Zahlungsklage gegen die »Arena« erhoben
25.08.2005 - - GWD Minden wartet auf 250.000 Euro aus Hannover - Anhörung am 20. September vor dem Landgericht Hannover
Von Volker Krusche
Was als harmonische Ehe über die Grenzen hinaus begann, könnte vielleicht schon bald in einer Scheidung mit Waschen schmutziger Wäsche enden. Nur ein Jahr nachdem die Partnerschaft zwischen Handball-Bundesligist GWD Minden-Hannover und der TUI Arena geschlossen wurde, kriselt es mächtig im Gebälk. Grund: Vereinbarte Zahlungen aus Hannover blieben aus. Seit Juni haben sich rund 250.000 Euro angehäuft. Trotz wiederholter Gespräche gab es bislang kein Einlenken des Partners.
Jetzt zog GWD die Konsequenz, erhob vor dem Landgericht Hannover Zahlungsklage gegen die Arena Hannover GmbH. GWD Minden-Hannover teilte gestern in einer Presseerklärung mit, dass mit dieser Klage, die die Mindener Kanzlei Horstmann & Collegen am 9. August eingereicht habe, Ansprüche auf finanzielle Beteiligung der Arena am Spielbetrieb der Bundesliga-Mannschaft geltend gemacht werden, die sich aus dem seit Juli 2004 bestehenden Kooperationsvertrag ergeben. Bereits in der abgelaufenen Saison sei es fast ständig zu unregelmäßigen Zahlungen durch die Arena gekommen.
Bereits Ende 2004 war dabei zumeist von zwei offenen Rechnungen (2/12 der vereinbarten eine Million Euro = ca. 167.000 Euro) die Rede, die dazu beitrugen, dass GWD zwischenzeitlich immer wieder Liquiditätsengpässe hatte. Erst auf Androhen des Mindener Rechtsbeistandes seien auf den letzten Drücker Teilzahlungen vorgenommen worden. Nicht gerade das Verhalten, das sich GWD von seinem Partner vorgestellt hat.
Mit dem per August 2005 offenen Saldo von etwa 250.000 Euro (drei Monatszahlungen zu je rund 83.000 Euro) bestand für GWD die Notwendigkeit, die Forderungen und damit Vertragserfüllung einzuklagen. Immerhin erhöht sich die Summe in wenigen Tagen um weitere rund 83.000 Euro auf dann etwa 335.000 Euro.
»Die Klage ist aus unserer Sicht das letzte Mittel, da auch wiederholte Gespräche mit den Verantwortlichen der Arena zu keinem Einlenken führten«, heißt es in der Erklärung weiter. Fakt ist, dass namhafte heimische Unternehmer vergeblich mit Günter Papenburg gesprochen haben sollen. »Wir haben uns nichts vorzuwerfen«, führte GWD-Manager Horst Bredemeier, dessen Saisonvorschau-Pressekonferenz in Hannover gestern natürlich von besonderem, weil aktuellen Interesse war, aus.
Seitens der TUI Arena wird ins Feld geführt, dass eine Rechnung an GWD über Bandenwerbung Hauptstreitpunkt sei. Dazu Arena-Geschäftsführer Raphael Voigt: »Man hat versucht sich außergerichtlich zu einigen, das aber nicht geschafft.« Horst Bredemeier weist die Argumentation zurück. »Wir haben die Mindener Banden ebenso in Hannover aufgestellt, wie die aus Hannover in Minden. Dafür kann es laut Vertrag gar keine Rechnungen geben. Für mich ist das alles nur reines Zeitspiel der Hannoveraner!«
Bis zum 20. September wird man nun wohl mindestens noch auf eine Entscheidung warten müssen. Dann nämlich findet die erste Anhörung vor dem Landgericht Hannover statt. Bredemeier: »Wir gehen davon aus, dass man dort entsprechend der Verträge entscheidet. Und die sprechen klar für uns.« Mit dem nomalen Tagesgeschäft habe diese Auseinandersetzung nichts zu tun. So plane man - wie vertraglich festgelegt - acht Bundesligaspiele in der TUI Arena auszutragen, das erste bereits am Sonntag in einer Woche gegen den VfL Gummersbach. »Unser Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren. Den haben wir bislang voll erfüllt. Und das wird auch so bleiben«, so »Hotti« weiter. Ungeachtet dieser Worte scheint die Ehe aber einen Knacks abbekommen zu haben. Da würde es viele Insider nicht wundern, wenn man bald schon getrennte Wege gehen würde.
Volker Krusche
http://www.gwd-minden.de
und Westfalen-Blatt / Lübbecker Kreiszeitung