Mit der richtigen Technik ist so etwas innerhalb von drei Minuten nachzuschauen. Zur Not halt in der Halbzeit.
Warum soll im Handball nicht das funktionieren, was in anderen Sportarten auch funktioniert. Schon jetzt wird aufgezeichnet. So viel mehr Aufwand ist es gar nicht, einen Monitor und ein "Oberschiedsrichter-Bedienungspult" aufzubauen. Immerhin reden wir von derjenigen Liga, die sich selber gerne als "stärkste Liga der Welt" bezeichnet und davon träumt, ihre Spiele selber für das TV zu produzieren! Wir müssen das Ganze doch mal an den eigenen Ansprüchen messen!
Ein Eingeständnis, ein Videosystem sei technisch nicht realisierbar, würde dem Angeführten zuwider laufen, zudem ist es heutzutage eher peinlich als ein wirkliches Argument.
Die Anschaffungskosten stehen in keiner Relation zu dem Imageverlust, den solche Situationen wie zuletzt in Kronau (und in den Jahren zuvor immer auch immer wieder) verursachen.
Es ist ja jetzt schon nahezu unmöglich, dem allgemein interessierten Sportfan plausibel zu machen, dass ein Spiel aufgrund einer so genannten Tatsachenentscheidung nicht neu ausgetragen wird, obwohl offenbar jeder gesehen hat, dass lediglich ein Additionsfehler der Tore vorlag und eine Mannschaft dadurch ganz klar benachteiligt bzw. bevorteilt wird, selbst wenn es gegen den Abstieg oder um die Meisterschaft geht.
Eine solche Rechtsordnung gibt es in keiner anderen Sportart, die um Platz zwei hinter dem Fußball konkurriert.
Allein schon zum Schutz der Schiedsrichter gehört ein solcher Videobeweis zumindest in der ersten Liga einfach dazu. Die fühlen sich dann bestimmt auch sicherer.
Hier sieht es so aus, als müsse die HSG die Niederlage einfach so hinnehmen. Tatsachenentscheidung und gut ist.
Auch das Regelwerk gehört an dieser Stelle dringend überarbeitet!
Man stelle sich vor, der Staat ginge hin und nähme einem Richter sämtliche Korrektivinstanzen (Berufung, Revision und Wiederaufnahmeverfahren werden abgeschafft), d.h. sein Urteil wäre stets endgültig und selbst dann wenn es sich später, trotz aller angewandten Sorgfalt - objektiv und zweifeldfrei - herausstellt, dass sein Urteil falsch war, bleibt es mit dem Argument: "Tatsachenentscheidung" in der Welt, auch wenn dadurch ein großer Schaden entstünde und - übertreiben wir mal nicht - Arbeitsplätze verloren gingen (wie es ja bei einem Abstieg eines Vereins gut geschehen kann).
Wenn dann noch der Staat hinginge und das Ganze als Schutzmaßnahme für die Richter verkaufen würde: Ich glaube hier gäbe es eine Revolution! Sowohl seitens der Richter als auch seitens der Bürger, denn so Vorgehen entspricht nicht dem Rechtsgefühl der Menschen.
Dennoch sehen es die Regelgeber IHF und DHB weitestgehend anders!
Dieses Regelwerk ist - zuminstest für den Profisport - antiquiert und schadet dem Sport in diesem Punkt mehr als es nutzt.
Bei dem Druck, der auf den Schiedsrichtern lastet, kann mir keiner erzählen, dass sie nicht heilfroh wären, wenn ein Fehler später korrigiert werden könnte.
Und - um es nochmals zu betonen - dem allgemein interessierten Sportfan oder Sponsor, der damit liebäugelt öfter mal zum Handball zu gehen bzw. dort zu inverstieren, wird soetwas niemals einleuchten!
Andere Sportarten sind uns da leider weit voraus, aber noch ist Zeit...