Beiträge von Rheiner

    Was ist eigentlich, wenn ein Offizieller in den letzten 30 Sekunden, wenn der Ball nicht im Spiel ist, einen Angriff des Gegners verhindert (Einwurf an der Auswechselbank z.B.)?

    7-Meter ist klar.

    Aber gilt dann Regel 8:10 b), die ja gar nicht geändert wird (Disqualifikation mit Bericht) oder die neue Regel (Disqualifikation ohne Bericht)?

    Das ist widersprüchlich.

    Mal gucken ob die hohen Herren bei der IHF schon während der Olympischen Spiele vorgeführt bekommen, was für einen Unsinn sie zum Teil verztapft haben.


    Ich glaube sogar, dass die Regeln im Profi-Handball funktionieren.

    Genau das ist ja das Problem: Sie sind für die Leistungsklassen gemacht, aber nicht für die unteren Ligen -
    und schon gar nicht für den Kinderhandball.

    Trotzdem müssen die mitmachen.


    Finde ich auch. Interessanterweise wird gerade diese neue Regel in den Mainstream-Medien fast gar nicht erwähnt.


    Dass die 7.Feldspieler-Regel so wenig Beachtung findet, liegt aber m.E. daran, dass sich ja eigentlich nicht viel ändert.

    Vorher war es erlaubt, einen 7. "Feldspieler" zu bringen, jetzt ist es erlaubt.
    Der einzige Unterschied ist doch, dass er kein Leibchen mehr anhaben muss (und dann auch nicht in den eigenen Torraum darf).

    Für die Zuschauer ist das ziemlich irrelevant.
    Zumal die meisten doch eh weiterhin mit Leibchen spielen werden, damit der halt notfalls auch Torwart spielen kann.


    Einzige sinnvolle Neuerung ist in meinen Augen der 7. Feldspieler. Das eröffnet schon eine Menge neuer taktischer Möglichkeiten, mit einem echten 7. Mann zu spielen und nicht einen gehemmt durchs Leibchen zu haben, der sich nicht traut, aufs Tor zu werfen.


    Das verstehe ich nicht.

    Was ändert denn die neue Regel daran?

    Er wird immer noch nicht aufs Tor werfen, weil das eigene Tor leer ist. Das hat mit der neuen Regel nichts zu tun.

    Der Vorteil ohne Leibchen ist halt, dass irgendein Feldspieler rausgehen kann (und nicht nur der mit Leibchen).
    Der Vorteil mit Leibchen ist, dass der Spieler notfalls als Torwart aushelfen kann.

    Und das mit dem doppelten Vorteil in den letzten 30 Sekunden, wenn der Ball im Spiel ist, ein Foul nach 8:5 passiert,
    der Mitspieler des Gefoulten aber noch frei aufs Tor werfen kann, verwirft, und es trotzdem 7-Meter gibt - das geht auch gar nicht.

    Die Regel gabs doch in der 1. Liga schon; galt das mit dem doppelten Vorteil da auch schon?
    Gab es so eine Szene?

    Das versteht doch dann kein Mensch (und zwar in keiner Liga).
    Find das völlig unlogisch.

    Da führt ein Foul zu einer roten Karte und zwei klaren Torchancen. :pillepalle:

    Vier Anmerkungen zu den neuen Regeln:


    1. Ich stelle mir vor, es steht 10 Sekunden vor Schluss Unentschieden, Rot fängt hinten den Ball ab, will den TG laufen.
    Ein Blauer stößt den Roten um (Foul nach 8:5). Der Rote hatt es aber im letzten Moment noch geschafft, den Ball zu einem Mitspieler nach vorne zu werfen. Der Mitspieler steht ganz frei vor dem Tor, wirft - und der Tortwart hält.

    Dann geb ich Rot (ohne Bericht) für den Blauen - und trotzdem 7-Meter für Rot?

    Das will ich gerne sehen, was dann in der Halle los ist. :lol:


    2. Ich glaube, dass es deutlich mehr Zeitstrafen geben wird.

    Denn wenn ein Spieler gefoult wird und behandelt werden muss, ich mir aber nicht sicher bin, ob es progressiv zu ahnden ist, habe ich bisher nicht bestraft.

