Beiträge von BlKW168

    Ja, das Foul war aus meiner Sicht eine "rote Karte". Auch wenn Jakubisova sonst eigentlich eine sehr faire Abwehrspielerin ist.

    Ich habe diese Szene heute mehrfach geprüft. Hier Jakubisova (wie in in anderen Kommentaren durchaus herauszulesen) Vorsatz zu unterstellen oder gar eine Rote Karte zu fordern, ist beim besten Willen nicht nachvollziehbar. Eine ganz normale Abwehraktion ohne Dynamik gegen die Bewegung der Angreiferin. Maximal ein Freiwurf, alles andere sehe ich nicht. Natürlich kommt de Jong unglücklich auf und zieht sich eine schwere Verletzung zu, aber das ist in diesem Fall nicht der Abwehraktion zuzuschreiben. Wenn eine solche Abwehraktion eine Rote Karte nach sich ziehen würde, wäre das Spielfeld nach 10 Minuten verwaist ...

    Soweit ich das wahr genommen habe, wurde die Szene in Rumänien übrigens nicht groß diskutiert.

    ... was meine Interpretation dieser Szene (s.o.) wohl eher stützt als in Frage stellt ...

    Warum bekommt der THC gegen osteuropäische Mannschaften meist osteuropäische Schiedsrichter, zumindest auswärts? Doch abgesehen davon: Was die beiden an der Pfeife heute gepfiffen haben, war nicht EL würdig. Dem THC wurden z.B. mehrfach Zeitsttrafen vorenthalten (klare Griffe bzw. Schläge von Gegnerinnen an den Hals) und 50:50-Entscheidungen gingen meist an Valcea.

    Ganz deiner Meinung und noch so ein Punkt, gerade auch zum Thema Jakubisova im Hinspiel in Nordhausen:

    Der Hals von Jakubisova sah nach mehreren rüden Attacken aus, als hätte ein Bär seine Pranke durchgezogen, übrigens im Livestream in einer Szene auch ganz gut zu sehen. Für die Schiedsrichter kein Grund, auch nur einmal einzugreifen. Schon komisch, wenn hier im führenden deutschen Handballforum diese Tatsache keinerlei Erwähnung findet, für ein Allerweltsfoul einer Spielerin der eigenen Mannschaft aber eine Rote Karte gefordert wird ...

    Waiblingen gegen Zwickau: Not gegen Elend (gerademal Zweitliganiveau), mit glücklichem Sieg für Zwickau

    Das zugegebenermaßen zumindest phasenweise dürftige Niveau der spielerischen Leistungen beider Mannschaften war aber Champions-League im Vergleich zur Schiedsrichterleistung, insbesondere in den letzten 10/15 Minuten. Wenn schon der heimische Kommentator die Entscheidungen der beiden ... (ich schreibe jetzt nicht, was mir auf der Zunge liegt!) reihenweise zugunsten der Gäste korrigiert (natürlich ohne, dass es auf dem Spielfeld tatsächlich auch passiert!), braucht man dazu nicht weiter in's Detail zu gehen. Wer trotzdem noch Fragen hat, darf sich dazu einfach nur noch einmal den Livestream anschauen ...

    Übrigens ist diese eklatante Fehlleistung bei Weitem kein Einzelfall, ähnliche Katastrophen gab es gerade zuletzt mehrfach z.B. letzten Mittwoch auch besonders auffällig beim HCL, nur dass die beiden Pfeifenkö... hier ganz offensichtlich gegen die Heimmannschaft gearbeitet haben.

    Bei derartigen Häufungen fragt man sich zwangsläufig, warum das passiert, wem es nutzt und ob es vielleicht Methode hat. Was auf jeden Fall fehlt, sind Informationen darüber, ob und wenn wie und mit welchem Ergebnis der DHB das ganze Schmierentheater auswertet und gegen solche Fehlleistungen vorgeht. Den meisten Zuschauern entgeht es jedenfalls nicht, die mittel- und langfristigen Folgen darf sich jeder ausmalen. Ich habe hier in diesem Forum schon mehrfach darauf hingewiesen, dass das Gerechtigkeitsempfinden eine wesentliche größere Rolle spielt, als manche Verantwortliche offensichtlich wahrhaben wollen ...

    Wenn ich diese ganze überaus problematische Entwicklung nüchtern betrachte, möchte ich eigentlich die Schiedsrichter ein wenig aus der Schusslinie nehmen. Die größeren Probleme liegen im Regelwerk und den zulässigen/gewollten Interpretationsspielräumen. Die vielen mehr oder oft auch weniger sinnvollen Regeländerungen in den letzten Jahren haben das Ganze noch verschärft. Hier muss dringend gegengesteuert werden, sonst laufen auch noch die letzten Fans davon ...

    Im Übrigen begrüße ich ausdrücklich die nun (endlich!) auf den Weg gebrachte Initiative, den Trainern im leistungssportlichen Bereich ein Vetorecht einzuräumen, mit dem sie eine Videoüberprüfung von strittigen Spielszenen verlangen können. Es ist natürlich nur ein Anfang, ein Veto pro Spiel ist viel zu wenig, kein Trainer der Welt kann vorausahnen, ob im laufenden Spiel noch extremere Situationen entstehen …

    Deshalb mein Gegenvorschlag:

    Ein Veto pro Trainer und Halbzeit, und ein erfolgreiches Veto belastet nicht das Kontingent, es wäre(n) also ein weiteres Veto (oder ggf. mehrere) pro Halbzeit möglich. Sollte sich das System bewähren, könnte es auf bis zu drei Veto’s pro Halbzeit ausgeweitet werden…

    Warum? – Ganz einfach:

    Die Trainer würden nicht mehr mehr oder weniger leidend nahezu jede strittige Schiedsrichterentscheidung heftig gestikulierend in Frage stellen, sondern konzentriert analysieren und jedes Mal überlegen, wann ein Veto wirklich sinnvoll ist. Für alle Beteiligten einschließlich der Schiedsrichter und auch der Zuschauer und damit für den Handball insgesamt eine win-win-Situation!

    Der Anreise Weg der meisten Fans nach Nordhausen ist doch sehr weit und allein die Logistik -Aufbau-Abbau-Pressearbeit verschlingt einen großen Personenkreis-man merkt auch das da langsam die Leute ausgehen....

