Beiträge von ALF

    Freundschaft!

    Wenn der Handball in Deutschland eine Perspektive
    haben will, muss eine Quote für deutsche Junioren-Nationalspieler her. In Frankreich funktioniert das. Dort bekommt jeder Jun-Nat.-Spieler der sich dem Profihandball stellen will, einen Platz in der ersten Liga. Wenn wir auf der Nationalmannschaftsebene wieder Erfolge sehen wollen, müssen wir Klasse exportieren, statt Masse einzukaufen.[/font]


    Ich halte nichts von einer Quote. Das Ding muß über die Masse an talentierten Nachwuchsspielern laufen. Je mehr davon da sind, desto mehr schaffen es auch in den Profibereich. Und positive Beispiele führen dann dazu, daß sich andere Vereine dann ebenso um solche Spieler bemühen.

    Ich freue mich jetzt im stillen Kämmerlein, daß jetzt die Nachwuchspolitik bemängelt wird, genauso wie ich mich 2007 geärgert habe, daß damals viele meinten, es wäre ja alles in Ordnung. Das war es damals eben nicht. So wie heute eben nicht alles schlecht ist. Die Situation von damals hat sich ins Gegenteil verkehrt.

    Heute ist die Lage viel besser, als sie durch das Scheitern gegen Polen wahrgenommen wird. Mir soll es recht sein, wenn das zu weiteren Anstrengungen im Nachwuchsbereich führt. Aber auch so schlagen die Maßnahmen der letzten fünf Jahre doch an. Es ist ja längst nicht mehr so, daß ein Frank von Behren wie ein Schatz gehütet wurde, weil da mal ein Spieler kam. Wir haben heute schon wieder deutlich mehr Nachwuchs als vor zehn, zwölf Jahren. Und ich denke, daß das einerseits noch deutlich mehr wird und sich das ja auch aufsummiert, wenn das so weiter geht. Die Spieler hören ja nicht mit 25 Jahren auf.

    Freundschaft!

    Übrigens fand ich am Fernseher die Polen meist lauter. Das mit den 6 Toren hat sich wohl eher auf den SCM bezogen.


    Ich habe es ja schon geschrieben. Der Plan ging nicht auf, weil zuviele andere Zuschauer drin waren. Das hat nichts damit zu tun, daß der SCM nicht gespielt hat, sondern mit den Leuten, die in der Halle waren. 2007 bei der WM hat auch nicht der SCM gespielt. Dort hat die Halle Island gegen Frankreich zum Sieg getragen. Und in ihrer vollen Wucht, kann die Halle sowohl gegnerischen Spielern das Selbstbewußtsein rauben wie Schiedsrichter umkippen lassen. Ich habe es oft genug erlebt.

    Diese original BLH-Stimmung auf ihrem Topniveau hätte die Mannschaft heute durch die Schwächephase getragen und wäre für ein paar Tore gut gewesen. Glaubt es oder glaubt es nicht. Heute waren aber in erster Linie Handballtouristen aus ganz Deutschland in der Halle. Was okay ist bei einem Spiel der Nationalmannschaft. Aber den Hintersinn dieser Ansetzung leider unterlaufen hat.

    Freundschaft!

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jetzt der Jugendwahn ausbricht. Wer aus dem aktuellen Kader hat seine Tauglichkeit vermissen lassen?


    Also Kneer braucht es nun wirklich nicht. Der hat auch kaum gespielt in diesen Duellen gegen Polen. Da gibt es mit Andreas Schröder und Fynn Lemke zwei Spieler auf der Position, die nach zwei guten Jahren in der Bundesliga soweit sind, auch mal die Chance in der Nationalmannschaft zu erhalten. Die würden dort in erster Linie lernen, sind aber trotzdem schon so gut, daß sie nicht das fünfte Rad am Wagen wären. Auch bei Haaß sehe ich die unbedingte Notwendigkeit nicht. Nur, wer bietet sich da an? Ein Mittelmann mit Abwehrqualitäten ist nicht wirklich zu sehen. Die Talente wie Simon Ernst und Tim Suton sind hier noch nicht soweit, daß man sie mitnehmen sollte/könnte. Das dauert noch zwei Jahre.

    Ansonsten ist die Mannschaft so wie sie gegen Polen gespielt hat, schon recht gut aufgestellt. Leute wie Wiencek, Pekeler, Sellin sind ja schon drin. Letztlich muß sie reifen. Wobei ihr die WM auf jeden Fall geholfen hätte. Schlecht gespielt hat man in beiden Spielen anfangs nicht. Ich war schon begeistert, was da heute in der ersten Halbzeit spielerisch teilweise abgeliefert wurde. Nur leider ist die Mannschaft noch nicht so stabil, daß sie ein Tal im Spiel unbeschadet durchschreiten kann. Und von Heuberger kam da leider gar keine Hilfe.