    Jetzt werde ich im Zweifel eher bestrafen, weil sonst nämlich der Angreifer "bestraft" wird. Dann doch lieber der, der gefoult hat, und nicht der, der gefoult wurde.


    3. Wie das mit dem Zählen der Angriffe gehen soll, ist mir ein Rätsel. In unteren Ligen kriegen Zeitnehmer und Sekretär ja so schon Etliches nicht mit, und jetzt sollen sie Angriffe zählen?

    Vor allem: Wann ist denn ein Angriff beendet?
    Habe zuletzt ein Jugendspiel gesehen, wo es innerhalb von 30 Sekunden oder so 6 oder 7 Fehlpässe zum Gegner gab. Rot wirft zu Blau, Blau wirft zu Rot, Rot wirft zu Blau usw.
    Dann sind doch regeltechnisch die drei Angriffe beendet, oder? Weil, wenn der Gegner in Ballbesitz kommt, ist der Angriff ja vorbei.

    Und das sollen sonntags morgens Eltern von Kindern in der D-Jugend entscheiden, die seit einem Jahr Handball spielen? ?(


    4. Ich glaube, dass gerade die jungen Schiedsrichter (14-jährige z.B.) durch die Verletzten-Regel noch überforderter sein werden, als sie es so schon sind.
    Die geben halt kaum Strafen. Und gerade in den Klassen (D und C-Jugend Kreisliga) müssen sehr oft Spieler behandelt werden.
    Und dann müssen die, die hart gefoult werden, noch für drei Angriffe raus, weil die Jungschiedsrichter nicht den Mut hatten, den Abwehrspieler zu bestrafen?
    Ich will nicht wissen, was dann in der Halle los ist. Und vor allem merken das ja auch die Angreifer: "Aha, ich kann den umhauen - und damit nicht nur den Angriff unterbrechen, sondern den Spieler, den ich umhaue, auch noch für drei Angriffe nach draußen schicken". :pillepalle:


    Es mag sein, dass die meisten Neuerungen für den Erwachsenen-Bereich und den Leistungsbereich in der Jugend gut sind.
    Aber gerade im Kinderbereich, und gerade bei Jungschiedsrichtern, wird es Chaos geben!

    Ich habe für die Szene in Mannheim auch kein Verständnis.

    Und zwar, weil nicht nur in der Situation ein Fehler passiert ist, sondern auch vor dem Spiel.
    Das muss man bei der Klasse erwarten können, dass die bei Pokalspielen vorher die Sonderregeln
    besprechen!

    Nur der Unterschied ist halt der Grad der Unsportlichkeit.

    Das Ballmitnehmen hat man schon zigmal gesehen.

    Aber dass ein Spieler, ohne dass sich ein Wechsel auch nur anbahnt, in so ner Phase
    einfach als achter Spieler aufs Feld läuft, hab ich noch nie gesehen - und selbst Peter Rauchfuß scheinbar nicht.

    Ich stell mir vor, das wär ein Franzose gewesen - dann wär in Handballdeutschland der Teufel los gewesen.
    Dann hätte es die Diskussion, ob Absicht oder nicht, gar nicht gegeben (weil sich die allermeisten bei "Absicht" einig gewesen wären).

    Je öfter ich die Szene sehe, desto schwerer fällt es mir, an ein Versehen zu glauben. Denn Ernst rennt nicht nur als achter Spieler drauf,
    sondern er läuft auch noch ganz gezielt die Mittellinie entlang (auf dem verlinkten Bild auf Seite 18 zu sehen), guckt zum Ball - und zieht erst dann zurück, als er sieht, dass der Ball wegfliegt. :mad:

    Ein Skandal ist eher der Unsinn den hier einige fabulieren...Ernst ist schlichtweg aufs Feld gelaufen als er sah wie der Anwurf der Norweger Richung DeutscheHaelfte fligund die Sache gegessen war...er war schlichtweg einfach zu stuermisch...aber das passt ja nicht ins Weltbild einige hier

    Nein, das stimmt einfach nicht!

