Beiträge von Spielmacher79

    Bei Preuß habe ich immer das Gefühl, dass seine zusätzliche (Muskel-)Masse zum Stolperstein für seine Beweglichkeit geworden ist und er da kein vernünftiges Maß gefunden hat.

    Von den körperlichen Voraussetzungen ist er ja eigentlich schon mit Golla vergleichbar. Hier hätte ich mir aber gewünscht, dass Big Benno ihn irgendwie adäquat in die Abwehr eingebaut hätte. In Gummersbach galt er ja (bevor Kohlbacher so aufgetrumpft hat) als der beste deutsche Angriffs-KM. In Ansätzen sieht man das auch noch, aber trotzdem wirkt er auf wie ein Fremdkörper und deutlich unbeweglicher als in der Gummersbacher Zeit.

    Die Sache mit den Stoppfouls hatte Hens aber erwähnt. Und zwar schon bevor die Flensburger es dann taten.
    Hab ich zumindest so in Erinnerung.

    Tja, die Börde mit 1-3 Punkten gegen die beiden Förden.
    Wo sie sonst bisweilen 4-0 hatten.
    Dabei waren die Vorbedingungen eigentlich prima.
    Kiel frisch aus der Quarantäne und Flensburg im Laufe des Spiels sogar teilweise einbeinig. Die Gunst der Stunde nicht genutzt.

    Als ob 4-0 Punkte der Normalzustand sind. Der SCM hat den Boden bei den Heimniederlagen zu Beginn der Saison verloren.

    Von Gunst der Stunde zu reden, ist arg übertrieben. Wie bereits von den meisten hier geschrieben, ist Platz 3 das momentane obere Limit. In der Rangliste der Etats ist der SCM mitnichten auf Platz 3. Also hätte man rein theoretisch überperformt.

    Heute hat man "schön" gesehen, was dem SC Magdeburg alles an einer Spitzenmannschaft fehlt.

    Der Drittplatzierte der Liga zählt für dich also nicht mehr als Spitzenmannschaft? An zwei Schwachstellen wird ja in der nächsten Saison gearbeitet. Eine stärkere Nr. 2 auf TW und ein neuer Kreisläufer.

    Aus meiner Sicht war es zwar ein hartes Foul von Gottfridsson, aber 2 min und kein Rot. Hampus Wanne hat gezeigt, dass er momentan wohl der weltweit beste LA ist. Golla macht Hoffnung für die Nationalmannschaft. Mensah hat mal wieder das abgeliefert, wofür er seit seinem Eintreten in die Liga gefeiert wurde, seine dynamische und unberechenbare Spielweise.

    Der SCM hatte heute (wieder mal) keinen geeigneter Plan B.

    Puuh, das sind schon Ansprüche an das Image eines Vereins, wenn die Empathiefähigkeit des Präsidenten als Kriterium herangezogen wird.
    Bissel ist halt ein Wirtschaftsanwalt, den Rest kann man sich denken.

    Mitleid mit Eyjolfsson habe ich aber auch nicht. Er hatte in den letzten 20 Jahren 10 Vereine, wenn ein Vertrag dann nach drei Jahren endet von einem Gesichtsverlust zu sprechen, finde ich schon schwierig. Weiß noch jemand, ob der Vertrag zum Saisonende ausgelaufen wäre?

    Kritik an der Spielweise wurde schon auch geäußert, z.B. in den Beiträgen #290 und #291. ;)

    Naja, das empathische Image trägt ja Bissel jr. auf das Feld weiter. :irony:

    Die Transfers der Erlanger in den letzten Jahren fand ich weitestgehend gelungen, wenngleich man auch einiges an Verletzungspech hatte, siehe Fäth. Das war bei anderen Vereinen aber nicht anders. Momentan ist der HCE für viele Spieler auch ein Sprungbrett zu Vereinen mit höheren Ambitionen (Steinert damals zum SCM, Overby zum THW?) bzw. genau der richtige Entwicklungsschritt, um Spielzeit zu bekommen, wenn es ganz oben (noch) nicht klappt (Firnhaber, Jeppson).

    Da es seit Jahren Mannschaften gibt die die SG komplett kaufen könnten und es seit Jahren immer wieder einen Drain an Schlüsselspielern gibt, weiß ich auch das das in der Realität so nicht klappen würde. Umfeld ist ein gutes Stichwort und gleichzeitig kann eine Mannschaft natürlich nur so viele Spieler kaufen, selbst wenn es für 200 reichen würde.

