Mit den Regeländerung ab 01.07.2025 wird der Nullschritt aus eigenem Prellen zugelassen. Bei der Geschwindigkeit im Profihandball lässt sich ein sauberer Nullschritt kaum bewerten, sodass die Schiedsrichter im Zweifelsfall vier Schritte zulassen und erst ab dem fünften Schritt abpfeifen werden.
Zudem wird der Wortlaut von Regel 6:2 (Betreten des Torraums zur Behinderung einer Torchance) dahingehend geändert, dass nun der Torraum nicht mehr deutlich betreten werden muss, sondern bereits das Berühren der Torraumlinie ausreicht, um einen Siebenmeter zu verschulden.
In der Kombination sind diese beiden Regeln eine enorme Schwächung für die Abwehr. Einen schnellen Angreifer, der bei 9 oder 10 Metern den Ball aufnimmt, im Nullschritt bereits seinen Wackler ansetzt und dann noch weitere drei Schritte in die Abwehr hinein machen darf, zu stoppen, ohne dabei selber auch nur mit den Hacken die Torraumlinie zu berühren, ist fast unmöglich. Dazu müssten die Abwehrspieler zu Beginn der Aktion mindestens einen Meter vor der Torraumlinie stehen und das würde Kreisläufern und einlaufenden Außenspielern Tür und Tor öffnen. Das bedeutet für mich, dass die IHF den Handball noch torreicher und vermeintlich spektakulärer gestalten will. Ich hoffe nicht, dass man dabei dem Irrweg der NBA folgt, die zu Gunsten des Entertainments die Regelauslegung zugunsten der Angreifer immer weiter aufgeweicht hat bis ein Großteil der Spiele zur reinen Show ohne Wettbewerbswert verkommen ist und man sich nun über die einbrechenden Zuschauerzahlen im TV wundert.