Beiträge von ALF

    Freundschaft!

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    Original von Arcosh


    Da die Ära Maximov in der russischen Nationalmannschaft ja nun beendet ist, besteht die Chance das wieder mehr russische Talente in andere europäische Ligen wechseln werden.


    Den Einwand wollte ich auch schon bringen, aber der (ungesunde) Einfluß Maximows im russischen Handball ist auch ohne Nationaltraineramt nicht zu unterschätzen.

    Freundschaft!

    Na ja, der erste Halbrechte von Format nach Tutschkin war sicher Alexej Peskow. Er hatte halt Pech mit seinem Kreuzbandriß. Mal sehen was er so zu leisten im Stande ist, wenn er wieder richtig fit ist - jetzt noch die Saison in Celje und dann ab 2009 bei Ciudad Real. Maximow hat ihn auch nicht zufällig gehen lassen. Hinter Igropulo hat Medwedi ja noch das eigentliche Riesentalent auf der Position: Aleksandr Semikow. Er erinnert mich so verdammt an Olafur Stefansson. Gleich Größe, gleiche Figur, ähnliche Art zu spielen, intelligent, kompletter Spieler. Ich mache mir da keine Sorgen, Maximow kriegt den schon kaputt. Ich weiß nicht, warum er nicht mehr Einsatzzeit bekommt. Ist vielleicht auch Pech, daß er Igropulo vor sich hat. Auf der anderen Seite habe ich auch immer ein wenig die Vermutung, daß ihn Maximow bei den Europacupspielen absichtlich versteckt, daß ja niemand aus dem "Westen" auf ihn aufmerksam wird. Ich hoffen auf jeden Fall, daß er den Durchbruch schafft. Wahrscheinlich ist er genau der Typ, dem ein bißchen mehr Freiheit gut tun würde, als er bei Maximow hat.

    Was Igropulo angeht, sieht man bei ihm einfach gut, was es ausmacht, wenn nicht alle Spieler einer Mannschaft durch die Maximow-Schule gegangen sind. Er spielt ganz anders als der Rest und sieht dadurch natürlich gut gegen Mannschaften aus, die sich auf das typisch russische, bzw. Medwedi-Spiel eingestellt haben.

    Die Russen waren seit den 60ern noch nie so schwach wie jetzt und ausgerechnet dann haben sie plötzlich einige gute Linkshänder. Ein Treppenwitz. Solange mußten sie mit Rechthändern im rechten Rückraum spielen - Maximow in den 70ern, nach ihm Anpilogow Ende der 70er/Anfang der 80er. Johannes Krause hat das bei einer Übertragung auch angesprochen. Witzigerweise hat er Oleg Gagin als Beispiel für einen Linkshänder hingestelllt, der immer durchspielen mußte. Aber gerade zu der Zeit hatte man mit Raimondas Valuckas außnahmsweise einen weiteren guten Halbrechten, der Linkshänder war. Nach den Beiden kam Aleksandr Tutschkin, der auch wieder alleine war. Wenn er mal nicht spielte, hatte man dann Schewzow oder Scharowarow als Ersatz, die beide natürlich besser als Rechtsaußen waren. Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat dann erstmal Weißrußland den Superrückraum mit Jakimowitsch, Paratschenko und Tutschkin geerbt und die Russen hatten keinen tauglichen Linkshänder, haben ihre Titel trotzdem geholt, mit Gorpischin, Chodkow oder Pogorelow etc. auf Halbrechts. Dann kam ja Tutschkin wieder zurück. Seitdem der aufgehört hat, kommen plötzlich die Linkshänder.

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    Ach ja, die Quote. Schön wäre erstmal ein Bewußtsein dafür, daß nicht genug Leute nachkommen - in dem Sinne, daß zwar durchaus Talente da sind, aber der Übergang in den Männerbereich nicht so klappt, wie er sollte. Das ist eine Aufgabe für die HBL. Bisher war es ja so, daß man sich immer hinter den Erfolgen der Nationalmannschaft versteckt hat. Das ist hoffentlich noch rechtzeitig nicht mehr möglich. Denn eines ist klar. Auch wenn sich die HBL in den letzten Jahren ein wenig emanzipiert hat, für die weitere Entwicklung ist Nationalmannschaft immer noch die treibende Kraft. Wenn die so weiter macht, dann ist der Handballboom schnell zu Ende.

    Ich glaube darüber hinaus gar nicht, daß die Situation so ist, daß wir sowenig Spieler haben, daß man damit nichts anfangen könnte. Eine paar gute haben wir ja. Die die es von den Deutschen doch in der HBL gepackt haben, sind ja zwangsläufig gut. Dahinter kommt dann aber halt fast gar nichts mehr.