    Ich weiß nicht ob ein Masterplan dahintersteckt, das vermag ich nicht zu bewerten, weil ich das Management-Umfeld bei der MT nicht genug kenne. Ich weiß aber welche Mannschaft die MT hat und welche Spieler dafür geholt werden und oft dachte ich mir...ja schön, aber wirklich brauchen tut Melsungen den jetzt nicht. Es fehlt zum Beispiel seit Jahren einer wie Fahlgren, der für mich nie äquivalent ersetzt wurde, auch die Müllers als diese Kampfschweine die sie im positiven Sinne halt waren, wurden im Grunde nicht ersetzt.

    Die Müllers, ebenso wie Danner jetzt und auch Allendorf waren / sind die Identifikationsfiguren der MT, die so langsam aber Stück für Stück verloren gehen, ohne dass neue nachkommen. Früher hatten Teams Respekt, wenn sie nach Melsungen kamen, weil die extrem unangenehm zu spielen waren und es "immer auf die Fresse" gab.

    Wer hat eigentlich aus der erfolgreichen A-Jugend um Heiko Grimm vor einigen Jahren den Sprung zu den Profis geschafft?

    Für mich ein Spiel zweier Mannschaften, die sich in der nächsten Saison in
    der 2. Liga wiedersehen werden. Tippe auf einen Heimsieg der Eulen, aber
    neben den beiden werden Essen und Nordhorn den Weg in Liga 2 antreten
    müssen.

    Sehe ich auch so. Für Coburg ist es quasi schon die aller letzte Patrone. Ebenso für die Eulen. Nordhorn hat gegen Balingen seiner Chancen, nicht zuletzt durch den deutlich schlechteren direkten Vergleich erheblich gemindert. Bei Essen bin ich mir noch nicht ganz schlüssig. Wenn sie mit der Energie aus dem Minden-Spiel in das letzte Drittel der Saison gehen, haben sie tatsächlich noch eine Chance, und mit dem Eindruck von gestern rutscht vielleicht Minden noch unten rein.

    Ich weiß nicht ob etwas gut so ist. Eine Mannschaft wird erfolgreich, ist erfolgreich und hört auf erfolgreich zu sein. Das hat keinen Wert an sich. Es gibt Konstanten wie Kiel, aber vor 40 Jahren war außer dieser Mannschaft keine einzige der heutigen erfolgreich als Beispiel.

    Melsungen hat halt schon mehr investiert als eine bloße Mittelfeldmannschaft. Man kann keine Namen holen, wenn man die Mittel einer Mittelfeldmannschaft hat. Wir scheinen uns beide einig zu sein, dass dies bei der Kaderplanung eventuell nicht ideal ist sportlich gesehen. Ich finde daher schon das sich Melsungen nicht drauf zurückziehen kann, solange nicht öffentlich kommuniziert würde (wie bei Hoffenheim als Fußballbeispiel), dass man da wo man ist hingehört und finanziell auf diesem Niveau bleiben will bzw. entsprechend zurückfährt.

    Der SC Magdeburg ist spätestens seit Beginn der 1970er Jahre auch eine Erfolgskonstante. Das sind mittlerweile auch über 50 Jahre.

    Melsungen ist doch aber eine graue Maus. Die Rhein-Neckar-Löwen z.B. haben auf die Region als Fundament gesetzt, unterstütz von Hopp und der Arena. Die Füchse haben sich ihre Identität über die Jugendarbeit und das Etikett Hauptstadtclub geholt.

    Die MT hat das alles unter dem Deckmantel der "MT Deutschland" versucht, nur dass die verpflichteten Nationalspieler keine sportliche Einheit ergaben und nur in Teilen (die Achse Häfner-Kastening z.B.) funktioniert. Kühn wurde nach der EM 2016 verpflichtet, Reichmann als zur Zeit seiner Verpflichtung bester deutscher RA mit der Hoffnung auf Star-Potential und Heinevetter wegen seiner Medienpräsenz.


    Viele Lebensläufe haben ja auch politische Seiten, aber es wäre dann schön, wenn man an den Lebensläufen dranbleibt und nicht wieder eine DDR-Unrechts-Staat-Grundsatzdebatte startet. Die Story von Axel Kählert hat auch was politisches.

