Beiträge von BlKW168

    Übrigens,

    wenn ich hier sehe bzw. lese, wie manche Kommentatoren ihre Schmutzkübel über andere Kommentatoren und Zuschauer ausgießen, erkenne ich in erster Linie, dass sie sich keinen Deut von denen unterscheiden, die sie so vehement attackieren...

    Worum geht es eigentlich im Grundsatz?

    Mit der aktuellen Karikatur eines Meisterschaftsmodus, der eigentlich auf die wesentlichen Entscheidungen bezogen ein astreiner Pokalmodus ist, ergeben sich einige spezielle Konstellationen:

    Hätte der THC am Samstag gewonnen, wäre ihm Platz 2 oder 3 zum Abschluss der sogenannten Hauptrunde ("Jeder gegen Jeden") kaum noch zu nehmen gewesen.

    Zur Erinnerung: Laut Reglement bedeutet das im Gegensatz zu Platz 4 für die kommende Saison automatisch die Teilnahme an der EHF EL.

    Mit der Niederlage gegen Ludwigsburg droht für den THC je nach Ausgang des Schlüsselspiels auswärts bei der HSG Blomberg-Lippe durchaus dieser Platz 4 und damit ein vergleichsweise schweres Los für das Viertelfinale (!!! :pillepalle: ) dieser Meisterschaft.

    Ich bin mir angesichts der aktuellen Erfahrungen ziemlich sicher, dass es so kommen wird und ich bin mir auch schon ziemlich sicher zu wissen, wer dieser Gegner sein wird. Nicht zuletzt gehe ich darüber hinaus auch davon aus zu wissen, wer in diesem Duell als Sieger vom Spielfeld geht. Und für den Verlierer ist an dieser Stelle Ende Gelände ...

    Für den THC bedeutet das, dass (vielleicht mit Ausnahme der Partie gegen Zwickau) ab sofort einschließlich der Partien in der EHF EL nur noch schwere K.O.-Spiele anstehen. Wenn man den Spannungsbogen in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellt, eigentlich eine durchaus wünschenswerte Konstellation.

    Eigentlich ...

    Befremdlich ist aber, dass angesichts leidvoller Erfahrungen in so einer Konstellation die Gefahr besteht, dass (mal ganz vorsichtig formuliert!) unausgewogene Schiedsrichterleistungen schon in einer einzigen Partie zu leistungsverzerrenden Platzierungen einzelner Mannschaften in der Endabrechnung der Meisterschaft führen können. In einer reinen Pokalrunde wäre soetwas auch nicht schön, aber akzeptabel, weil jeder Teilnehmer von vornherein weiß, worauf er sich einlässt.

    In einer Meisterschaft aber ist das vollkommen inakzeptabel, weil auf diese Art und Weise die latente Gefahr besteht, dass zumindest für einzelne Mannschaften in einem Spiel die Arbeit einer ganzen Saison den Bach 'runtergeht. Da das mit dem aktuellen Meisterschaftsmodus ja offensichtlich so gewollt oder zumindest in Kauf genommen wurde, bleibt für mich nur die Schlussfolgerung, dass Verantwortung wahrnehmen für einige wichtige Akteure in diesem Spiel nicht unbedingt zum geläufigen Repertoire gehört...

    PS.

    Ich habe hier in der Vergangenheit mehrfach und mit Nachdruck auf diese offensichtlichen Widersprüche und Konflikte und die daraus zwangsläufig erwachsenden z.T. sogar existenzbedrohenden Gefahren für den Frauenhandball insgesamt hingewiesen. Ich habe nicht vor, das bei jeder passenden Gelegenheit zu wiederholen, so notwendig das im Einzelfall auch sein mag.

    Ich hoffe nur, dass die Verantwortlichen der HBF sowohl die jetzt schon vorliegenden als auch die noch zu erwartenden Erkenntnisse richtig lesen und die richtigen Schlussfolgerungen und damit zwangsläufig einige Reißleinen ziehen!

