Beiträge von Lothar Frohwein


    Zitat

    Original von Wieland
    Ohne Videobeweis ist so ein Einspruch natürlich völlig ohne Chance. Wird dieser generell nicht zugelassen? Und warum?

    Die Zulassung des Videobeweises spielt für den Ausgang dieses Verfahrens keine Rolle, deshalb wird sich das Gericht auch nicht großartig damit befasst haben. Der Einspruch war mit oder ohne Video von Anfang an chancenlos.

    Denn, selbst wenn die Zeitnehmer gesagt hätten: "Wir haben einen Fehler gemacht", wäre das Spiel niemals wiederholt worden, da ein Regelverstoß bei 30:33 nach der ständigen Rechtsprechung des BSpoG nicht spielentscheidend ist.

    Zitat

    dass bei einem letztlichen Endstand von 33:30 für Balingen nicht von einer spielentscheidenden Situation die Rede sein kann."

    Definition der Sportgerichte für "spielentscheidend":

    Zitat

    Ein Regelverstoß ist nur dann als spielentscheid zu werten, wenn ein hypothetisch anderer Spielausgang mit hoher Wahrscheinlichkeit unterstellt werden kann und nicht nur rein theoretisch möglich wäre.

    Das ist der entscheidende Satz, der auch erklärt, weshalb das Gericht den Videobeweis nicht zuließ.

    Motto: Völlig wumpe, was darauf zu erkennen ist, es ändert nichts daran, dass das Spiel nicht wiederholt wird! Es war nicht spielentscheidend! Selbst wenn der Anschlusstreffer gefallen wäre, wäre die HSG noch im Rückstand gewesen und man hätte nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit unterstellen können, dass Wetzlar noch zwei und Balingen kein Tor mehr wirft!

    Das Geld für das Verfahren hätte man besser der Krebshilfe o.ä. gespendet, wenn man es über hat. Wahrscheinlich hätte es aber jeder andere an Wetzlars Stelle auch versucht.

    Eine Revision wäre völlig aussichtslos (s. oben zitiertes Urteil des Bundesgerichts = Revisonsgericht zum Thema "spielentscheidend").

    handball-world.com

    Zitat

    Original von Karl
    Jau, fündig geworden :klatschen:;) Fiete Buschmanns (spektakulärer) Ballverlust ist allem Anschein nach foulbedingt gewesen - zu finden auf 'GWD-Schorses' Photo Nr.76 (sieht auf dem Photo ganz stark nach 7m +2 min aus - das wärs dann wohl gewesen)

    Veto! ;)

    Schorse hat die Bilder chronologisch geordnet.
    Fietes (spektakulärer) Ballverlust ist auf Foto 69 zu sehen, auf dem er weder von Hermann, noch von Kokir berührt wird. Er hat den Ball einfach verdaddelt. Das war beim 29:30 nach 58:20 (Spielstatitik).

    Bild 70 zeigt dann (58:32) eine Szene aus dem folgenden TuS-Angriff. Bild 72 (59:09) ebenfalls. Bild 75 zeigt die Uhr (59:22) vor der diskutierten Szene auf Bild 76.

    Bild 76 zeigt also beim Stand von 30:30 eine andere (!) Szene, in der das Spiel wegen der beantragten Auszeit schon unterbrochen ist (siehe Schieri im Bildhintergrund und zur Bank gehende Spieler). Muss also bei 59:33 gewesen sein.

    Die Reihenfolge der Bilder kann auch nicht versehentlich vertauscht worden sein, weil hier Blecic neben Hermann steht, nicht Kokir wie auf 69.
    Hermann foult, aber da war das Spiel schon unterbrochen.

    Die folgenden Fotos zeigen dann auch die Auszeit.

    Die (sehr guten) Schieris haben also richtig entschieden, ehe also irgendwelche Legenden gebildet werden!

    Sehe ich auch so, Kai.

    Man könnte ja "um die Ecke" argumentieren:

    Extremfall:
    Ein Spieler, der keine Spielberechtigung (weil er z.B. für die A-Jugend zu alt ist) hat, sitzt nur auf der Bank, ist aber eingetragen. Seine Mannschaft gewinnt das Spiel mit 43:0.