    Haben sie doch überall oder ist ein Thomas Bach etwa unpolitisch? Der paktiert mit dem "Unrechts-Regime" aus Russland, vergibt Olympische Spiele nach China und bestimmt auch bald nach Katar. :irony:

    Den Punkt mit dem Doping würde ich auf keine Fall unterschreiben. Doping war auch im Handball ein großes Thema. Ich glaube, Wolfgang Böhme hatte das auch in seinem sehr lesenwerten Buch geschrieben. (Böhme – Eine deutsch-deutsche Handballgeschichte, 301 Moved Permanently)

    Ich habe das auch eher so in Erinnerung, dass man gerade Ende der 1970er geschaut hat, wo sich Möglichkeiten ausreizen und auf andere Sportarten übertragen lassen. Nur ist es doch so, dass die Wirkung des Dopings in einer Mannschaftssportart weitaus geringer ist als bei Individualisten und der Fokus dann verstärkt in Schwimmen und Leichtathletik gesetzt wurde.

    Dem Vernehmen nach ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auch mittels Doping, sowohl biochemischer (Aufputschmittel) als auch technischer Art (Stollenschuhe) zum WM-Titel gestürmt.

    Hast du eins von Beiden selber aktiv erlebt?

    Dann müsste er, so denn er kein frühreifes Wunderkind war, welches die Welt schon im Säuglingsalter verstanden hat, um die 50 Jahre alt sein, um irgendwelche politischen Rückschlüsse aus eigenen Erfahrungen zu ziehen. Analog dazu um die 100, wenn er Deutschland bereits länger kennt als wie alle zusammen. :irony:


    Geschichte schreiben, heißt aber auch differenzieren und nicht nur einseitig zu polemisieren. Für mich als jemanden, der zur Wende 10 Jahre alt war, ist es auch nicht immer einfach die "richtigen" Bezüge zu meinem Heimatland DDR herzustellen, weil ich vieles in der Dimension natürlich so (noch) nicht erlebt hatte und mich in einer gesunden Reflektion natürlich damit ausgesetzt habe, wie mein geschichtliches Grundverständnis geprägt sein wird. Trotzdem sind all die von uns hier genannten, manchmal vielleicht auch ein wenig heroisierten Typen alles Persönlichkeiten, zu denen es teilweise persönliche Bezüge gibt und die sich in der Regel als jmd. wie du und ich durchs Leben kämpfen.


    P.S. Die Welt ist nicht schwarz-weiß und war es nie. Aber wenn man mit Pluralismus und Komplexität nicht umgehen kann oder will, ist es natürlich einfach als Hallensprecher die "Wahrheiten" zu postulieren und sich in seinem Weltbild dahinter zu verstecken.  :nein:

    Für mich als einen, der beim Post SV Magdeburg groß geworden ist, sind natürlich die 4 DDR-Nationalspieler Gunnar Schimrock, Holger Winselmann, Andreas Fink und Heiner Benecke besondere Namen. Mit dem Sohn von Günther Dreibrodt durfte ich damals 2 Saisons in der Jugend zusammenspielen. Mein letztes Jugendspiel war in der Hermann-Gieseler-Hölle gegen den SC Magdeburg.

    Mein erstes Handballtraining überhaupt, hatte ich mal bei einem gewissen Harry Jahns, der mit den leider viel zu früh verstorbenen Ghita Licu und dem kürzlichen verstorbenen Gerd Most die Magdeburger Trainer-Ikonen im Nachwuchsbereich überhaupt waren.


    Die heutigen Bundesligaschiedsrichter-Gespanne Schneider / Hartmann und Schulze / Tönnies habe ich in ihren Anfangsjahren erlebt.

    Genau das macht Handball doch aber aus, dass man so etwas erleben darf und die Verknüpfung von Vergangenheit zur Gegenwart hat, weil man die selbe Leidenschaft teilt. Mittlerweile kann ich meine Leidenschaft an meine Trainingsschützlinge weitergeben und lerne bei Trainerlehrgängen auch (ehemalige) Bundesligaspieler und Trainer kennen.

    Das Sportsystem in der DDR dient der politischen Außendarstellung eines Unrechtsstaates. Die erfolgreichen Sportler waren Botschafter des totalitären Bauern- und Arbeiterstaates.
    Mit welchen Mitteln und Möglichleiten die Ziele erreicht wurden, ist allgemein bekannt und muss nicht vertieft werden. Weiterhin wurden die Sportler auf "Linientreue" getrimmt, wenn nicht siehe: Wolfgang Böhme.
    Die DDR ist, wie das dritte Reich, kein Ruhmesblatt der deutschen Geschichte. In Folge dessen sollten die "sportlichen Errungenschaften" dieser Zeit(en), sei es einzelner Personen, oder ganzer Mannschaften, immer mit Respekt, aber kritisch gesehen werden.
    Wer ist Ostalgie schwelgen möchte, bitte schön. Mein Ding ist es nicht.

