Beiträge von Lothar Frohwein

    Im Spiegel-Artikel steht nichts Neues - eigentlich nur (indirekt), dass der Redakteur die Ermittlungskakte gelesen hat.

    Wenn das alles ist, reicht das aus meiner Sicht für eine Anklageerhebung, ein hinreichender Tatverdacht (= StA (!) hält Verurteilung für wahrscheinlich) darf sicher angenommen werden. Ob´s aber für eine Verurteilung reicht, hängt dann von den Aussagen der Beteiligten/Zeugen ab.

    Vorausgesetzt, der Spiegel hat alle Beweise auf den Tisch gelegt, ist eine Verurteilung keineswegs so sicher, wie es die Mopo oder der Flensburger Anwalt meinen. Vor allem lässt sich wohl die Bestechung der SR nicht beweisen. Dafür gibt es viele Indizien, aber eben keinen Beweis. Offenbar kein Geld bei den SR gefunden, kein Geständnis, keine Zeugen der Geldübergabe etc. Die EHF hat im Übrigen bescheinigt, dass die SR-Leistung in Ordnung war und keine Auffälligkeiten aufwies (das verschweigt Herr Hoffmann in seinem heutigen Artikel). An diesen beiden Sachen kommt ein Gericht schwer vorbei.

    Und weiter: Kann bewiesen werden, dass Schwenker oder/und Serdarusic Volarevic beauftragt haben? Wer wusste was?

    Läge das angebliche Selbstbezichtigungsschreiben Volarevic´ vor, sähe das alles vielleicht anders aus. Bis jetzt können drei Leute (mit nicht wegzudiskutierenden Eigeninteressen in einer speziellen Situation -Arbeitgeber - Arbeitnehmer; Hass auf den alten Arbeitgeber, der zugleich Konkurrent des neuen AG ist) bezeugen, ein Schreiben gesehen zu haben, das wie eine Selbstbezichtigung Volarevic´aussah. Gab es das Schreiben? Wenn ja, wer hat es verfasst und ist der Inhalt wahr? Kann das nicht auch sonstwer aus was-auch-immer für Gründen verfasst haben? Wo ist es jetzt? (Bei der Durchsuchung der Anwaltskanzlei wurde es wohl nicht gefunden) -

    Dann die Problematik des Beweiswertes des "Hörensagens". Hier gelten ganz besonders hohe Anforderungen an die Glaubwürdigkeit des/der Zeugen und der Glaubhaftigkeit der Aussage. Sowohl Serdarusic als auch die Vertreter der RNL werden da sicher von den Verteidigern entsprechend befragt und hinterfragt werden...

    Im Prinzip betreibe ich hier Kaffeesatzleserei. Wie auch Hoffmann. Vielleicht gesteht Schwenker, vielleicht findet sich noch das eine oder andere Schriftstück an, vielleicht verhaspeln sich Zeugen. Vielleicht kommt am Ende versuchter Betrug heraus, vielleicht eine Einstellung... Wir werden es erleben.

    Aber derzeit erscheint mir ein Freispruch bezüglich des Betrugsvorwurfs "in dubio pro reo" genau so wahrscheinlich, wie eine Verurteilung. Zweifel sind nach der uns derzeit bekannten Aktenlage genug da.

    Im Mittelalter war die Inqusition üblich! :D - Grottiger Journalismus!

    Aber das können auch andere. Am Samstag wurde im DSF in den Nachrichten erzählt, die Staatsanwaltschaft habe ein Zwischenverfahren gegen Schwenker eröffnet...
    Ich frage mich immer wieder, welche Hiwis da in der Redaktion sitzen, die nicht einmal in der Lage sind, dpa-Meldungen korrekt zu kürzen oder wiederzugeben.

    Wie auch immer, Steinar, ich finde: Vor einem Millionenpublikum gehören Namen korrekt ausgesprochen. Das hat etwas mit Höflichkeit, journalistischer Sorgfalt (und den Anspruch stellt das DSF ja auch an sich selbst) und Respekt zu tun. Die Vereine halten sich, soweit ich das mitbekomme, schon daran... Was dann die gegnerischen Hallensprecher daraus machen, steht wieder auf einem anderen Blatt.

    Klar, dass man das auch anders sehen kann. "Die russische Nummer 4 hat schon wieder getroffen", reicht möglicherweise auch...

    Eine winzige, aber dennoch auffallende Kleinigkeit: die korrekte Aussprache ausländischer Spielernamen. U.S. kümmert die nicht wirklich und auch Bob schwächelt da zuweilen... Z.B. Artur Siodmiak spricht sich "Schudmiak" - Slawomir Szmal spricht sich "Swawomir Schmal" (sagt Kasa jedenfalls ;) )... usw. usw.
    Bemerkenswert: Christoph Hamm (obwohl der Handball nur selten macht) hat vorher gefragt und die Aussprache berücksichtigt!

    Kann man Parteispenden nicht gänzlich verbieten?
    Was ist volkswirtschaftlich billiger: Parteienfinanzierung aus Steuergeldern nach für alle gleichen Maßstäben oder die gefühlte "Korruption", die zu einer großen Steuergeldverschwendung (z.B. Hotels) führt?

    Das meine ich! Nach meinem Rechtsempfinden ist das Korruption. Leistung und daraufhin Gegenleistung.

    Sicher ist das alles strafrechtlich hoch problematisch, aber es sollte tatsächlich mal bis ins kleinste Detail überprüft werden.

    Unabhängig von der formal juristischen Seite: Ich behaupte, dass der Normalbürger und -wähler (auch der FDP) dieses Verhalten als Korruption empfindet. Als nichts anderes!

    Dieser Punkt an sich sollte doch eine demokratische Partei von sich aus veranlassen, diese Praxis zu ändern und diesem Eindruck entgegen zu wirken. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt - und nur mit den Stimmern der Vorstände der privaten Krankenversicherungen, Teilen der Hotelinhaber, Apothekern und Steuerberatern und Solaranlagenbaufirmen-Inhaber kommt man nicht über 5 Prozent...