Beiträge von BlKW168

    Hallo Harpiks,

    Hallo? Das Problem ist in Leverkusen. Die Streams werden von den Teams selbst (oder einem Partner) produizert und gestreamt. Sportdeutschland bietet nur die Platform.

    Das Problem ist in erster Linie die Übertragung, die regelmäßig nicht funktioniert. Wie funktioniert Marktwirtschaft? Wenn ich als Produzent und Anbieter einer Ware einen Zulieferer habe, dessen Teile regelmäßig zum Ausfall führen, muss ich mich bewegen. Nichts anderes habe ich gemeint. Mit Sportdeutschland.tv bin ich übrigens immer wieder mal im Dialog. Du wirst es nicht glauben, aber im Einzelfall geben sie sogar zu, dass die Probleme gelegentlich auch auf ihrer Seite liegen. Das habe ich schriftlich ...

    Schiedsrichter sind gegen den THC und jetzt auch noch die Stream-Macher? :D


    Im Gegensatz zu etlichen CL-Spielen in den letzten Jahren sind die Schiedsrichter, die die Bundesligaspiele des THC (vor allem in dieser Saison) pfeifen, nicht zu beanstanden, das habe ich auch hier nicht getan. Was soll Dein in dieser Hinsicht unqualifizierter Kommentar? Passe ich sonst nicht in die richtige Schublade? Das ist ziemlich daneben, schade.
    Und dass bei den Übertragungen von sportdeutschland.tv die Spiele des THC überproportional häufig problembehaftet sind, wirst Du sicher nicht bestreiten. Damit sage ich nicht, das die Kölner "gegen den THC" sind, ich weise nur auf einen realen Sachverhalt hin. Wenn's Dich stört ...
    Immerhin bin ich so in die glückliche Lage gekommen, regelmäßig auch Bundesligaspiele live zu sehen, die ich ursprünglich nicht so auf dem Schirm hatte. Alles hat Vor- und Nachteile. :D

    oft gerade Spiele vom THC egal aus welcher Halle nicht oder nur in völlig unzureichender Qualität übertragen wurden. ;( :mad: :wall:

    .meist liegt es am jeweiligem internetanbieter,der nicht die verfügbare bandbreite der übertragung aus der halle hat...und am kyffhäuser nölen von den THC fans sicher die wenigsten.

    Doch, ich nöle, laut und kräftig und wenn es sein muss, immer und immer wieder. Und den Kyffhäuser sehe ich, wenn ich aus dem Fenster schaue. Und mein "breitbandmessung.de" sagt stabile 53 MBit/s, seit Jahr und Tag ...

    Hallo, netter 59!

    den untergehenden Handball im Breitensport und im allgemeinen sollten wir einen extra Thread widmen


    ja, unbedingt, dass hab' ich mir gewünscht! ;) Wie könnten wir den Thread benennen? Vielleicht " Wechselwirkungen zwischen Breitensport und Spitzensport im Handball" mit den Untertiteln "Rolle der Verbände" und "Auswirkungen auf die Zukunft" ?
    Wer schiebt das an? Wie kann man die diesbezüglichen Beiträge in den neuen Thread kopieren? Haben die Administratoren dafür geeignete Werkzeuge, um nicht alles einzeln "per Hand" bewegen zu müssen?
    Danke für die Anregung!

    Hallo Karl,

    Überspitzt gesagt (sehr überspitzt): Vereine wie der THC und Bietigheim (und auch viele andere HBF-Vereine) sind nicht auf den Unterbau und Breitensport in DEUTSCHLAND angewiesen, um Spielerinnen zu rekrutieren....

    Das sehe ich genauso. Aber zwischen der Schülermannschaft in Klein-Kleckersdorf und der Bundesliga-Spitze existiert eine große Bandbreite an Mannschaften in einem komplexen und sensiblen Spielklassensystem. Dieses System ist existenziell, wenn Handball im Spielbetrieb funktionieren und Spaß machen soll. Und es ist angewiesen auf ein ausgewogenes Maß an leistungsbasierter Fluktuation der SpielerInnen, sprich, die Talente spielen dort, wo sie Entwicklungsmöglichkeiten haben. Bricht dieses Kartenhaus mangels Talentenachschub zusammen geht ganz schnell die Attraktivität verloren. Ein sehr wichtiger Aspekt in Zeiten, wo die jungen Menschen zunehmend seltener von alleine in die Handballvereine finden, weil das Angebot an Freizeitbeschäftigungen und die Konkurrenz durch andere Sportarten weitaus größer ist als in den goldenen Zeiten. Die demografische Entwicklung tut ihr Übriges. Was hilft es dann, wenn die Spitzenklubs im Ausland teuer einkaufen können, der Zuspruch im eigenem Land aber immer mehr abnimmt? Derzeit läuft es nach dem Motto: "jeder stirbt für sich allein und die Verantwortlichen schauen tatenlos zu". Eine fatale Entwicklung.

