exilberliner
Noch ein kleiner Einwurf von mir. In den USA haben wir geschlossene Ligen und die Mannschaften werden strategisch da platziert, wo es wirtschaftlich am meisten Sinn macht. Berlin ist auch ein wirtschaftlich attraktives Gebiet und die Füchse haben es innerhalb kurzer Zeit zu einer enormen Entwicklung gebracht (waren die Füchse nicht sogar die Reinickendörfer Füchse oder so?). Wäre es nicht sinnvoller für die eher kleinen Städte in der Liga in größere Städte zu ziehen und sich auch danach umzubennen? Klar würden einige Fans meutern, wenn FA Göppingen plötzlich FA Stuttgart heißt, aber sind hier die Chancen sich effektiv zu vermarkten und so mehr Geld einzunehmen nicht um einiges höher. Nur ein kleiner Denkanstoss, ich weiß auch, dass als die Gummersbacher in Köln gespielt hat einige Zuschauerplätze frei geblieben sind, aber die haben sich auch nicht zum VfL Köln umbenannt und somit kaum das Kölner Interesse auf sich gezogen. Oder ist Handball in den großen Medienstädten wie München oder Köln gar nicht vermarktbar?
Ich bin grundsätzlich der gegenteiligen Auffassung! Handball ist an seinen Wurzeln stark und die sind nur ausnahmsweise in der Großstadt. In Gegenden, in denen es nur Fuß- und Handball gibt, ist es leichter einen Etat auszustellen und für "Nachwuchs" zu sorgen als z.B. in Berlin, wo es etwa 150 Bundesligisten verschiedenster Sportarten gibt und die Konkurrenz riesig ist.
Die Vermarktung im Handball ist im Regelfall auf die Region begrenzt, dafür ist die Identifikation der Menschen und der regionalen Wirtschaft entsprechend hoch. Wenn in Lübbecke 2.500 oder in Lemgo 5.000 Leute in die Halle kommen, entspricht das zehn Prozent der Einwohnerzahl. In Berlin würde man keine 350.000 Menschen zu einem Handballspiel bekommen, selbst wenn es eine entsprechend große Halle gäbe. Die Engagement der lokalen Wirtschaft dürfte entsprechend verteilt sein.
Chancengleichheit in der HBL wird es mittelfristig nur dann geben, wenn das Lizenzierungssystem rigeroser wird. Wenn wirtschaftliche Spielregeln mindestens die gleiche Gewichtung bekommen, wie die sportlichen. Wenn nicht gepumptes Geld Tore wirft oder Bilanzen z.B. durch "Rechtsverkäufe" an den e.V. o.ä. frisiert werden. Wenn Nachhaltigkeit und Strukturentwicklung wie selbstverständlich vor vermeintlichem kurzfristigem Erfolg kommen. Wenn ein Verein lieber einen Abstieg wegsteckt, ohne auseinanderzubrechen oder den wirtschaftlichen Träger tauschen zu müssen, als finazielle Abenteuer für Spielernachverpflichtungen einzugehen.
Kiel hat sich die weltweite Vormachtstellung in den vergangenen Jahren hart erarbeitet, war der Konkurrenz in vielen Aspekten immer um Jahre voraus und erntet nun verdient die Früchte.
Es käme niemand bei der UEFA oder FIFA auf die Idee, den Turniermodus zu ändern, nur weil Spanien jetzt immer gewinnt...