    Das klingt doch schon ganz anders, eine solche Argumentation ist nachvollziehbar und stellt eben nicht mangelnden Zuspruch der Südharzer Fans des THC in den Focus der Überlegungen, ob die internationalen Heimspiele auch mittelfristig weiter in Nordhausen oder doch in Bad Langensalza ausgetragen werden sollten. Mit Sicherheit keine leichte Entscheidung, Ich würde sie aber trotzdem davon abhängig machen, wie sich das Zuschauerinteresse in Nordhausen zukünftig weiter entwickelt. Die Rote Wand hat ja zugesichert, die logistischen Aufwendungen für den regelmäßigen Umzug auch weiterhin uneingeschränkt abzusichern ...

    aber des gab eben keinen Mitnahmeeffekt zu den Bundesliga Heimspielen des THC in Bad Langensalza (okay es waren ab und zu einige Nordhäuser dort aber eben auch nie das es aufgefallen ist

    Das kann ich so nicht bestätigen. Nach wie vor sind auch Südharzer Fans regelmäßig in Bad Langensalza vertreten, einige kenne ich persönlich. Natürlich ist es nicht die große Zahl und kein Vergleich mit der früheren Präsenz der Roten Wand in NDH zu ihren besten Zeiten, aber man sollte diese Tatsache eben auch nicht verleugnen.

    wobei die Zuschauerzahlen mittlerweile auch zu wünschen übrig lassen-ich glaube in Bad Langensalza wäre die Halle mittlerweile voller,,zu Spitzenzeiten gab es in Nordhausen mal weit über die 2000 Grenze

    Wenn man etwas genauer hinschaut, ergibt sich ein etwas differenzierteres Bild:

    Was auffällt, ist die Tatsache, dass die THC-hardcore-Fans von der "Roten Wand", die sich überwiegend aus dem Raum Mühlhausen/Bad Langensalza/Erfurt rekrutiert und in Nordhausen regelmäßig einen ganzen Block gefüllt hat, am letzten Sonntag nur in Fragmenten vertreten war. Gottseidank waren einige Trommler dabei, sonst wäre die hier sonst übliche Stimmung nicht in der bekannten Intensität zum Tragen gekommen. Das Spiel hatte es allemal verdient, spannender und mitreißender ist Handball nur selten. Jeder, der als Zuschauer in der Halle hätte sein können, aber nicht wollte, hat wirklich ein denkwürdiges Spiel verpasst. Es erreichte sicher nicht die Intensität der frühen CL-Spiele in NDH, wie zum Beispiel die Duelle gegen HYPO Niederösterreich, da gebe ich dem netten 59-iger durchaus recht. Allerdings waren das außergewöhnliche Rahmenbedingungen, zu denen auch der Veranstalter beigetragen hatte, indem er weitaus mehr als die eigentlich maximal zulässigen 2000 Zuschauer in die Halle gelassen hat (ich gehörte damals zu den letzten, die nach Spielbeginn letztendlich noch hineingelassen wurden und stand dann in der 5. Reihe der Stehplätze. Aber das war egal, dank meiner Größe konnte ich das Spiel trotzdem ganz gut verfolgen!) Herbert Müller hatte im Vorfeld verlauten lassen, dass jeder, der kommt, auch in die Halle gelassen wird, aber er hatte wohl nicht mit diesem Ansturm gerechnet. Letztendlich hat er Wort gehalten, das war entscheidend und hat dem THC damals auf einen Schlag viele neue Fans beschert ...

    Zurück zur aktuellen Situation:

    Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass die Rote Wand nach dem Umbau der Salza-Halle im Stammrevier in Bad Langensalza mit der Entscheidung hadert, die Heimspiele in den internationalen Wettbewerben auch weiterhin in Nordhausen auszutragen. Die Tendenz, dass die Rote Wand in wesentlichen Teilen die Spiele in NDH boykottiert, um Druck in Richtung einer Austragung auch dieser Heimspiele in Bad Langensalza aufzubauen, deutete sich in der Vorrunde der EHF-ELW schon an und fand am letzten Sonntag seinen bisherigen Höhepunkt. Im gewissen Sinn kann ich die Intention dieser Fans ja sogar nachvollziehen. Jetzt hat man endlich eine schmucke Halle in Bad Langensalza, und die attraktivsten Spiele finden trotzdem weiterhin fern der Heimat statt. Das ist frustrierend, von den damit verbundenen Fahrtkosten und Fahrtzeiten mal ganz abgesehen. Aber letztendlich ist diese Haltung sehr kurzsichtig, immerhin kommt der langjährige Hauptsponsor auch aus Nordhausen und man sollte auch nicht vergessen, dass Nordhausen dem THC aus der Patsche geholfen hat, als sie von den Stadtoberen aus der Landeshauptstadt Erfurt vor die Tür gesetzt wurden.

    Die Halle in Nordhausen war am letzten Sonntag Abend gegen Valcea angesichts dieser Umstände und der unmöglichen Anwurfzeit mit 1200 Zuschauern trotzdem gut gefüllt. "Einheimische" Fans haben den Block der Roten Wand komplett aufgefüllt, selbst die deutschen Anhänger von Isabell Roch saßen mittendrin und haben nach dem Spiel intensiv mit der sympathischen Ex-THC-Torhüterin diskutiert. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass der Gästeblock komplett verwaist war, ist es aus meiner Sicht vermessen, mit der Zuschauerzahl zu hadern oder sogar unterschwellig die Handballfans in Nordthüringen zu kritisieren. Miteinander sind wir stark und können den THC bestmöglich unterstützen. Alles andere spaltet die Anhängerschaft, ist deshalb kontraproduktiv und auf lange Sicht unglaublich dumm!

    Ist das euer Ernst? Dann sind wir ganz nah beim Wrestling!

    Eigentlich haben wir genug eigene Probleme, auch ohne eventuelle oder tatsächliche Einflussnahme durch die internationale Wettmafia. Dazu drei Thesen:

    Und ehrlich, wer möchte jeden Schrittfehler und jeden abgestandenen Wurf zurückgepfiffen haben? Dann würden eine ganze Menge Tore nicht zählen und die Spieler gezwungen auf etliche wunderschöne Tricks zu verzichten.

    Eine für mich unfassbare Aussage!!!

    Soll es tatsächlich egal sein, ob die Schiedsrichter die jeweilige Spielaktion nach regelwidrigen oder regelkonformen Maßstäben bewerten? Wo ist da die Grenze? Nach meinem Verständnis ist „Kreis“ immer noch „Kreis“ und „Schritte“ sind immer noch „Schritte“. Die ganze Misere bei der Entscheidung „Stürmerfoul“ oder „regelwidrige Abwehraktion“ lasse ich da mal noch genauso außen vor wie offensichtlich extrem unterschiedliche Bewertungsansätze für die Vergabe von 2-Minuten-Strafen. Wir haben hier nicht zuletzt durch die Einführung der „Rennballregeln“ sowieso extreme Probleme im Regelwerk und seiner Umsetzung und das soll jetzt noch eine neue Qualität bekommen?

    Es mag ja sein, dass manchem Handballverantwortlichen der Gedanke gefällt, dass in der Praxis die Interpretationsspielräume bei der Auslegung des Regelwerkes noch wesentlich weiter ausgedehnt werden. Aber diese Rechnung geht mittel- und langfristig nicht auf, zum Wettkampfsport zählt auch immer das Kapitel Gerechtigkeit. Wer hier und insbesondere auch im Breiten- und Nachwuchssport die Wirkung dieser Thematik auf das Publikum und auch auf die Aktiven unterschätzt, begeht einen kapitalen Fehler. Handball und besonders der Frauenhandball steckt in Deutschland seit Jahren in einer tiefen Krise, der Schwund an Mitgliedern, Mannschaften und ganzen Ligen belegt das eindeutig. Wenn wir diese Entwicklung noch befeuern wollen, dann bitteschön, Vorhang auf für das große freie Handballtheater:

    Jeder macht, was er will, keiner macht, was er soll aber alle machen mit.

    Glaubt ihr wirklich, Aktive und Zuschauer tun sich das dauerhaft an?

    Hm, ich tue mich schwer, wenn jemand "Anzeichen" für Manipulationen gefunden haben möchte. Nehme ich mal den SCM, so liegt es oft eher an der Art, wie die Shiris ein Spiel leiten. Lassen sie viel Härte zu, hat es jede Mannschaft mit kleinen wendigen Spielern und/oder starker Außen schwer. Pfeifen sie konsequent und vor allem jeden Eingriff in der Luft ab, dann hat ein Spielsystem wie das des THW so seine Probleme.