    Die Problemlage, die Du beschreibst existiert, tja, aber da spielen gesamtgesellschaftliche Entwicklungen eine Hauptrolle, die nur schwer zu beeinflussen sind...

    Gut erkannt, auch hier bin ich Deiner Meinung. Gerade wegen der geänderten, schwierigeren Rahmenbedingungen ist es wichtig, aktiv zu werden, sonst geht alles den Bach hinunter. Ich will jetzt hier auf keinen Fall eine politische Diskussion auslösen. Aber ein Hinweis sei gestattet: Das aktuelle demografische Desaster in Deutschland basiert zu nicht unwesentlichen Teilen auf der wohl von Adenauer kolportierten Annahme "Kinder bekommen die Menschen von alleine". Hier irrte die Politik nicht zum ersten Mal gewaltig mit fatalen Folgen. Die Parallelen zu "Die Spitzenklubs werden sich immer mit ausreichend guten SpielerInnen versorgen können, notfalls eben aus dem Ausland" sind augenscheinlich.

    Hallo hamburgerjug,

    Ich finde aber auch dass das Schiedsrichterwesen sich verbessern muss,gerade der Elite-Kader muss sich auch mal kritischen fragen stellen,Entscheidungen begründen;gerade wenn es in engen Spielen zu schwer nachvollziehbaren Entscheidungen gekommen ist müssten die sich den Reportern stellen.

    mit Deinem Beitrag triffst Du den Nagel auf den Kopf. In meinen Beiträgen auch im Thread zur Frauen-EM habe ich mehrfach auf die zentrale Bedeutung dieser Zusammenhänge hingewiesen. Aus dem Schiedsrichterunwesen muss wieder ein Schiedsrichterwesen werden, sonst leidet die Attraktivität und die Glaubwürdigkeit des Handballs gewaltig. Auch hier sehe ich in erster Linie die Verbände in der Pflicht, die Schiedsrichter können ja schlecht in Eigenverantwortung Deine wichtigen und richtigen Vorschläge aufgreifen und umsetzen. Und ja: Es wird die Ausnahme bleiben, dass Schiedsrichter ganze Spiele fehlerfrei über die Bühne bringen. Aber die Verteilung der Fehler muss hinsichtlich der Auswirkungen auf den Spielausgang ausgewogen bleiben, dass aber vermisse ich zunehmend auch und gerade im internationalen Bereich (CL, Nationalmannschaften). Ich habe genügend CL- und andere Spiele im Nachgang umfassend analysiert (ehftv und sportdeutschland.tv machen es gottseidank möglich; und ja, mit Wiederholung und Standbildern zu wichtigen Szenen musste ich auch schon selber meine live-Wahrnehmung als Zuschauer in der Halle korrigieren ;) ), um behaupten zu können, dass es in einigen Fällen schwierig wird, keinen Vorsatz zur Einflussnahme auf den Spielausgang abzuleiten. Dabei wird zwar schon lange nicht mehr mit der Brechstange, sondern eher subtil gearbeitet, das ändert aber nichts am Gesamteindruck, im Gegenteil. Sollte meine Interpretation überzogen sein, bitte ich um Nachsicht. Aber die andere Erklärung wäre genauso fatal, denn dann wären die Schiedsrichterleistungen im Profibereich in erheblichen Anteilen dilettantisch. Woher sollen dann Nachwuchsschiedsrichter ihre Regelsicherheit nehmen, wenn ihre Vorbilder so kläglich versagen? Sicher ist Handball immer dynamischer geworden und die Regeländerungen waren auch nicht immer hilfreich. Für dieses wichtige Thema gibt es aber schon einen eigenen Thread, deswegen will ich an dieser Stelle die Problematik nicht weiter vertiefen. Auf jeden Fall gehören gute Schiedsrichterleistungen zu den Grundelementen, sonst macht es für die Zuschauer keinen Sinn, Toleranz zu üben. Das gilt in jeweils angemessenem Niveau für alle Spielklassen. Gute Schiedsrichter und solche, die es werden wollen, haben jeden Respekt verdient.

