Beiträge von Lothar Frohwein

    @ Lord: Seine im letzten Sprachgebrauch der HBL gestellten "Fragen" waren am Sonntag noch "massive Vorwürfe"... ;)

    @ Karl: Stimmt, sollte irgendwer aus dem Dunstkreis der Beteiligten Anzeige erstattet haben, ist das durchaus interessant. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Kieler Staatsanwalt nur mal einen Blick auf die "Fragen" werfen wollte, damit er beim nächsten THW-Heimspiel in seinem Block was zu erzählen hat ;)

    Jedenfalls hat die StA Möglichkeiten und die rechtlichen Grundlagen, Licht ins Dunkle oder ggf. einen gigantischen Berg schmutzige Wäsche zum Vorschein zu bringen. Und auch u.v.a. für J. Nielsen dürfte es ein Unterschied sein, ob er vor den Medien oder als Zeuge bei einer Behörde aussagt.

    Zitat

    Original von Arcosh
    Bleibt die Frage, ob die Kieler Staatsanwaltschaft von sich aus tätig wurde oder ob eine Anzeige vorliegt.

    Das ist irrelevant. Bei den in Frage kommenden Straftaten handelt es sich um Offizialdelikte, d.h. die Ermittler müssen von Amts wegen tätig werden, wenn sie von einer möglichen Straftat Kenntnis erlangen. Das geht theoretisch durch Handball-World lesen am Arbeitsplatz (was aber sicherlich niemand tut ;)

    Zitat

    Original von Arcosh
    Ich hätte noch eine Frage an die Juristen:
    Ist es wirklich so einfach möglich eine GmbH über eine Insolvenz abzuwickeln und gleichzeitig eine neue GmbH zu gründen, die zwar alle Aufgaben und Strukturen der alten GmbH übernimmt, aber nichts von deren Altlasten wissen will?

    Nein, das funktioniert aus verschiedenen Gründen nicht.

    Schade im Sinne der Transparenz, dass Frank Bohmanns Idee nicht gefolgt wurde:

    Zitat

    [...]
    HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann ist erstaunt über Nielsens Vorstoß. "Wenn er den gleichen Kenntnisstand hat, den Herr Matheis vorgetragen hat, dann ist das nicht anständig", sagt er. Denn seitens Matheis' gebe es Anschuldigungen, aber keine Belege. Matheis beruft sich allerdings auf eine Quelle, der alle Beteiligten ausreichend Gewicht beimessen, um weiter zu recherchieren.

    "Wir wissen, worauf Herr Matheis sich beruft", sagte Bohmann der SZ. Ob und wann diese Information öffentlich wird, sollte am Mittwoch auf einer Präsidiumssitzung der HBL in Dortmund besprochen werden. Bohmann will sich dafür einsetzen, dass die Quelle öffentlich gemacht wird, "sonst wird immer der Eindruck bleiben, dass etwas vertuscht werden soll". Genau das aber dürfe nicht sein, damit der Handball seine Glaubwürdigkeit nicht verliere. [...]

    http://www.sueddeutsche.de/sport/886/460519/text/

    Zitat

    Original von meteokoebes
    Spielmanipulation und Kiel bzw. Handball, das ist wie Doping und Lance Armstrong bzw. Radsport!!! - Das steht hier gerade auf dem Spiel. Das muss man begreifen. Es geht hier nicht, um Kleinigkeiten. Es geht um die Zukunft und Glaubwürdigkeit der kompletten Sportart und die hat einen erheblichen Schaden erlitten.

    Und eben deshalb hätte ich mir gewünscht, dass die Sache von der zuständigen EHF begraben worden wäre und nicht von den eigenen Vereinskameraden (bezogen auf die Mitgliedschaft in der HBL).

    Zitat

    Original von meteokoebes
    Im eigentlichen Sinne muss da noch etwas entlastendes nachkommen, wenn die HBL dieses Thema für beendet erklären will.

