Freundschaft!
FORUM/UNRUHE: Daß es im SCM-Forum drunter und drüber geht, erinnert mich an die mediale Sichtweise auf Parteien. Wenn eine Person die Richtung vorgibt und alle anderen duckmäusern, dann ist das Einigkeit. Wenn Leute über die politische Richtung debattieren, dann ist das Chaos. Es ist ganz einfach. In Magdeburg laufen Dinge seit Jahren kollosal falsch. Und im Forum gibt es eben Leute, die das erkannt haben (besser als die Verantwortlichen) und das auch en Detail herausgearbeitet haben. Weil aber seit Jahren nicht passiert bzw. immer weiter die gleichen Fehler gemacht werden, drehen sich die Argumentationen immer wieder im Kreis und manch einem geht das dann auf die Nerven. Es sind aber die die Diskutanten, die die Problem sind, sondern die Dilettanten, die für den sportlichen Kurs verantwortlich zeichnen. Denn sowohl vom inhaltlichen als auch vom Humorwert (Zynismus vom feinsten) bieten die paar übrig gebliebenen Hanseln (zu Hochzeiten war das SCM-Forum nur ganz knapp hinter dem Traffic der HE) ein hohes Niveau. Ich kann keine Unruhe in Magdeburg ausmachen. Es ist schlicht Unfähigkeit das Problem und noch viel schlimmer, daß es keine übergeordnete Instanz die Probleme der Ebene darunter erkennen kann oder will. Es ist eigentlich viel zu ruhig, für den Müll, der da so angeboten wird. Langsam scheint es sich aber auf den Verkauf der Tageskarten durchzuschlagen. Dann wollen wir mal sehen, ob es auch dann noch so weiter geht.
"LEMGO"/WIRTSCHAFTLICHKEIT: Man kann den SCM nicht mit dem TBV vergleichen. Magdeburg ist eine Großstadt. Lemgo ist eine Mittelstadt. Der SCM zieht etwa 6000 Zuschauer. der TBV 3000. Grob gesagt. Der TBV ist von regionaler Bedeutung. Der SCM von überregionaler und dazu ist er noch immer das ostdeutsche Aushängeschild im Handball und eine der größten Marken im Ostsport. Das sieht man auch der der TV-Präsens. Man kann das nicht vergleichen. Lemgo ist vielleicht auch einfach ein bißchen zu klein für die HBL der Neuzeit. Das sah in den 1990ern noch anders aus. Außerdem ist der SCM wirtschaftlich auch exzellent geführt, was die Einnahmeseite angeht. Da braucht man keine Abstriche zu machen. Der Knackpunkt ist, daß das Geld nicht sinnvoll ausgegeben wird. Es kommt im SCM-Forum immer mal die Frage auf, ob Schmedt denn die wirtschaftliche Seite gut abwickelt. Das ist keine Frage, wenn man nur die Einnahmeseite bzw. die Bilanzentwicklung bewertet. Da die HMD GmbH nicht den Zweck hat, große Gewinn zu realisieren, sondern ein Finanzierungswerkzeug für eine Profimannschaft darstellt (übrigens 100 % Vereinsbesitz), muß man die Frage nach Einnahme- und Ausgabegesichtspunkten bewerten. Und da kann man dann klar sagen, daß man Geld verbrennt. Man reißt sich mit dem Arsch ein, was man mit den Händen aufbaut. Ergo kann man nicht so rundweg sagen, daß Schmedt gut wirtschaftet. Die Möglichkeiten für ganz anderes wären da.
EINKÄUFE/ENTWICKLUNG: Sicher ist es das größere Problem, daß die Neueinkäufe nie ganz die Klasse haben, die man erwartet oder auch bezahlt. Das ist das Hauptproblem. Trotzdem ist auch die Entwicklung der Spieler im Club nicht mehr die, die es mal gab. Klar hat man damals Topleute wie Kervadec geholt oder Toptalente wie Tkaczyk. Aber als Beifang von Kervadec eben auch einen 27jährigen Abati, der vorher nicht groß aufgefallen ist. Er hatte ein paar Länderspiele, aber er hat sich erst um die 30 in die Turnierkader der Franzosen gespielt. Diese sportliche und menschliche Entwicklung hätte er sicher nie gemacht, wenn er in Frankreich geblieben wäre. Und da gab es auch den einen oder anderen Jugendspieler, der was aus sich gemacht hat. Wenn man mal die letzten Jahre Revue passieren läßt, gibt es mit Matthias Musche einen einzigen Spieler, der eine substantielle Entwicklung hingelegt hat. Unter all den Einkäufen und hochgezogenen Jugendspielern. Kein einziger Einkauf hat einen Leistungsprung in Magdeburg vollzogen. Keiner. Das ist sehr wenig. Ich glaube z.B. daß Dario Quenstedt auf einem anderen Niveau wäre, wenn er in die damalige Meistermannschaft gekommen wäre.