Für mich als außenstehender Preuße wirkt das so:
Das Ergebnis aus 03 war weit überdurchschnittlich gut, nicht die Norm. Es war seinerzeit eine Wahl mit bundespolitischem Einfluss. Der Anfang vom Ende für G. Schröder. Die CSU hat wohl ein realistisches Potenzial von 52-53 %.
Das wurde "heuer" nicht erreicht. Wohl, weil der Stoiber Ede die gute Frau Pauli unterschätzt hatte, sodass die zu den freien Wählern ging. Die haben sich um 6 Punkte gesteigert, vermutlich wegen Frau Pauli und weil CSU-Stammwähler entweder zuhause geblieben sind oder einen Denkzettel verteilen wollten, ohne einen wirklichen Umschwung zu wollen.
Die sechs Punkte Zugewinn kamen weit überwiegend aus dem CSU-Lager. Ausgehend vom normalen Potenzial blieben so noch etwa 47%. Die letzten vier Punkte wurden wohl verloren, weil man sich mit dem Rauchgesetz, der Landesbankaffäre und der Rumeierei mit der Pendlerpauschale unglaubwürdig und teilweise lächerlich gemacht hat.
Für die Wiedereinführung der Pauschale im Wahlkampf schreien und gleichzeitig kurz vor der Wahl in Berlin für das Gegenteil abzustimmen: Da mag sich der eine oder andere Wähler veräppelt vorgkommen sein.
Die Stimmen blieben im bürgerlichen Lager. Die SPD hat weiter verloren. Die Jubelstürme und vor allem die Prognose, dass es für die Merkel jetzt bei der Bundestagswahl schwer werde, sind schlicht dumm. Ebenso die falsche Schlussfolgerung, für Schwarz-Geld werde es deshalb nicht reichen.
Bei der Bundestagswahl treten die freien Wähler nicht an, also fallen deren Stimmen entweder an die CSU oder die FDP, womit die 53% wieder da sind, ohne dass sich was tun muss. Bis dain ist außerdem noch viel Zeit, in der sich die "Freien" blamieren können.
Zudem dürfte Seehofer (vielleicht auch als neuer MiPrä --> Spiegel-Online) weitaus höhere Sympathiewerte in Bayern haben, als Beckstein.
Das Ergebnis war historisch und sicher schadet es nicht, wenn nach 46 Jahren auch mal andere "hinter den Tresen" gucken und nachsehen, was da im Laufe der Zeit gesammelt wurde.
Diese Wahl war das Gegenstück zur Wahl 03. Für die CSU. Für die SPD war sie eine erneute Schlappe. Ich weiß nicht, weshalb man wegen 18,6 % feiern kann bzw. von "Stabilisierung" oder gar "Stimmungsumschwung" faseln kann.
Eine Viererkolition gegen die CSU wird aus praktischen Gründen nicht zustande kommen. Die FDP will regieren und sie will sich vor allem wegen der Bundestagswahl 09 nicht gegen die Union stellen.