11.01.05 – (HOK). Rolf Hermann staunte nicht schlecht, als er am Dienstag die „Handball-Woche“ aufschlug. "Rolf Hermann (TuS Nettelstedt-Lübbecke) steht, wie die Neue Züricher Zeitung berichtete, vor einem Wechsel in die Schweiz. Den Gerüchten nach zieht es den 24-jährigen Halbrechten zu den Kadetten Schaffhausen", musste er dort lesen. Vor lauter Kopfschütteln bekam Rolf beinahe einen Muskelkater im Nackenbereich, denn diese Meldung ist nichts anderes als ein Verwandter Donald Ducks: eine Ente.
„Weder mein Berater noch ich selber sind von irgendwem bezüglich eines Wechsels angesprochen worden“, weiß Rolf, der sich überhaupt nicht erklären kann, wie diese Meldung zu Stande kam und stellt klar: „Ich habe Vertrag beim TuS und bleibe dort!“
Sigi Roch war sauer über die Ente. „Ich weiß nicht, was diese Veröffentlichung soll. Rolf Hermann hat beim TuS N-Lübbecke einen gültigen Vertrag bis 2007 ohne jegliche Ausstiegsklausel. Weder sein Vermittler noch der Verein aus der Schweiz haben Kontakt mit mir aufgenommen. An seinem Vertrag gibt es nichts zu rütteln", so Roch. "Ich weiß auch gar nicht, wer so etwas in Umlauf bringt. Ich stelle mich doch auch nicht hin und verkünde, wir hätten gerne die Gille-Brüder", schimpft er und bezeichnet das Ganze als „unseriöse Arbeit“.
Frank Schoppe, ehemaliger Spieler des TuS N-Lübbecke und Berater Hermanns: "Davon höre ich zum ersten Mal, davon ist mir überhaupt nichts bekannt. Ich stehe ständig in Kontakt mit Rolf Hermann, und so etwas war nie das Thema unserer Gespräche. Diese Meldung entbehrt jeglicher Grundlage", so Schoppe gegenüber der „Neuen Westfälischen“.
Die Ente wurde in der „Neuen Züricher Zeitung“ am 6 Januar geboren. Dort hieß es, Rolf Hermann „ist nach zuverlässigen Quellen Mittelpunkt eines bevorstehenden Transfergeschäftes mit dem Ziel Swiss Handball League.“ „Ich habe die NZZ sofort nach Erscheinen des Artikels kontaktiert und um Richtigstellung gebeten“, so Helge-Olaf Käding, beim TuS für die Medienkontakte zuständig. „Doch der Verfasser vertraut seiner ´zuverlässigen Quelle´. Ein Anruf beim TuS und die Ente wäre nicht ausgebrütet worden. Es war klar, dass diese Meldung im Online-Zeitalter schnell zu uns rüberschwappt. Vermutlich hat der Verfasser die Info auch an die Handball-Woche weitergegeben, so dass die Ente auch in Deutschland auftauchte.“
Keine Falschmeldung im Zusammenhang mit Rolf Hermann ist, dass der Linkshänder am heute beginnenden Lehrgang der Nationalmannschaft nicht teilnehmen wird. „Ich habe eine Woche lang mit Fieber im Bett gelegen und Antibiotika nehmen müssen“, erklärt Hermann. „Jeder, der mal so einen grippalen Infekt hatte, weiß, dass man direkt danach nicht auf dem Höhepunkt seiner körperlichen Leistungsfähigkeit ist“. So hätte ein Einsatz Hermanns wenig Sinn gehabt. „Der Bundestrainer meinte, ich soll mich erst einmal wieder richtig auskurieren“, so Hermann. „Länderspiele mit Trainingsrückstand helfen niemandem weiter“, ergänzt er und ist ein wenig traurig, „die Grippe mal wieder zum falschen Zeitpunkt“ bekommen zu haben.
So wird Rolf Hermann am Freitag mit dem TuS N-Lübbecke in das Kurztrainingslager in die Türkei fliegen und weiterhin für die Nationalmannschaft auf Abruf bereit stehen.