    Ergänzung:

    Nur Platz 1/2 ist sicher in der EL.

    Hier ein Auszug dazu aus Handball.net:

    Modus der Handball Bundesliga Frauen 2024/25

    Zunächst wird in der Frauen-Bundesliga eine Hauptrunde bestehend aus Hin- und Rückspielen an 22 Spieltagen bis zum 05. April 2025 ausgetragen. Anschließend qualifizieren sich die acht bestplatzierten Teams für die Play-Offs. Dort wird im Modus Best-of-three in Viertelfinale, Halbfinale und Finale der deutsche Meister ermittelt. Auch die Plätze drei und fünf werden ausgespielt.

    Die Mannschaften auf den Plätzen 9 bis 12 spielen in den Play-Downs ebenfalls im Modus Best-of-three in Halbfinale und Finale gegen den Abstieg. Die Verlierer der ersten Runde stehen sich in einer Finalserie gegenüber und spielen den einzigen Absteiger aus der ersten Bundesliga aus.

    Qualifikation für internationale Wettbewerbe

    Der Deutsche Meister qualifiziert sich am Saisonende für die EHF Champions League. Die beiden Bestplatzierten der Bundesliga-Hauptrunde sowie der Finalist der Play-Offs und der deutsche Pokalsieger sind für die Teilnahme an der EHF European League startberechtigt. Sollten sich die gesetzten Teams bereits über einen anderen Weg qualifiziert haben oder sollte die EHF noch eine weitere Mannschaft zulassen, geht dieser Platz an die nachfolgend bestplatzierte Mannschaft der Bundesliga-Play-Offs.

    Der 65iger Horst hat in diesem Punkt Recht (danke für den Hinweis!), ich habe nicht genau gelesen ...

    Also geht es an dieser Stelle im Wesentlichen um Platz 2 der "Hauptrunde", der nach dem Spielergebnis vom Samstag für den THC in weite Ferne gerückt ist. Das macht das ganze Drama aus meiner Sicht noch einen Zacken schärfer!

    Über die "Leistung" der Schiedsrichter braucht man nicht sprechen.

    Ich verstehe nur nicht, warum man bei solch einem Spiel nicht Schiedsrichter ansetzt, die einer hitzigen Atmosphäre auch gewachsen sind?

    Mal ganz abgesehen von dem unwürdigen, in das vergangene Jahrtausend gehörende Ost-West-Geseiere (danke für die Wortmeldung aus dem vergleichsweise neutralen Norden!): Warum fragt eigentlich niemand, wie man die Creme de la Creme der HBF-Schiedsrichter (wer sonst würde vom Verband für ein solches Spiel angesetzt?), wieder "auf Linie", sprich den Pfad der Tugend, also der korrekten und ausgewogenen Regelanwendung, zurückführen kann? Es ist ja nun weisgott nicht das erste Mal, dass sich nicht nur Herbert Müller in entscheidenden Szenen wichtiger Spiele die Augen reibt...

    Wenn dann hier mit immer wiederkehrenden beschwichtigenden Parolen versucht wird, das wie auch immer motivierte "Versagen" der Schiedsrichter zu bagatellisieren und gleichzeitig die genau daraus (!!!) resultierenden Wutausbrüche zu dramatisieren, haben genau diese Protagonisten des aktuellen, aus meiner Sicht desaströsen Status Quo des deutschen Frauenhandballs immer noch nicht realisiert, wie ernst die Lage tatsächlich ist. Dabei habe ich schon vor Jahren angefangen, hier aufzuzeigen, wie für den Frauenhandball in Deutschland ein Sargnagel nach dem anderen eingetrieben wird...

    Wenn die wichtigen Leute (ich meine ausdrücklich nicht die immer wieder gleichen Pöbler hier in der Handballecke!) im deutschen Frauenhandball nicht bald realisieren, dass es nur miteinander funktioniert und ( wenn überhaupt!) nur so ein Ausweg aus der sich derzeit dramatisch verstärkenden Misere gefunden werden kann, dann haben wir die letzte reguläre deutsche Meisterschaft im Frauenhandball schon erlebt...