    Anschließend kann man dann trefflich von einer Manipulation sprechen, muss es aber in der Regel nicht.

    Wenn man diese Konstellation nur ein kleines Stückchen weiterdenkt (und sie ist in meinen Augen sehr nah an der Realität!), kommt man ganz schnell auf die Idee, dass der Verband an dieser Stelle mit entsprechenden Schiedsrichteransetzungen sehr wohl Einfluss nehmen kann auf den Verlauf und das Ergebnis einer Saison. Es müssen ja längst nicht alle Spiele auf diese Art und Weise „gelenkt“ werden, da reichen für Meisterschaft, internationale Startplätze und Abstieg in der Regel schon die betreffenden Schlüsselspiele, um für einzelne Mannschaften die Zahl der erreichten Punkte und damit den Tabellenplatz entscheidend zu beeinflussen.

    Die dritte These zu diesem Thema ist eng mit den gerade geschilderten Zusammenhängen verbunden. Im Zuge der geplanten grundlegenden Veränderung in der HBF (Final4 statt normale Meisterschaftsrunde) wird dem Ganzen ja noch die Krone aufgesetzt, denn so entscheidet sich die Meisterschaft in drei Spielen, da ist der Aufwand für eine wie auch immer geartete Beeinflussung (ich schreibe bewusst nicht Manipulation!) ja noch viel geringer. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass der Charakter einer Meisterschaft vollends verloren geht und wir dann eher zwei verschiedene Pokalwettbewerbe in einer Spielzeit haben. Das ist für mich auch deswegen ein so gravierend falscher Ansatz, weil dann eben gerade nicht die Konstanz über einen längeren Zeitraum den Ausschlag für die Meisterschaftsplatzierung bestimmt sondern temporäre Zufallsvariablen wie Verletzungen, Formschwankungen, Zusatzbelastungen durch internationale Verpflichtungen und/oder Auswahlberufungen oder eben auch Schiedsrichteransetzungen/aktuell „gängige“ Regelinterpretationen einen noch viel größeren Einfluss nehmen (können). Die Tatsache, dass Spielerinnen, deren Vertrag egal aus welchen Gründen nicht verlängert wird, zum Ende der Saison gern die Füße hochnehmen, nicht zuletzt auch, weil sie in dieser Situation keine Verletzungen riskieren wollen bzw. sollen, verstärkt noch meine Einschätzung, dass die Ergebnisse eines Final4 niemals den Saisonverlauf abbilden sondern letztendlich nur eine Momentaufnahme darstellen...

    Deswegen wiederhole ich an dieser Stelle meine eingangs gestellte Frage:

    WOLLT IHR DAS WIRKLICH ?!!!

    ??? Bitte erklären!

    Bitte gerne, denn manche Kommentatoren sehen offenbar nur das, was sie sehen wollen:


    Und zu Neckarsulm: Man, ist Luisa Schulze innerhalb von ein paar Monaten tief gesunken. Unglaublich. Normalerweise dürfte sie nach den letzten Monaten nicht mehr im Nationalteam spielen.

    L. Schulze ist seit Jahren überschätzt.

    (Dieses Zitat habe ich nur zum besseren Verständnis des Diskussionsverlaufes eingefügt!)

    Ja, das ist sie tatsächlich. In Bietigheim hat sie mir auch nur selten gefallen. Wenn sie überhaupt mal gespielt hat. Die Nr.1 am Kreis war sie nie wirklich in der Mannschaft.

    Ich wüsste auch nicht zu welchem Verein sie jetzt noch wechseln sollte....

    Erinnert mich an den ehemaligen Boxer Walujew. Der hatte zwar kein Talent fürs Boxen, aber erwischen konnte ihn trotzdem niemand, weil er so groß war. Die Reichweite seiner Gegner war zu gering.

    Angesichts der Tatsache, dass Luisa ab sofort für Metz aufläuft, sprechen diese deine Zitate für mich eine eindeutige Sprache. Und das war nur das, was ich auf die Schnelle so zusammengesammelt habe ...

    Wenn ich mir die ganze Entwicklung und die dazu verfügbaren Informationen vor Augen führe wird mir schlecht.

    Tricksen, Tarnen, Täuschen, Verzögern und Vertuschen auf Teufel komm 'raus und das offensichtlich schon über lange Zeiträume und nicht nur in einem Verein.

    Warum erinnert mich das Ganze so fatal an die katholische Kirche?

    TCLIP - schnell noch ein paar Anmerkungen zu deiner Antwort auf meine Ausführungen, ich will ja nicht mit "Schulden" in das neue Jahr gehen ...

    deine argumente dazu kann ich eigentlich kaum nachvollziehen,

    inklusive der bei den geldflüssen latent in den bereich "untreuehandlungen" abgleitenden aussagen

    das ist ausschließlich deine Interpretation, die darfst du gerne behalten. Von "Untreue" habe ich nie etwas gesagt und das meine ich diesem Zusammenhang auch ausdrücklich nicht! Es geht mir darum, dass HBF, Landesverbände, HBF1 und HBF2 erkennen, dass sie den Ast, auf dem sie sitzen absägen, wenn sie weiterhin den Breitensport und die damit verbundene Nachwuchsgewinnung am ausgestreckten Arm verhungern lassen!

    das alles vom falschen ende her gedacht ist, impliziert ja deutlich, dass du meinst, dann das richtige dazu zu wissen.

    dies kann ich aus deinen ausführungen danach nicht erkennen.

    Hier hast du mich ja völlig missverstanden. Es geht nicht darum, was ich denke oder weiß. Es geht darum, welche Entscheidungen HBF, HBF1 und 2 und die Landesverbände treffen. Sie haben nach meiner Überzeugung den Nachwuchs- und Breitensport in der Fläche zu sehr aus den Augen verloren! So sehr es zu begrüßen ist, dass zumindest einige Spitzenteams mehr oder weniger regelmäßig Trainingslager oder ähnliche Veranstaltungen bei "kleinen" Vereinen durchführen so ist der Abstand insgesamt doch viel zu groß und von gemeinsamen, mit den Verbänden zusammen entwickelten Strategien zur Sicherung des Breitensports und der damit verbundenen Nachwuchsarbeit sind wir hier meilenweit entfernt!

    eltern und findungsphase der kids ist übrigens m.e. ein teil, der dazu gar nicht passt- denn genau in der findungsphase unserer kides sind es die eltern, die ihren kids meist schonend beibringen müssen, dass nicht alle 4 tage-4 wochen- 4 monate nach belieben was neues immer das beste sein muss, sondern dass der rote faden im bereich der heranwachsenden eine sehr bedeutende rolle spielt.