    Nehmen wir einfach mal den Rückraum. Es sind doch nur billige Ausreden, wenn jetzt alles auf die Ausfälle von Hens und Kaufmann :lol: geschoben wird. Wir hatten seit Jahren nicht mehr so einen starken Rückraum, wie dieses Mal. Was Glandorf und vorallem Kraus da geleistet haben, war doch mehr als nur ansehnlich. Kraus bester Torjäger der Vorrunde, Kraus (1.) und Glandorf (3.) gehörten zu den drei besten Feldtorjägern, auch mit einer für Rückraumspieler guten Quote (Kraus 55 %, Glandorf 54 %) Vor vier Jahren haben wir praktisch ohne Rückraum gespielt, teilweise mit unter 40 % Wurfquote Spiele gewonnen, weil Deckung und Konter in Perfektion geklappt haben.

    Das Problem scheint nicht zu sein, daß wir keine guten Spieler mehr haben, sondern vielmehr, daß Deutschland keine Spieler hat, die das spielen können, was Brand da unverrückbar in seinem Kopf hat. Wie Schuppen von den Augen fällt es da plötzlich, was dieses 'Kraus versteht Handball nicht' heißt. Das soll eigentlich bedeuten, Kraus spielt nicht so, wie Brand den Handball versteht. Ein guter Architekt baut mit der Landschaft. Ein guter Trainer baut seine Mannschaft so, wie es der Kader hergibt. Anders herum geht es gegen die Wand.

    Eine neues Spielsystem, oder vielleicht auch ein paar neue Spielsysteme braucht das Land. Wenn es keinen Zerbe, Petersen, Dragunski und Immel mehr gibt, sollte man sich vielleicht Gedanken um eine offensive Abwehr machen. Dann hat man vielleicht auch eine andere Auswahl für die Offensive, ist nicht so beschränkt auf Schränke. Aber HBL-Land ist nunmal leider auch 6:0-Land. Da kann man nicht auf viel zurück greifen.

    Wenn man jedoch einen Schluß zieht, dann, daß das "System Brand" ein Fall für die Geschichte ist. Bleibt die Frage offen, ob Brand sich umstellen kann oder ob man einen neuen Bundestrainer suchen muß.

    Was das System Brand ist, hat Matthias ja im Januar hier bereits erläutert. (Soll ja nicht heißen, daß jetzt plötzlich die Kritiker kommen.)

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    Original von härter_schneller
    das system brand ist für mich ein spielsystem 6:0 abwehr auf block & torwart. gs vor allem über erste welle, angriff komplexe auslöseaktionen mit mehreren stationen mit einem ballverteiler und werfern aus der distanz. kreis sperrt laufweg / wurfbahnen frei. die außen sind anspieler. ich hab bei der em keine mannschaft gesehen, die einen vergleichbaren angriff spielt. und auch nur wenige aus der spitzengruppe, die so wenige varianten in der defensivarbeit gezeigt hat.

    mit einer emotionalen höchstleistung und klasse-einstellung, aber eben nicht dem "besten" handball ist man bei der heim-wm damit weltmeister geworden. allerdings scheinen mir die spieler für dieses system etwas dünn gesät in der liga. schon mit velyky muss die truppe ganz anders spielen - wir konnten leider nicht beobachten, ob sie das könnte.

    brand scheint aus der ferne beobachtet mannschaftsinterne prozese über rein sportliche kriterien zu stellen. da spielen halt nicht diejenigen zusammen, die man vielleicht am besten zu einer sportlich erfolgreichen einheit bauen kann, sondern diejenigen, die sich am besten in die vorgegebene mannschaftsstruktur einpassen.

    wenn so eine hierarchie mal erstarrt und dominant wird, bekommst du sportlich ein problem. und da hat sich brand aus meiner sicht nicht sonderlich clever verhalten.

    übrigens - es ist ja schon ein paar mal angeklungen. "offiziell" sucht der dhb "allrounder" mit hoher spielfähigkeit. das soll gesucht, gesichtet und gefördert werden. in der a-nationalmannschaft sind allerdings die voraussetzungen nicht da, um solche spielertypen einzusetzen. auch das ist ein "system". ein spielsystem nämlich. soll der dhb halt seine rtk umstellen und sagen, findet uns wieder 2m+ spieler die jump-and-shoot können - und hinten defensiv blocken.

    Ich will nur mal noch auf einen Punkt eingehen. Das ist der Punkt, daß Brand persönliche Beziehungen über den sportlichen Kriterien stellt. Mein Opa hat früher oft gesagt "Sobald ein Trainer persönlich wird, ist es vorbei." Und in dem Kader waren diesmal aus meiner Sicht drei Leute drin, die da nicht reingehören: Fritz, Zeitz und Kaufmann (der ja dann noch rausgefallen ist). Zudem kommt noch die Art und Weise dazu, wie Schwarzer in den Kader kam (nicht daß er drin stand) und die Eierei mit Baur. Und das ist dann zuviel. Ich bin der letzte, der eine Einzelentscheidung kritisieren würde. Jeder Trainer hat seine Meinungen, die man als Außenstehender nicht so nachvollziehen kann, und das ist auch gut wichtig. Aber in der Summe war es zuviel. Ich bin da eh immer sehr kritisch, aber diesmal haben es viele andere auch so gesehen. Als ich mich nach der Nominierung mit Ronaldo drüber unterhalten, war er der gleichen Meinung wie ich. Er hat sonst meine pessimistische Haltung, die ich seit der WM schon vertrete, eigentlich nie geteilt. Und er war ja bei weitem nicht der einzige, der so dachte.