    Zentraler als Stuttgart geht es kaum. LB ist immer dabei. Metzingen, Neckarsulm, Göppingen und Bensheim sind nicht weit weg. Ruhrpott und Ost-Vereine sind in 4h auch zu erreichen. Nur Oldenburg und Buxte sind weiter weg. Du musst bei zentral auch die Anzahl der Vereine gewichten.

    Vor einiger Zeit hatte ich hier in der HE für den deutschen Frauenhandball aus gegebenen Anlass mal eine grundlegende Strukturreform für den Spielbetrieb vorgeschlagen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen möchte ich dieses Modell noch etwas optimieren:

    1. Bundesliga:

    HB Ludwigsburg

    Die Konzentration auf ein Team hat viele Vorteile:

    Meister und Pokalsieger steht von vornherein fest

    damit automatische CL-Teilnahme gesichert

    dieses Team ist gleichzeitig Frauennationalmannschaft (ggf. wird eben eingedeutscht, wenn nötig, auch das Trainerteam ...)

    optimale Konzentration der Kräfte auf Trainings- und Spielbetrieb, keine störenden Nebengeräusche

    Als Hauptverantwortlicher für diese Premiumliga kommt vielleicht ein Horst infrage, am besten ein VOLLhorst, der hier alle seine Kenntnisse und Fähigkeiten VOLLumfänglich und uneingeschränkt einbringen kann...

    2. Bundesliga

    12 Teams ausschließlich aus BaWü:

    Bensheim

    Metzingen

    Göppingen

    Neckarsulm

    ...

    und alles andere, was sich so aus der aktuellen 2. und 3. Bundesliga zusammenkratzen lässt

    3. Bundesliga

    insgesamt 6 Staffeln:

    Staffel 1 BaWü

    (nur Mannschaften aus dieser Staffel haben ein Aufstiegsrecht in die 2. BL !!)

    Staffel 2 Bayern

    Staffel 3 Saarland, RP, Hessen

    Staffel 4 NRW

    Staffel 5 Niedersachsen, Bremen, HH, SH

    Staffel 6 der böse Nordosten

    Alles andere ordnet sich ein, nach und vor allen Dingen unter...

    Wer Spuren von Ironie und Sarkasmus finden sollte, hat beim Lesen und Verstehen alles richtig gemacht...

    ;) :hi:

    Der Fehler liegt im System. Die Playoffs bzw. -downs sind Käse, das geht zu Lasten der Planbarkeit.

    Genau so ist das.

    Mir drängt sich auch der Eindruck auf, dass krampfhaft versucht wird, dem unbedarften Publikum vorzugaukeln, dass die Saison bis zum Ende ganz regulär verläuft. Ob es so gelingt, die Unsinnigkeit dieses Play-Off/Playdown-Kasperletheaters zu kaschieren, halte ich zumindest für fragwürdig. Offenbar gibt es aber handfeste Interessen, eine schnellstmögliche Rückkehr zu der vertrauten und bewährten doppelten Meisterschaftsrunde auf Teufel komm' 'raus zu verhindern.

    Für mich gut vorstellbar, dass bei diesem ganzen, in meinen Augen unwürdigen Treiben Doppelfunktionen eine gewisse Rolle spielen...

    PS.

    Über mögliche Motive hatte ich in der HE schon vor geraumer Zeit spekuliert. Das werde ich aus gutem Grund jetzt und hier nicht wiederholen.

    Fakt ist, dass dem Frauenhandball in D das Wasser bis OK Unterlippe steht. Und so wird es nicht besser, ganz im Gegenteil!

    Und wenn man sich als Handballfan wünscht, dass sich eine Kühne bei besseren Vereinen beweist um vllt was im Handball zu erreichen , sprich CL und Titel, hat das nichts damit zu tun, dass wir ihr den beruflichen Werdegang vorschreiben möchten.