    Mit Verlaub, aber hier bist du von der Realität meilenweit entfernt. Gerade die jungen Eltern lassen ihren Kindern in der heutigen Zeit viel mehr Freiraum zur individuellen Entwicklung. Ich will da gar nicht groß lamentieren, zur Veranschaulichung nur ein aktuelles Beispiel, zur Abwechslung mal aus dem Bereich Fußball:

    Eine junge, vollzeitarbeitende, in der Freizeit selber kulturell sehr engagiert tätige Mutti erzählte mir vor ein paar Tagen, dass ihr Sohn nicht in unserem Kleinstadtverein, sondern seit Jahr und Tag in der 25 km entfernten Kreisstadt spielt und sie ihn dreimal in der Woche zum Training bringt und auch wieder abholt. Nun ist es nicht so, dass er dort höherklassig spielt, es gefällt ihm dort und er kommt mit dem Trainer besser klar. Seine Mutti bemerkte dazu noch, dass sie ihren Sohn auch nach Buxtehude zum Training bringen würde, wenn er dort spielen möchte. Das sind rund 400 km und diese ganze Episode ist um so bemerkenswerter, weil die Familie hier im Städtchen seit Jahr und Tag direkt am Fußballstadion wohnt und der Opa ein hochdekoriertes Vereinsmitglied ist ...

    woher du die erkenntnis hast, dass "ein grossteil der mitgliedsbeiträge" gleich an die verbände weitergegeben wird,

    ist mir schleierhaft- diese behauptung hält der realität keinesfalls stand.

    Diese Aussage habe ich vor kurzem life von unserer Vorstandschefin bekommen und die ist hauptberuflich kaufmännisch verantwortlich tätig in einer bundesweit rennomierten Fachklinik. Sie hat mit Sicherheit anderes im Sinn als mir in dieser Hinsicht irgendwelche Bären aufzubinden...

    Unabhängig von dem ganzen Disput möchte ich trotzdem die Gelegenheit nutzen und dir für deine Diskussionsbereitschaft danken. Nur wenn wir über die vielen Probleme und Konflikte diskutieren haben wir eine Chance sie zu lösen. In diesem Sinn wünsche ich dir einen guten Rutsch und uns allen ab dem kommenden Jahr bessere Perspektiven für den Handball! :hi:

    Sorry, aber ich schalte immer nach dem zweiten Absatz ab, wenn undifferenziert auf die "bösen Verbände" eingeprügelt wird.

    Das Bestreben, in der aktuellen Komfortzone zu verharren und diese mit Zähnen und Klauen zu verteidigen ist zwar nachvollziehbar, hilft uns allen aber mittel- und langfristig nicht weiter, im Gegenteil. Und du schreibst es ja selber, dass du bei undifferenzierter Kritik an den Verbänden "immer" abschaltest. Du handelst also nach einem Prinzip, dass du im gleichen Atemzug anderen vorwirfst bzw. unterstellst. Zumal ich meine Formulierungen zur Kritik an den Verbänden nun wirklich nicht als undifferenziert einordne. Um mehr hineinzupacken müsste man Romane schreiben, denn hier geht es nicht um die eine oder andere bedauerliche fehlerhafte Einzelentscheidung sondern um die grundsätzliche Strategie in der Arbeit der Verbände. Den Spitzensport immer mehr vom Breitensport abzukoppeln ist so ein gravierender Fehler, denn die Nachwuchsgewinnung, -ausbildung und -entwicklung bleibt augenscheinlich auf der Strecke!

    Aber die HBF ist der Zusammenschluss der Vereine der 1. und 2. Liga - die haben das beschlossen.

    Diese Konstellation ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Die Tatsache, dass Liga 1 und 2 zusammen mit dem Verband die alleinige Entscheidungshoheit für alle Themen auf sich vereinen bedeutet gleichermaßen, dass alles, was danach kommt (Liga 3, Regionalligen, Breitensport, Nachwuchs), mit den eigenen spezifischen Interessen, Sorgen und Nöten allein gelassen wird und keine wahrnehmbare Stimme in die maßgeblichen Entscheidungsprozesse einbringen kann. Und genau für diese Klientel stehe ich mit der Mehrzahl meiner Kommentare in diesem Forum und versuche seit Jahr und Tag, die Protagonisten des Status Quo, also die Handballelite in Deutschland davon zu überzeugen, dass es ihrem ureigensten Interesse liegt, dem Nachwuchs- und Breitensport wieder die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen, bevor dieser Bereich endgültig und unwiederbringlich zusammenbricht.

    Diverse inhaltliche Kritik an den Verbänden kann ich durchaus nachvollziehen und teile ich auch. Aber dann muss man sich aus der Basis stärker in den Verbänden einbringen. Oft ist es auf Vereinsebene so, dass es halt bequemer ist sich zurücklehnen und auf den Verband zu schimpfen.

    Hat eigentlich jemand die Zahlen parat, wieviel Handballmannschaften insgesamt (alle Ligen, alle Altersklassen!) in Deutschland organisiert am Spielbetrieb teilnehmen bzw. teilgenommen haben? Diese Zahlen, aufgeschlüsselt z.B. auf die Jahre 1980, 2000 und 2020 würden sicher manchem Tagträumer die Augen öffnen, wie dramatisch der Abstieg unseres geliebten Handballsports voranschreitet. Und diese Entwicklung kann (wenn überhaupt noch wenn) nur auf Verbandsebene aufgehalten werden, die Vereine sind da die völlig falsche Adresse …

    An der Stelle bin ich dann auch wieder ganz schnell bei den Fehlentwicklungen der letzten Jahre insbesondere auch beim Regelwerk und dessen Interpretation durch die Schiedsrichter. Was in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren stattfindet ist oft genug skandalös, eine Aufarbeitung findet aber nicht oder nur hinter verschlossenen Türen statt. Das Problem liegt hier nicht nur bei den Schiedsrichtern, sondern eher in den Interpretationsspielräumen, die man ihnen auch und gerade international vorgibt. „Kreis ist Kreis“ und „Schritte sind Schritte“ gilt schon lange nicht mehr und die Differenzierung zwischen „Stürmerfoul“ und „regelwidriger Verhinderung einer klaren Torchance“ mit 7m und Zweiminutenstrafe wird mittlerweile in einem Spektrum vorgenommen, das für beide Extreme einmal um den ganzen Handball reicht. Manchmal fällt es schwer, in diesem Zusammenhang nicht an Vorsatz zu glauben…


    Warum ich dieses Thema hier nun „auch noch“ erwähne? Weil die betreffenden Sachverhalte sehr stark mit der Wahrnehmung und daraus resultierenden Abschreckungseffekten beim Publikum zusammenhängen und die Mechanismen zur korrekten Umsetzung eines sinnvollen, im Spitzen-, Breiten- und Nachwuchshandball gleichermaßen spielbaren Regelwerkes keinesfalls von den Vereinen, sondern nur von den Verbänden wieder auf den Pfad der Tugend zurückgeführt werden können! Ich erlebe es mehr als regelmäßig, wie dass Publikum ob der Schiedsrichterleistungen kopfschüttelnd (im besseren Fall nach dem Spiel) die Sporthalle verlässt und genau dieses Thema auch vor dem nächsten Spiel die Diskussionen beherrscht. Die beiden kleinen französischen Zwillinge, die mittlerweile international zu höchsten Ehren gekommen sind, sind da ein im wahrsten Sinne des Wortes abschreckendes Beispiel. Was die in manchen Spielen verzapft haben, unglaublich. Unter Werbung für den Handballsport stelle ich mir etwas anderes vor.

    Vielleicht ist es unter diesem Aspekt betrachtet ja sogar besser (und vielleicht gewollt??), wenn ab der kommenden Saison die Zahl der Zuschauer von Handballübertragungen in den elektronischen Medien deutlich abnimmt ...

