das wulff den kredit angenommen hat ist fakt - die rechtswidrigkeit wird von denjenigen vermutet und unterstellt, die nicht zwischen einem möglichen amtsbezug des des kredits und einer verwurzelung des kredits in der langen und tiefen freundschaft unterscheiden können - das zitat in lothars beitrag 7 verdeutlicht zudem nur, was vergünstigungen sind, nicht jedoch, was eine amtsbezogenheit ist, bzw. was die amtsbezogenheit kennzeichnet
1) zum Privatkredit:
Zins und Konditionen lagen unter dem marktüblichen Satz. Freund Geerkens flog danach (auf eigene Rechnung) auf Dienstreisen Wulffs mit. Hier lässt sich ein Amtsbezug herstellen. Für einen Amtsbezug sprechen auch Verschleierungsmaßnahmen wie ein Bundesbankscheck. Die Frage ist doch: Wenn alles so normal und legal ist und Wulff nicht mal den Anflug eines schlechten Gewissens hatte:
Wieso hat er das vor dem Landtag nicht gleich eingeräumt?
Wieso der Umweg über die Ehefrau des langjährigen Jugendfreundes?
Wieso wurde nicht einfach die Kohle von Geerkens auf Wulffs Konto überwiesen?
Wieso die absolut unübliche Nummer mit dem den Geldfluss anonymisierenden Scheck?
Zitat Geerkens: "Wir sind beide sehr bekannt in Osnabrück. Und ich wollte nicht, dass irgendein Bank-Azubi sieht, dass so viel Geld von mir (!!!) (--> Beleg, dass Wulff den Landtag belogen hat) an Wulff fließt" - Wieso nicht, wenn alles so normal und legal ist?
Auf all das hat Wulff noch keine Antwort gegeben. --- Naja und Wulff ist Jurist. Das spricht dafür, dass er immer genau wusste, was und wieso er was er tut...
2) zum BW-Kredit:
Zins und Konditionen lagen weit unter dem marktüblichen (es gab den Kredit quasi zum "Einkaufspreis") Satz für Prvatpersonen. Der Amstsbezug lässt sich über Wulffs Handeln in der Porsche/VW-Sache herleiten. Der Mutter der BW-Bank sind dadurch möglicherweise Verluste in existenziell bedrohender Höhe erspart gebleiben.
3) zur Anzeigen-Finanzierung von Maschmeyer:
Maschmeyer zahlte über 40.000 Euro für Werbeanzeigen für Wulffs Buch. Kurz vor der Wahl in Niedersachsen. Wulff machte sich (unstreitig) für Versicherungen stark. Maschmeyer will Wulff von der "Spende", die über dem durchschnlittlichen Jahreseinkommen eines Bundesbürgers liegt, nichts erzählt haben. Wulff will davon nichts gewusst haben. Selbst Wulff-Fürsprecher Bernhard Vogel sagte dazu lachend: "Manchmal passieren die ungewöhnlichsten Dinge"... Maschmeyer ist kein Jugendfreund, ebenso wenig wie der (sich, so Wullf wörtlich, "sozusagen im Ruhestand" befindliche) Talanx-Aufsichtsrats-Chef, auf dessen Anwesen er seine Flitterwochen verbrachte...
Ich wiederhole das Zitat gerne:
"Eines Tages, möglicherweise jedoch nie, werde ich dich um eine kleine Gefälligkeit bitten." (Der Pate)
Sinn und Zweck des niedersächsischen Ministergesetzes (und der entsprechenden Paragrafen für Beamte im Strafgesetzbuch) ist, dass diese durch das Zitat ausgedrückte Gefahr gar nicht erst entsteht!!
4) zu seinem TV-Auftritt:
Er versprach, dass alle 400 Fragen und deren Antworten offen gelegt werden. Aber eben das hat sein Anwalt heute abgelehnt. Wulff sprach (als Jurist!!) von einem "Handschlagvertrag" mit der BW-Bank.
Also, das ist Täuschung der Öffentlichkeit in Reinkultur!
5) zu den von Wulff selber festgelegten Maßstäben:
Er muss sich den den Maßstäben messen lassen, die er u.v.a. bei Rau und Glogowski angelegt hat. Allein das müsste ZWINGEND zum Rücktritt führen.
6) zu seinen Anrufen:
Die gehen gar nicht! Erst recht nicht als Staatsoberhaupt. Manche DInge sind für ein Staatsoberhaupt unentschuldbar.
7) zu seiner Glaubwürdigkeit und damit der Basis des Jobs:
Die ist gänzlich weg!
Zusammenfassend: Gibt es nur einen einzigen (abgesehen von Parteitaktik und Machterhalt) einleuchtenden Grund dafür, dass Wulff im Amt bleibt?