    Das ist genau der Punkt: Einer Sportlerin Erfolg zu W Ü N S C H E N ist völlig o.k., dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Aber wenn hier, wie ja auch nicnamejue berechtigt einwendet, mit abfälligen Formulierungen ("Wohlfühloase") sowohl der Verbleib in dem Verein, bei dem man gut geworden ist, als auch ("im Ausland gescheitert", für Deutschland reicht's noch") die Rückkehr in heimische Gefilde kritisiert und die jeweilige Sportlerin herabgewürdigt wird, hat das mit "Wünschen" nichts mehr zu tun. Für mich ist das vielmehr fehlender Respekt und Anstand ...

    Unabhängig vom hier diskutierten Einzelfall (ohne ihn dabei auszuschließen!) sollte es grundsätzlich der Spielerin überlassen bleiben, welchen Weg sie geht. Da die Wenigsten die Möglichkeit haben, mit Handball dauerhaft ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, ist es vollkommen legitim, auf einer Leistungsebene zu verharren, in der sich Erfolgserlebnisse und Enttäuschungen zumindest die Waage halten. So geht die Spielerin auch der Gefahr aus dem Weg, den Spaß und die Freude beim Handballspielen auf dem Altar eines überbordenden Leistungsdrucks zu opfern. Das schließt ja auch nicht die Möglichkeit weiterer Leistungssprünge aus, ganz im Gegenteil! Und in diesem Fall ist jederzeit die Möglichkeit gegeben, die nächste Stufe mit großer Zuversicht zu erklimmen. Falsch und in vielen Fällen kontraproduktiv wäre es, so einen Schritt nur zu gehen, um sich unter Druck zu setzen und das höhere Leistungsniveau quasi von sich selbst zu erpressen.

    Gerade junge Frauen sollten sehr gut abwägen, welcher Weg ihrem Leistungsvermögen angemessen ist. So oder so gibt es ein Leben nach der aktiven sportlichen Laufbahn und das mit dem Rennball verbundene erheblich gesteigerte Verletzungspotential kann auch die moderne Medizin nicht immer vollumfänglich ausgleichen ...

    Schiedsrichter zurzeit alle von der Rolle in diesem Turnier.


    Selbst die Besten der Welt.

    Meine Fresse, Schiris.


    Wie kann man so das Spiel kaputtmachen?

    Es liegt nicht an den Schiri's, es liegt am aktuellen Regelwerk und den entsprechenden Interpretationsspielräumen bzw. den Vorgaben dazu. Das kann niemand perfekt oder auch nur gerecht/angemessen umsetzen...

    Das Schlimme ist, dass das eigentlich top Schiris sind.


    Aber was die letzten Tage da gepfiffen, ist unverschämt.

    Siehe oben!

    Ich finde es schon interessant, dass ich die Schiri's vor *Rheiner* in Schutz nehmen muss. Sonst ist es immer umgekehrt, und ich lasse jetzt mal außen vor, was mir da gelegentlich an den Kopf geworfen wurde...

    Zum Spiel:

    Natürlich tut mir Andy Wolff leid, eine unglaubliche, übermenschliche Leistung reicht nicht für das Halbfinale. Aber mein Gerechtigkeitsfimmel bedrängt mich gewaltig und sagt, bei allem Enthusiasmus für den deutschen Handball wäre es unerträglich, wenn Portugal dieses Spiel (nicht nur, aber auch im Zusammenhang mit den Entscheidungen der Schiedsrichter!) verloren hätte.