    Nichtsdestotrotz möchte ich mich für alle Wortmeldungen bedanken, schon das Zustandekommen einer Diskussion kann der erste Schritt in die richtige Richtung sein!

    Allen Handballfreunden wünsche ich einen guten Rutsch und alles Gute für 2023 und die folgenden Jahre!

    :jump:

    Der nächste Sargnagel!

    Alle hier vorgetragenen Einwände und Bedenken haben ihre Berechtigung. Das ist alles vom falschen Ende her gedacht, nämlich vom Kopf des Fisches her, der ja bekanntlich als erstes anfängt zu stinken.

    Worum geht es? Das Ganze steht unter der Überschrift, wie können die Verbände auch in der aktuellen miserablen Situation noch zusätzliche Einnahmen generieren, um die dem Mitgliederschwund geschuldeten schwindenden Einnahmen irgendwie auszugleichen. Die Tatsache, dass genau diese fatale aktuelle Entwicklung von den vielen fragwürdigen Entscheidungen (die Entwicklung hin zum Rennball ist nur eine davon!) der Verbände erst ausgelöst wurde, wird totgeschwiegen. Viel schwerer wiegt die Tatsache, dass die Verantwortlichen offenbar keine Vorstellung haben, was diese Entscheidung zum Bezahlfernsehen an der Basis auslöst.

    Glaubt man ernsthaft, dass die Mehrzahl der Eltern bereit ist, in der Findungsphase ihrer Kinder solche Beträge regelmäßig abzudrücken, ggf. auch noch mehrfach im Jahr, wenn die Kinder merken bzw. der Meinung sind, Volleyball ist doch nicht so toll, ich gehe lieber zum Handball (oder umgekehrt)? Dass das regelmäßige Ansehen und Anfeuern ihrer professionellen Vorbilder im Medienzeitalter zur Begeisterung der Kinder für eine Sportart mit dazu gehört, wird ja wohl niemand ernsthaft bestreiten. Und das klamme Haushaltsbudgets in vielen Familien angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen aktuell und zukünftig eher die Regel als die Ausnahme darstellen sicher auch nicht.

    Und die tatsächlichen Probleme des Handballsports liegen noch viel tiefer (im Thread "Internationale Wettbewerbe/EHF Championsleage Frauen 2022/2023" - letzter Beitrag auf Seite 9 - bin ich auf eine Aspekt mal etwas ausführlicher eingegangen), aber in den Verbänden (national wie international) wird das geflissentlich totgeschwiegen, obwohl die Ursachen lange bekannt sind. Ein Beispiel:

    dann kann es sich wohl kein Verein dauerhaft leisten für einen Livestream zu zahlen.

    Das ist korrekt, aber woran liegen es? Um eine Antwort zu erhalten, muss man sich nur die internen Geldflüsse in unseren Strukturen anschauen. Kaum dass die Vereine an der Basis die Mitgliedsbeiträge eingesammelt haben müssen sie einen Großteil davon an die Verbände weiterreichen. Was erhalten sie als Gegenleistung? Fragwürdige Regeländerungen und Vorgaben wie die Zweizügigkeit der Tribünenanlagen (wofür in aller Welt brauchen wir das in Zeiten dramatisch schwindender Zuschauerzahlen ?) sowie Nichterbringung wichtiger Leistungen wie die Akkreditierung von jungen, mit viel Aufwand und Überzeugungsarbeit ausgebildeten Schiedsrichtern (Über diesen unglaublichen Sachverhalt wurde ich erst Letztens von unserer Vereinschefin informiert!) oder auf internationaler Ebene dann auch die kurzfristige Spielverlegung, ohne das mit dem gastgebenden Verein abszustimmen, der dann das damit unweigerlich verbundene organisatorische Dilemma irgendwie lösen muss (betrifft aktuell gerade den THC für das erste Heimspiel in der EHF European League).

    Und die Einnahmen aus der Vermarktung z.B. der Fernsehrechte bleiben gleich bei den Verbänden, den Vereinen bleiben die Kosten für Bereitstellung der technischen Basis (inclusive Bandenwerbung und Spezielbelag) in den Hallen, von den immensen Kosten für die internationalen Auswärtsspiele ganz zu schweigen.

    Diese Aufzählung könnte ich jetzt seitenweise fortführen, aber ich denke die Mehrzahl hat verstanden worum es mir geht. Entweder schaffen wir (zuallererst in der Verbandsarbeit) zeitnah eine Wende um 180 Grad, oder wir gehen unter. Im Nachwuchs- und Breitensport steht den wenigen verbliebenen Vereinen das Wasser schon bis Oberkante Unterlippe ...

    es scheint ja auch so,

    dass ein verein der sich sehr starkt im nachwuchsbereich engagiert,

    da sehr viel ressourcen an finanzen und personal braucht, die ihm vlt. auf dauer fehlen,

    wenn man dazu noch immer top3 fbl mitspielen will.


    vlt. ist dann die rechtzeitige focussierung auf einen bereich der richtige weg.

    Das ist starker Tobak und geht nach meiner Erfahrung in die völlig falsche Richtung. Hier wird das Wesen des Handballsports als Mannschaftssportart komplett ignoriert, diese Einstellung, die ja durchaus weit verbreitet ist, führt zu immer stärkerer Ausdünnung des Spielbetriebs in der Fläche.

    Ich habe hier im "Profibereich" des Forums immer wieder auf den Niedergang des Handballsports in Deutschland hingewiesen und dabei regelmäßig artikuliert, dass Spitzenleistungen dauerhaft nur da gezeigt werden können, wo talentierter und engagierter Nachwuchs permanent die Etablierten herausfordert. Dafür braucht man einen stabilen Unterbau im Breitensport und im Nachwuchsbereich, denn die Talente wachsen nicht auf Bäumen und auch nicht nur im unmittelbaren Einzugsbereich der Spitzenmannschaften. Eine ausreichende Zahl an Nachwuchstalenten drängt nur dann in gesunder Konkurrenz an die Spitze, wenn ein leistungsfähiger mehrschichtiger Spielbetrieb in der Fläche stattfindet. Natürlich bindet das (vor allem auch finanzielle) Ressourcen, aber es bringt auch neue hervor. Genau hier sehe ich die Spitzenvereine und noch mehr den DHB und die Landesverbände in der Verantwortung, die verfügbaren Mittel effizient und nachhaltig einzusetzen und das meint ausdrücklich nicht, immer mehr fertig ausgebildete Spitzenspielerinnen auf dem internationalen Markt einzukaufen. Diese Spielerinnen brauchen in der Regel eine halbe Saison, um sich einzuspielen, bringen dann in der zweiten Halbserie dieser und der ersten Halbserie der folgenden Saison (mehr oder weniger) gute Leistungen, um dann in der zweiten Halbserie der zweiten Saison schon wieder die Handbremse anzuziehen, weil sie bereits einen neuen Vertrag in der Tasche haben und keinesfalls noch eine schwere Verletzung riskieren wollen und sollen. Diese Schaukelspiele in den Leistungskurven der einzelnen Spielerinnen, die sich dann zwangsläufig auch in der Gesamtdarstellung der Mannschaften widerspiegeln, führen in den Teams selber genauso wie beim Publikum regelmäßg zu Unmut und in der Folge durchaus auch zu nachlassendem Engagement und Interesse. Wir brauchen uns nur die Entwicklung der Zuschauerzahlen und nochmehr die Zahl der gemeldeten Mannschaften im regelmäßigen Spielbetrieb anzuschauen. Natürlich kann man es sich bequem machen und als Gegenargument Corona in's Feld führen. Aber das ist weniger als die halbe Wahrheit und schon gar kein Lösungsansatz für einen Ausweg aus der Misere, übrigens auch nicht die (alle Jahre wieder!) angedachten Playoff's in der HBL. Vielmehr ist es eine Tatsache, dass mit zunehmender Zahl der Legionärinnen diese den Weg unserer Nachwuchstalente in die Spitzenteams blockieren. Und wohin diese selbstzerstörerische Praxis letztendlich bei den Auswahlmannschaften führt, hat ja die deutsche Frauenhandballnationalmannschaft bei den letzten großen Turnieren überdeutlich gezeigt.