    Freundschaft!

    Allein bei der Auswahl für die Abstimmung rollen sich mir die Fußnägel hoch. Genau so sollte es doch bitte nicht laufen. Da stehen vier Namen, die für den Weg des geringsten Widerstandes stehen. "Wer wäre denn zu haben?" ist die Frage, die dahinter steht.

    NEIN! So darf es eben nicht laufen. Die Frage muß lauten: "Welchen Trainer will man unbedingt haben?" Im Klartext: Für welchen Trainer würde ich auch eine halbe Millionen Euro Ablöse hinlegen, wenn es denn sein muß? Und wenn man die zusammenkratzen oder abstottern muß. Bei welchem Trainer würde ich ohne zu zögern, das Vertrauen haben, ihm von vorn herein einen Vertrag bis 2020 hinzulegen? Denn das ist das Fernziel: Olympiasieg 2020 - so wurde es proklamiert.

    Für mich muß das ein Trainer sein, der bereits gezeigt hat, daß er besondere Fähigkeiten hat. Es muß ein Trainer sein, der aber trotzdem erst um die 40 Jahre alt ist. Einer der jung ist, noch das absolute Feuer hat und innovativ arbeiten kann und der auch in fünf Jahren noch beweglich im Kopf ist.

    Wir reden hier über Kaliber wie Ljubomir Vranjes, Dagur Sigurdsson oder Patrekur Johannesson. Letzterer wäre mein persönlicher Favorit. Der hat mich schwer begeistert. Sigurdsson fällt sicher raus, weil Hanning da seine Hand drauf hat. Ich glaube, darüber müssen wir nicht reden.

    Wenn ich weiß, wen ich unbedingt will und der Kandidat nicht mit vorgehaltener Waffe zu diesem Posten gezwungen werden müßte, dann lege ich mich als DHB solange krumm, bis ich ihn habe. Und das muß man Ronaldo im Zweifel auch mal arrogant angehen. Nicht überheblich, wie es der DHB schon oftmals gekonnt hat. Aber mit einem sehr gesunden Selbstbewußtsein. Gerade das überzeugt dann vielleicht den Mann, den man haben will.

    Hat man den Trainer dann gefunden, muß natürlich alles nach seinem Konzept ausgerichtet werden. Also die Frage B-Mannschaft, Jugend-Nationalmannschaften (z.B. ob man einen Fäth für die Junioren-Weltmeisterschaft nominieren muß, wenn er beim VfL Gummersbach schon in der Bundesligamannschaft ist und dort stattdessen lieber die Saisonvorbereitung mitmacht) und so weiter.

    Fazit: man sollte einen Fahrplan aufstellen, was man in den nächsten Jahren erreichen will (hat man ja schon getan). Dann stellt man dazu passend ein Profil auf (habe ich für mich hier getan). Dann, und erst dann, überlege ich mir, wer ins Raster paßt. Wenn ich weiß, wen ich will, überlege ich mir, was ich machen muß, ihn zu kriegen (egal wie schwierig das erstmal aussieht).

    Hamster
    Mal ehrlich. Serdarusic wird im September 64 Jahre. Der wäre bei Olympia 2020 bereits fast 70. Was soll das bringen?

    Freundschaft!

    wird bestimmt ein schönes Spiel,für das man nur auf e-bay Karten kriegt.Ich hätte das Spiel in eine größere Halle gepackt


    Und warum? Weil dann mehr Leute in die Halle können? Es geht hier darum, ob der DHB das zweite Turnier in Folge verpaßt. Da ist es völlig egal, ob 3000 Leute mehr in die Halle passen oder nicht. Es geht daraum, daß die Halle die Kulisse erzeugt, die ein paar Extratore bringt. Ich habe es vor Jahren mal statistisch erhoben. Die Bördelandhalle bringt im Schnitt sechs Tore im Vergleich zu Auswärtsspielen zusätzlich. Das war damals klar der Höchstwert in der Bundesliga. Das ist ein Durchschnittswert. In wichtigen Spielen können das durchaus auch noch mehr Tore sein. Die Halle kann einen gewaltigen Einfluß auf das Spiel nehmen. Jetzt muß nur noch das richtige Publikum drin sitzen. Aber ich glaube, da hat man auch gut dran gearbeitet.

    Freundschaft!

    Auch 16 Teams wären gut machbar. Dann spielt man eben in zwei Achter-Staffeln. Mit Hin- und Rückspiel gegen alle aus der eigenen Staffel plus je vier Heim- und Auswärtsspiele gegen die Teams der anderen Staffel. Das wären dann wie heute 22 Spiele. Die ersten beiden pro Staffel kommen ins Final Four (oder alternativ beide Staffelsieger plus die beiden punktbesten Zweiten und Dritten staffelunabhängig). Also gehen würde das.

