(bin übrigens auf das Lebensalter bezogen auch einer
)
vielen Dank für Aufgreifen meiner Aussagen und Argumente in
dieser Forumsdiskussion. Alle Dialoge, auch und gerade kontroverse, die das
Thema hochhalten, sind nach meiner Überzeugung existenziell für unsere geliebte
Sportart. Mir geht es dabei aber keinesfalls um "staatlich organisiertes
Profitum". Die Verbandsführungen müssen nur schnellsten aus ihrer
Lethargie erwachen und eine grundsätzliche Neuausrichtung ihrer Arbeit auf den
Weg bringen. Nur so kann Handball wieder attraktiv werden und damit auch
interessant für leistungsfähige und leistungswillige Sponsoren.
Unverzichtbare Basis ist nach meiner Überzeugung nach wie vor fast ausschließlich der Breitensport.
Gerade für Mannschaftssportarten unverzichtbar, wenn man am oberen Ende der Leistungsskala
nicht wie in vielen anderen Sportarten praktiziert die Nationalkader zu
erheblichen Teilen mit im Ausland ausgebildeten Sportlern besetzen will bzw. muss.
Oder man muss sich mit dem derzeitigen Mittelmaß zufrieden geben. Allerdings
sind dann alle Vorwürfe in Richtung der Spielerinnen obsolet. Was hier unter miserablen
Bedingungen in jedem Spiel (auch und gerade in den diversen Liegen) an jedem
Spieltag geleistet wird, ist genauso bewundernswert wie das ehrenamtliche
Engagement vieler Akteure im Breitensport. Allerdings tickt hier die
biologische Uhr unerbittlich, denn den Vereinen geht zunehmend das Engagement
der jüngeren Generationen verloren.
Und genau hier liegt vieles (eigentlich nahezu alles)im
Argen.
Die Verbände schauen zu, jonglieren mit den Einnahmen in den
eigenen Gremien (und den angeschlossenen Einheiten) und halten ansonsten Hände
und Füße still und vor allen Dingen den Mund geschlossen. Ich erwarte hier
schnellstmöglich einen strukturierten Aktionsplan, der dann auch Schritt für
Schritt mit ganz konkreten Maßnahmen abgearbeitet wird. Was wäre notwendig?
Große Arbeit in den politischen Gremien ist wichtig, noch
wichtiger ist die Kleinarbeit auf den unteren, auch kommunalen Ebenen. Auseinandersetzung
mit den Schulämtern und den diversen Sportstättenbetreibern (oft
Stadt-/kreiseigene Gesellschaften) im Gefolge müssen konstruktiv und mit
Nachdruck geführt werden. Die Hoheit über die Organisation des Hallenbetriebes
(Vergabe der Trainingszeiten, Nutzungseinschränkungen, Reinigungsauflagen) in
den falschen Händen grenzt die kleineren Handballvereine zunehmend aus, denn
sie haben keine Lobby.
In genau diese Richtung zielen meine Überlegungen. Die
Handballoberen in D sind in der Pflicht, die inakzeptablen Rahmenbedingungen
grundsätzlich und nachhaltig zu ändern. Als ersten Schritt müssen Sie einen
gesellschaftlichen Dialog anstoßen. Die (unangenehmen) Voraussetzungen sind gegeben, der
Anteil übergewichtiger Kinder ist erschreckend hoch, der Schulsport führt ein grauseliges
Schattendasein, die im Breitensport tätigen Vereine haben den Überlebenskampf
vielerorts schon aufgeben müssen.
Wer hier die Arbeit und die Auseinandersetzung scheut, hat
schon verloren. Der Handball steht in scharfer Konkurrenz, gottseidank haben
nicht alle das Talent zum Fußballspielen. Entweder schaffen wir es alle gemeinsam,
das Ruder noch einmal herumzureißen, oder im Mutterland des Handballs werden zuerst
im Nachwuchsbereich, dann bei den Frauen und mittelfristig auch bei den Männern
die Lichter ausgehen. Es wäre jammerschade.
PS.
Die Ausbildung der Schiedsrichter und die Kontrolle und
Korrektur ihrer oft erschreckenden Fehlleistungen müssen ebenfalls ganz oben in
das Pflichtenheft geschrieben werden. Was da an jedem Wochenende bis hoch zur
1. Bundesliga passiert, ist unerträglich und vergrämt immer mehr Fans und
Akteure sowie ihr oft ehrenamtlich engagiertes Gefolge. Die Tatenlosigkeit der
Verantwortlichen ist unglaublich, denn diese Probleme sind schon lange bekannt.
Die EM hat gezeigt, dass gute Schiedsrichterleistungen auch bei hoher
Aktionsdichte kein Hexenwerk sind. Die Ausweitung dieser Diskussion würde allerdings
den Rahmen dieses Threads sprengen.