    Es ist ganz offensichtlich der falsche Weg, wenn sich die Spitzenvereine aus der Verantwortung für den nationalen Handballsport herauskaufen und dabei von den Verbänden auch noch unterstützt und hofiert werden. Wir brauchen eine Kehrtwende, die den Zusammenhang und den Zusammenhalt zwischen Spitzen- und Breitensport wiederherstellt. Die derzeitige Situation ist tödlich, wir stehen vor dem unmittelbaren Zusammenbruch. Ein Beispiel aus meiner Region im Herzen Deutschlands: Unser kleinstädtischer Verein hat durchaus eine vorzeigbare handballerische Tradition, kommendes Jahr feiern wir 100 Jahre Rasenhandball. Ein ehemaliger, mittlerweile hochbetagter Nationalspieler hat viele Jahre engagiert und maßgeblich im Verein mitgewirkt und ist noch heute gern gesehener Gast bei allen Aktivitäten des Vereins. Um weiter attraktive Angebote für den Nachwuchs anbieten zu können, organisieren wir neben dem Trainingsbetrieb in der Kernstadt (<10.000 Einwohner) auch in 2 Gemeinden des Kommunalverbandes wöchentlich Trainingsangebote, um für die Kinder und Eltern Aufwand und Kosten in erträglichen Grenzen zu halten und nicht ganz uneigennützig und durchaus erfolgreich zusätzliche Potenziale an Spielerinnen und Spielern zu erschließen. Der Einsatz und der Aufwand für den Verein, insbesondere für den Vorstand, die Trainer und alle fleißigen Helferlein ist enorm. Der Haken an der ganzen Sache: Mittlerweile gibt es im Nachwuchsbereich und insbesondere auch Frauenbereich für den Breitensport kaum noch geordneten Spielbetrieb, die wenigen Spiele erfordern weite Wege, führen nahezu ausschließlich in die Leistungszentren. Dort gibt es dann häufig "Senge", 11 zu 34 ist ein Ergebnis, dass in dieser Größenordnung regelmäßig eingefahren wird. Es ist eine Frage der Zeit, wann hier die Kräfte und das Engagement nachlassen und die positive Entwicklung der letzten Jahre (wir sind der einzige Verein weit und breit mit stetig steigenden Mitgliederzahlen!) nicht mehr gehalten werden kann. Und was kommt dann???

    Warum schreibe ich all das in diesem Bereich des Forums und nicht im Bereich Breitensport? Weil der Breitensport sich nicht mehr allein aus dem Sumpf befreien kann, in den uns die verantwortungslose Verbandspolitik hineinmanövriert hat. Wenn jetzt nicht alle gemeinsam die Ärmel hoch- und den ganzen Laden umkrempeln, wird Handball und zuerst der Frauenhandball in D in absehbarer Zeit in der Bedeutungslosigkeit versinken. Nur in einer konzertierten Aktion können Profis und Amateure gemeinsam einen neuen Weg finden und gehen, der dem Stellenwert dieser Sportart im Mutterland des Handballs angemessen ist und ihm wieder eine Perspektive bietet, die den Potentialen dieser genialen Sportart auch gerecht wird. Dazu gehört unbedingt auch, das Regelwerk wieder mit den Anforderungen und Möglichkeiten des Breitensports in Einklang zu bringen. Was bei den Profis gelegentlich noch zunehmende Dynamik suggeriert, in erster Linie aber auch zunehmende Verletztungsgefahr generiert, überfordert die Spieler im Nachwuchs- und Breitensport maßlos. Der aktuelle Rennball fördert einseitig spezielle Athletikprofile (so wie beim RTL-Klamauk „Ninja Warrior" fast nur Kletterprofis eine Chance haben) und für viele junge Sportler, die sich gerade orientieren und Handball "probieren", ist diese Verzerrung ein k.o.-Kriterium und sie suchen sich ein anderes Betätigungsfeld. Auch auf diese Zusammenhänge bin ich schon mehrfach eingegangen, deshalb verzichte ich an dieser Stelle auf weitere Ausführungen dazu.

    TCLIP, mit Ihrer derzeitigen Vor- und Einstellung sollten Sie Ihr Engagement lieber in Richtung Leichtathletik, Schwimmen oder Boxen orientieren, bei den Individualsportarten richten Sie mit Sicherheit weniger Schaden an. Bitte gehen Sie noch einmal in sich und wägen Sie in Ruhe die Vor- und Nachteile einer immer einseitigeren Spitzenförderung ab. Betrachten Sie dabei bitte nicht nur die aktuelle und vielleicht die kommende Spielserie sondern auch die Zeit, in der die Kinder unserer Enkel überlegen, welche Sportart sie betreiben möchten. Da wir im gleichen Jahr geboren sind, sollten unsere Interessen diesbezüglich vielleicht gar nicht soweit auseinanderliegen gerade unter dem Aspekt, dass nicht jeder in der ersten oder zweiten Liga spielen kann oder will, aber jeder Handballinteressierte dringend gebraucht wird und gehalten werden muss. Auch gute Übungsleiter und Schiedsrichter sind existenziell für unsere Sportart und die "Wanderheuschrecken" aus dem Ausland (ich meine das ausdrücklich nicht despektierlich!) bedienen diese Positionen nur im Ausnahmefall...

    Ich wünsche allen Handballfreunden eine ruhige, den Verbandsgewaltigen vor allen eine besinnliche Weihnachtszeit und uns allen eine neue belastbare Perspektive für unseren geliebten Handballsport!

    Respekt vor dieser Leistung an die Mannschaft einschl. des Trainerteams! Das habe ich dem Team so nicht mehr zugetraut!

    Die Probleme sind damit nicht aus der Welt, im Gegenteil, denn die Frage bleibt, warum in den ersten Spielen so unterirdische Leistungen gezeigt wurden. Natürlich haben die Holländerinnen ein sehr verbrauchten Tag erwischt, aber gewonnen haben wir, weil unsere Mannschaft aktiv agiert und nicht nur reagiert hat. Darauf kann man aufbauen.

    Ein Extralob an Luisa Schulze, sie hat trotz zweier früher Zeitstrafen den Innenblock stabilisiert und auch vorn viel Druck aufgebaut. Sie hat die latente Kritik ("ist wohl über den Zenit hinaus") eindrucksvoll widerlegt. Vielleicht hätte man ihr schon in den Gruppenspielen mehr Spielanteile geben sollen ...

