Beiträge von Lothar Frohwein

    Da im Laufe jeder Saison immer mal wieder Diskussionen über Regeln, Satzungen und Ordnungen aufkommen und diese eigentlich nirgends komplett verlinkt sind, mache ich das an dieser Stelle mal.

    Regeln

    Spielordnung DHB
    Rechtsordnung DHB

    weitere Ordnungen des DHB

    Entscheidungen des Bundessportgerichts und des Bundesgerichts des DHB


    Durchführungsbestimmungen der HBL (Meisterschaft)
    Durchführungsbestimmungen der HBL (Pokal)
    Werberichtlinien der HBL
    Lizenzierungs-Richtlinien in der Fassung vom 05.02.09

    weitere Richtlinien der HBL

    Woher weißt du, dass der Spiegel Informanten bei der StA hat? An die veröffentlichten Infos kommt man auch ohne solche Informanten. S. Meteo. Wer weiß, wieviele Leute inzwischen in die Ermittlungsakte geschaut haben. Die kann man alle befragen. Vielleicht gibt es sogar Kopien von Kopien...

    Zitat

    Original von Borah
    Aber bei dem, was ich an StA und Spiegel kritisiert habe, bleibe ich dennoch und ich denke, die Argumentation müsste auch ohne diesen Begriff nachvollziehbar sein.

    Du kannst dem Spiegel doch nicht vorwerfen, dass der seine Arbeit macht und somit seine Rechte wahrnimmt. Den Beschuldigten wirfst du ja auch nicht vor, dass die ihre Rechte wahrnehmen.

    [Off]
    Vielleicht kommen Unklarheiten auch wegen der Begrifflichkeiten auf. Auf "Juristisch" ist jemand, gegen den ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren läuft, ein "Beschuldigter". Wird Anklage erhoben, heißt er ab diesem Moment "Angeschuldigter". Wird die Anklage vom Gericht zugelassen, wird er zum "Angeklagten".
    [/Off]

    Ich kann Karls Argumentation absolut nachvollziehen, aber ich sehe als Außenstehender keine Alternative zu dem jetzt an den Tag gelegten Handeln der Verantwortlichen. Vielleicht sehe ich das auch zu sehr durch die berufliche Brille.

    Wenn jemand die Verantwortlichen zum "Umschwenken" in der Strategie veranlassen kann, sind es ausschließlich die Sponsoren, die zwar keine juristische, aber eine faktische Macht haben.

    Unsere Presselandschaft wird das Thema glücklicherweise am "köcheln" halten, sodass die ursprünglich geplante und praktizierte "Unter-den-großen-Teppich-egal-wie-groß-die-Beule-wird-Taktik" nicht aufging und auch künftig nicht aufgehen wird.

    Für die nächste Zeit gibt es einige Szenarien, die mehr oder weniger wahrscheinlich sind, für Nichtbetroffene aber Spannung versprechen:

    1.) Das Verfahren wird nach welcher Norm (mit oder ohne Auflagen/Weisungen) auch immer eingestellt. Dann wächst ziemlich schnell Gras über die Sache, da juristisch keine Schuld bewiesen ist. Außer, dass "etwas hängenbleibt", gäbe es keine Konsequenzen für die Verantwortlichen und den Verein.

    2.) Es gibt einen Strafbefehl, der akzeptiert wird. Dieser stünde dann einer Verurteilung gleich, dem Handball bliebe aber eine öffentliche Gerichtsverhandlung erspart. Je nach Tatbestand (Untreue oder/und Betrug) könnte es zu keinen oder unüberschaubaren Konsequenzen für den THW kommen.

    3.) Es wird irgendwann (vielleicht in einem Jahr) Anklage erhoben und es kommt einige Monate später zur mündlichen Verhandlung (gegen X Angeklagte). Dann könnte das Gericht gleich die Ostseehalle mieten, damit alle Interessierten Platz fänden. Jede Zeugenaussage müsste öffentlich wiederholt werden, das Thema würde in vollem Umfang wieder hochkochen und würde medial begleitet. Am Ende stünde dann wiederum eine Einstellung oder ein Urteil (Schuld- oder Freispruch) mit den Konsequenzen je nach Ausgang. Letztlich würde aber der gesamte Akteninhalt öffentlich.