    Man muss zum Glück nicht seine Unschuld beweisen, manchmal geht das praktisch auch gar nicht. ---

    Sicher, unter der versprochenen "größtmöglichen Transparenz" hat sich die Öffentlichkeit etwas anderes vorgestellt, als diese erste und gleichzeitig letzte Presseerklärung der HBL zu diesem Thema. Eine PM ohne Einleitung, ohne den Sachverhalt darzustellen und ohne die Beteiligten der Sitzung zu nennen. Welche "Fragen" D. Matheis gestellt, hat bleibt ebenso im Verborgenen wie die "zufriedenstellenden Antworten" darauf. "Größtmöglich" ist eben ein subjektives Kriterium. Die HBL legt den Begriff eben etwas enger aus...

    Aufgrund des riesigen Medienechos ist sicherlich ein Imageschaden für den gesamten Handball (sowie für Kiel und hauptsächlich Kronau)eingetreten, obwohl bereits spätestens Montagmorgen abzusehen war, dass die Vorwürfe nicht bewiesen werden können. Ich erinnere da nur an die angebliche(n) Selbstanzeige(n). Hier wurde bei der Verbreitung der journalistischen Sorgfaltspflicht nicht Genüge getan. Ein Anruf bei den StAen in Kiel und Berlin (ist mir noch unbegreiflich, wie Berlin da auftauchen konnte und dass das niemand von den "In-die-Welt-Setzern" hinterfragt hat), hätte die Sache geklärt. Aber ohne diese "Untermauerung" wäre die Story zu dünn gewesen, um sie mit großem Tam-Tam raushauen zu können. Dann hätte man nur schrieben können, dass es einen Brief von M an S gab, in dem angeblich Vorwürfe erhoben werden. Mehr nicht. Letztlich also gar nichts und das war wohl nicht mit dem eigenen Ego vereinbar...

    Erst diese (wirklich krückelige) "Ente" mit der Selbstanzeige verlieh der Story einen Hauch von Plausibilität. Als sie dann "erschossen" war, entwickelte sich trotzdem ein Flächenbrand. Bleibt zu hoffen, dass die Gründe dafür genau analysiert werden und sich Vergleichbares nicht wiederholt.

    Ich bin auch mal auf die Nachdreher der Medien gespannt. Ob der Abschlusserklärung dieselbe Aufmerksamkeit gewidmet wird, wie dem Anfangsverdacht? Unwahrscheinlich...

    Auf dass der Friede von (wo war die Sitzung eigentlich?) halte...

    Zitat

    Original von Karl
    @Frohwein: mit der Frage der Zuständigkeit sehe ich das etwas anders. Die beiden betroffenen Vereine (THW und SG) wurden beide von der HBL (oder dem DHB?) zur Teilnahme an der CL gemeldet - als Vertreter des deutschen Handballs. Besprechungsteilnehmer (Vorsitzender Witte und GF Bohmann) sind am Montag abend nach der Besprechung vorgeprescht - Rolle des Aufsichtsrates ist es diese zu kontrollieren.

    Ein Vertreter der EHF sollte (muß!) jetzt aber zu den weiteren Sitzungen als Beobachter herangezogen werden. Die Verbandgerichtsbarkeit hat eigentlich noch keinen rechten Grund eingeschaltet zu werden (das Problem da ist u.a. natürlich, daß die Mühlen dort relativ langsam und sehr formal (!!) arbeiten müssen ...das kann man sich nicht leisten. Zudem sind die Vorwürfe ja unklar).

    Also: Vorstand und Aufsichtsrat der HBL sind m.E. im Moment schon die richtigen (weil einzig denkbaren) Gremien zur Aufklärung - die EHF sollte aber 'Beobachterstatus' erhalten, bevor sie bei evtl. 'Verdichtung' das Zepter in die Hand nimmt (was aber nicht heißt, daß die Sache dann für die HBL erledigt wäre).

    Ich sehe das anders. Wenn jemand mit einem in Deutschland angemeldeten Auto in Spanien zu schnnell fährt: Wer ermittelt und bestraft nach welchem Recht?

    Übertragen wäre es so, als ob die deutsche Straßenverkehrsbehörde den Fahrer fragen würde, ob er in Spanien zu schnell gefahren ist und einige Beamte der Behörde danach erklären, ob er zu schnell war oder nicht...