    Hallo Karl, :hi:

    ist ja alles richtig was Du sagst. Aber das ist nicht mein Fokus. Herbert Müller jammert nie in der Öffentlichkeit, nicht mal über "außergewöhnliche" Schiedsrichterleistungen, und da hat er gerade in der CL schon einiges erlebt. Und er konzentriert sich immer auf das aktuelle und das kommende Spiel, natürlich ohne die übergeordneten Ziele aus dem Blickfeld zu verlieren. Das macht ihn ja so erfolgreich, er kann sich wechselnden Rahmenbedingungen auch und gerade hinsichtlich des jeweils gerade vorhandenen Spielerpotentials perfekt anpassen.
    Ich möchte dagegen eher auf die strukturellen Probleme im Handball insgesamt hinweisen. Wie wir alle damit umgehen wird letztendlich bestimmen, wie erfolgreich und attraktiv Handball in 5, 10 oder auch 25 Jahren noch sein kann. Ich verstehe meine Aussagen auch nicht als Jammern. Ich möchte am Beispiel aktueller Entwicklungen Symptome aufzeigen, die uns allen zu denken geben sollten. Und ich suche natürlich Gleichgesinnte, die, sollten sich meine Wahrnehmungen und Befürchtungen bewahrheiten, bereit sind, nicht nur die Handballhochburgen, sondern auch die vermeintlich "Kleinen" nachhaltig zu unterstützen. Ohne eine grundlegende Neuausrichtung der Verbandsarbeit wird das aber nichts werden.
    Ich möchte hier Niemandem in irgendeiner Form seine persönliche Sichtweise ausreden und schon gar nicht irgendwelche Konfrontationen provozieren. Es ist für mich aber wichtig, das betreffende Stimmungsbild und die ganz individuellen Erfahrungen anderer Protagonisten zu hinterfragen. Und ganz nebenbei natürlich auch weiterhin spannende Handballspiele erleben und analysieren und die eigenen Positionen mit anderen Handballinteressierten austauschen. :) :hi:

    Hallo netter 59,

    es ging aber gerade nicht um den Breitensport..es tun sich eben nur noch wenige den Schritt vom Amatuer zum Profi an,das hat nichts mit dem Unterbau des Breitensports zu tun...der ist so schlecht nicht in vielen Ländern

    Da hast Du mich irgendwie nicht richtig verstanden. Für mich ist (Nachwuchs-)Handball im Bereich des Breitensports der Unterbau des Handballsports im Allgemeinen und (Ausbildungs-)Basis für den leistungssportlichen Handball im Speziellen. Das schließt natürlich nicht aus aus, dass die Handballhochburgen einen Teil ihres Nachwuchses direkt einwerben, aber das reicht bei Weitem nicht aus. Schau' Dir nur mal die Biografie einer Julia Weise an: Sie hat das Handballspielen in der tiefsten Provinz gelernt und ist jetzt Leistungsträgerin im Nationalkader. Dieser Weg ist beileibe kein Einzelfall, der Spitzensport braucht den Breitensport als Talentepool mehr denn je. Übrigens darf man den Begriff Handballhochburg, wenn man den Breitensport in die Betrachtung der Situation des Handballs in Deutschland mit einbezieht, nicht ausschließlich auf die Bundesligavereine beziehen. In den Amateurligen gibt es (noch) viele kleine Handballhochburgen, und genau diese bröseln zur Zeit gewaltig, weil sie von den Verbänden mit ihren Problemen völlig alleine gelassen werden! :schlaf: In meinen Augen ist das Selbstmord auf Raten! :pillepalle: :wall:

    der Markt ist leer oder nicht bezahlbar,den es suchen gerade Europaweit einige Spitzenvereine Verstärkung für den Rückraum

    da bin ich uneingeschränkt bei Dir und gleichzeitig auch wieder bei meinem Hauptproblem. Die Attraktivität nicht nur des Frauenhandballs nimmt eher ab als zu, der Spielbetrieb im Breitensport ist seit geraumer Zeit am Zusammenbrechen, wo sollen die jungen Talente herkommen ? :/: :( :nein:

    Hallo Löwenherz und natürlich auch alle Anderen,
    Du hast mir die Worte aus dem Mund genommen, ich sehe es auch etwas anders als Karl. Die beiden jungen, ambitionierten Neuverpflichtungen im Rückraum des THC haben sicher das erforderliche Potential. Sie können aber nicht durchspielen und sind in ihren Leistungen auch noch viel zu unausgeglichen. Manches Spiel sitzt fast jeder Ball, im Nächsten geht fast gar nichts. Kein Vorwurf an Bölk und Stolle, sie sind noch jung und auch noch nicht perfekt integriert, unter den gegebenen Bedingungen ist das aber ganz normal. Und Luzumova hat zwar das Austanzen der Abwehr perfektioniert und ist zweifelsohne eine außergewöhnliche Spielerin, aber ihre Tore würde ich gerade deshalb mehrheitlich in die Kategorie "Durchbruch" und nicht in die Kategorie "Rückraumkracher" einordnen. Außerdem ist noch völlig offen, wann sie wieder spielen kann. In der vorentscheidenden Phase der Meisterschaft fehlt sie auf jeden Fall und wie leistungsfähig sie sich nach ihrer Rückkehr tatsächlich präsentieren wird, würde ich mal abwarten. Es ist schon bezeichnend, wenn eine begnadete Rechtsaußen wie Jakubisova nicht nur mal überraschenderweise auf RR auftaucht, sondern über längere Spielphasen auf RM versucht, das Spiel zu ordnen.
    Man kann auch Probleme kleinreden. ;)

    Nina Müller ist mit ihrer Erfahrung zweifelsohne eine enorme Verstärkung in dieser Situation. Aber wenn du die gegenerische Abwehrformation aufbrechen willst, egal ob für das Anspiel an den Kreis oder für den Durchbruch, brauchst du heutzutage Kanonendonner aus dem Rückraum. Eine gute Abwehr und Tempohandball allein reicht nicht mehr für die Meisterschaft und schon gar nicht für die CL. War beim THC in den letzten Jahren ganz gut zu beobachten, die entsprechenden personellen und taktischen Umstellungen waren ja durchaus erfolgreich, wenn da nur nicht die unglaubliche Verletzungsmisere immer wieder gewaltige Rückschläge mit sich bringen würde ...

    aktuellstes beispiel leipzig gewesen, die ja erfreulicherweise auf dem weg nach oben sind-ich hoffe mit korrekten methoden-

    Den Widerspruch Deiner eigenen Formulierungen zwischen oben und unten solltest Du schon erkennen...

    ich habe-auch in anderen threads vorher schon-die alten machenschaften in leipzig angegriffen-

    und lobe doch die neuen "erfreulicherweise"


    Zu Nürnberg nur soviel : Nürnberg ist nach einer überragenden Zweitligasaison (die man auch nicht so ohne Weiteres aus dem Ärmel schüttelt) 2002 in die 1. HBF aufgestiegen und danach erst Dritter und dann Meister geworden. Die NORIS, deren Insolvenz den Nürnberger Frauenhandball 2008/2009 in die Katastrophe stürzte, wurde erst 2005 gegründet ...
    Mir wird dieser Dialog jetzt wirklich zu seltsam, wie schon gesagt, ich verfolge hier eigentlich andere Zielstellungen.
    Trotzdem nichts für ungut und herzlichen Glückwunsch zur tollen Aufholjagd des TBV.

    Noch eine wichtige Ergänzung:

    aktuellstes beispiel leipzig gewesen, die ja erfreulicherweise auf dem weg nach oben sind-ich hoffe mit korrekten methoden-
    aber dennoch für jeden konkurrenten dort vor ort doch als negativbeispiel gelten dürften-
    ob dass dann so ein guter weg ist um neue freunde dafür zu gewinnen ?


    Besonders gut scheinst Du Dich in der Leipziger Frauenhandballlandschaft nicht auszukennen (was jetzt keinesfalls ein Vorwurf sein soll!).
    Die Befindlichkeiten in Leipzig bezüglich HCL sind schon vergleichsweise alt und haben nichts mit der jungen Mannschaft von heute zu tun. Die Ursache liegt vielmehr (stark vereinfacht zusammengefasst) in der Abspaltung vom geliebten VfB, der danach in der Versenkung verschwand. Und Deine schräge Andeutung ("mit korrekten methoden") ist auch ziemlich daneben. Wie wenn nicht mit einer blutjungen Mannschaft aus dem eigenem Nachwuchs, mit schmalem Geldbeutel in einer kleinen Halle soll ein Bundesleistungszentrum des Nachwuchshandballs versuchen, wieder nach oben zu kommen?

    Klassisches Missverständnis!
    (kann ja mal passieren in der Weihnachtsszeit :bier: :saufen: ;) )
    Meine Aussage "Nürnberg ist ein gutes Beispiel" war eine Entgegnung auf deine Darstellung:

    nürnberg ist für mich mit das schlechteste beispiel- in der heutigen zeit hätten wir da mehrere strafverfolgungen
    bzgl. der handlungsweise der protagonisten damals


    ... und natürlich eine Bekräftigung meiner Aussage in meinem vorherigen Beitrag, wo ich einfach Beispiele für den Niedergang auch renommierter Vereine aufgezählt habe um zu belegen, das Handball von der Basis bis an die Spitze des leistungssportlichen Bereichs strukturelle Probleme hat.
    und weiter zu Nürnberg:

    also das volumen sollte vorher dasein, wenn man erst den sportlichen erfolg auf luftschlössern baut und damit zahlreiche

    beteiligte in schwierigkeiten bringt weil der erhoffte zustrom an sponsorengeldern ausbleibt, ist dies schlcihtweg unredlich-nett ausgedrückt.