    4.) Das große Geständnis im Vorfeld (wenn es tatsächlich etwas zu gestehen gibt). Dann würde es ganz sicher (!) heute unüberschaubare Konsequenzen für den Verein geben, die Gerichtsverhandlung könnte dann aber im Gerichtsgebäude stattfinden.
    Letztlich würde auch so der Akteninhalt irgendwann öffentlich.

    Vermutlich ist es nicht gewagt, zu tippen, dass die Alternativen 3.) und 4.) am wenigsten im Interesse der Verantwortlichen und somit des THW liegen. Logisch wäre es, man würde alles daran setzen, 3.) und 4.) zu verhindern.


    EDIT:

    5.) Das vorbereitete und kalkulierte große Geständnis (wenn es tatsächlich etwas zu gestehen gibt)! Die Sponsoren sagen weiter ihre volle Unterstützung zu, unter der Bedingung, dass A bis Z ihre Stühle dauerhaft räumen und A2 bis Z2 die Positionen einnehmen. Man akzeptiert z.B. eine Sperre in den europäischen Wettbewerben bzw. handelt diese im Vorfeld runter und einigt sich mit Flensburg auf Schadenersatz in Höhe X.

    Schwierige Situation.
    Die Eigentürer (=Gesellschafter) schützen ihr Eigentum. Nachvollziehbar. So agieren sie streng formaljuristisch und reagieren nur auf bewiesene Tatsachen.

    Auf der anderen Seite steht das Interesse des gesamten Handballsports an einer schnellen Aufklärung der Affäre. Solange allerdings die Bestechung nicht zweifelsfrei nachgewiesen wird, ist da nichts aufzuklären, denn - ich nenne es mal ungewöhnliche - Geldflüsse sind zunächst ein gesellschaftsinternes Problem. Es gibt keine Regularien, irgendwen zu zwingen, diese Geldflüsse außerhalb der Gesellschaft zu erklären. Selbst der Staatsanwaltschaft und dem Gericht müssen die Beschuldigten nichts erklären, wobei sie allerdings möglicherweise eine
    Bestrafung wegen Untreue riskieren.

    Für eine Bestrafung wegen Betruges ist m.M.n. nur Raum, wenn eine SR-Bestechung nachgewiesen wird.

    Solange die Betroffenen davon ausgehen, dass aus welchen Gründen auch immer, (sei es, dass es die Bestechung niemals gab oder dass die hoffen, das letzte Puzzleteil werde nicht gefunden) es überwiegend wahrscheinlich ist, eine Bestechung sei nicht nachweisbar, müssen sie im Interesse ihrer Gesellschaft sich so verhalten, wie sie sich verhalten.

    Die Alternative wäre - sofern es etwas gibt, das zugegeben werden kann - es zuzugeben. Dann wären die Konsequenzen für den THW unabsehbar. Das wären sie auch, wenn eine Bestechung nachgewiesen werden würde. Allerdings gäbe es dann in der Schwere der Konsequenzen sicher nur zu vernachlässigende Unterschiede zwischen dem Fall eines "Geständnisses" oder der Überführung.
    Warum sollten sich die Betroffenen also anders verhalten, als sie sich derzeit verhalten?

    Es ist eine völlig gängige - und gesetzlich zugestandene - Verteidigungsstrategie als Beschuldigter in einem Strafverfahren zu schweigen und den Ankläger/Ermittler die Vorwürfe Stück für Stück beweisen zu lassen. Was für jeden gilt, der angeblich betrunken Auto gefahren ist oder irgendwas geklaut haben soll, muss auch für die Beschuldigten und Betroffenen in diesem Verfahren gelten.

    Ob den Anschuldigungen von Frau Serdarusic im Jahr 2008 ausreichend genug hinterfragt wurden, wissen wir nicht, weil wir den Wortlaut und die Form der vorgebrachten Anschuldigungen nicht kennen. In einigen Medien wird ein Zitat (von Holdorf oder Wegner) gebracht, in dem behauptet wird, Frau Serdarusic habe U.S. bezichtigt, über eine Million Euro ins Ausland geschafft zu haben. Dies sei nicht glaubhaft gewesen, so die Gesellschafter.

