Beiträge von Rheiner

    Finde ich gut erklärt, bin da auch bei Dir. Aber de facto gilt diese Regel halt im Pokal nicht, das ist ja das Kernproblem.

    Schon klar!

    Ich wollte nur mal diese Verhältnismäßigkeit aufgreifen, die jetzt dauernd diskutiert wird.

    Gerade in Situationen wie gestern finde ich Siebenmeter viel verhältnismäßiger als den Abwurf.

    Bei Siebenmeter wird der Verursacher bestraft, bei Abwurf (und zwangsläufig verlorenen Sekunden und einer Abwehr, die sich
    in aller Ruhe beim Time-Out hinten positionieren kann) die andere Mannschaft! Das ist der Unterschied.

    Jetzt mal etwas zur Verhältnismäßigkeit, weil da alle drüber reden:

    Habe mir die Szene gerade noch mal angeguckt.

    Bei 59:55 wurde Abwurf gepfiffen. Natürlich ist dann noch ein Gegenstoß möglich.

    Schneider nimmt den Ball nicht nur mit, sondern wirft ihn dann auch noch zur Seite.

    Schiedsrichter geben bei 59:59 das Time-Out-Zeichen.

    Dann wäre also noch eine Sekunde zu spielen gewesen (die Zeit kann ja nicht beliebig zurückgestellt werden,
    sondern auf den Zeitpunkt des Time-Outs-Zeichens durch die Schiedsrichter).

    Also, Abwurf bei noch einer Sekunde zu spielen (merke: Bei einem Abwurf muss nicht wie bei einem Freiwurf noch die Wirkung abgewartet werden, sondern der Abpfiff beendet die Szene).

    Schneider hätte genau das erreicht, was er wollte - nämlich den RNL die letzte Chance zu nehmen.
    Er hat 4 von 5 verbleibenden Sekunden von der Uhr genommen!

    Selbst wenn die Sport1-Uhr jetzt nicht ganz korrekt war: Zwischen Abwurf- und Time-Out-Pfiff lagen 4 Sekunden - die wären weg gewesen.

    Und dann einfach Abwurf?

    Das findet ihr verhältnismäßig?

    ?(?(?(

    Meinetwegen auch rot. Warum es aber für keine verhinderte Torchance einen 7m gibt, muss man mir mal logisch erklären. Oder ist irgendjemand der Meinung, dass da noch hätte ein Tor fallen können?!

    Der Melsunger war auf jeden Fall der Meinung!

    Denn - noch mal: Das war GANZ EINDEUTIG zu sehen, dass er das genau deshalb gemacht hat, um den RNL die letzte Chance zu nehmen.

    Genau für solche Aktionen wurde diese Regel eingeführt (erst Rot mit Bericht und später in der Bundesliga 7 Meter statt Bericht).

    Unabhängig davon, ob die Regel im DHB Pokal angewendet werden darf oder nicht. Kann mir mal jemand regelkundiges erklären, ob das korrekt ausgelegt wurde?

    Ja, wurde es. Ball war nicht im Spiel und es wurde die Ausführung eines formellen Wurfes (hier Abwurf) verhindert, indem der Melsunger den Spieler nicht sofort freigegeben hat.

    Regel 8:10 c). Im Amateurbereich gibt es DIsqualifikation mit Bericht und Fortsetzung mit dem Wurf, auf den entschieden worden war (hier Abwurf).

    In der Bundesliga gibt es aber statt des Berichtes 7-Meter!

    Wie es jetzt im Pokal ist, ist die entscheidende Frage. Das konnte ich bisher nirgendwo finden.


    Noch ein Wort zu der Regel: Die Änderung wurde vor der Saison von der Mehrzahl der Handballfans (auch hier im Forum) als gut befunden.
    Es ist einfach grob unsportlich, den Ball am Ende nicht freizugeben und so der anderen Mannschaft die Chance zu nehmen, den Gegenangriff zu fahren.

    Und genau das war ja auch die Absicht des Melsungers hier! Die "ein, zwei Meter", von denen jetzt dauernd gesprochen wird, sind
    bei der Schnelligkeit eben die entscheidenden ein bis zwei Meter - gerade wenn nur noch 5 Sekunden zu spielen sind. Genau darum hat der
    Melsunger das ja gemacht.

    Eine Sperre bringt der benachteiligten Mannschaft nichts mehr - ein Siebenmeter sehr wohl.
    Und darum finde ich die Regel gut.

    Vom Melsunger war es 1. sehr unsportlich und 2. auch sehr dämlich (falls diese Regel auch im Pokal gelten sollte; denn dann müsste
    er das wissen).

    Also, WENN die Regel für den Pokal nicht gelten SOLLTE, wird es ein Wiederholungsspiel geben.

    Denn dann könnte es regeltechnisch nicht von Abwurf (der ja noch nicht ausgeführt war) zu Siebenmeter gehen.

    Das wäre dann ein klarer Regelverstoß.