    Bei Nürnberg war das Volumen da (über mehrere Jahre), es ist zum Schluss nur verlorengegangen. Woran das wohl lag ?

    ein tritt in den allerwertesten für alle vereine, die wirtshaftlich arbeiten und sich an die regeln halten-


    Da bin ich vollkommen bei Dir. Aber wer soll hier für Gerechtigkeit sorgen, kontrollieren und steuern wenn nicht der Dachverband, der DHB?

    Mmmmh,

    wenn Du das so siehst...
    Nürnberg ist für mich ein gutes Beispiel, weil die Verantwortlichen solche Wege gehen, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Und da spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob sich die falschen Menschen in der falschen Position mit krimineller Energie versuchen zu bereichern oder ob mangels Volumen an Unterstützung die Träume trotz großem sportlichen Erfolg der Realität nicht standhalten. Was hat übrigens der DHB damals unternommen, um die Hintergründe aufzuklären und sich von den Machenschaften zu distanzieren?
    Wieder das gleiche Spiel, nur ein Argument herausgepickt und damit die Grundaussage des Gegenspielers grundsätzlich in Frage gestellt. Genauso gut hätte ich auch Celle oder HC FFO nennen können, um das grundlegende Problem zu belegen, aber darauf gehst Du ja nicht ein. So langsam beschleicht mich das Gefühl, dass DU so argumentierst wie du argumentierst, damit DEIN Weltbild für Dich nicht ins Wanken gerät ...

    Sei es wie es sei, ich denke, wir müssen unsere Standpunkte nun nicht auf Krawall synchronisieren. Sachliche Argumentation wie bisher ist o.k., aber eigentlich möchte ich Kraft und Zeit darauf verwenden, die offenkundigen Missstände aktiv anzugehen um den kleinen Vereinen im Breitensport und damit dem Handball in Deutschland insgesamt zu helfen. Überzeugungsarbeit gehört mit Sicherheit dazu, aber nur, wo es Sinn macht. Nichts für ungut!

    Nur nochmal zum besseren Verständnis meiner Motivation und meines Standpunktes: Der Handball hat bis weit in den leistungssportlichen Bereich hinein ein strukturelles Problem, das wurde spätestens seit Nürnbergs Fall deutlich und ist aktuell mit HCL und der Aufstiegsmisere aus der 2. HBF in der letzten Saison mehr als ausreichend belegt. (Um nicht wieder einen Roman schreiben zu müssen, beschränke ich mich hier mal wirklich auf den Frauenhandball). Zur Heilung reicht Klinkenputzen durch die Ehrenamtlichen der kleinen Vereine nicht mal ansatzweise, diese Forderung/Empfehlung geht nach meiner Überzeugung komplett an der Realität vorbei. Nichts für ungut, aber der Fisch fängt bekanntlich vom Kopf an zu stinken.

    Hallo TCLIP!


    Von Deinem kritischen Rundumschlag fühle ich mich mal angesprochen, einige der von Dir zitierten Schlagworte stammen ja aus meinem letzten Beitrag. Dazu kann ich nur sagen, dass ich niemandem meine Gedanken und Forderungen aufdränge. Wen meine Aussagen interessieren, der mag sie lesen und für sich bewerten und darf sie selbstverständlich auch für richtig oder falsch, wichtig oder unangemessen halten. Ob eine verbale Grätsche, so wie Du sie hier formulierst, der Sache weiterhilft, lasse ich mal dahingestellt sein. Deine Einschätzung der Situation und Deine Interpretation meiner Ausführungen teile ich jedenfalls nicht. Dafür habe ich mehrere Gründe:


    Fußball ist die unbestrittene Nr. 1, ja und vor allem eine Männerdomäne. Und genau das ist die Chance gerade für den Frauenhandball, denn beim weiblichen Geschlecht ist die Sucht, mit dem Fuß vor den Ball zu treten, noch längst nicht so verbreitet.


