er schon auch gut in den Nahtstellen durchbrechen kann. Ist einfach ein völlig neues Element für den MT-Angriff. Freue mich auf seine Spielweise.

    Da besonders Pavlovic oft ausfällt und Jönsson mit seiner aufreibenden Spielweise (spielt ja meist noch Abwehr) auch nicht immer unbeschadet davonkommt, bräuchte man tatsächlich noch einen flexiblen Spieler für RL/RM. Sonst sehe ich die Spiele schon kommen, in denen Teile des Rückraums quasi durchspielen müssen.

    Wenn Golla mit 20 ein kompletter Bundesligaprofi war, ist das natürlich ein Prädikat, was ihn zu einem der besten Spieler aller Zeiten machen würde. Außer Karabatic fällt mir in den 30 Jahren, die ich mich aktiv für den Sport interessiere, niemand ein bei dem ich sowas schreiben würde. ;)

    Aber gut, ist auch nur meine Beobachtung als Außenstehender. Wenn das bei Melsungern im Forum nicht als ein Schwachpunkt angesehen wird, gute Spieler besser zu machen wenn sie nach Melsungen kommen, können die das mit Sicherheit besser beurteilen und das meine ich jetzt nicht ironisch. Gleichzeitig glaube ich aber auch nicht das die beurteilen können welche Defizite Golla in seiner ersten Flensburger Zeit noch hatte.

    Dass Golla schlicht mit richtig guten Anlagen nach Flensburg gewechselt ist und dort dann nochmal enorme Sprünge gemacht hat, steht doch außer Frage. Er hat wirklich alles richtig gemacht. Ob die Entwicklung in Melsungen ähnlich steil gewesen wäre, ist reine Spekulation. Ich glaube nicht.

    Diese Einschätzung klingt für mich nachvollziehbar und plausibel. Ob es genauso war, weiß man nicht, aber immerhin ist das eine differenzierte Betrachtungsweise. Dass man sich mit der Verpflichtung von Kristopans selbst in die Bredouille gebracht hat, ist auch klar. Würde in dem Kontext übrigens auch Sinn ergeben, dass er für das Kapitänsamt nicht mehr in Frage kam (wenn er denn wirklich auf gepackten Koffern saß und nur noch die Modalitäten noch mit dem TVB zu klären waren).

    Bevor man öffentlich von "Demontage" oder sonst was redet, sollte man manchmal einfach mal nichts schreiben. Einen Nachweis dafür habe ich dafür jedenfalls nicht gesehen.

    Laut handball.leaks ist es beschlossene Sache: Häfner wechselt nach Stuttgart, Darmoul dafür zur MT.

    Der Spielstil wird sich mit kleineren, wendigeren Spielmachern verändern, was mit Kühn und Kristopans auf den Halbpositionen auch Sinn macht. Mit Pavlovic und Jonsson hat man zusätzlich zwei sehr variable Leute für RL/RM, so kann man das Spielsystem entsprechend variieren.

    Kai Häfner wünsche ich alles Gute. Ein feiner Kerl und toller Handballer! Welche Hintergründe der Wechsel genau hat, ist dann ab einem bestimmten Zeitpunkt müßig zu diskutieren. Danke für vier Jahre!

    Ich verstehe nicht so richtig, warum in die Entscheidung sofort wieder hineininterpretiert wird, dass es eine "Ausbootung" ist:

    1.) Es ist doch normal, dass man an solchen Stellschrauben zu drehen versucht, wenn vor allem Kampfgeist ein Thema in der Mannschaft ist.

    2.) Hat Häfner bestätigt, dass er sich überhaupt zur Wahl gestellt hat? Bleibt er überhaupt zu 100% bei der MT? Sofern man hier nichts Konkretes weiß, ist alles weitere reine Spekulation.

    3.) Häfner ist ein sehr sympathischer und hervorragender Spieler, aber ist er in kritischen Phasen auch ein "Leader", der intern klare Worte findet und sich Leute auf der Platte mal zur Brust nimmt? Das sind keine Suggestivfragen, von außen kann man das gar nicht wissen. Vielleicht wünscht sich die Mannschaft dahingehend ja selbst eine Veränderung - ohne, dass es den Menschen oder Spieler Kai Häfner in irgendeiner Form diskreditiert.

    Diese Empörungskultur greift immer mehr um sich.

    Mir fällt niemand so richtig ein, der durch die Bank weg auffallend schwach ist, die relative Erfolglosigkeit liegt meiner Ansicht nach eher daran, dass man a) keine richtigen Leader hat (was v.a. in kritischen Spielsituationen entscheidend ist), b) zum Teil schlicht mittelmäßige Spieler in den Reihen hat (Arnasson ist ein Beispiel), c) viel Verletzungspech hatte (andere Vereine aber auch) und d) weiterhin kein Spielsystem hat, an das sich jeder hält. Der letzte Punkt ist schwerwiegender als alles andere und verführt zu überhasteten Aktionen, Handball mit der Brechstange und führt dazu, dass man oft in sich zusammenfällt.

    Ich denke, man wird sich zur Saison 2024/25 auf RL komplett neu aufstellen wollen und auf technisch versiertere Spieler umrüsten. Auf RM ist der Umbruch ja bereits im Gange, auf RR wird man mit Kristopans und Cavor ins Rennen gehen (wenn die Gerüchte stimmen). Auch am Kreis wird man einen variableren Spielertypen finden müssen.

    Gondor: Die Motivlagen und das Sportliche (Motivation) haben aber viel miteinander zu tun. Lässt sich schlecht trennen das Ganze. Wie weit man dann geht, ist dann wieder eine andere Frage.

    Halte ich für völlig ok über die Motivlage eines Spielers zu sinnieren, es sollte eben nur die Debatte nicht völlig dominieren - jedenfalls bei einem Profil wie dem von Gomes, der ja nun als ziemlicher Söldner aufgefallen ist. Er will maximal viel Geld verdienen, das muss man nicht gut oder sinnvoll finden, Schluss. Am Ende stehen dann eben verschiedene Konzepte von Moral bzw. Gewichtungen von wirtschaftlichen Abwägungen usw., die abschließend sowieso nicht geklärt werden können.

    Ich will nur nicht, dass die sportliche Seite mehr oder weniger unberücksichtigt bleibt.