    Unser Angriffsspiel war zum wiederholten Mal so defizitär, dass hier kein Augenblicksversagen vorgeschoben werden kann. Es ist ein systemisches Problem, dass wir seit Jahr und Tag vor uns hertragen und das schon weit unterhalb der Ebene der NM und der BULI seine Ursache findet. Es ist ein fataler strategischer Fehler, sich diesbezüglich immer wieder auf außergewöhnliche Leistungen einzelner Spieler wie zuletzt meist Uscins und Knorr zu verlassen. Kann auch nur einer dieser Spieler dieses Leistungsniveau mit entsprechend vielen erfolgreichen Einzelaktionen egal aus welchem Grund einmal nicht abrufen ist Ende Gelände. Man hat den Eindruck, dass die Mehrzahl der übrigen Spieler sich geradezu auf die Führungsspieler verlässt und immer wieder Alibihandball spielt statt mal mit eigenen starken, unerwarteten Aktionen Akzente zu setzen. Unser Angriffsspiel war heute über weite Strecken so pomadig und uninspiriert, es hat mir in der Seele wehgetan!

    Tatsächlich ist es zur Zeit nur noch rein privates Interesse. Ich muss mal in mich gehen, was ich mit dem Archiv mache…

    So ein Archiv ist ein unglaublich wertvoller Schatz, weil hier eine authentische Basis zugrunde liegt und kein hypothetischer/abstrakter Möchtegernstatus. Und ich verstehe dich so, dass dieses Material auch zumindest in Teilen nach konkreten Kriterien kategorisiert und ausgewertet wurde. Der DHB müsste mit dem Klammerbeutel gepudert sein, soetwas auszuschlagen, wenn es ihm zu annehmbaren Konditionen angeboten wird. Jeder, der sich auch nur ansatzweise mit dem Gedanken auseinandergesetzt hat, solche umfassenden Analysen selber zu realisieren, weiß, mit welchem enormen Aufwand das zwangsläufig verbunden ist!

    Weniger wohlgesonnen könnte man auch formulieren, dass, wenn der DHB ein entsprechendes Angebot ablehnen sollte, sich automatisch die Frage stellt, welche Gründe den DHB zu so einer Haltung bewegen...

    Aber das ist meinerseits alles ein absolut hypothetisches Gedankenspiel und sollte auch unbedingt so verstanden werden. Aber es macht mir Hoffnung, dass es offensichtlich nach wie vor handballbegeisterte Fachleute gibt, die aus eigener Veranlassung einen immensen Aufwand betreiben und ihr Expertenwissen in den Dienst unseres geliebten Handballsports stellen. Solche Schätze nicht zu heben, wäre mindestens fahrlässig...

    ich schaue im Jahr mehrere hundert Handballspiele aller Kategorien an (bin Videoanalyst)

    Das finde ich ausgesprochen interessant, zumal ich hier im Forum (zu vergleichbaren, aber auch zu anderen handballspezifischen Sachverhalten) schon einige verbale Auseinandersetzungen hatte, in deren Ergebnis ich mir regelmäßig wünsche, solche Videoanalysen professionell einzusetzen. Erstens um nachzuweisen, dass wir z.B. in der einheitlichen Regelinterpretation der Schiedsrichter erhebliche Defizite haben und zweitens, um damit im Ergebnis zu erreichen, dass Fehlentwicklungen eingedämmt werden und wieder mehr korrekte Spielergebnisse zustandekommen.

    Welchen Hintergrund haben deine Videoanalysen? Ist es privates Interesse oder gibt es einen kommerziellen Hintergrund als Auftragsarbeit z.B. für einen Verein oder einen Verband oder geschieht es evtl. im Rahmen einer Forschungsarbeit z.B. für eine Sporthochschule? Lassen sich die Ergebnisse ggf. im Sinne des Handballsports einsetzen beispielsweise als Schulungsmaterial für die Schiedsrichteraus- und weiterbildung?

    Es wäre mehr als als wünschenswert!

    Nicht nur, um durch entsprechende Prävention die Zahl der Verletzungen deutlich zu reduzieren ...

    Zuallererst wünsche ich Annalena Welsch eine schnelle und vollständige Genesung, hoffentlich kann sie bald wieder mit Freude und Erfolg am Spielbetrieb teilnehmen!