    Freundschaft!

    Also wer auch immer über die Kommentatoren von Eurosport oder Sport1 schimpft, dem wurde heute aufgezeigt wieviel schlimmer es geht! Immerhin zahlen wir alle dafür und dann so ein unglaublich unterirdischer Schwachsinn.
    Wie kann man minütlich seine Bewertung wechseln und nicht mal elemenatre Grundkenntnisse des Spiels haben. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, da würde jemand ein Spiel mit taktischen Vorgaben aus den 80er kommentieren! GRUSELIG!!


    Ich fand den Kommentator extrem gut. Der ist mitgegangen, ohne auszurasten, war ansonsten sehr sachlich und hat das fachlich am breiteren ARD-Publikum ausgerichtet. Das fand ich angemessen. Und mir hat es gefallen.

    Freundschaft!

    Ich halte Johannes Bitter für den derzeit besten deutschen Torwart. Silvio Heinevetters Leistungen sind einerseits viel zu schwankend (mit Tendenz nach unten in der Rückrunde) und andererseits strahlt er keinerlei Ruhe und Rückhalt aus den diese Mannschaft in schweren Spielen dringend benötigt. Insbesondere im "Spiel auf der Linie" also beim Positionsangriff des Gegners sehe ich Johannes Bitters Stärken, während sich Silvio Heinevetter fast auschließlich mit spektakulären Paraden gegen die Außen oder bei Gegenstößen profiliert. Bei Würfen aus dem Rückraum dient er - überspitzt formuliert - oft bloß dazu den Ball aus dem Netz zu holen.


    Sehe ich nicht so. Einmal halte ich die Sache mit dem Rückraum eher für eine selektive Wahrnehmung, die eher auf der Stärke Heinevetters in den andern Bereichen beruht als anders herum. Belastbar kann ich sagen, daß Heinevetter Bitter in den drei Turnieren, die sie gemeinsam gespielt haben, bei der Quote aus dem Rückraum sogar etwas hinter sich läßt.

    Witzigerweiße haben beiden schon zweimal das Duo gegeben. Und immer wenn sich die Waage in Richtung Heinevetter senkte, war Bitter dann schnell weg. In der Nationalmannschaft und in Magdeburg.

    Die Frage ist für mich aber sowieso nicht relevant. Ich sehe beide als Typ als perfekte Ergänzung, sowohl von der Art zu spielen, wie auch charakterlich. Überhaupt sieht der Kader doch prima aus (statt Roggisch gehört Heinl rein), wenn man von der Schwachstelle Rechtshänder im Rückraum absieht. Da werden wir noch warten müssen, aber die Talente dort gibt es ja. Dissinger leider mit der Verletzungsgeschichte, dazu Kühn, Drux und Lemke sowie Ernst und Suton für die Mitte. Das finde ich schon Klasse. Der eine oder andere wird ankommen. Da bin ich mir sicher.

    Freundschaft!

    Gerald
    Man muß aber auch sagen, daß Magdeburg oder Kiel Großstädte sind. Keine Metropolen, aber das ist wohl eher Vor- als Nachteil für diese Vereine. Und auch der Umzug in die Stadt kann ja erfolgen. Von Dutenhofen nach Wetzlar, von Handewitt nach Flensburg, von Dankersen nach Minden, von Nettelstedt nach Lübbecke, von Großwallstadt nach Aschaffenburg. Das macht doch Sinn und passiert darum auch immer wieder.

    In den Metropolen muß man die Vereine aber mit viel Geld ständig interessant halten. Gelingt das aus den laufenden Einnahmen, dann wächst ein Verein auch an. Wenn nicht, dann wird er irgendwann auch wieder weg sein. Es ist halt ein Problem, wenn man einen Verein künstlich etablieren will.

    Ich habe so den Eindruck, daß man im Handball viel Geld reinpumpen muß, um einen Bundesligaverein in einer Metropole halten zu können, während es beim Fußball umgekehrt ist. Da braucht es viel Geld von Außen, wenn man einen Bundesligaverein in einer zu kleinen Stadt etablieren will (vgl. Hoffenheim, Wolfsburg, Leverkusen oder Ingolstadt). Das spricht ja irgendwo dafür, daß bei Sportarten ihre natürliche Heimat in bestimmten Städten haben. Beim Handball sind das in der Regel Städte zwischen 50.000 und 250.000 Einwohnern.

    Freundschaft!

