Eine starke Torwartleistung von Finn Zecher (bzw. schlechte Wurfauswahl der VfL-Spieler) reichen dem TBV Lemgo leider zum Einzug ins Final Four. Handballerisch überzeugend war der Auftritt der Gäste nicht. In der Schlussviertelstunde viel Standhandball und kaum ein Lemgoer Angriff ohne passives Vorwarnzeichen - aber viel zu oft fand der letzte Wurf doch noch den Weg ins Tor. Unterm Strich bleibt das fahle Gefühl einer vermeidbaren Niederlage - ähnlich wie vergangenes Jahr im DHB-Pokal-Viertelfinale gegen Erlangen.
Das Final Four wäre eine Sahnehäubchen auf eine bislang gute Saison gewesen. Jetzt gilt das Augenmerk wieder vollkommen der Liga.
Die Sichtweise kann ich gut nachvollziehen. Im Falle eines Sieges vom TBV wäre ich wohl auch der Ansicht gewesen, dass der TBV unnötig verloren hätte - kurz vor der Halbzeit (ca. 12 Sekunden) ist Lemgo ohne angezeigtes Zeitspiel mit 5 Toren vor, verliert den Ball und ermöglich dem VFL einen erfolgreich abgeschlossenen Tempogegenstoß, statt der möglichen 6- geht man mit einer 4-Tore-Führung in die Haölbzeit. Dann kommt der VFL für meine Begriffe schwach mit unvorbereiteten Abschlüssen aus dem Rückraum und Ballverlusten aus der kabine, doch der TBV seinerseits vergibt einen Tempogegenstoß und erlaubt sich in der 2./3. Welle seinerseits - vom gemütlichen Sitzplatz auf der Tribüne aus gesehen - überflüssige Ballverluste in überhastetem Aktionismus.
In der Offensive lebte Lemgo dann nach der auf einem Tor geschmolzenen Führung hautsächlich von Suton und Huteczek, die im permanten 7-6 mit ein wenig Unterstützung von Freddy Simak und gelegentlich den Außen (eher Kian Schwarzer als Lukas Zerbe positiv auffallend, Stichwort Quote) die Hauptoptionen waren. Man muß sagen m. E., dass der TBV sich auch im 7-6 schwer tat, doch das galt im gebundenem Spiel ebenso für den VFL.
Für mich ein insgesamt keineswegs unverdienter, erkämpft-erwürgter Sieg ;-), an dem Finn Zecher sicher sehr großen Anteil hat, der für mich das Torhüter-Duell klar gewonnen hat und immer, wenn es ganz eng zu werden drohte, die Kiste zugenagelt hat.
Ansonsten war es für mich der erste Besuch in der Schwalbe-Arene - prima Halle, finde ich, der Kontakt zu den VfL-Fans in und um der halle herum auch sehr angenehm - ein Brauhaus in fußläufiger Nähe zur Halle sollte ohnehin für allle Bundesligisten verpflichten sein, finde ich persönlich viel wichtger als 4 Tribünen. 