Beiträge von Rheiner

    Ich fänd's gut, wenn der Videobeweis vor allem auch in den letzten 30 Sekunden hilft; bei Ballwegwerfen nach Freiwurfentscheidung, Abstandsvergehen etc. Die Hansen-Szene in Ägypten war ein Paradebeispiel dafür, wie es geht.

    Leider hat auch das bei EHF-Turnieren bisher nicht funktioniert.

    Dann lieber sein lassen.

    Ein Lichtsignal, das exakt mit der Spielzeit verbunden ist, bräuchte man auch noch in jedem Tor, wenn man das überprüfen will.

    Die Frage ist, ob da Kosten und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis zueinanderstehen.

    Spielmacher79:

    Frag doch mal die Kommentatoren zwei Basics:

    1. Ein stehendes Bein wird vom Gegner (nicht absichtlich) angeworfen. Freiwurf oder nicht?

    2. Ein Abwehrspieler verteidigt mit beiden Füßen im Zweikampf klar auf der Kreislinie. 7-Meter oder nicht?

    Dann hast du schon 9 von 10 Kommentatoren raus.

    Ich meinte das jetzt nur auf Regeln und Bewertungen von Fouls etc. bezogen (nicht auf die allgemeine Leistung als Kommentator). Ich kenne nicht einen einzigen Handball-Kommentator in Deutschland, der halbwegs regelsicher ist. Das macht es für die Akzeptanz beim Videobeweis natürlich nicht leichter.

    Das Problem beim Handball ist auch nach wie vor, dass selbst die erfahrensten Kommentatoren Szenen trotz zigfacher Wiederholungen und Zeitlupen überhaupt nicht einordnen können.

    Ein super Beispiel war die Szene von Maqueda (?) gegen Wiencek am Sonntag, als der Kommentator eine ganz klare rote Karte sah und es für Bob Hannning "niemals Rot" war. Schiedsrichter sahen es sich an und gaben zwei Minuten (für mich völlig korrekt).

    Da sind die Kommentatoren im Fußball definitiv wesentlich besser, was die Bewertung von Fouls etc. angeht.

    Das mit der Challenge ist im Handball ganz schwer. Denn dann werden Tore wegen Abstehens und Schritten annuliert, die sonst immer durchgehen. Man findet IMMER Tore (auch in der Crunch Time), die nach Videostudium eigentlich nicht zählen dürften, wo sich aber nie jemand beschwert. Wäre ich Trainer in nem knappen Spiel, würde ich genau in so einer Situation in den letzten Minuten die Challenge ziehen. Das kann keiner wollen.

    Weltpokal, Supercup oder wie auch immer das bei SCM - Barca hieß, kann keine Aussagekraft für ein CL F4 haben. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

    Bzgl. Kiel bleib ich dabei, dass sie ohne Peke hinten nicht stark genug für ganz vorne in Europa sind. Für die Nationalmannschaft gilt das Gleiche.

    Das hatte mich auch sehr überrascht, insbesondere auch dass dieses Rumgehüpfe Straffrei blieb.

    Das ist ein generelles Problem bei den EHF-Turnieren, dass sich Schiedsrichter und Delegierte immer wieder zum Bildschirm palavern lassen (alleine bei Kiel - Veszprem wieder zweimal). Seit Heinevetter weiß ja auch jeder, dass das klappt. Das ist vier Jahre (!!!) her - und man hat es immer noch nicht abgestellt.

    Und dann noch ein Hinweis zum VIdeobeweis im Handball: Es gibt Situationen, wo der Delegierte sich die Szene anschauen kann: Wechselfehler, Spieler zu viel auf dem Feld. Also alles, was zu Regel 4:4 bis 4:6 gehört, eventuell auch 4:7 (Stichwort "2 Torwarte auf den Feld").

    Ja, aber doch bitte nicht auf lautstarkes Theater eines Spielers hin. Welt- und Europameister hin oder her, aber dass zwei EHF-Delegierte wegen dieses Theaters minutenlang nach einem Wechselfehler suchen, den es gar nicht gab, darf einfach nicht sein!

    Smithy: Du vermischst CL-Spiele im Allgemeinen mit Final 4 Spielen. Aber das sind zwei verschiedene Welten!

    Ein durchschnittliches CL-Spiel könnten in meinen Augen vier bis fünf deutsche Gespanne gut über die Bühne bringen.

    Bei den Final 4 Spielen - insbesondere dem ersten und dem letzten Spiel vom Wochenende - sind es m.E. weltweit vier bis fünf; und zwar die, die aktuell für ein Finale bei EM, WM und Olympia in Frage kommen.

    Ich würde ja wirklich gerne mal eine aktuelle Abstimmung unter den HBL-Clubs bzgl. der Einführung des Videobeweises (zur übernächsten Saison) sehen.

    Ich kann mir das gar nicht vorstellen, dass es nach diesen EHF-Turnieren in diesem Jahr immer noch eine Mehrheit dafür gibt.

    Das ist wirklich unterirdisch, was da passiert und wird immer schlechter :thumbdown::thumbdown::thumbdown:

    Noch ein Wort zu den Schiedsrichtern im Finale:

    Was ich (wie Bob) wirklich abgefeiert habe, war ihre letzte (Nicht-)Aktion in der regulären Spielzeit.

    M.E. hätten mindestens 95 von 100 HBL-, EHF- und IHF-Schiedsrichtergespannen die Zeit angehalten und Alibi-Wischen machen lassen, damit auf keinen Fall Hektik/Ärger beim Ballholen aufkommt (im Hinblick auf die Letzten-30-Sekunden-Regel etc.).

    Dann hätte Kielce noch vier Sekunden für den letzten Angriff gehabt, und das Spiel hätte wirklich anders ausgehen können.

    Was macht das kroatische Top-Gespann? Gar nichts! Lassen einfach die Zeit runterlaufen, weil es keinen Grund gab, sie anzuhalten und sie nicht ins Spiel eingreifen wollten.

    Das war für mich die Schiedsrichter-Aktion des Turniers. Super!

    :jump::spring:

    (Teil-)Fazit: Dass der Videobeweis erst in 2023/24 in der HBL kommt, ist so schlecht nicht. Hat man ein Jahr Zeit zu prüfen, wie er ausgestaltet wird. Die Handhabung in 3 von 4 Spielen in Köln war in keiner Hinsicht zielführend.

    Ich glaube nicht, dass das was bringt.

    Die EHF hat den Videobeweis seit Jahren und es war noch nie so schlecht wie in diesem Jahr.

    Das ist ne Frage von Wollen; nicht von Können!

    Der letzte Videobeweis war wieder spielentscheidender Unsinn. Vergleichbare Situationen kann ich dutzende in diesem Spiel finden von denen selbstverständlich keine überprüft wird.

    Wenn das Fordern des Videobeweis durch Spieler oder Trainer nicht sanktioniert wird, dann gibt es ab nächster Saison eine ähnliche "Jagd" auf die Schiedsrichter wie an diesem Wochenende. Damit ist niemandem geholfen.


    Volle Zustimmung!

    Für Kiel war's gut, aber es darf einfach nicht so laufen.