    Zum unheilvollen Geschehen:

    Das Foul ist schon eine direkte Disqualifikation wert, selbst wenn die Gegnerin unverletzt aus der Situation rauskommt. Das Regelwerk (Regel 8:5) nennt hierzu:


    Regelwidrigkeiten, die mit einer Disqualifikation zu ahnden sind:
    ...

    a) der tatsächliche Verlust der Körperkontrolle im Lauf oder Sprung oder während einer Wurfaktion;


    Aus dem Kommentar zur Regel 8:5:

    Auch Vergehen mit geringem Körperkontakt können sehr gefährlich sein und zu schweren Verletzungen führen, wenn Spieler*innen sich im Sprung oder im Lauf befindet und nicht in der Lage ist, sich zu schützen. In diesem Fall ist die Gefährdung des bzw. der Spieler*in und nicht die Intensität des Körperkontakts maßgebend für die Beurteilung, ob auf Disqualifikation zu entscheiden ist.

    Eigentlich ist damit regeltechnisch alles klar. Eigentlich ...

    Der Körper der laufenden/springenden/werfenden Spielerin ist für aktive Bewegungen der Abwehrspielerin grundsätzlich tabu. Natürlich darf sie dort, wo sie steht, einen Block stellen und mit Armen und Händen die erwartete Flugbahn des Balles (oder auch nur einen bestimmten Raum dafür) blockieren. Aber am Körper der Angriffsspielerin haben die Hände in dieser Situation nichts zu suchen (das begleitende Führen ist eine andere Geschichte, denn es setzt im Grundsatz gleichartige Bewegungsrichtungen der beteiligten Spielerinnen voraus, was hier eindeutig nicht der Fall ist). Hier gingen die Hände eindeutig zum Körper, in diesem Fall leider mit fatalen Folgen. Trotzdem mache ich der Abwehrspielerin keine Vorwürfe. Sie gibt, soweit ich das anhand des relive einschätzen kann, keinen aktiven Impuls in Form eines Stoßens in die Bewegung der Angreiferin, sondern blockt sie "nur" aggressiv ab. Solche Abwehraktionen sind an der Tagesordnung, werden in der Regel von den Schiedsrichtern toleriert bzw. "übersehen". Und genau an dieser Stelle liegt nach meiner Überzeugung auch das eigentliche Problem:

    Meine Meinung dazu: Jemanden, der gerade im Sprung geworfen hat, auf diese Art und Weise aus dem Gleichgewicht zu bringen ist kein Allerweltsfoul, sondern extrem gefährlich. Diese Art von Foul will ich gar nicht beim Handball sehen, hier gehört immer hart durchgegriffen und das Regelwerk gibt das auch her.

    Genau daran hapert es leider gewaltig und selbst in Situationen, wo die laufende und/oder springende Angriffsspielerin aktiv gestoßen oder rabiat in ihren Wurfarm gegriffen wird, bleiben die Pfiffe der Schiedsrichter oft genug aus. Was dann in der Abwehrarbeit natürlich zu einem entsprechenden Lernprozess mit allen unangenehmen Folgen führt...

    PS. DerMaily:

    Da hatten wir wohl fast zeitgleich ganz ähnliche Gedanken...

    Ich könnte mir vorstellen, dass das mit der Wohnung nur die halbe Wahrheit ist. Kann mir kaum vorstellen, was das in Nordeuropa für Insekten sein sollen, die eine Wohnung unbewohnbar machen.

    (OK, Tapinoma magnum wäre ein Grund, aber die ist m.W. über BaWü hinaus noch nicht weiter nach Norden gewandert).

    Sicher, dass es sich in diesem Fall um genau diese Ameisenart oder auch nur um Ameisen ganz allgemein handelt? Da gibt es noch deutlich aufdringlichere Krabbeltiere z.B. aus der Gattung Cimex, die in Europa hinauf bis zum 65. Breitengrad ihr Unwesen treiben ...

    Bei allem Verständnis für vertragliche Sachen, aber da muss man halt dann auch mal durch ....

    Sicher? Worauf beruht diese Aussage? Eigene Erfahrungen???