    Erstens finde ich immer noch, dass man von den Spanierinnen nicht verlangen kann, sehenden Auges in die schlechtere Ausgangsposition für das weitere Turnier zu rennen.

    Da gebe ich dir uneingeschränkt Recht!


    Aber das gehört im Grunde zu seiner (Kromers) Stellenbeschreibung.

    Ob er nach dem Turnier klare Worte finden wird, ist eine andere Sache.

    Nein!

    Schon die Wahrnehmung und Vorbildwirkung eines Nationaltrainers lassen sich nicht trennen, er steht in dieser Beziehung immer im Fokus der Öffentlichkeit und vor allem auch im Fokus der Aktiven. Das gilt in Bezug auf die Nachhaltigkeit noch viel mehr für den/die Verantwortlichen im Verband!

    " alles schönzureden" - Das gehört zum grundlegenden Anforderungsprofil eines Verantwortlichen in dieser Position.

    Na dann Gute Nacht!

    Wir reden von verschiedenen Dingen:

    Das sehe ich ganz anders.

    Wir haben uns die Mühe gemacht, die Ursachen für die Probleme zu suchen und zu identifizieren. Wir sind dabei ganz grundsätzlich zum gleichen Ergebnis gekommen und suchen jetzt eine Lösung. Für das aktuelle Turnier und auch für die darauf folgenden Monate (und Jahre) gibt es keine schnelle Lösung, dafür ist die Kiste aufgrund des jahrelangen kollektiven Versagens des DHB viel zu verfahren ...

    Was soll in der Zwischenzeit passieren? Soll es solange keine Nationalmannschaft geben? Wir brauchen auch kurzfristige Veränderungen, damit es einen solchen Krampf wie gestern künftig nicht mehr gibt.

    Natürlich hast du recht. Der "normale Betrieb" muss weitergehen. Die aktuellen Nationalspielerinnen sind allerdings die letzten, die wir für die Misere verantwortlich machen können. Es sind schon die Besten der Besten, die wir (von einigen wenigen Ausnahmen - z. B. die Causa Behnke) derzeitig an den Start bringen können. Und Gaugisch sollte unbedingt weitermachen, einen besseren Nationalmannschaftstrainer werden wir auf absehbare Zeit nicht finden, es sei denn, Herbert Müller fällt gleichzeitig beim THC und beim österreichischem Handballverband in Ungnade ...

    Ich sehe nur einen Weg, wie wir aus dieser Sackgasse wieder herauskommen können:

    Ein echtes Umsteuern seitens des DHB wird frühestens nach 5 - 6, wahrscheinlich erst nach etwa 10 Jahren Früchte in Deinem Sinne tragen

    Auch völlig richtig. Aber wir müssen jetzt anfangen, das Problem wahrzunehmen, zu identifizieren und zukunftsträchtige Lösungsansätze zu formulieren. Dafür brauchen wir eine zweigleisige Strategie, die einerseits die aktuellen Akteure im professionellen und semiprofessionellen Bereich einbindet, andererseits den Spielbetrieb in allen Ebenen, vor allen Dingen aber auch im Breitensport in allen Altersklassen möglichst attraktiv gestaltet. Über die Details könnte/müsste man Bücher schreiben, aber eines steht fest: Alle, die Handball für sich verinnerlicht haben, sind jetzt aufgefordert, zusammen zu stehen und den Spielbetrieb in allen Leistungsebenen so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Und von den gut bezahlten Vorständen der Verbände müssen wir jetzt einfordern, das sie endlich die Arbeit beginnen, für die sie vergleichsweise gut bezahlt werden. Dazu gehört neben der Absicherung des laufenden Betriebes vor allen Dingen auch ein belastbares Konzept nicht nur für das Weiterbestehen, sondern auch für ein visionäres Zukunftsbild dieser tollen Mannschaftssportart in allen Facetten von der gemischten E-Jugendmannschaft in Kleinkleckersdorf.bis zur Nationalmannschaft.

    Dieses Signal kann nur von der Verbandsspitze kommen und wäre für mich ein Gradmesser dafür, wie uneigennützig die Hauptakteure ihr persönliches Engagement tatsächlich interpretieren.

    Ganz grundsätzlich finde ich es ausgesprochen ermutigend, dass in diesem Forum quer über alle Positionen eigentlich alle aktiven Kommentatoren mittlerweile offenkundig ein Problembewusstsein entwickelt haben. Diese Tatsache macht Mut, weil das eine neue Qualität darstellt und sich wohltuend von der in den letzten Jahren weitverbreiteten Ignoranz und Arrroganz abhebt.

    Lasst es uns gemeinsam angehen, denn miteinander schaffen wir mehr als gegeneinander!

    Da kannst du lange drauf warten, dass die deutschen Medien irgendwas betreffend die Nationalmannschaft als Farce darstellen,

    Völlig richtig und ich möchte noch einen Aspekt ergänzen, der dieses unsägliche Zusammenspiel von Verbandsspitze und Medien (das in diesem konkreten Sachverhalt ähnliche Dimensionen annimmt wie das Nachrichtenpingpong von Medien und Politik) noch unterstreicht:

    Mit welchen Zielstellungen die Nationalmannschaft in diese EM gegangen ist (Stichwort "Halbfinale"), setze ich mal als weitestgehend bekannt voraus. Dass der Herr Schimon als "Kommentator" dann in der Halbzeitpause des sich anbahnenden Debakels gegen Spanien plötzlich in diesem Zusammenhang das Wort "irgendwann" in's Spiel brachte und wesentliche Zeit dieser kostbaren Sendeminuten damit verbrachte, zu erklären, dass die Verbandsoberen genau das gemeint haben ("Halbfinale"..."irgendwann" ... aber nicht bei diesem Turnier!), war nach meiner Wahrnehmung so offenkundig lanciert, dass ich nunmehr (nicht nur in dieser Hinsicht) das letzte bisschen Respekt verloren habe.

    Ich denke, das zeigt eindeutig, wie geringschätzig die Verantwortlichen auf das gemeine Handballvolk herabschauen. Offensichtlich sind sie der festen Überzeugung, wir können keinen Zusammenhang herstellen zwischen den großspurigen Ansagen im Vorfeld der EM, den tatsächlich gezeigten Leistungen und den dann folgenden peinlichen Ausflüchten, die vom eigentlichen Totalversagen ablenken sollen. Verantwortung übernehmen sieht anders aus ...

    Jetzt wäre der Zeitpunkt für den Austausch von Spielerinnen

    Einen Teil der Nationalspielerinnen austauschen ??? Das wäre der dritte vor dem ersten Schritt getan, übrigens in den letzten Jahren auch schon oft genug praktiziert. Was unter den aktuellen Bedingungen dabei herauskommt ist bekannt, die Ergebnisse bei internationalen Turnieren sprechen da eine deutliche Sprache. Die Probleme sind viel grundsätzlicher.

    Der DHB hat der eigenen Basis die Beine weggedroschen, der Nachwuchs- und Breitenbereich verhungert an der ausgestreckten Hand der DHB-Führungsriege, die dabei den in diesem Bereich immer weniger werdenden Übungsleitern und Helfern auch noch sprichwörtlich die Gurgel zudrückt …

    Dabei ist die Situation gerade für den Frauenhandball kreuzgefährlich, das ohnehin schrumpfende Potential an sportinteressierten und halbwegs begabten Kindern wird derzeit durch den aktuell enorm gepuschten Frauenfußball aufgesogen und das substanziell veränderte Regelwerk im Handball treibt die großgewachsenen Talente verstärkt Richtung Volleyball und andere weniger verletzungsintensive Sportarten.