    Jedes Sportsystem dient der Darstellung eines Staates im globalen Wettbewerb oder warum leistet sich die Bundesrepublik sonst, "Staatsathleten" bei Bundespolizei und Bundesgrenzschutz (insbesondere im Wintersport)?

    Ich verstehe, dass du zu recht, Unrecht anprangerst und den Sport als Beispiel dafür nutzen möchtest, aber es ist mir zu wenig differenziert. In der ach so glorreichen Bundesrepublik durften Alt-Nazis munter weiter ihrer Bestimmung nachgehen, während eine Vielzahl von DDR-Bürgern nach der Wende unter Generalverdacht gesetzt wurde.


    Apropos auf Linie gesetzt, der DFB setzt doch auch regelmäßig Spieler auf Linie, die zu unbequem sind, angefangen von Uli Stein bei der WM 1986, bis hin zum "geschickten" Umgang mit Mesut Özil.

    Nach meiner Wahrnehmung wollte der alte Sack nicht in Ostalgie schwelgen, sondern die ersten Handballerlebnisse seiner Jugend mit Gleichgesinnten teilen, da das hier im allgemeinen westdeutsch zentrierten Weltbild an der ein oder anderen Stelle leider etwas zu kurz kommt, was nicht mal unbedingt mit Arroganz, sondern vielmehr mangelnder Kenntnis zu tun hat.

    Ich würde gerne meine sportlichen Erinnerungen teilen, die zum Teil auch meine Handballsozialisation begünstigt haben. Als Kind siehst du nicht das große Ganze hinter allem, sondern begeisterst dich für den Sport.

    Wenn es nicht dein Ding ist, brauchst du dich nicht beteiligen, tust es andererseits mit der Meinungsäußerung trotzdem, weil du unbedingt etwas dazu beitragen wolltest.  :rolleyes:

    Ich finde die Idee gut, zumal ein bisschen mehr DHV-Historie auch den Gesamtblick auf die deutsche Handballgeschichte verbessert. Da es früher extrem schwierig war, einen der begehrten Plätze in der Hermann-Gieseler-Halle zu kriegen, habe ich auch nur ein Oberliga-Spiel live verfolgen können, Ende der 1980er gg. BSG Wismut Aue war das damals.

    Sportlich gesehen war ja die DDR-Nationalmannschaft, mal abgesehen vom bundesdeutschen Ausreißer 1978 auch mehr als ebenbürtig, nur dass die Legenden im Zuge des auch heute noch (medialen) Klassenkampfes gerne in Vergessenheit geraten und man sich lieber an Gummersbach, Großwallstadt und Grün-Weiß Dankersen abarbeitet, anstatt mal nach Rostock oder Dynamo Berlin zu schauen.

    Vom Damen-Handball mal ganz zu schweigen.

    Wenn man von der rein männlichen Betrachtung wegkommt, hat Thüringen immerhin den Thüringischen HC, nicht die schlechteste deutsche Adresse im Damen-Handball.

    Das Saarland hatte früher Vereine wie TV Niederwürzbach. Jetzt hält Saarlouis die Fahne in Liga 3 hoch. In Brandenburg ist die Nähe zu Berlin (1. VfL Potsadam) oder Provinz. In DDR-Zeiten waren die Damen aus Frankfurt/Oder über die Grenzen hinaus bedeutsam, 2004 sogar noch Meisterinnen, heute auch nur noch in Liga 3 aktiv.

    Hinsichtlich des steuerhinterziehenden Bayern-Ullis, der jetzt seine Weisheiten als TV-Experte über "Die Mannschaft" preisgibt, lässt sich nur sagen, dass Basketball vereinsintern eine andere Tradition und einen anderen Zugang brachte. Die Vision vom Ulli war ja ein Großverein a la Barcelona oder Madrid, die auch in anderen Mannschaftssportarten erfolgreich sind. Die griechischen und türkischen Großclubs funktionieren da ja ähnlich, in Portugal haben zumindest Porto und Benfica mittlerweile den Handball für sich entdeckt. Allerdings haben die Basketballer der Bayern auf europäischem Niveau bislang noch keine Bäume ausgerissen. Ansonsten gab es ja nach dem TSV Milbertshofen in München nichts mehr Namhaftes in Sachen Handball.