    Hier werden Positionen vertreten, da fehlen mir die Worte, und dabei bin ich auf das Thema Asbestsanierung noch gar nicht eingegangen ...

    Schon spannend, was hier teilweise geschrieben wird. Wenn man aber Handball aus den 90ern oder 00er Jahren einfordert, mit Kreuzen und Draufballern, frage ich mich schon, ob man die aktuelle Entwicklung im Frauenhandball mitbekommen hat. Die sieht nämlich ganz anders aus. Keine der Topnationen spielt so und mit dieser Art Handball wird man sie auch nicht schlagen.

    Wie es Mitkommentatoren im Detail sehen/meinen, kann ich nicht wirklich einschätzen. Meine Position ist aber grundsätzlich eine andere. Zwei Aspekte dazu:

    "Kreuzen und Draufballern" ist Schulhandballniveau und im Zusammenhang mit leistungssportlichen Ansprüchen nicht relevant. Taktisch und strategisch von der gesamten Mannschaft (!!!) gut vorbereitete Spielzüge, die von cleveren und intelligenten Rückraumspielerinnen wahlweise mit variablen Torwürfen aus dem Rückraum, einem erfolgreichem Durchbruch oder einem passgenauen Zuspiel an den Kreis abgeschlossen werden sind das schon eher. Die Wahrheit ist aber auch, dass das nur funktioniert, wenn Attacken auf den Körper oder gar den Wurfarm einer einen Torwurf ausführenden Spielerin grundsätzlich dem Regelwerk entsprechend konsequent geahndet wird und nicht der individuellen "Linie" der Schiedsrichter überlassen bleibt, was da im Namen "internationaler Härte" alles zugelassen wird...

    Und ja, natürlich macht es keinen Sinn, wenn unsere Nationalmannschaft als einziges Team der aktuell dominierenden Rennballmentalität abschwört und sich wieder der klassischen Spielphilosophie nähert. Das meine ich auch nicht. Vielmehr wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, in einem ersten Schritt gemeinsam mit anderen führenden Handballnationen in einem ganzheitlichen Ansatz zu prüfen, ob die gravierenden Regeländerungen wie "Schnelle Mitte" und "7. Feldspieler" für den Handballsport tatsächlich den mit der Dynamisierung verbundenen/vermuteten Attraktivitätszuwachs bringen oder ob der dafür zu zahlende Preis (noch höhere Verletzungsgefahr, stark nachlassendes Interesse im Breiten- und Nachwuchssport, dem Mitgliederschwund geschuldeter Zusammenbruch des Spielbetriebes in der Fläche, dadurch immer weniger Potenzial für die Findung, Ausbildung und Entwicklung von Ausnahmetalenten, ...) nicht zu hoch ist. Die Klärung dieser Frage duldet gerade für den Frauenhandball keinen Aufschub. Sportliche Talente mit überdurchschnittlicher Körpergröße gehen verstärkt zum Volleyball oder Basketball und die "Pferdelungen" werden zunehmend vom aktuell stark aufstrebenden Frauenfußball aufgesogen. Deshalb sollten nach meiner Überzeugung die Handballverbände auf nationaler und internationaler Ebene die gegenwärtige Entwicklung und die Zukunftspotentiale auf den Prüfstand stellen und eine unvoreingenommene Bewertung vornehmen. Denn das derzeit praktizierte "Augen zu und durch" birgt nach meiner Wahrnehmung die sehr reale Gefahr, dass zumindest der Frauenhandball in absehbarer Zeit endgültig in der Versenkung verschwindet. Und das nicht nur in Deutschland...

    Deswegen sage ich ja auch, stell ne Reistad bei uns auf, und wir spielen sofort um Medaillen

    Das ist genau die Einstellung, die verhindert, dass sich im deutschen Frauenhandball Führungsspielerinnen entwickeln...

    Denn zuallererst stellt sich die Frage:

    Woher nehmen und nicht stehlen?

