HSV droht der Zwangsabstieg
Hamburg - Zumindest eine Erkenntnis konnte Christian Fitzek, Trainer der HSV-Handballer, aus dem gestrigen Testspiel beim TSV Ellerbek ziehen: "Die Mannschaft ist psychisch ausgebrannt, sie sehnt das Saisonende herbei." Die Motivation reichte immerhin, um das Regionalligateam (mit HSV-Youngster Sebastian Opderbeck) mit 35:27 in die Schranken zu weisen und das Pfingstwochenende genauso positiv zu beschließen, wie es mit dem 37:33 am Freitag beim VfL Pfullingen begonnen hatte. Sein erster Sieg als HSV-Cheftrainer sorgte bei Fitzek für Erleichterung: "Jetzt stehen wir am Sonntag gegen Magdeburg nicht so unter Erfolgszwang."
Noch vor dem letzten Heimspiel erwartet der HSV von der Handball-Bundesliga (HBL) die Lizenz für die neue Spielzeit. Sie wird nur an die üblichen Auflagen der regelmäßigen Berichterstattung über Ausgaben und Einnahmen geknüpft sein. Ungemach könnte dagegen vom Insolvenzgericht drohen. Heute übernimmt mit Frank Frind ein neuer Richter das Verfahren gegen die Omni Sport. Die mit mehr als zwei Millionen Euro Verbindlichkeiten belastete Gesellschaft gilt bis zum Saisonende als wirtschaftlicher Träger der Hamburger Handballer.
Während der vorläufige Insolvenzverwalter Gideon Böhm (Kanzlei Münzel & Böhm) in Absprache mit Frinds Vorgänger das Verfahren bisher nicht vor Ablauf der Saison am 30. Juni eröffnen will, könnte Frind ihn mit Hinweis auf seine Interpretation der Gesetzeslage zu einem sofortigen Beginn drängen. Seine Äußerungen im Vorfeld deuteten in diese Richtung.
In diesem Fall wäre der HSV laut HBL-Statuten Zwangsabsteiger. Er könnte auf einen Gnadenakt hoffen, wenn dem Klub zuvor die Lizenz für die neue Serie erteilt worden ist.
Für eine Verfahrensverzögerung spricht, daß die neue Spielbetriebsgesellschaft in einem Vertrag mit der Omni Sport großzügige Regelungen für die Gläubiger getroffen hat. Alle Vereinbarungen sind an die Lizenzvergabe gebunden. rg/leo