    Meine Sorge um den Breitensport als Basis für den Handball im Allgemeinen und für den Leistungssport in den Bundesligen und in der Nationalmannschaft im Besonderen bezieht sich übrigens gerade nicht nur auf den Frauenhandball sondern auf den gesamten sportlichen Bereich. Das hast Du offensichtlich nicht so verstanden, vielleicht habe ich mich auch missverständlich ausgedrückt. Auf jeden Fall sehe ich ohne eine neue Qualität bei der aktiven nachhaltigen Förderung und Unterstützung des Breitensports durch die Verbände für unseren Sport sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich mittelfristig keine Zukunft. Dafür ist das komplexe Spielklassensystem als Basis des Spielbetriebs viel zu sensibel.


    So wie du es beschreibst ("… dass die sportarten am besten fahren, die sich mit ihrer "position"arrangieren …) mag es bei Sportarten wie Dart oder Gwichtheben funktionieren, diese kann man notfalls auch alleine ausüben. Handball im Wettspielbetrieb funktioniert so nicht und die Zersetzung von unten nach oben hat schon längst begonnen. Wenn Du meinst, Dich mit dieser Situation arrangieren zu müssen (genauso wie mit aktuellen Missständen wie dem Schiedsrichterunwesen oder der dilettantischen Medienpräsenz), na dann Gute Nacht. Wenn die noch bestehenden Hochburgen (Lemgo gehört sicherlich dazu) sich dieser Wahrnehmung verschließen, mag Handball dort sicher von innen heraus trotzdem noch eine ganze Weile funktionieren. Wer die Zeichen der Zeit aber nicht erkennt, schaufelt sich über kurz oder lang sein eigenes Grab. Da habe ich grundsätzlich eine ganz andere Meinung als Du. Wer in erster Linie an sich selber denkt, vor Allem, wenn es ihm noch vergleichsweise gut geht, mag ja das Aufbegehren der "Kleinen" als Bedrohung empfinden. So ist es aber nicht gemeint, schon gar nicht als Erpressung. Dass Du es so empfindest, ist bezeichnend. Wer nicht gerne teilt, merkt auch nicht, wenn ihm jemand helfen will indem er auf alle bedrohende Gefahren hinweist. Es lässt sich auch schwerlich damit erklären, dass die Pragmatiker scheinbar die Realisten sind und alle Anderen romantische Träumer mit angeblich rückständigem Grundverständnis. Es geht an dieser Stelle vielmehr um eine ganz grundsätzliche Frage: Schauen wir dem Laissez-faire der Verbände weiter tatenlos zu oder krempeln wir die Ärmel hoch und tun etwas dafür, dass der Handball wieder die Position einnehmen kann, die er vor nicht allzu langer Zeit schon längst innehatte? Es geht mitnichten darum, irgendwelchen Traumbildern längst vergangener Zeiten nachzuhängen. Es geht nur darum, dem Handball die Basis wiederzugeben, die er braucht, um in Deutschland überhaupt langfristig existieren zu können. Und das Unterstützung von außen (egal ob Politik, Verwaltung oder Sponsoren) nur dann besonders reichlich gewährt wird, wenn man sich mucksmäuschenstill verhält und heile Welt spielt, halte ich auch für ein Gerücht.


    Noch etwas: Ich finde es ehrlich gesagt weder fair noch der Sache dienlich, wenn die Darstellung einer gegenteiligen Meinung in der Form praktiziert wird, dass man sich einige wenige Argumente herauspickt, die sich (vielleicht nur scheinbar) leicht wiederlegen lassen und man damit dann die Grundaussage des Kontrahenten komplett in Frage stellt oder wie hier praktiziert sogar als der Sache in höchstem Maße abträglich darstellt ohne auf die tatsächliche Kernaussage (wir brauchen eine viel bessere Unterstützung des Breitensports durch die Verbände) auch nur ansatzweise einzugehen. Das ist aus meiner Sicht kein guter Stil, aber natürlich darf das hier jeder so handhaben wie er möchte, ich suche da keine Konfrontation. Vielmehr suche ich Mitstreiter, die hinsichtlich der problematischen Situation des Handballs in Deutschland eine ähnliche Wahrnehmung haben und das Schlimmste verhindern wollen.
    Gottseidank stehe ich hier im Forum offensichtlich nicht allein, es gibt in den verschiedenen Threads der letzten Jahre einige Beiträge, die ganz ähnliche Forderungen formulieren. Wenn ich dort z.B. lese dass es für den Nachwuchs nur eine Chance gibt: "Fördern, fördern, fördern", dann macht mir das auch wieder Mut.