    Trotzdem wird, wenn die Sache ans Tageslicht kommt, das Spiel als verloren gewertet. Ist ne zwingende Vorschrift.

    Aber der hieraus resultierende Rechtsgedanke könnte doch auf den obigen Fall transportiert werden bzw. als Auslegungskriterium dienen: Wenn schon aufgrund einer fehlenden Spielberechtigung eines Spielers, der nicht mitgespielt hat, ein Spiel als verloren gewertet wird, muss doch erst recht ein Spiel wiederholt werden, in dem ein Spieler zu Unrecht disqualifiziert wurde.

    Ich möchte mal wissen, was passiert wäre, wenn Karabatic oder Narcisse in der 5. Minute gegen die Regel vertoßend disqualifiziert worden wären und der THW bzw. der VfL das Spiel dann mit - sagen wir mal - 32:23 verloren hätten...

    Ich denke auch, dass sich die obigen Gerichte die Sache vielleicht zu einfach gemacht haben. Andererseits kennen sie womöglich den Spieler und dessen Qualitäten und haben deshalb so entschieden?! Insofern ist es natürlich recht schwer, die extern Sache zu beurteilen. Jedenfalls ist die hier zitierte Urteilsberündung etwas kurz. Vielleicht ist sie ja im Original länger und beschäftigt sich eingehend mit dem Spieler und dessen Qualitäten...

    Man will möglichst keine Spielwiederholungen, auch um einer möglichen Einspruchsflut vorzubeugen.

    Ich konnte mich noch nie mit der praktizierten Auslegung und Anwendung des Begriffs "Spiel entscheidend" anfreunden.

    Das Urteil im Ausgangsfall ist nach aktueller Auslegung okay, dennoch hätte allein vom Spiel- und Sportsgedanken her in diesem Fall das Spiel wiederholt werden müssen.

    Ich finde diesen Regelverstoß entscheidender als den angeblichen
    beim Spiel Balingen-Wetzlar.

    Psychologisch ist der TuS gegenüber Düsseldorf im Vorteil. Zum kennt die Mannschaft den enormen "Endspiel"-Druck und hat ihm gegen Göppingen, Balingen und Minden standgehalten, während die HSG sich vielleicht schon sicher fühlte und urplötzlich wieder im Strudel drin ist. Zum anderen schaffen solche Spiele bzw. das erfolgreiche Rückstandaufholen wie gegen Göppingen, in Balingen und gegen Dankersen Selbstvertrauen.

    - Wenn der TuS verliert, ist er definitiv abgestiegen. Düsseldorf wäre dann mit an Sicherhet grenzender Wahrscheinlichkeit gerettet.

    - Bei einem Unentschieden ist Düsseldorf vermutlich gerettet (auch nicht zu 100 %) und der TuS muss - einen Heimsieg gegen Hildesheim vorausgesetzt - darauf hoffen, dass Wetzlar bei 16 Punkten stehen bleibt, um noch die Relegation zu erreichen.

    - Gewinnt der TuS, geht die große Rechnerei los. Wenn es dann richtig dumm für die HSG läuft, gewinnt der TuS gegen Hildeshein, holt Wetzlar noch einen Sieg und Dankersen landet mit einer ganz leicht besseren Tordifferenz vor der HSG. Das wäre Platz 17 und der schlimmste denkbare Fall.

    Brisanter können die Vorzeichen eigentlich gar nicht sein.

    Die Meinung derjenigen, das Spiel sei für den TuS leichter als das in Balingen oder das Derby, teile ich nicht. Balingen hatte zuvor viele Spiele in den Knochen stecken und musste angesichts der Tordifferenz nicht so dringend gewinnen wie Düsseldorf. Das Derby ist eh immer ein Spiel für sich. Aber es war dennoch ein Heimspiel.

    Düsseldorf war gerade zuhause immer ein unangenehmer Gegner für den TuS. Soweit ich mich erinnern kann, hat der TuS dort noch nie gewonnen, egal welchen "Vornamen" Düsseldorf hatte.

    Aber solch eine Statistik zählt und interessiert nicht.

