Freundschaft!
Irrationale Zustände halten aber nicht ewig an. Wenn man sich mal die Vita von Geir ansieht, sieht man, daß man nichts sieht. Als ich vor 18 Monaten gefragt wurde, was ich von ihm halte, habe ich nur immer wieder gesagt, daß er seit 15 Jahren Trainer ist und man in der ganzen Zeit nie was von ihm gehört oder wahrgenommen hat. Wenn einer richtig was kann, fällt es irgendwann auf.
Er war von Anfang an ein Notkandidat, weil man irgendwen präsentieren mußte. Wobei ich im Zweifel mit Jungandreas einen besseren Interimstrainer hatte. Ob man da wirklich wechseln mußte? Jedenfalls hat man bei dem, was man im Spiel selbst sehen konnte, nichts gesehen. Nicht einmal habe ich gedacht: "Och, das ist aber eine schlaue Idee!" Bei anderen - guten - Trainern passiert das schon mal. Am besten regelmäßig.
Da blieb dann nur noch die Frage, ob er vielleicht gutes Training macht oder für eine leistungsfördernde Stimmung in der Mannschaft sorgt. Dinge, die man eben nicht als Spielzuschauer erkennen kann. Aus heutiger Sicht darf man das wohl auch verneinen. Wahrscheinlicher ist, daß er noch eine Weile von der Substanz gelebt hat, die Jungandreas zweifellos gelegt hat. Und von einer allgemeinen, für eine Weile selbstragenden, Aufbruchphase und Hochstimmung nach der langen, grauen Endphase Carstens.
Man muß auch sagen, daß es bereits in der letzten Saison im Umfeld bereits eine gewisse Skepsis gegen Geir gab. Trotz der Ergebnisse. Das fand ich schon bemerkenswert.
Achja, ich wollte neulich eigentlich noch schreiben, daß der SCM in der BLH-Ära zum fünften Male nach 17 Spielen bei 18 oder weniger Punkten stand. Vorher gab es in drei von vier Fällen einen Trainerwechsel in der Saison. Nun steht die Quote bei vier von fünf.