    Aber bei zwei DHB-Schiedsrichtern plus DHB-Beobachterchef Thorsten Zacharias und einer Auszeit, wo die ja Zeit hatten,
    sich darüber abzustimmen, halte ich es für unwahrscheinlich, dass alle drei nicht wissen, in welchem Wettbewerb die
    Regel angewendet wird.

    Wobei mich der Spielberichtsbogen hier interessieren würde, so ganz steig ich da noch nicht durch bei deiner Schilderung.

    Jetzt kann ich das nachliefern. Hier die Vorderseite eines leeren Spielberichtes:

    Startseite

    Für die Offiziellen kann man also nur eine Verwarnung, eine Zeitstrafe und eine Disqualifikation
    mit Bericht eintragen. Das Feld für eine D ohne B ist belegt.

    Genau das war auch ein "Beleg" im Kreis dafür, dass angeblich jede Disqualifikation
    für einen Offiziellen automatisch eine mit Bericht sei (und man da eine Sperre aussprechen könne).
    Und weges dieses Spielberichtsbogens hatte ich auch kein Gegenargument.

    Jetzt mal von dem konkreten Fall hier weg:

    Wie würdet ihr hier eine Disqualifikation ohne Bericht für einen Offiziellen eintragen?
    Also eine "aufsummierte" (erst Verwarnung, dann Hinausstellung, dann motzt der Offizielle weiter).

    Ok, also den Schiedsrichtern wird im Urteil unterstellt 1. die Situation richtig wahrgenommen zu haben und 2. in der Verhandlung darüber gelogen zu haben.

    Korrekt?

    Mir ist jetzt aber nicht klar, wieso sie, laut des Gerichtes, falsch entschieden haben sollen?

    Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten:

    1. Regelunkenntnis

    2. Absicht

    Was wird hier jetzt angenommen?

    Das angebliche "Motiv" ist mir nicht klar.

    Da wird/wurde das Spiel aber nicht wiederholt, sondern mit der Wiederholung des Elfmeters fortgesetzt.
    Ist das beim Handball nicht möglich?

    Darum ging's mir gar nicht.

    Ich wollte aufzeigen, was eine Tatsachentscheidung (Phantomtor in Hoffenheim) und was ein Regelverstoß (Elfmetersituation beim Länderspiel) ist.

    Diese Unterscheidung gilt beim Handball eigentlich so wie beim Fußball.

    Wäre es nicht möglich, dass die anschließende Spielunterbrechung und Diskussion, bei der die Schiedsrichter sicherlich darauf hingewiesen wurden, dass sie einen Fehler gemacht haben, erst zur Entscheidung "Wiederholungsspiel" geführt haben könnte? Will sagen: Wenn das Spiel einfach weitergelaufen wäre -> Tatsachenentscheidung. Da die Schiedsrichter aber auf ihren Fehler hingewiesen wurden und sie die Möglichkeit hatten, anders zu entscheiden, dies aber nicht getan haben -> Regelverstoss?

    Nee, das kann kein Argument sein.

    Wenn jede falsche Wahrnehmung der Schiedsrichter durch Hinweise der benachteiligten Mannschaft zum Regelverstoß wird,
    werden ja andauernd Spiele wiederholt.

    Beim Fußball gelten ja die gleichen Kriterien bzgl. Tatsachenentscheidung/Regelverstoß.

    Brych wurde bei Hoffenheim - Leverkusen letztes Jahr auch darauf hingewiesen, dass der Kopfball von Kießling
    nicht im Tor war (bei dem kaputten Tornetz). Trotzdem war es eine Tatsachenentscheidung und der Einspruch wurde abgewiesen.

    Aber vor Kurzem der Fehler beim Elfmeter bei dem Länderspiel. Wo die deutsche Schiedsrichterin bei einer zu früh einlaufenden Spielerin auf Freistoß statt auf Wiederholung entschied - das war ein Regelverstoß und so wurde auch entschieden.

    Und diese Unterscheidung gilt beim Handball eigentlich genauso.
    Falsche Wahrnehmung - Tatsachenentscheidung.
    Falsche Anwendung der Regeln auf die Wahrnehmung - Regelverstoß.

    Ich kann's nicht nachvollziehen.

    Regelverstoß heißt doch, dass die Schiedsrichter die Regeln falsch auf ihre Wahrnehmung anwenden.

    Wie soll das denn hier begründet werden?

    Die Schiedsrichter haben wahrgenommen, dass es der Feldspieler war, aber nicht gewusst, dass es dann 7-Meter gibt?
    Es gab doch noch nicht mal Freiwurf, oder?
    Also heißt das, dass ein Zweitligagespann nicht weiß, dass es nicht erlaubt ist, wenn ein Feldspieler den Ball im eigenen
    Torraum abblockt?

    ?(

    Macht wenig Sinn.

    Aber ich habe schon albenere Urteile des Gerichtes gesehen, die dann vom höheren Gericht aufgehoben wurden.

    Wenn's da für den Gegner noch um was geht, würd ich das anfechten.

    Ich glaube nicht, dass die "Regelverstoß"-Argumentation dann hält.