Ach ja, dieser Thread erinnert dann doch ein bißchen an die Tresengespräche nach dem Spiel, bei dem die ältere Generation sich gern drüber echauffiert, dass früher alles besser war, aber seis drum, es gibt hier wesentlich dramatischere Threads.
Handball und DDR kam für mich ab1990 aufs Trapez, da hab ich nämlich mit meinem Onkel noch Rostock - Großwallstadt in der Kongresshalle gesehen und die alte Halle in Lichtenhagen haben wir uns auch noch angeschaut. In erster Linie sind da Namen hängen geblieben, Wiegert, Wahl und natürlich Wieland Schmidt,für mich immer noch der beste Torhüter aller Zeiten. Von dem hab ich sogar noch Videos meinen Torhütern gezeigt, der war einfach sensationell.
Holger Schneider hab ich zu späteren Zeiten noch in Bad Schwartau erlebt, war für mich immer ein sehr guter und sehr fairer Spieler.
Über die Strukturen im DDR-Handball weiß ich nur, was mir zwei Vereinskollegen erzählt haben, die 1989 über Ungarn geflohen sind,die damals schon in der DDR höherklassig gespielt haben, aber nicht Oberliga. Das muss schon ein sehr strukturiertes, aber auch verhältnismäßig intolerantes System gewesen sein, in dem das Spielen in höheren Klassen auch von der richtigen politischen Linie abhängig war,nicht unbedingt von der Leistung. Einer hätte nämlich in die Oberliga gehen können unter der Voraussetzung, dass er der SED beitritt, was er aber nicht wollte. Wie gesagt, so wurde es mir erzählt. In den neuen Bundesländern ging es dann für ihn bis in die 2.Liga.
DDR-Handball war in den alten Bundesländern nur präsent, wenn Europapokal oder Länderspiele anstanden, aber das war beim Fußball auch nicht anders.
Ich fands schade, dass Vereine wie Empor oder Post später von der überregionalen Landkarte verschwunden sind, die haben ja guten Handball gespielt, hatten aber nicht mehr die finanziellen Mittelum oben mitzuhalten.