Was viele Leute, die in der Kommunalpolitik aktiv sind (waren) abschreckt, ist die Tatsache, dass die "hohen Damen und Herren" in Land und Bund durch ihr oftmals abgehobenens und weltfremdes Verhalten (bestes Beispiel derzeit ist Westerwelle) der Basis in den Rücken fallen.
Der normale Wähler unterscheidet eben nicht zwischen Kommunal- Landtags- und Bundestags- oder Europawahl. Wenn er mit aktuellen bundespolitischen Entwicklungen (z.B. Griechenland) nicht zufrieden ist und zufälligerweise eine Kommunalwahl in seinem Dorf ansteht, bekommen die kleinen Basisarbeiter der Parteien den Zorn des Wähler zu spüren. Da ist es oft ziemlich wumpe, wie gut die vor Ort geleistete Arbeit tatsächlich war (das trifft mit Abstrichen auch auf die ehemalige NRW-Regierung zu). Zudem profitieren diejenigen Parteien, die im Dorf bislang nichts auf die Reihe bekommen haben, nur weil sie eben von der anderen Seite sind. Das frustriert.
Allerdings gibt es dagegen kaum ein Mittel, jedenfalls fällt mir keines ein. Außer dass (s.o.) die "große Politik" einfach mal ehrlicher werden sollte.
So etwas wird normalerweise honoriert, auch wenn die Wahrheit schmerzlich ist (solange Lösungen angeboten werden, die im Schnitt halbwegs als gerecht empfunden werden). Aber da kommen wir in den Bereich der Utopie...