    So wie sich die TuS-Mannschaft nach dem Derby gegeben hat, darf man sich wirklich berechtigte Hoffnungen auf das kleine Wunder machen. Es sind kleine Gesten, die Körpersprache und scheinbar banale Äußerungen, die diesen Eindruck erwecken. Auch dass sich einige (auch die abwandernden) Spieler schon am späten Samstagabend bzw. sehr frühen Sonntagmorgen Gedanken über taktische Feinheiten gemacht haben, statt zu feiern, ist ein sehr gutes Zeichen. Der unbedingte Wille, alles für den Klassenerhalt zu tun, ist da.

    Aber, es ist ein Auswärtsspiel und Düsseldorf wird absolut gegenhalten. Wenn Savonis einen guten Tag erwischt, wird es verdammt schwer.

    Ach ja, wo ist (war) eigentlich das HBL-"FANsehen" bei den brisanten Abstiegsduellen? Oder macht Berlin zeitgleich noch ein Freundschaftsspiel gegen München? ;)

    Karl, so lernen wir uns nie kennen! ;)

    Hier der "geforderte" dumme Spruch:
    Viel Spaß zuhause, denn größere Veranstaltungen, bzw. Sportveranstaltungen ohne Videos gibt es im Jahr 2007 leider nicht mehr bzw. sehr selten. Auch nicht in der Handball-Bundesliga. In Lübbecke war es hoffentlich eine einmalige bzw. auf Derbys beschränkte Aktion.

    Ob sie dazu beigetragen hat, dass alles friedlich bleib, wird sich nie beweisen lassen.

    Fest steht nur, dass es zu Recht Kritik gegeben hätte, falls etwas passiert wäre und man hätte im Vorfeld trotz der offenkundigen Anhaltspunkte für möglichen Ärger nicht alles Zumutbare getan, um es zu verhindern oder wenigstens aufzuklären.
    Dieses Zumutbare muss ein Veranstalter nämlich nach ständiger Rechstprechung des BGH tun, um denkbare Regressforderungen abzuwehren. Hier geschah das sogar auf Rat und mit Hilfe der Polizei.

    Du kannst ruhig weitersticheln, aber es werden hier oder anderswo keine Ausschnitte online gestellt, nur um dir zu beweisen, dass es sie gab(!) (Was ja logischwerweise auch gar nicht mehr geht). Dann hättest du nämlich tatsächlich einen berechtigten Grund zum Meckern (und für Stimmungsmache) gehabt.

    So, jetzt werde ich diesen völlig unnötigen "Nebenkriegsschauplatz" verlassen. Du kannst es ja mit dem guten, aber von der Praxis überholten, Rat des "alten Dankersers" halten... ;)

    @ Hummel: Der "Spruch" ging in Richtung Karl, der uns im Vorfeld ja vorgeworfen hatte, wir würden möglicherweise Videoabende veranstalten, um zu sagen: "Ach, so sieht der aus"...

    @ Karl: Ehrlich gesagt, werden mir deine Verschwörungstheorien jetzt zu dämlich. Ich kann sie gedanklich nicht nachvollziehen.
    Die Anzeige der Anzahl der Edits kann ich nicht "manipulieren". Die Aufnahmen sind gelöscht.

    Zitat

    Original von Karl
    Wie sahen sie denn nun aus und wie wirkten sie, die angekündigten "Videoaufnahmen des ganzen Zuschauerbereiches"? (Frohwein - die hier zu einem Posting von ihm mit 31 Editierungen führten) Gab es sie überhaupt?

    Keine Ahnung, wie sie aussehen, Karl. Wir haben und heute Nacht nicht an den deprimierten Mindener Gesichtern geweidet. Ich habe ja gesagt: Wenn nichts passiert, schaut es niemand.

    Ich dachte, du hättest die als versteckten kleinen Seitenhieb an dich gedachte Ironie mit den 31 Editierungen verstanden, Karl! ;)

    Geiles Derby, mit einem Ausgang, an den ich fünf Minuten vor Schluss nicht mehr geglaubt hatte. Blecic war der Joker mit drei Toren in der Schlussphase, Totti Olafsson der Held des Abends.

    Da haben wir endlich einmal das Glück gehabt, das uns in so vielen Spielen der Saison gefehlt hat. Ich hoffe, beide bleiben drin.

    Bericht