    Zur Meldung der Vereine, Ziffer 27 DF:

    Zitat

    An Europacup-Spielen können teilnehmen:
    a) Champions League: Deutscher Meister, Deutscher Vizemeister, Tabellendritter

    b) Pokal der Pokalsieger: Deutscher Pokalsieger

    c) EHF-Pokal: Tabellenvierter, Tabellenfünfter

    Die Meldung an den zuständigen internationalen Verband wird gemäß Beschluss des Präsidiums des Ligaverbandes durch den DHB vorgenommen. Qualifiziert sich ein Verein für mehrere
    Wettbewerbe, so wird er grundsätzlich für den ranghöheren gemeldet, wobei sich die Rangfolge der Wettbewerbe aus der vorstehend genannten Reihenfolge ergibt. In diesen Fällen kann der
    Pokalvizemeister bzw. der in der Tabelle folgende Verein usw. auf einen freien Europacup-Platz nachrücken. Die Vorschriften der EHF bleiben unberührt

    Der Verwaltungsrat (=Aufsichtsrat) der HBL:

    Zitat

    § 26

    Aufgaben des Verwaltungsrates
    1. Der Verwaltungsrat kontrolliert das Präsidium.
    2. Der Verwaltungsrat genehmigt den Haushaltsplan des Ligaverbandes e. V. für das nächste Spieljahr.
    3. Der Verwaltungsrat kann vom Präsidium jederzeit Berichte über alle Angelegenheiten des Vereins verlangen und Bücher sowie Schriften des Vereins einsehen und prüfen.
    4. Der Verwaltungsrat nimmt den Jahresabschluss mit dem Geschäftsbericht des Präsidiums entgegen und genehmigt ihn. Er benennt einen Steuerberater zur Bestätigung des Jahresabschlusses.
    5. Der Verwaltungsrat entlastet das Präsidium.

    Nichts operatives!

    Zitat

    Das Präsidium besteht aus

    a. dem Präsidenten
    b. den zwei Vizepräsidenten
    c. dem Vizepräsidenten Finanzen
    d. 2 Beisitzern 1. Bundesliga
    e. 2 Beisitzern 2. Bundesliga

    1. Das Präsidium tritt bei Bedarf zusammen. Es wird vom Präsidenten im Falle seiner Verhinderung von einem Vizepräsidenten geleitet. Es ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend ist.

    Ergo: unzuständig!

    Was in Nordhorn offensichtlich noch niemand so recht realisiert hat:

    Wenn am 30. April noch vorläufige Insolvenzverwaltung besteht, bedeutet das den Zwangsabstieg. Es gäbe dann zwar noch eine kleine Nachbesserungsfrist, aber die immer wieder publizierte "Taktik", die Eröffnung des Insoverfahrens bis zum 1.7. hinauszuzögern, klappt nicht!

    Spätestens am Ende der Einspruchsfrist gegen den ablehnenden Bescheid muss der vorl. Insolvenzverwalter bescheinigen, dass es keine Insolvenzgünde mehr gibt! Vermutlich spätstens Ende Mai muss alles bezahlt oder verglichen sein, sonst ist es mit der ersten Liga vorbei. Es könnte dann mit der neuen Gesellschaft Antrag für die zweite Liga gestellt werden. Aber auch der müsste erst durchgehen...

    Noch einmal langsam die Szenarien:

    -wird die Serie nicht zuende gespielt --> Zwangsabstieg in RL (weil die 2. dort spielt, sonst Landesverband)

    - wird (nach Ergebnis des Gutachtens des vorl. I-Verwalters) das I-Verfahren vor dem 1.7. eröffnet oder mangels Masse eingestellt --> Zwangsabstieg

    - bescheinigt der vorl. I-Verwalter, dass die Zahlungsunfähigkeit nicht nur droht, sondern tatsächlich vorliegt --> Zwansabstieg

    - besteht am 30. April noch I-Verwaltung (es ist aber noch kein I-Verfahren eröffnet oder mangels Masse eingestellt worden ) --> Zwangsabstieg.

