Zu Nadine 76:
Ob FvB, Hens oder Zeitz die idealen Botschafter sind, die Lobby des Handballs zu verbessern, weiß ich nicht.
Fakt ist (leider), dass ausreicht, sich ein auffälliges Äußeres geben zu lassen, um mittelfristig "Medienstar" zu werden. Die sportliche Leistung ist da eher zweitrangig, so lange sie noch halbwegs im grünen Bereich ist, wenn sie zudem auch noch herausagend ist: umso besser.
Oder glaubt ihr, Kretzsche oder FvB wären weit über die Handballszene hinaus bekannt geworden, wenn sie äußerlich - hier wohl aus Überzeugung - nicht von der Norm abgewichen wären?
Welch große Stars wären dann erst Blacky Schwarzer oder Henning Fritz, wenn sie sich nur einen Ring durch die Nase gezogen, die Haare abrasiert und sich nen verwegenen Bart verpasst hätten?
Haben sie aber nicht, also sind sie den Sportfans außerhalb des Handballs trotz beständiger Weltklasseleistungen weit weniger bekannt als Kretzsche und FvB.
Insofern würde Hens vom (ihm von PR-Strategen verpassten) Äußeren her schon passen. Die beständige Leistung besorgen dann die Medien.
Zum Thema:
Quo vadis, Handball hatte Olaf gefragt.
Gute Frage! Richtige Frage?
Mir geistert gerade die Frage durch den Kopf, ob wir überhaupt irgendwo hin gehen müssen.
Wir haben:
- Eine Liga gespickt mit fast allen Weltstars, die Woche für Woche großen Sport bietet, die sich zu Recht "beste Liga der Welt" nennen kann
- Eine im Vergleich zum Fußball noch familiäre Atmosphäre in den Vereinen und deren Umfeld zu halbwegs akzeptabeln Eintrittspreisen
- Fans, die sich nicht auf die Omme hauen, sondern friedlich miteinander umgehen
- Ein Dasein in den Medien, das weitaus größer ist, als das einer so geannten "Randsportart".
- Spitzensport zum Anfassen sowohl im Dorf als auch in mancher Stadt, was der Liga einen besonderen Charme gibt
Da könnte man doch mal provokativ fragen:
WAS WOLLEN WIR DENN NOCH??? WIR HABEN DOCH SCHON ALLES!
Angenommen, Handball würde tatsächlich der Fernsehrenner mit vielen Übertragungen, eigenem Magazin und prima Quoten. Was wäre die Folge?
- Explodierende Gehälter für die von den Medien aufgebauten "Stars" oder scheinbaren "Stars".
- Nur noch die ganz großen Vereine mit den ganz großen Hallen können sich diese (medienwirksamen) Leute leisten.
- Der Spitzenhandball verabschiedet sich von den Dörfern in die Städte. Traditionen gehen flöten. Aus mit familiärer Atmosphäre und halbwegs günstigem Eintritt.
- Zustände wie beim Fußball, Stars mit Allüren oder von den Medien erfundenen Allüren, möglicherweise hauen sich dann auch die Fans auch auf die Omme...
Haben wir danach wirklich mehr als heute?
Vielleicht ist es besser zu sagen: Nix vadis! Stehenbleiben!
Nur mal so als Denkanstoß!
Es war, wie gesagt, nur so ein Gedanke...