    Warum wird der Kaiser eigentlich in Magdeburg und Flensburg auch nach (zum Teil) Jahren immer noch so gedisst? Weil er die finanziellen Schieflage aufgedeckt hat? :pillepalle: Er hat doch in beiden Vereinen grundsolide Arbeit geleistet, um nicht gleich davon zu sprechen, daß er diese saniert hat.


    Na das ist doch mal eine sehr gute Frage! Für Flensburg kann ich nichts sagen. Da kenne ich mich nicht aus.

    Für Magdeburg ganz kurz und knackig: weil es nicht so war, wie man es in der Presse lesen konnte und man es auch wissen konnte, wenn man es wirklich wissen wollte. Überregional hat es die Presse nicht groß interessiert, was abging und wenn berichtet wurde, dann wurde eben das verlautet, was von der Vereinsspitze kam. Breit berichtet hat lediglich eine nicht näher genannte Magdeburger Tageszeitung, die jedoch ihre eigene Agenda verfolgt hat und das war nicht die sachgemäße Information für die Öffentlichkeit.

    Das wirklich tolle an der Sache ist, daß die Handball Magdeburg GmbH wie jede Gesellschaft jährlich publizieren muß. Irgendwann mußte da die Hose runtergelassen werden. Und wenn man die Geschäftberichte, die übrigens in mehreren Jahren die Unterschrift Kaisers tragen, gelesen hat, dann ist einem klar, was Sache ist. Und das ist weder, daß Kaiser gute Arbeit gemacht hat, noch daß die Gesellschaft per se saniert werden mußte. Wir hatten es hier mit einer GmbH zu tun, die einen knapp kalkulierten Etat hatte und wenig Reserven, jedoch keine Altlasten (z.B. ganze null Euro Finanzverbindlichkeiten). Es war dann regelmäßig so, daß zum Saisonende die größeren Sponsoren noch mal einen Nachschlag gegeben haben, wenn die Saison noch nicht komplett gedeckt war.

    Dadurch daß dann der alte GF auf eine Art abgesägt wurde, die eine geordnete Geschäftsübergabe unmöglich machte und der neue GF einfach mal überhaupt keinen aus der Sponsorenlandschaft kannte, war es dann zwangsläufig, daß es zu Problemen kam. Also brauchte man Geld und hat der Öffentlichkeit von irgendwelchen (Alt-)Löchern erzählt. Interessanterweise werden die aber den Geschäftsberichten nicht erwähnt.

    Als Kaiser dann nach zwei Jahren ging, mußten kurzfristig 600.000 Euro aufgetrieben werden, um die Lizenz zu bekommen. Ich finde da einfach keinen Ansatzpunkt, ihm gute Arbeit zu attestieren. Fairerweise muß man sagen, daß das für ihn von vorn herein ein Himmelfahrtskommando gewesen ist. Ich glaube nicht, daß er sich darauf eingelassen hätte, wenn er gewußt hätte, was auf ihn wartet.

    Trotzdem habe ich bis heute keine öffentliche Klarstellung oder Richtigstellung von ihm gehört oder gelesen. Und solange das nicht der Fall ist, ist Kaiser für mich das, was er seit sieben Jahren ist.

    Anbei erwähnt. Ich hatte kürzlich ein Gespräch (mit einer Person, die ich sehr ernst nehme), die mir versichert hat, daß Kaiser ganz ordentliche Arbeit bei der HBL macht und sicher die kompetensteste Person dort ist. Gut, das Letzte ist noch nicht zwangsläufig ein Lob. :lol:

    Freundschaft!

    in diesen 76 städten leben keine 25 mio gesamteinwohner und damit nicht mal ein drittel der einwohner deutschlands - warum soll sich der handball nun gerade auf diese - durch andere sportarten übersättigte - kundschaft wenden, anstatt sich in einer nische stark zu machen?

    Warum nummer 3 oder 4 in der großstadt sein, wenn man nummer 1 in der mittelstadt sein kann? göppngen, flensburg, lemgo oder wetzlar - dies ist die basis auf die man aufbauen sollte, anstatt auf teufel komm drauf große wolkenkuckucksheime zu bauen


    Vollkommen richtig. Die Nische bedeutet weniger Konkurrenz und ermöglicht ein intensiveres Abfischen der finanziellen Potentiale.

    Außerdem bedeuten die alten Standorte gewachsene Strukturen. Fünf Vereine wie Wetzlar, Gummersbach, Magdeburg, Flensburg und Hannover, die mal in größere Hallen (aber nicht die Superarenen) umgezogen sind, bringen der LIga auch mehr Zuschauerzuwächse als ein HSV Hamburg im Vergleich zu Balingen bringt. Zudem wurden auch andere Halle wie in Lemgo, Kiel oder Göppingen mit der Zeit auch größer. Dieses organische Wachstum bringt mehr als ein Großstadtteam, welches dauerhaft subventioniert werden muß.