Freundschaft!
Nur mal ein Vergleich (TNT-Äquivalent):
Tschernobyl: < 200 Tonnen
Nagasaki 1945: 32.000 Tonnen
Größte, bei oberirdischen Atomtests gezündete Bombe 1961: 50.000.000 Tonnen
Also das ist ja wohl absoluter Mumpitz. Was hat die Sprengwirkung mit der Verseuchung durch Radionukide zu tun? Nichts, jedenfalls keinen direkten, sondern nur einen ungekehrten.
Der Unterschied zwischen der Stromerzeugung und einer Bombe ist der, daß es bei der ersten um eine kontrollierte Kettenraktion handelt und beim zweiten um ein exponentielles Wachstum der Kettenreaktion. Nur so kommt ja die Sprengwirkung zustande. Der Kernbrennstoff wird in Sekundenbruchteilen aufgespalten. Da bleibt von den Radionukliden am Ende nicht viel übrig. Im Kernkraftwerk wird die Kettenreaktion konstant gehalten. Der Brennstoff reicht aus, um jahrelang Strom zu erzeugen.
Das bedeutet, daß bei einem Containmentbruch in einem Kernkraftwerk eine große Menge an Radionukliden freigesetzt wird. Das ist wie gesagt nach einer Atombombenexplosion nicht der Fall. Deshalb sind Hiroshima und Nagasaki ja auch gleich wieder bewohnbar gewesen und Tschernobyl wird es auf Jahrzehnte nicht sein. Die große Strahlungswirkung besteht bei der Bombe nur direkt bei der Explosion. Wer später in das Gebiet zieht, muß nicht mit Schäden rechnen.
Wenn man die Größenordnung vergleicht, dann reden wir bei der Hiroshima-Bombe vom 64 Kilogramm Uran als Kernbrennstoff, der weitgehenend aufgespalten wurde. Die Nagasaki-Bombe hatte 6 Kilogramm Plutonium als Brennstoff, der allerdings bei weitem nicht aufgespalten wurde, weil die Bombe nahezu ein Blindgänger war (trotz der großen Sprengwirkung). Im Gegensatz zur Uranbombe konnte man die Plutionumbombe vorher nicht testen, weil man bis August 1945 nur eben diese 6 Kilogramm Plutonium hatte. Ein Kernkraftwerk hat ungefähr 60 Tonnen Kernbrennstoff. Ich habe nicht die Zahlen für Tschernobyl, aber in dieser Größenordung wird sich das auch bewegt haben. Und das wurde bei der Explosion komplett in die Luft geblasen.
Diese Radionuklide wurden zumindest über Europa verteilt. Die Gefahr ist dann, daß Menschen diese Radionukide aufnehmen. Jod geht in die Schilddrüse, Cäsium in die Muskeln usw. - dort lagern sie sich ab und können dann, je nach Menge dann eben Krebs auslösen.
Es bleibt festzuhalten, daß ein Unfall in einem zivlen Kraftwerk in der Langzeitwirkung und was die Vertrahlung von Landstichen angeht, um Längen problematischer ist, als eine Bombe.