    Solche Ausnahmetalente fallen nicht vom Himmel, sie sind das Ergebnis erfolgreicher Arbeit vor allem in der Basis, dem Breiten- und Nachwuchssport. Wer diesen Bereich so lange so extrem vernachlässigt wie die Handballverantwortlichen in Deutschland, braucht sich über zunehmend ausbleibende Spitzenspielerinnen nicht zu wundern.

    Ich schreibe das hier seit Jahren, wahrhaben wollen es im Mutterland des Handballs die Wenigsten...

    Ähnlich wie in der Championsleague wird das internationale Interesse am Frauenhandball sehr sicher sinken.

    Sehr richtig und ich gehe noch einen Schritt weiter:

    Es wird nicht mehr lange dauern, da wird das Privileg der Präsenz bei Olympia für den Frauenhandball in Frage gestellt werden...

    Will ja nicht meckern wie Mom aber wenn wir von fallendem Niveau reden dann sind die Schiris aber vornweg. Fast alle .

    International und national gleichermaßen...

    Und das ist für mich ein Böses Problem

    Für mich auch, und das ganz grundsätzlich. Denn es schadet dem Handball nicht nur nachhaltig, weil es regelmäßig Spiele beeinflusst oder sogar auf den Kopf stellt. Dieser substanzielle Missstand beeinträchtigt die Attraktivität und damit die Außenwirkung mittlerweile so gravierend, dass die ohnehin schwierige "Entwicklung" unserer geliebten Sportart in meinen Augen nicht nur aber auch durch diesen Aspekt ganz grundsätzlich in Frage gestellt ist.

    Beängstigend ist vor allem auch die Tatsache, dass nicht zuletzt auch hier in diesem Forum jeder, der die Arbeit der Schiedsrichter und die Veränderungen sowie die Interpretation des Regelwerkes kritisiert, von den meist selbsternannten "Experten" einen ausgeprägten shitstorm erntet. Dass die Verbandsgewaltigen in allen Ebenen die Hände über die Schiedsrichter halten statt die in den meisten Fällen berechtigte Kritik aufzugreifen macht es nicht besser. Und das ist ein fatales Signal, zumal es bei Weitem nicht immer die Schiedsrichterentscheidungen an sich sind, die die Probleme bereiten. Vielmehr sind oft die häufig viel zu großen Interpretationsspielräume bei der Bewertung bestimmter Spielsituationen (z.B. Stürmerfoul, Abwehr im Kreis, Schritte) oder auch schon direkt im Wortlaut des Regelwerkes Ausgangspunkt der ganzen Misere. Die verantwortlichen Gremien könnten hier durchaus Abhilfe schaffen, wenn sie denn wollten. Aber genau diesen Willen vermisse ich zunehmend, über die Ursachen kann man nur spekulieren...

    Wir treten mit voller Kapelle an, Ausreden diesbezüglich gibt es keine.

    Wenn es denn so wäre, könnte ich den Optimismus ja zumindest ansatzweise teilen. Leider fehlen nach meiner Überzeugung aber einige der Besten, Kohorst, Reinemann und Schmelzer seien hier nur stellvertretend genannt. Natürlich kann das trotzdem gutgehen (meint Halbfinale), auch der Schwäche der Gegnerschaft geschuldet. Aber sicher ist das keinesfalls, schon zu oft haben die aktuellen Favoriten der Verantwortlichen für die Frauennationalmannschaft in Deutschland (Verband und Trainer) in wichtigen Spielen kollektiv versagt ...

    Der Abschied von Johanna Stockschläder, erinnert etwas an den Abgang von Alexandra Mazzucco vor 3 Jahren. Die berufliche Perspektive, wurde da auch der im Profihandball vorgezogen. Es wird immer gute Gründe geben für solche Entscheidungen.

    Auffällig ist auch, dass der handballerische Werdegang bei beiden zumindest in wesentlichen Teilen durchaus ähnlich verlaufen ist. Vor allem zum aus sportlicher Sicht bitteren Ende hin ...

    Zufall oder vielleicht doch "systembedingt" ?