Der TuS wehrt sich gegen die Kieler Berichterstattung:
Neue Westfälische
ZitatAlles anzeigenReizfigur Zeitz
HANDBALL: TuS N-Lübbecke verärgert über Kieler SchelteVON WILFRIED BRASE
Lübbecke. Beim THW Kiel scheinen vor den entscheidenden Saisonwochen die Nerven auf und neben dem Spielfeld blank zu liegen. Verstimmt und verärgert reagierten die Verantwortlichen des TuS N-Lübbecke einen Tag nach der 26:34-Niederlage in der Sparkassen-Arena (die NW berichtete bereits) auf die Berichterstattung über die Partie sowohl auf der THW-Homepage als auch auf der offiziellen HBL-Seite. Dem TuS wurde darin eine „Freiwild-Jagd ähnliche Abwehrarbeit“ unterstellt.
„Das können wir so nicht stehen lassen“, ereiferte sich TuS-Teammanager Zlatko Feric und wehrte sich dagegen, von „einem schlechten Gewinner als schlechter Verlierer“ abgestempelt zu werden. „Wir sind keine Schlägertruppe. Ich finde es unterirdisch, dass sich der THW Kiel angesichts seiner Leistung nicht an die eigene Nase fasst“. Der Champions Leage-Halbfinalist und Bundesliga-Tabellenzweite gab den Schiedsrichtern die Schuld. Manager Ulli Derad fand den Härtegrad, der von Hartmann/ Schneider zugelassen wurde, sehr fragwürdig und bangte um den Einsatz des mit einer Kreuzbanddehnung im rechten Knie ausgeschiedenen Momir Ilic. „Er hat Arne Niemeyer bei einem Konter überrannt und ist genau wie Michal Jurecki unglücklich gelandet“, erläuterte Zlatko Feric und wies auch in diesem Zusammenhang jegliche Schuld von seiner Mannschaft. „Dass Kiel so herumheult, kann ich nicht verstehen und nachvollziehen. Sie packen in der Abwehr doch auch selbst zu“, kommentierte der mit zwei Zeitstrafen bedachte Oliver Tesch, der den Abwehrpart des verletzt ausgeschiedenen Michal Jurecki übernommen hatte.
„Wir sind sicherlich keine Engel, aber das war alles nichts im Vergleich zu den beiden Aktionen von Christian Zeitz gegen Tim Remer und Arne Niemeyer“, sagte Trainer Patrik Liljestrand und sah sich beim Studium der Spielaufzeichnung in seiner Meinung bestätigt. Zeitz leiste sich einen Ellbogenstoß gegen Remer und ging kurz vor Schluss mit vorgestreckten Fäusten bei einem Wurf aus dem Rückraum auf Niemeyer los. „Unsere beiden Spieler waren hinterher stinksauer. Ich habe auf der Pressekonferenz nach dem Spiel nichts zu der Leistung der Schiedsrichter gesagt, aber wir waren unglaublich unzufrieden mit ihnen. Ich mag keine Schauspielerei auf dem Feld wie von Zeitz. Die Schiedsrichter hatten keinen Mut und haben in der zweiten Halbzeit fast alles für Kiel gepfiffen“, so Liljestrand ungewohnt deutlich.
„Vielleicht waren die Kieler enttäuscht, dass wir uns nicht gleich haben überrollen lassen. Aber ich war auch selbst erstaunt, wie lange wir mitgehalten haben“, fügte der schwedische Trainer hinzu und gab seinem kleinenAufgebot, das stark gefordert war, zum Hamburg-Spiel am kommenden Samstag (19 Uhr) nur Hausaufgaben vor der nächsten Trainingseinheit am Freitag auf.
„Die Gäste zogen ihre bis dato schon harte Gangart noch einmal an. Kaum ein Angriff verging, bei dem nicht ein Lübbecker Abwehrarm am Hals oder Gesicht eines Zebra endete. Versteckte Fouls und offensichtlich unfaire Aktionen der Gäste reihten sich aneinander - nahezu ungeahndet durch das Schirigespann, das der einer Freiwild-Jagd ähnelnden Abwehrarbeit der Lübbecker kein Einhalt gebot“, so der vom TuS beanstandete Text im Wortlaut. Auf der HBL-Seite wurde der THW-Text nach Intervention von Marketingmann Markus Ernst durch die Darstellung des TuS N-Lübbecke ergänzt.
Lübbecker Kreiszeitung ähnlich.