    Ich wünsche allen Handballfreunden, allen Handballverrückten und allen Handballsüchtigen ein schönes besinnliches Weihnachtsfest. Und ich hoffe und wünsche, dass meine pessimistischen Denkansätze nicht so wie befürchtet zum Tragen kommen. Darüber hinaus wünsche ich uns allen eine spannende möglichst erfolgreiche und verletzungsfreie Handball-WM der Männer und Bundesligasaison der Frauen! :geschenk:

    nun kriegt Euch bitte nicht gleich wieder in die Wolle, ich
    habe nur eine Frage gestellt …(#312) Eine gewisse Streitkultur ist natürlich
    wichtig und gut, sonst hätten wir nur Meinungseinheitsbrei, aber wer wird denn
    gleich in die Luft gehen ... 8o :smokin: :nein: ;)


    Nach meiner Überzeugung erreichen wir miteinander auf jeden
    Fall mehr als gegeneinander. Wir wollen doch letztendlich alle das Gleiche und
    unser geliebter Sport hat es auch bitter nötig. Die Handballhochburgen
    (regional wie national) werden immer weniger und gerade im Breitensport die Akteure
    immer älter. Was Karl zu den Spielen des THC in Nordhausen ausführt, ist gut
    beobachtet, ich kann seine Aussagen auch zum "Kulturprogramm" nur
    unterstreichen. Mit liebenswürdigem Enthusiasmus geben hier Laien und Amateure
    ihr Bestes. Das dieser provinzielle Charme nicht unbedingt für die ganz große
    Bühne reicht, stimmt natürlich auch. Aber warum ist es so wie es derzeit ist,
    warum reicht es nicht für mehr? Weil Handball derzeit als Sportart in der
    Breite den Boden unter den Füßen verliert. Weil immer weniger junge Menschen
    den Handball für sich ganz persönlich als wichtigen Lebensinhalt erschließen
    und im wahrsten Sinne des Wortes auch am Ball bleiben. Weniger Zuspruch bedeutet
    geringe aktive Beteiligung und das kreiert letztendlich auch weniger Talente,
    die den Weg nach ganz oben schaffen können. Die Frage der Fernsehpräsenz stellt
    sich dann gar nicht erst, die Zahl der Interessierten hält sich im Ergebnis
    logischerweise in Grenzen. Die seit Jahren ungelösten Hallenprobleme des THC sind ein weiteres Zeichen für das abnehmende Interesse am Handball basierend auf seiner immer geringeren Wahrnehmung bis in die politischen Spitzengremien hinein.


    Im Spitzenleistungsbereich akzeptiere ich den Import von
    Ausnahmekönnern. Sie haben meist Vorbildcharakter und setzen die Maßstäbe. Und
    letztendlich ist der verstärkte Import ja auch das Ergebnis der immer dünner
    und immer älter werdenden Basis. Dass der Anteil von Ü40 den Anteil von U40
    deutlich überwiegt, ist Tatsache, nicht nur in Nordhausen und nicht nur auf den
    Tribünen bei Spitzenspielen sondern zunehmend auch auf den Spielfeldern der
    Amateurligen. Hier müssen wir ansetzen, wenn wir den Handball über unsere
    Generation hinaus als lebende und gelebte Sportart erhalten und weiterhin
    erleben wollen. Und hier fordere ich von unseren Verbänden, endlich das
    Schneckenhaus zu verlassen und sich verstärkt der aktiven Unterstützung der
    kleinen Vereine zu widmen. Sie sind es, die durch die unermüdliche
    ehrenamtliche Arbeit die Voraussetzungen schaffen, dass auch junge Menschen den
    Ball in die Hand nehmen. In unserem Verein sind es junge Frauen und Männer, die
    ihr Herz in die Hand genommen haben und versuchen, den Handball vor Ort wiederzubeleben.
    Sie haben schon mehrere Mannschaften bis in den Seniorenbereich wieder in den
    Spielbetrieb gebracht. Der Zulauf an jungen Menschen ist groß, viele
    Schülerinnen und Schüler sind begeistert bei der Sache und saugen den Geist des
    Handballsports in sich auf. Aber viele geben nach einer gewissen Zeit auf, das
    Interesse und die Begeisterung lassen nach und das liegt nicht an der Arbeit
    der Übungsleiter sondern an den miserablen Rahmenbedingungen. Dabei haben wir
    eine moderne Halle, in der der THC schon mehrfach Trainingseinheiten und Trainingsspiele
    auch gegen internationale Gegner absolviert hat. Aber die unserem Verein zur Verfügung
    stehenden Trainingszeiten sind im Winterhalbjahr viel zu gering, die
    Verpflichtung, den gesamten Hallenboden zum Trainingsende komplett reinigen zu
    müssen schränkt die Zeiten des aktiven Trainings noch weiter ein.