    Er war schon längst auf'm Feld, als der Torhüter den Ball noch in der Hand hatte!!!

    https://twitter.com/MogensenThomas/status/693183856820785154

    Erst vier Sekunden nach ihm laufen die anderen zum Jubeln aufs Feld!

    Man kann aber so ne Situation auch nicht einfach totschweigen.

    Ich habe schon viele Wechselfehler gesehen:

    Wenn z.B. beim Wechseln ein Spieler von draußen reingeht, bevor der andere draußen ist.
    Oder dass einer außerhalb der Wechselmarke raus- oder reingeht.
    Oder dass ein Spieler nach einer Zeitstrafe zu früh wieder draufläuft.
    Alles schon zigmal gesehen.

    Aber dass ein Spieler in so einer Phase einfach so als 8. Spieler aufs Feld läuft, um zu verteidigen,
    habe ich NOCH NIE gesehen (dass darunter auch noch zwei Torhüter waren, kommt noch obendrauf).

    In der Bundesliga nicht, bei großen Turnieren nicht; und bei hunderten Amateur- und Jugendspielen auch nicht.

    Für mich ist diese Szene viel mehr ein Skandal als überforderte portugiesische Schiedsrichter.

    Wäre die Szene auf der anderen Seite gewesen, wären ARD, ZDF, Bob Hanning und BILD Hand in Hand Sturm gelaufen,
    und würden es immer noch tun.

    Die Unschuldsvermutung war in diesem Forum ja noch nie besonders en vogue, aber wenn ich hier so richtig mitlese, scheint eine Intention ( ob nun von Sigurdsson, Ernst, den Cos oder sonstwem) ja weitestgehender Konsens zu sein. Finde ich ehrlich gesagt leicht daneben.

    Naja, bei dem Melsunger war es ganz klar, weil man das auch schon oft gesehen hat und das Motiv ganz klar war.

    So ne Aktion wie von Ernst hab ich aber z.B. noch nie gesehen.

    Völlig unverständlich, was in dem vorging.


    Was für Absicht spricht, ist Folgendes:

    Hätte ein Spieler den Anwurf verhindert, wär er gesperrt gewesen.
    Komischerweise machte keiner Anstalten, dies zu tun.

    Bei Wechselfehler in der Situation gibt es keine Sperre. Die würde es bei einem zusätzlichen Spieler nur geben, wenn eine klare Torgelegenheit
    verhindert worden wäre - und das kann nicht der Fall sein, wenn der Ball gar nicht im Spiel ist.

    Wenn das so Absicht war, dann war das nicht einfach nur ne taktische Anweisung oder Spontanaktion, sondern richtig durchdacht und abgewogen.


    Nur was ich an der Absichts-Theorie nicht ganz verstehe: Es ist doch das Ziel der Spieler in solchen Situationen,
    1. den schnellen Anwurf zu verhindern und 2. Zeit runterlaufen zu lassen.
    Bei der Aktion, und wenn das Kampfgericht richtig reagiert, passiert aber doch genau das Gegenteil: Die Zeit wird schnell angehalten.
    Dann hätte es zwar keine Sperre gegeben, aber die Norweger hätten auch mehr Zeit gehabt.
    Das macht irgendwie keinen Sinn.


    Ich weiß es nicht.

    Einzig wegen der Qualifikation für die Olympischen Spiele bin ich nicht komplett tiefenentspannt, würde der Weg über die Quali-Gruppe doch etwas schwieriger werden. Dort langt dann halt nicht 1 guter Tag.

    Ja, das Olympia-Turnier könnte ein Problem werden.

    Denn wenn wir jetzt Vize-Europameister werden, aber es zum zweiten Mal in Folge nicht schaffen, bei Olympia dabei zu sein,
    gerät die EM schnell in den Hintergrund.

    Bei der Handball WM in Deutschland waren alle Endrundenspiele ausverkauft und nicht nur wenn Deutschland gespielt hat.