    Wenn jetzt der DHB nicht sofort intern einen grundsätzlichen Strategiewechsel einleitet und sich darüber hinaus auch zusammen mit der EHF für die notwendigen Regeländerungen einsetzt, die im Wesentlichen in der Rücknahme/Korrektur der irrsinnigen spielbeschleunigenden Rennballregeln bestehen müssten, wird der Handball im Mutterland dieser Sportart recht schnell zu dem, was viele im Frauenhandball jetzt schon zu erkennen glauben: Eine unbedeutende Randsportart mit einem kleinen Häufchen Handballverrückter, denen die Höhenflüge der Verbandsoberen und vielleicht einer Handvoll Profivereine am Allerwertesten vorbeigehen.

    Eine Entwicklung, die im Frauenhandhandball schon begonnen hat (lest noch mal meine ersten Kommentare in diesem Forum zu diesem Thema!!!) und die eher früher als später auch dem Männerhandball nicht erspart bleiben wird. Wo dann in der Perspektive die Talente herkommen sollen, dürfen die Befürworter dieses selbstmörderischen Systems gerne erklären. Sie mögen aber bitte in ihre Überlegungen einbeziehen, dass der aktuell praktizierte Rennball für viele Kinder und Jugendliche im Breitensportbereich nicht (mehr) attraktiv ist und schon aus diesem Grund viele Mannschaften zerfallen bzw. gar nicht erst entstehen. Die aus diesem Dilemma heraus vielerorts gebildeten Spielgemeinschaften sind nur eine temporäre Notlösung, da scheitert es zukünftig schon an den hohen Fahrtkosten, die in dieser Konstellation für jeden Trainingstag (!) von den Eltern oder den Spielern selbst aufgebracht werden müssen. Und wer bisher geglaubt hat, Handball als Leistungssport funktioniert auch ohne massiv vom Verband geförderte Basis im Breitensport, der hat trotz der wiederum desolaten Vorstellung unserer Frauen-Nationalmannschaft offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass Mannschaftssport als System im Ganzen grundsätzlich anders zu gestalten ist als Individualsportarten wie Leichtathletik oder Schwimmen. Mannschaftssport als Organisationsstruktur innerhalb eines Sportverbandes betrachtet funktioniert wie ein lebendiges Wesen. Wer wesentliche Teile amputiert oder verkümmern lässt darf sich nicht wundern, wenn der ganze Organismus dahinsiecht und letztendlich seinen Geist aufgibt.

    Gerade zu dem Thema Regeländerungen und Regelinterpretation gäbe es ebenfalls noch viel zu schreiben, denn die korrekte Regelauslegung durch die Unparteiischen hat gerade bei einem solchen Turnier eigentlich Vorbildcharakter. Oder eben auch nicht und schreckt in diesem Fall dann viele potentielle oder schon aktive Neueinsteiger (nicht nur die jungen Sportler, sondern insbesondere auch die Eltern!) wieder ab, denn wenn regelmäßig eine Wahrnehmung von vielen großen und kleinen Ungerechtigkeiten gegeben ist wachsen die Zweifel, ob man wirklich die richtige Sportart gewählt hat, schnell in’s Unermessliche. Dass mangelhafte Schiedsrichterleistungen und die exorbitant gestiegene Verletzungsgefahr in einem direkten Zusammenhang stehen, brauche ich hier sicherlich nicht extra zu erläutern. Dass die Regeländerungen der letzten Jahre hier ebenso eine unrühmliche Rolle spielen haben viele Verantwortliche aber offensichtlich noch nicht wahrgenommen. Dabei ist die in der aktuell von allen oberen Verbandsebenen (national wie international) favorisierte Rennballvariante unseres geliebten und traditionsreichen Handballsports nicht nur aber doch vor allen Dingen auch in dieser Hinsicht nach meiner Überzeugung einer der entscheidenden Sargnägel auf dem Weg in’s Nirvana. Diese in den letzten Jahren vollzogenen Regeländerungen braucht kein Mensch, Handball ist auch so dynamisch genug und die athletische Komponente hatte schon immer einen hohen Stellenwert.

    Ich könnte hier noch viele Argumente bringen, aber die verhaltenen bis abweisenden Reaktionen auf meine bisherigen Ausführungen zu dieser Grundsatzproblematik in diesem Forum lassen mich zögern und zweifeln, ob das wirklich Sinn macht. Dabei betreibe ich diesen nicht erheblichen Aufwand nicht, um hier irgendwen zu ärgern oder gar bloßzustellen. Mich treibt die Sorge und die Angst, dass Handball in absehbarer Zeit keine Rolle mehr spielt im gesellschaftlichen Leben. Und damit auch für die nachfolgenden Generationen als alternative und intelligente Mannschaftssportart verloren geht.

    Wollen wir dem omnipräsenten Fußball wirklich das Spielfeld überlassen?

    Im deutschen Nationalteam nichts Neues. Im Ergebnis der Entwicklung vom Handball zum Rennball bleibt in D die Ausbildung und Förderung von durchschlagskräftigen und treffsicheren Rückraumspielerinnen seit Jahr und Tag auf der Strecke. Die Potentiale der Generation von Shenia Minevskaja und Co. wurden ins Abseits gedrängt, wir schaffen das mit guter Abwehr und schnellen Tempogegenstößen. Notfalls hilft dann, wenn man doch in's ungeliebte Positionsspiel gehen muss, die eine oder andere Ausnahmespielerin, die werden's dann mit Einzelaktionen schon richten.

    Welch' fatale Fehleinschätzung!

    Schon gegen die allenfalls mittelklassigen Polinnen ging das fast in's Auge und alle kommenden Gegnerinnen haben gesehen, dass es reicht, das Spiel von Grijseels und Bölk zu blockieren und schon ist es mit der deutschen Herrlichkeit im Angriff vorbei. Wie man so in's Halbfinale zu kommen glaubt, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Oder auch nur maßlose Selbstüberschätzung. Offensichtlich haben die Verantwortlichen im deutschen Frauenhandball die letzten 10 Jahre nicht verstanden ...

    Solange hier in der Führungsetage des DHB kein grundlegender Philosophie- und Strategiewechsel erfolgt und insbesondere auch im Nachwuchs- und Breitensport an alte Traditionen angeknüpft wird, wird das Mutterland des Handballsports zumindest im Frauenhandball mangels einer ausreichenden Zahl an interessierten und talentierten jungen Spielerinnen immer weiter in die Bedeutungslosigkeit versinken. Ich habe auf dieses Problem schon vor geraumer Zeit und in aller Ausführlichkeit hingewiesen. Da helfen weder große Prämien für utopische Ziele noch ein sich immer schneller drehendes Trainerkarussel. Weder hervorragende und schon gar nicht mäßig talentierte Nationaltrainer haben aktuell eine Chance, mit dieser dünnen Spielerinnendecke irgendetwas zu reißen. Das liegt ausdrücklich nicht an den Spielerinnen, ihr Einsatz ist unter diesen widrigen Bedingungen beispielhaft. Wie gesagt, der Fisch fängt am Kopf an zu stinken ...