Beiträge von Lothar Frohwein

    Es geht nicht um das Rückgängigmachen. Es geht darum, dass eine zeitnahe sachliche (!) Analyse des Spiels durch den Trainer möglich sein muss. Und dazu kann (!) auch Kritik an den SR gehören. Das ist den Bedürfnissen der Öffentlichkeit und den Medien geschuldet.

    Warum härter als die Fußball-Bundesliga sein? Dem großen Vorbild der HBL! Da sind Diskussionen und Traineräußerungen zu SR-Fehlern (Abseitstore, Elfmeter und rote Karten) normal und kommen sogar in der Tagesschau.

    Am Rande: Ich habe in knapp 20 Jahren unzählige Pressekonferenzen im Handball verfolgt. Heftige SR-Schelte ist die absolute Ausnahme! Weitaus öfter sagen die Trainer nach der SR-Leistung befragt sinngemäß, dass man sich die Niederlage selst zuzuschreiben und mehr Fehler als die SR gemacht habe.

    Die Vereine wollen die Regel nicht. Wohl weit überwiegend. Gleichwohl wurde die Regel (von der HBL, also dem Zusammenschluss der Bundesligavereine) ohne vorherige Diskussion verabschiedet und in Kraft gesetzt.

    Die Medien (auch Sport 1) wollen die Regel nicht, denn sie stellt einen indirekten Eingriff in deren Arbeit dar. Ich glaube, dieser Aspekt und dass sich die Medien wehren, ist von der HBL unterschätzt bzw. gar nicht erkannt worden. Die Negativschlagzeilen quer durch alle Medien sämtlicher Ausrichtung sind alles andere als förderlich. Fakt ist doch, dass der Handball die Medien braucht und nicht (wie im Fußball) umgekehrt.

    Die Schiedsrichter, mit denen ich gesprochen habe, wollen die Regel auch nicht. Sie wollen lediglich gegen Beleidigungen und Verunglimpfungen geschützt sein. Und das sind sie.

    Interessant ist auch, dass die Regel von (großen) Sponsoren des Bundesligahandballs abgelehnt wird. Sie können Maulkorb und Imagetransfer ihres Unternehmens nicht in Einklang bringen. Ich denke, aus dieser Richtung kommt bald was.

    Letztlich fehlt doch auch der Anlass, um solch schwere Geschütze rechtfertigen zu können.

    Es gibt also keinen Grund, den Maulkorberlass aufrecht zu erhalten.

    Wie oben geschrieben: andere Sportart, an die sich der BHC erst gewöhnen muss.
    Der Rückraum traf, als Lemgo munter durchwechselte und das Spiel entschieden war. Auch das Verhältnis der Torhüterparaden (15:4) war eindeutig.

    :D Die Kommentierung zur Änderung der Durchführungsbestimmungen... - Das fehlt grad noch ;)

    Regelerläuterungen können aber sinnvollerweise auch nur im Rahmen der Regel passieren, sie können keine, dem Wortlaut entgegenstehende, neue Regel definieren.

    Hier ist es eher so, als ob ein neues Gesetz käme: "Am Wochenende darf nicht gefahren werden, sonst Bußgeld" und die Bundeskanzlerin dann sagt:
    "Nee, so ist das nicht gemeint. Das Fahrverbot bezieht sich nur auf LKW ab 7,5 Tonnen und gilt nur sonntags. Ausgenommen sind auch eine Reihe von Fahrzeugen, die z.B. verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milcherzeugnisse und Gemüse transportieren, für die Infrastruktur notwenig sind (Fahrzeuge der öffentlichen Hand, Zivil- und Katastrophenschutz, Feuerwehr, Polizei, BGS etc.), unter bestimmte andere Kriterien fallen oder für die eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde. Ansonsten begrüßen wir den LKW-Verkehr ausdrücklich. " Und ein (unzuständiger) Staatssekretär ergänzt: " Wir probieren das erst einmal ein halbes Jahr und werden nur krasse Verstöße bestrafen!"

    Dann würde man auch sagen: "Aber wir haben das doch schon mit dem Sonntagsfahrverbot in der STVO. Wozu also das alles?"

    Das Ergebnis: Faktisch keine neue Regelung, aufgebrachte und verunsicherte Wähler und viel schlechte, ja sogar vernichtende Presse. Wie hier...

    Erik Eggers hatte zu diesem Thema Ende August was geschrieben:

    http://sport.zdf.de/ZDFsport/inhal…8341849,00.html

    Interssant finde ich diese Passage, in der Frank Bohmann die Interpretation der Regelung vorgibt, die zwar nicht dem Wortlaut entspricht, aber engere Grenzen setzt:

    Zitat

    [...]"Damit ist nicht gemeint, dass die Trainer nicht mit den Schiedsrichtern diskutieren sollen", sagte Bohmann gegenüber sport.zdf.de. "Das Äußerungsverbot besteht nur gegenüber der Presse." Auch Hanning dürfe als TV-Experte, wenn es nicht um seine Mannschaft gehe, weiter die Leistung der Referees bewerten.[...]

    Die Frage, die bleibt: Warum schreibt man das nicht gleich so auf?

    ... "ist es verboten, sich innerhalb von 48 Stunden nach Spielschluss gegenüber den Medien über Schiedsrichter zu äußern"...