    Um den zu verhindern, müssen die Insolvenzgründe entfallen und das muss vom vorl. I-Verwalter bestätigt und bei Gericht eingereicht werden. Dann würde das Gericht die vorl. Insoverwaltung aufheben. Das alles muss vor dem 30. April passieren.

    Gelingt dies nicht, dann:
    Bescheid der HBL über Abstieg, dagegen Einspruchsmöglichkeit innerhalb einer Woche. Wenn vorl. I-Verwalter innerhalb dieser Woche den Wegfall der Insogründe bescheinigen kann, ist der Abstieg auch vermieden. Sonst besteht nur noch Klagemöglichkeit vor dem ständigen Schiedsgericht der HBL, da können dann aber keine neuen Tatsachen mehr vorgetragen werden (= Nachbesserungen).

    Die genaue letzte Frist zur Erstligarettung lässt sich also heute noch nicht ausmachen, sie dürfte aber spätestens (!) so um den 25. Mai auslaufen.

    Es wird also keine Bescheinigung (s. Artikel oben) geben!

    Zitat

    Original von Schierli
    Wenn sich die Sache nicht schleunigst regelt

    Nur wer regelt es?

    Selbst wenn Uwe Schwenker, Noka Serdarusic und die Schiedsrichter heute vor der HBL (AR, Präsidium, wer auch immer) ein Geständnis ablegen würden: Die HBL könnte nichts machen! Die haben keine Handhabe! Weder zum "Verurteilen" noch zum "Freisprechen"! Die HBL könnte die Sache nur zuständigkeitshalber an die EHF weiterleiten. Das kann sie jetzt aber auch schon. Was da jetzt passiert, ist völlig irrelevant, belastet oder entlastet nicht. Man kann es bestenfalls als inoffizielle Fragestunde unter Vereinsmitgliedern bewerten, an der aber unter dem Strich nur willkürlich ausgewählte Vereinsmitglieder teilnehmen bzw. Fragen stellen dürfen.

    Selbst wenn sich die Fragen auf Vorgänge auf nationaler Ebene bezögen, wäre in erster Linie zunächst der Spielleiter, dann zwangsläufig das Bundessportgericht des DHB (!!!) zuständig. Keinesfalls und nie aber der Aufsichtsrat der HBL!

    Frank Bohmann hat Montagabend im DSF "größtmögliche Transparenz" versprochen. Seit Auftauchen der Vorwürfe, ähm, Fragen gibt es nocht keine offizielle Pressemitteilung der HBL zu der Sache. Es wird weder gesagt, worum es geht, es wird nicht gesagt, wer, was, wann, warum und auf welcher Basis macht und es werden auch keine Ergebnisse präsentiert. Stattdessen redet jeder Sitzungsteilnehmer wenn er Lust hat mit denjenigen Medien, die gerade fragen. Oder auch nicht.

    Ein jämmerliches Bild.

    Machen wir mal einen Status-Quo am Beginn des Tages:

    Die Beschuldigten Schwenker, Serdarusic und die Schieris sagen: "Kein wahres Wort am Vorwurf."

    Der vielleicht unfreiwillige, aber dennoch faktisch selbsternannte "Ankläger" (Matheis) sagt sinngemäß: "Ich hatte Fragen, von deren Beantwortung abhing, ob der Verdacht ausreicht Anklage zu erheben. Es gibt keinen Verdacht mehr."

    Die in allen Belangen in dieser Sache unzuständige HBL spricht nicht einheitlich, spricht eigentlich überhaupt nicht. Der Präsi (könnte den Sachverhalt als Jurist grundsätzlich beurteilen) sagt: "Keine belastbaren Tatsachen."

    Zwei Aufsichtsratsmitglieder sagen: "Wir brauchen noch weitere Informationen".

    Ein Gesellschafter, gleichzeitig Hauptsponsor des Vereins des "Anklägers" sagt: "Wir wissen, dass es rund um die Champions-League-Spiele des THW Kiel Unregelmäßigkeiten gegeben hat." Dieses Wissen basiere auf Aussagen von "Schlüsselpersonen innerhalb des THW Kiel und aus dessen Umfeld".

    Die zuständige EHF wartet ab.