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    Original von M.I.B
    Wo im Feld könnten den unsere Keeper mit eingesetzt werden? ;)


    Wieland Schmidt war ein passabler Rechtsaußen. Er hat auch öfter im Training im Feld gespielt, um zu verstehen, wie Feldspieler denken. Könnte mir vorstellen, daß das andere Torhüter auch machen.

    (Schmidt hat übrigens auch in Pflichtspielen draußen gespielt. Da kann Guido nochwas dazu erzählen.)

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    Original von Andre
    Übertreten im Gegenstoß von Kehrmann war grenzwertig bei einem internationalen Wettbewerb, aber knapp war es sicher.


    Ich habe es sofort gesehen. Höthker nach zwei Zeitlupen. War zwar knapp, aber doch eindeutig. Aber die Diskussion ist eh überflüssig. Er hat ihn ja nicht reingelegt.

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    Ich halte mal dagegen. Das kann man nicht nur an den Dänen festmachen. Die Koreaner sprechen bei der Medaillenvergabe mit, wenn es gut läuft. Ich hatte ein richtiges Deja-vu-Erlebnis. 1988 war es genau das Gleiche. Da hat die auch bis zum Finale keiner in den Griff bekommen.

    Heute ist die Welt enger zusammen gewachsen und Korea spielt nicht im eigenen Land. Aber einen gewissen Vorteil haben sie.

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    Die Frage nach dem "welcher" es ist, stellte sich mir erst. Ich kannte da bisher nur den Halbrechten, der mal bei Dormagen war. Und der ist es auch tatsächlich. Der wird im November 39 Jahre alt, wie gesagt RR und 1,92 m groß. Hat auch noch bei Rheinhausen, Nettelstedt und Nordhorn gespielt.

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    Original von bogdan
    IMO war der VfL zu dieser Zeit von den Titeln her die erfolgreichste Mannschaft der Welt ... bevor Barca kam.


    Hat ja mit einer Meinung nichts tun. ;) Kann man ja nachprüfen. Es hieß ja seit 1991 immer, der VfL wäre "mit 27 Titeln die erfolgreichste Mannschaft der Welt". Das stimmte z.B. nie. 1991 hatte Steaua Bukarest bereits 28 Titel auf dem Kleinfeld gewonnen - 23 Meisterschaften, drei Pokalsiege und zwei EC-Titel. Mittlerweile sind es übrigens 39 (28/8/3).

    International stimmte das. Da hat Barcelona den VfL erst um das Jahr 2000 überflügelt. Damals bekamen alle Spieler, die die alle fünf Titel von 1996 bis 2000 geholt hatten, ein Auto dafür. Rivero hat das auch immer betont, wie bedeutend das ist, dass sie den VfL überflügelt haben.

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    Nö, nur einmal den Europapokal der Pokalsieger gewonnen. Die waren erledigt, als man Tapie am Arsch hatte. Vielleicht wären sie noch ganz in die Spitze vorgestoßen, wenn sie mehr Zeit gehabt hätten. War übrigens halb Metaloplastika dort. Mile Isakovic war Spielertrainer, Mirko Basic stand im Tor und Slobodan Kuzmanovski hat auch noch dort gespielt.

    Hier mal ein Post aus dem VfL-Forum von mir.

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    CR für Arme war aber eher OM Vitrolles. Santander hatte mit Teka einfach einen super Sponsor. Als der dann zu Real Madrid ging, war es bald vorbei mit der Herrlichkeit. Bei Vitrolles war ebenso als Tapie stürzte, aber da war gleich ganz Schluß. Aber vorher hat er dem Verein eine Topmannschaft zusammengekauft. Mit Thierry Perreux (RA), Philipp Gardent (KM), Laurent Munier (RM/RR), Frederic Volle (RL), Eric Quintin (LA) und Jackson Richardson (RM) standen sechs Bronzemedaillengewinner von 1992 im Kader, dazu fast die halbe Mannschaft von Metaloplastika Sabac mit Mile Isakovic (Spielertrainer), Slobodan Kuzmanovski (RR) und Mirko Basic (Tor). Zweiter Torwart war Bruno Martini.

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    Original von Wöller

    Von etwa 1970 bis zum Ende der 80er gehörte der VfL sicher zu den absoluten Topadressen in der Handballwelt und gehörte meiner Ansicht nach in jedem Fall auch dazu......


    Habe ich doch gesagt. Trotzdem kann man das nicht so vergleichen, das sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Bei dem einen handelt es sich um einen Verein, der lange Spitze war und bei dem anderen, um eine große Mannschaft. Das ist dann irgendwann auch wieder abgeschlossen.

    Eine absolute Topadresse ist auch zweifelsfrei der THW Kiel, aber trotzdem hat er (noch?) keine Mannschaft hervor gebracht, die mit den genannten auf einer Stufe steht.