"Das Zeitfenster geht bis Ende der Woche"
SVZ, 04.04.2005
Post Schwerin sieht sich auf dem Rettungsweg
Schwerin • Passend zum Wetter haben sich die Mienen beim Handball-Bundesligisten Post Schwerin sichtbar aufgeheitert. Auch wenn der sportliche Abstieg nach der gestrigen 26:33-Heimniederlage gegen Wilhelmshaven faktisch besiegelt ist, scheint die finanzielle Rettung offenbar zu klappen.
"In der Woche vor Ostern dachte ich vom Gefühl her, ich schließe die Tür zu. Heute sitze ich ziemlich entspannt da", verkündete Post-Geschäftsführer Michael Krieter gestern. Zugleich warnte "Pumpe" allerdings vor allzu großem Optimismus: "Wir sind noch nicht durch!" In letzter Konsequenz schwebe immer noch die Insolvenz über dem Traditionsverein.
Damit in Schwerin der Leistungshandball weitergeht, hat man beim SV Post laut Krieter "ein komplettes Sanierungsprogramm erarbeitet". Die Schweriner haben mit 1,55 Millionen Euro den kleinsten Etat aller 18 Bundesligisten, doch diesen habe man noch nicht "in voller Höhe zur Verfügung".
Die Sanierung beruhe laut dem Ex-Nationaltorwart, der seit anderthalb Jahren die Geschäfte leitet, auf drei Säulen.
Erstens: Die Gesellschafter haben ihre Einlagen nochmals kräftig erhöht.
Zweitens: Über einen Sponsorenpool soll das benötigte frische Geld reinkommen.
Drittens: Mannschaft, Trainer und alle anderen Angestellten des Vereins verzichten auf 20 Prozent der Bruttolohnsumme von Jahresbeginn bis zum 30. Juni dieses Jahres.
Spieler und Trainer haben seit Jahresbeginn kein Geld bekommen. Krieter: "Wenn alle drei Sanierungspunkte erfüllt sind, gehen alle Gelder auf ein so genanntes Notaranderkonto." Dann würden die ausstehenden Gehälter "umgehend bezahlt. So ist das mit der Mannschaft abgesprochen."
Ziel sei es, "zur neuen Saison bei Null anzufangen und so einen Schnitt machen zu können". Während die Punkte 1 und 3 erfüllt seien – Krieter zollte dafür den Angestellten und Gesellschaftern öffentlich "ein ganz großes Lob" –, muss man beim zweiten Punkt noch arbeiten. "Das Zeitfenster geht bis Ende der Woche. Bisher sind 75 Prozent der notwendigen Beiträge geleistet", so der Geschäftsführer.
Laut einer gleichzeitig verteilten Pressemitteilung sei die derzeitige Situation "hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass finanzielle ,Altlasten‘ in sechstelliger Höhe aus dem laufenden Etat bedient werden mussten". Roland Güttler http://www.sv-post-schwerin.de