    Auf dem Papier ausverkauft mag sein - aber voll nicht.

    Ich kann mich z.B. an das Viertelfinale Frankreich - Kroatien erinnern, das nach Deutschland - Spanien in Köln stattfand.

    Die Karten galten ja für beide Spiele - und da sind ETLICHE Leute nach dem Deutschland-Spiel nach Hause gegangen.

    Mehr als 2/3 gefüllt war die Halle in meiner Erinnerung nicht - wenn überhaupt. Und ne Stimmung wie auf'm Friedhof.

    Freundschaft!

    Wer sagt denn, daß eine eventuelle Zeitstrafe des Kampfgerichtes genau zum Zeitpunkt des Betretens des Spielfeldes ausgeprochen worden wäre? Zu sehen, daß acht Spieler auf dem Feld sind und dann noch einmal zu zählen, um sicher zu sein, geht nicht seriös in einer Sekunde.

    Ja, gut, dann wären es halt noch 3 oder 2 Sekunden gewesen. Das ist aber Erbsenzählerei.

    Wenn ein Spieler einfach so, ohne dass sich irgendein Wechsel anbahnt, aufs Feld läuft, muss man von dem Kampfgericht bei so nem Turnier einfach erwarten können,
    dass sie reagieren, und zwar zügig.

    Ich glaube auch nicht wirklich an eine Spielwiederholung, aber in einem Punkt liegt ihr m.E. falsch:

    Ihr argumentiert immer damit, wo der Ball war und was die Norweger gemacht haben usw.
    Das fand aber ja alles erst NACH dem Wechselfehler statt (er lief sofort nach dem Tor aufs Feld).

    Es geht hier um einen Wechselfehler - und da spielt es gar keine Rolle, wo der Ball war o.ä.
    Und was nach dem Wechselfehler passiert, ist eh egal.

    Sondern man muss sich doch fragen, was wäre richtig gewesen und was wurde entschieden.

    Und richtig wäre die sofortige Unterbrechung bei ca. 69:56 (er rennt vier Sekunden vor den anderen aufs Feld; und zwar nicht zum Jubeln, sondern zum Verteidigen!; die Sirene ist da nicht genau zu hören), Hinausstellung und Anwurf Norwegen gewesen!

    Und dass es das alles nicht gab, ist m.E. sehr wohl spielentscheidend.

    Wo nach dem Wechselfehler der Ball war und was die Norweger gemacht haben, darf eigentlich KEINE Rolle spielen!


    Für mich muss die Frage lauten: Ist es eine Tatsachentscheidung des Kampfgerichtes (gibt es das überhaupt regeltechnisch?)
    oder ein Regelverstoß? DAS ist der entscheidende Punkt. Und ich kann mich an einen Fall vor einigen Jahren aus der 2. Liga
    erinnern, als sowas durch mehrere Instanzen ging, und sich selbst die deutschen Sportgerichte in der Frage nicht einig waren, ob
    man das Prinzip der "Tatsachenentscheidung" auf das Kampfgericht übertragen kann oder nicht. Da hat das höhere Gericht das andere überstimmt.

    Ich glaube auch nicht wirklich an eine Spielwiederholung, aber 100%ig sicher ist das m.E. nicht.

    Nee stimmt nicht? Warum die Norweger hätten vor dem Spiel Kroatien-Polen im Direktvergleich zwischen den 3 +5 Tordifferenz, Polen -2, Kroatien -3. Warum Chancen gleich 0? Heisst ja nicht, dass es keine Chance gegeben hätte, bzw. dass es nicht stimmt, was ich geschrieben habe :hi: . Die Kroaten hätten dann 8 Tore, eventuell nach Endergebnis weniger Tore gebraucht, um an den Norwegern und Polen vorbeizuziehen. Nichts unmögliches im Handball.

    Auch im Dreiervergleich zählen erstmal die Punkte untereinander!

    Norwegen hat sowohl gegen Polen als auch gegen Kroatien gewonnen, also wäre dann
    natürlich Norwegen weiter gewesen - unabhängig von dem Torverhältnis!