Beiträge von Rheiner

    Ich wurde jetzt mehrfach zu der Szene mit Duvnjaks Trikot gefragt, weiß aber nicht so ganz, was ihr hören wollt.

    Nein, es gibt den Passus "Besondere Maßnahmen für besondere Spieler in besonderen Momenten" nicht im Regelwerk.

    Es war gestern die wichtigste Phase im wichtigsten Spiel der Saison und betraf einen der wichtigsten Spieler - und das alles vor dem Hintergrund, dass sich bereits drei Kieler verletzt hatten.
    Dazu hatten wir dasselbe Gespann wie am Donnerstag im zweiten Halbfinale, mit demselben Trio bei Sky, das den Schiedsrichtern am Donnerstag bei einer völlig regelkonformen Entscheidung zigfach fehlendes Fingerspitzengefühl vorgeworfen hat und ebenso, das Spiel entschieden zu haben.

    Was glaubt ihr, was gestern bei Sky los gewesen wäre, wenn Magdeburg das Spiel entschieden hätte, während Duvnjak draußen gewesen wäre? :devil:
    Wie oft wäre das "Wort "Fingerspitzengefühl" gefallen? Wie oft wäre gefallen, dass dasselbe Gespann, das ja schon das Halbfinale entschieden habe, jetzt auch die deutsche Meisterschaft entschieden habe? Etc. etc. etc.

    Ich verstehe, dass ein übertragender Szene gerne die besten Spieler auf dem Feld hat (selbst die klare rote Karte gegen Pekeler wurde ja schon in Frage gestellt).
    Nur sie schieben es halt häufig den Schiedsrichtern in die Schuhe, wenn das nicht der Fall ist.

    Und zum ominösen "Fingerspitzengefühl": Das sind halt genau die beiden Probleme daran:
    1. Es steht nicht in den Regeln.
    Und 2.: Vor allem Fans fordern es i.d.R. für das Team, mit dem sie sympathisieren und lehnen es gegen ihre Manschaft ab.

    Ich persönlich konnte das "Fingerspitzengefühl" gestern eher akzeptieren, als ich es am Donnerstag bei einem gesundheitsgefährdenden Foul mit Videobeweis gekonnt hätte.

    Dass das gestern im Vergleich mit der Hald-Szene natürlich sehr unglücklich war und man aus neutraler SIcht eigentlich froh sein muss, dass das gestern so ausgegangen ist, wie es ausgegangen ist, ist aber wohl auch klar.

    Es ist halt unglücklich, dass in dem gefühlt heißesten und wichtigsten Spiel der Saison die beiden besten deutschen Schiedsrichtergespanne nicht pfeifen können (wegen Wohnort bzw. Krankheit).

    Trotzdem haben sie die Schlüsselszene (Pekeler) richtig bewertet.
    Wenn ein Gespann das in so einem Spiel nicht sieht, läuft die zweite Hälfte komplett aus dem Ruder.

    rheiner
    warum nicht gleich die auflösung ?
    ich sehe es wie die anderen- alles korrekt - tor.
    wie ich dich kenne wird irgendwo ein kleiner haken sein, so dass das tor nicht gegeben werden durfte....?

    Ich weiß es wirklich nicht.

    Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass ein DHB-Gespann in der Situation wegen mehr als drei Sekunden abpfeift, wenn es maximal zweieinhalb zwischen beiden Pfiffen waren.
    Dann müsste man im DHB-Bereich ja andauernd abpfeifen - gerade auch bei 7-Metern.

    Was mich halt irritiert hat, war, dass die Kommentatoren sehr schnell die (mögliche) Lösung hatten - u.a. vom Zweitliga-Trainer der Leipziger Frauen (ab Minute 2 im Video zu hören). So schnell, wie das mit dem "angetäuschten Wurf" da war, schien der sich sehr sicher zu sein.

    Es haben lange keine Weiterbildungen mehr auf Amateurebene stattgefunden, und auch das Schiedsrichterportal habe ich nicht so regelmäßig im Blick gehabt wie vor und während einer Saison. Ich habe gedacht, dass mir da vielleicht etwas dadurch gegangen sein könnte und das hier vielleicht jemand mitgekriegt hat.

    Das Einzige, das ich irgendwo im Kopf habe, ist eine Anweisung, die sagt, dass es verboten ist, Würfe ins Gesicht des Gegners anzutäuschen, um ihn zu erschrecken/abzulenken.
    Das war's aber auch schon, was mir dazu einfällt - und da hab ich auch meine Zweifel, ob es hier angebracht gewesen wäre, das zu pfeifen.

    @ Gummiball: In dem Thread ist im Eingangsposting ein Link, wo klar erklärt ist, warum die Regel 8:10 c) bei einem Freiwurf nach dem Schlusssignal nicht anwendbar ist!

    Aber wie gesagt: Da die Abwehr sich gestern völlig korrekt verhalten hat, hat das nichts mehr Sache hier zu tun.
    Und es gibt einen eigenen Thread zu dem Thema.

    Ihr tut so, als würde das andauernd vorkommen, dass ein Spieler nach einem Stoß so aufkommt wie Kühn.
    Das stimmt nicht. In den meisten Fällen können die Spieler sich noch irgendwie auf den Füßen "abfangen" und fallen dann erst hin.
    Wenn so eine Kante wie Kühn so hinfliegt, muss der Stoß schon heftig gewesen sein. In Originalgeschwindigkeit wird die Heftigkeit des Stoßes natürlich auch viel deutlicher als in Zeitlupen.

    ich meine nicht, dass kühn geschauspielert hat oder dergleichen- aber wenn die situation zwingend rot war, wird sie auf dauer zu einem taktischen mittel.

    Erstens ist die Anweisung ja nicht neu, sondern besteht seit vielen Jahren genau so.

    Und zweitens: Du glaubst wirklich, dass Spieler sich freiwillig in der Geschwindikeit mit dem Rücken zuerst auf den harten Hallenboden fallen lassen, um eine rote Karte rauszuholen?

    Allerdings deutete Rheiner an, dass sie aufgrund des Videos nicht anders entscheiden konnten. Das verstehe ich so nicht. Hier wäre für mich eine Erklärung hilfreich, ob sich das nun auf die Sanktion oder den Adressaten oder beides zusammen bezieht.

    Das Entscheidende ist (und das hat außer Kay Holm gestern keiner bei Sky berücksichtigt), dass Kühn direkt auf den Rücken knallt.
    Da muss schon ein heftiger Stoß von vorne kommen (den Böhm übrigens auch zugegeben hat - allerdings halt auch ohne zu berücksichtigen, wie Kühn hinfiel).
    Es gibt einen heftigen Stoß von vorne, der Angreifer knallt unkontrolliert auf den Rücken... Wenn Schiedsrichter sich das auf dem Video angucken, müssen sie dann auch Rot geben.

    Die (Regel-)Argumente sind ja auf seiner Seite, aber wenn das ne rote Karte ist, dann auch in allen Spielen.

    Aber dafür ist der Videobeweis ja da, oder? Dass man Sachen erkennt und ahndet, die man ohne nicht richtig gesehen hätte.

    Die Szene mit Hansen gegen Ägypten wird auch in den meisten Fällen ohne Video nicht gegeben.
    Dadurch wird die Entscheidung aber nicht schlechter.

    Wünschenswert wäre, wenn solche Dinge auch ohne Videobeweis konsequenter geahndet werden würden.


    Und zu Petrzika braucht man eigentlich gar nichts mehr zu sagen. Sein "Pöbelkommando Stehplatztribüne" vom Mittwoch war der negative Höhepunkt.