    Ohne dieses Zitat wertet man den Sachverhalt ganz anders.

    Viel wichtiger ist es, aus dieser Affäre zu lernen. Nicht nur bei HBL und EHF. Sportbetrug (inkl. Doping) muss endlich einen eigenen Straftatbestand im Strafgesetzbuch bekommen. Bislang sind alle dahingehenden Gesetzesinitiativen (angeregt von den Grünen bis zur CSU) gescheitert. Das Argument: Der Staat soll sich so wenig wie möglich in die autonomen Belange des Sports einmischen. Allerdings fließen inzwischen jährlich sportartübergreifend zig Millionen Euro öffentlicher Gelder direkt oder indirekt in den Sport, dass dieses Argument in meinen Augen nicht mehr überzeugt.

    Wie es um die Selbstverwaltung im Handball bestellt ist, haben wir in letzter Zeit oft genug erfahren (Olympia-Quali, das Verhalten der EHF bzgl. der gemeldeten Bestechungsversuche, keine hinreichenden Gremien und Regularien in der HBL zum Krisenmanagement oder für Betrugsfälle außerhalb des Spielbetriebs des DHB u.v.m.)

    Ähnliches gilt für viele andere Sportarten, die schneller gewachsen sind, als ihre Strukturen.

    Puvogel-Brunnen in Hamburg-Wandsbek. Wer kennt ihn nicht ;)

    Endergebnis: ;)

    Sead Hasanefendic (Gummersbach) 70 44.03%
    Robert Hedin (Melsungen) 24 15.09%
    Volker Mudrow (Wetzlar) 18 11.32%
    Michael Roth (Großwallstadt) 12 7.55%
    Dr. Rolf Brack (Balingen) 10 6.29%
    Jemand anderes, nämlich ... 7 4.40%
    Jörn-Uwe Lommel (Berlin) 7 4.40%
    Martin Schwalb (Hamburg) 6 3.77%
    Kai Wandschneider (Dormagen) 3 1.89%
    Ola Lindgren (Nordhorn) 2 1.26%

    Thema zu. Meteo oder Ronald, waltet eures Amtes! ;)

    Einseitige Verlängerungsoptionen des Vereins (!) sind rechtswidrig. Siehe Narcisse-Fall, wo das EHF-höchstrichterlich geklärt wurde. Also ist die Aussage des Artikel mit Vorsicht zu genießen und es ist nachvollziehbar, dass nicht über diese Klausel gesprochen wurde.

    Praktisch ist das unterhalb der Bundesliga derzeit nicht lösbar. Zu wenig Leute. Außerdem würde auch das Wesen des Spiel verändert werden. Noch mehr Regeln, die Zuschauer verlieren noch mehr den Überblick. Eine gerechte Regel, die nicht neue Ermessensspielräume für die SR eröffnet (also das Problem, das man besiegen will, nur verlagert), ist schwer bis gar nicht zu finden. Die Probleme wurden schon angesprochen. Angesichts des Aufwandes, viel zu wenig Nutzen.

    Im Basketball funktioniert das nur wegen der Begrenzung der Anzahl der persönlichen Fouls.

    Diese Amerikanisierung braucht der Handball nicht, auch nicht, um ggf. in den Staaten Boden zu gewinnen. Man käme dort ja auch nicht auf den Gedanken, die Regeln z.B. vom Baseball oder AF grundlegend zu ändern, nur um gaaaanz vielleicht den deutschen Markt erschließen zu können.

    Den Videobeweis (unter den hier diskutierten Voraussetzungen und Einschränkungen) würde sicher jeder begrüßen. Aber mir fehlt der Glaube an die Umsetzung, denn einheitliche technische Voraussetzungen wären dafür unanbdingbar.

    Das wäre allerdings das wirkungsvollste Mittel, um etwas für die Glaubwürdigkeit zu tun. Alles andere was im Regelbereich diskutiert wird (Begrenzung der Angriffsdauer etc.) halte ich für bloßen Aktionismus.