Ich möchte den damaligen Vorgang noch einmal aus Sicht des HBW darstellen, wie ich ihn damals verstanden habe:
Balingen war seit dem Ende des 34. Spieltages abgestiegen und wird spätestens seit diesem Zeitpunkt die Finanzen und den Kader für die anschließende Saison angegangen haben. Das bedeutet, sie wussten, welche Gelder sie von ihren Sponsoren in der zweiten Liga erwarten konnten. Die Planung war vielleicht noch nicht fertig, aber der große Rahmen wird sicherlich schon in Erfahrung gebracht worden sein, denn man war ja sicher nicht ganz unerwartet sportlich abgestiegen. Eventuell standen sogar die Sponsorengelder für beide Ligen fix in den Verträgen.
Dann kam die Zusage der HBL für Liga 1 und man wird erneut verhandelt haben bzw. sich auf eine Fortführung des Engagements wie bisher mit den Sponsoren verständigt haben. Da man nun scheinbar Planungssicherheit hatte, hat man mit dem zu diesem Zeitpunkt eingeplanten Geld den Kader zusammengestellt. Und da der HBW nicht THW Kiel heißt, konnte man sicherlich auch nicht konservativ planen und nur 75% des Budgets ausgeben/verplanen, da man ansonsten keinen erstligareifen Kader hätte stellen können.
Dann auf einmal kam das Gerichtsurteil pro HSV und der "erneut feststehende Abstieg". Man hatte allerdings den Erstligakader entsprechend der Erstligagelder bereits größtenteils zusammengestellt. Da man noch wusste, wieviel Geld man in der zweiten Liga zur Verfügung hätte, war der Kader viel zu teuer und man hätte sich mit den meisten der Spieler auf eine (evtl. sogar teure) Vertragsauflösung einigen müssen oder massiv Kredite aufnehmen, um den Etat stemmen zu können. Im letzteren Falle hätte man auf einen schleichenden, aber sicheren Bankrott hingearbeitet; im Falle der Vertragsauflösungen hätte man 5 Tage vor Saisonbeginn keine Mannschaft für die zweite Liga gehabt - zu einem Zeitpunkt, zu dem die meisten anderen Vereine die Kaderplanungen bereits abgeschlossen hatten und die guten Spieler nicht mehr verfügbar/verhandlungsbereit waren.
So, und jetzt versetzt euch mal in die Lage und versucht zu verstehen, warum der HBW Balingen-Weilstetten so gehandelt hat wie er es getan hat.