    Die Spitzenvertreter des Kreissportbundes sind genauso wie
    unser Bürgermeister und der Sportvereinschef regelmäßig bei Versammlungen
    unseres Vereins anwesend, nehmen die Hinweise zu den Problemen entgegen und
    versprechen Besserung. Tatsächlich unternommen und erreicht wurde hinsichtlich
    der Rahmenbedingungen für die Hallennutzung bisher genau nichts. Wobei ich zur
    Ehrenrettung des Kreissportbundes sagen muss, dass er maßgeblich an der Präsenz
    des THC in unserem kleinen Städtchen beteiligt war. Beim letzten Trainingsspiel
    des THC war die Halle brechend voll, die Stimmung gewaltig und der Optimismus
    groß. Aber im Tagesgeschäft holen die ungelösten Probleme zur Hallennutzung die
    Akteure ganz schnell wieder ein und so langsam macht sich Verzweiflung breit. Verständlich,
    denn das Interesse ist ungebrochen, aber was man den Neuankömmlingen bieten
    kann, reicht nicht aus, es ist ein Teufelskreis. Da wir beileibe kein Einzelfall
    sind erwarte ich von den regionalen und nationalen HANDBALLverbänden dringend,
    dass sie hier aktiv werden. Dass die Spitzenverbände den Breitensport völlig
    aus den Augen verloren haben ist schlimm genug, wenn sie diesen gravierenden
    Fehler nicht schnellstens und nachhaltig korrigieren wird Handball in
    absehbarer Zeit zum elitären Söldnersport verkommen. Im Mutterland des
    Handballs ein Unding, oder ? , Ein solches Kasperltheater, begleitet von einem
    seltsamen Schiedsrichterunwesen, würde dann in der breiten Masse allenfalls
    noch von schrulligen Rentnertruppen flankiert werden. Insofern sind die
    Beobachtungen und Schlussfolgerungen von Karl durchaus korrekt, weil der Weg in
    ein solches Szenario nicht nur vorgezeichnet, sondern schon eingeschlagen wurde.
    Wir sollten, wir müssen etwas dagegen unternehmen.

    Hallo Karl, :hi:

    Wenn so eine Fernsehkamera in Nordhausen beim prominentesten deutschen Frauenhandballverein so z.B. über die Tribüne schwenkt - das ist nicht gerade das Traumzielpublikum von Werbern und TV-Machern....

    Was stört Deiner Meinung nach die "Fernsehmacher" am Nordhäuser Publikum? Das erschließt sich mir nicht. Das Altersspektrum reicht mindestens von 5 bis 85, das gesellschaftliche Spektrum ist in gut gemischten Anteilen vom Förderschüler (nicht despektierlich gemeint !) bis zum Universitätsprofessor vertreten und die Stimmung ist einzigartig. Das Publikum bei vergleichbaren Veranstaltungen (CL-, Final4- und Supercupspiele) in Leipzig, Bietigheim und anderswo war da deutlich reservierter. Die Vertreter der CL-Gegner betonen in Nordhausen immer wieder gleichlautend, wie genial und fair sie die Stimmung empfinden und das waren/sind beileibe keine Höflichkeitsfloskeln. Das ist um so bemerkenswerter, da der THC in den CL-Spielen selten "Heimschiedsrichter" genießen durfte. Aber das ist ein anderes Thema, auch wenn die damit verbundene relative und absolute Benachteiligung den Gelegenheitszuschauer, den es natürlich auch gibt, nicht gerade animiert, wiederzukommen ... :pillepalle:

    Wenn das Handballpublikum so intelligent wäre, würde es diesen programmierten Beschiss nicht tolerieren und keinen einzigen Cent in eine Eintrittskarte investieren. So einfach ist das.


    Für die Spiele der Nationalmannschaft möchte ich fehlende/ungenügende Emotionen im Publikum nicht bestreiten. Im Falle der CL-Spiele von Bietigheim, THC und HCL kann ich das aber keinesfalls bestätigen, da kocht(e) der Volkszorn regelmäßig hoch und die betreffenden Entscheidungen werden heftig und meist sachkundig diskutiert.
    Ich habe grundsätzlich auch kein Problem mit fehlerhaften Schiedsrichterentscheidungen, im Handball lässt sich das kaum vermeiden. Das ist aber ein anderes Thema, die Einführung von Videobeweisen ist da ein wichtiger und richtiger Schritt in die richtige Richtung.
    Das Problem besteht in erster erster Linie darin, dass regelmäßig bestimmte Mannschaften durch unausgewogene Regelauslegungen entscheidend benachteiligt werden. Hier liegt der Hase im Pfeffer.