    In der Bild wird Frak Bohmann wie folgt zitiert:

    Zitat

    „Die Schiedsrichter haben die Kritik nicht verdient. Es ist aber erlaubt, sie zu loben.“

    Auch ein Lob gibt der Wortlaut nicht her, auch wenn diese Auslegung natürlich sinnvoll ist (obwohl, was ist mit erkennbarer Ironie?)

    Man sollte die Regelung also neu und so fassen, wie sie gemeint ist. Dann wäre sicher schon viel gewonnen.

    EDIT:
    Insgesamt halte ich die Regelung für überflüssig, wenn wie in o.g. Artikel beschrieben, nur krasse Fälle bestraft werden sollen. Da bietet die Rechtsordnung schon eine Handhabe. Z.B.

    Zitat

    § 10 Vergehen gegen Mitarbeiter
    Wer einem Mitarbeiter der Verwaltung oder einer Person, die ein Amt ausübt oder eine Funktion wahrnimmt, ehrenrühriges Verhalten nachsagt, ohne den Wahrheitsbeweis zu
    erbringen, ihn beleidigt, verleumdet, bedroht oder tätlich angreift, kann bis zu zwölf Monaten gesperrt und/oder mit einer Geldstrafe bis 2.500,00 € bestraft werden.

    Zitat

    § 4 Betroffene
    (1) Strafen, Geldbußen und Maßnahmen können gegen Verbände oder deren Untergliederungen, Vereine, Spielgemeinschaften, Mannschaften, Spieler, Schiedsrichter, Mitarbeiter, Vereinsmitglieder und sonstige Personen, die für einen Spieler oder einen Verein handeln, unter Vereinshaftung ausgesprochen werden.

    Von den Spielen, die ich gesehen habe ausgehend, hat der BHC in der Vorbereitung den stärksten Eindruck aller Aufsteiger hinterlassen.

    Der Vorteil der von dir genannten Vereine wie Balingen, Wetzlar oder Hannover liegt vor allem darin, dass diese Mannschaften im Gegensatz zum BHC über viele Spieler mit großer Bundesligaerfahrung verfügen. Auf den Schlüsselpositionen wie Tor und Rückraum kann das entscheidend sein, zumal es ja keine Relegation mehr gibt.

    Ich sehe den BHC nicht chancenlos, aber es wird sicherlich sehr schwer. Bundesliga ist eine andere Sportart. Es kommt darauf an, wie schnell diese Sportart gelernt wird.

    @ David:
    Um der Beantwortung dieser Frage näher zu kommen, müssten wir wissen, was alles vom Etat umfasst ist. Auch z.B. die Drittligamannschaft? Begleichung in der Vorsaison gestundeter Rechnungen, Beteiligung an dem Hallenbau, Bildung von Rückstellungen oder mögliche, aber noch nicht realisierte Ablösezahlungen?

    Angegebene Etatgrößen sind von daher immer mit Vorsicht zu genießen, weil sie zum einen nicht vergleichbar sind und wir nicht wissen, was sie umfassen.

    Mich hat das Ergebnis nicht überrascht. Zu desolat war der Eindruck, den der VfL in der Vorbereitung hinterlassen hat.

    Von außen (!) betrachtet, geht es in dieser Saison doch nur um wirtschaftliche Konsolidierung. Der VfL hat also eher ein (ambitioniertes) wirtschaftliches, als ein sportliches Saisonziel.

    Wenn die neue Halle fertig und die Altlasten ganz weg sind (so soll es ja kommen), dann kann der VfL wieder angreifen. Ob es am Ende dieser Serie nun Platz 15 oder 11 ist, ist doch völlig wumpe (,wenn das auch so kommuniziert wird). Wenn das wirtschaftliche Ziel erreicht werden sollte, wäre das in meinen Augen weitaus höher einzuschätzen, als ein (mit Schulden bezahlter) achter Platz oder die Verteidigung des Pokalsieger-Cups. Denn nur so kann ein bruchsicheres Fundament dafür gelegt werden, auf dem sich mittelfristig wieder nennenswerter sportlicher Erfolg aufbauen lässt.

    Mich hat beeindruckt wie die Jungs auch in schwierigen Phasen die Ruhe bewahrt und an ihre Stärken geglaubt haben.

    Stimmt, das war großes Kino. Völlig abgezockt!

    Und jetzt lasst die Jungs auch bitte im Verein Spielanteile bekommen...

    Edit: Dresrüsse übers Turnier 41,9% Quote und 48.6% (!) im Finale! Damit zwangsläufig bester Keeper! Dissinger MVP, wenn ich das richtig mitbekommen habe.

    Herausragende Abwehrleistung der deutschen Mannschaft, die den Dänen auch konditionell merklich überlegen war. 27:18!! Dänemark locker unter 20 Gegentore zu halten: Respekt!
    Ein Erfolg, mit dem im Vorfeld nicht unbedingt zu rechnen war.

    Am Rande: Dresrüsse - überragender Keeper des Turniers und des Finales - langte GWD in der zwiten Liga zuletzt nicht mal als zweiter Mann. :wall: Was den Trainer bei dieser Entscheidung geritten hat, weiß der Geier...