Freundschaft!
Mit welchem Trainer, der auch verfügbar ist, wären sie denn erfolgreicher?
Mit Petkovic. Aber der ist jetzt vom Markt.
In Berlin ist genau das Ding passiert. Erlingur mußte nicht gehen, weil die Punktausbeute nicht geut genug war, sondern weil die Entwicklung der Mannschaft negativ gesehen wurde.
Kein anderer Trainer kann garantieren, daß es weniger als vier Minuspunkte in einer Halbserie sein würden. Aber die Chance, daß ein anderer Trainer der Mannschaft neue Impulse verleiht, ist groß. Spielerisch ist es seit Jahren mau. Das ist wohl auch außerhalb Kiels bekannt. Es ist die Crux der so stark gespreizten Leistungsfähigkeit der Liga. Mit dem THW gewinnt man 28 Spiele sowieso. Und dann gibt es noch sechs weitere, in denen "Klassement" gemacht wird. Da kann dann ein ausgewähltes Spiel bei Sieg oder Niederlage schon Meister oder Platz drei bedeuten. Weil es aber so wenige Spiele sind, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, daß man sich stabil in einer Zone befindet, in der es nicht zur Meisterschaft reicht, aber auch nicht schlecht genug, daß der Verein in eine Ergebniskrise kommt. Wenn man also nicht nach dem geht, was auf dem Feld zu sehen ist, sondern nur nach den Punkten, dann wird der Trainer auch dann noch unantastbar sein, wenn man ihn eigentlich wechseln sollte. Und so verbaut man sich dann eventuell Meisterschaften, die man andernfalls vielleicht holen würde. Weiß man aber vorher natürlich nicht.
Man sollte auch nicht vergessen, daß einem auch ein Amt Gewicht verleihen kann. Da wird einer in der Öffentlichkeit als ein Großer wahrgenommen, weil er Bundestrainer ist. Oder eben beim THW. Und letztlich färbt da die Substanz der Mannschaft auf den Trainer ab. Weil man mit einer Mannschaft gar nicht unter ein bestimmtes Niveau fallen kann, wird man ganz automatisch als Toptrainer wahrgenommen. Es weiß aber keiner, wie andere Bundesligatrainer mit dem THW abschneiden würden. Es waren jetzt in den letztwn 24 Spielzeiten zwei Trainer. Da ist es schwierig zu sagen, wie groß der Anteil des Trainers am Erfolg ist und wie groß der des Vereins. Dafür hätte man öfter mal wechseln müssen. So ist schwer zu beurteilen, wie up-to-date auch die Methoden noch sind.