ZitatOriginal von sn-ultra
@ waldorf: es gibt noch einen aktuelleren artikel, in dem versucht wird , bei den finanzen licht ins dunkle zu bringen.........
Danke für den Hinweis!
ZitatAlles anzeigenAuch finanziell drückt der Post-Schuh gewaltig
SVZ, 06.01.2005
"Entscheidendste Situation des Bundesliga-Handballs"
Schwerin • Nicht nur sportlich hat Bundesliga-Aufsteiger Post Schwerin als abgeschlagenes Schlusslicht bei 2:34 Punkten nach 18 von 34 Partien mächtig zu rudern. Auch finanziell drückt der Schuh gewaltig: "Wir sind in der entscheidendsten Situation des Bundesliga-Handballs in Schwerin", gesteht Peter Rauch, Präsident des Gesamtvereins Post Telekom Schwerin.
Finanzlage
Die Saison sei aber nicht gefährdet, verkünden Geschäftsführer Michael Krieter und Gesellschafter Hans-Jürgen Rieckhoff unisono. "Um alle Ausgaben in der 1. Liga zu decken, brauchen wir 1,25 Millionen Euro", so Rieckhoff. Die sollen weitgehend da sein. Wie angespannt die Lage dennoch ist, bewiesen die von Krieter im Sommer in Schwerin und Rostock ausgerichteten Länderspiele gegen Island. "Ab 3500 Zuschauern pro Spiel mache ich Plus", so "Pumpe" vorher. Allein in Schwerin kamen 5000. Doch offenbar brauchte man die Überschüsse, um Löcher zu stopfen. So gab’s Ärger mit dem Deutschen Handball-Bund (DHB), als der die vertraglichen 58000 Euro einforderte. Doch Krieter hatte 30000 Euro bereits abgezweigt, "um die für die 1. Liga von 20000 auf 50000 Euro erhöhte Bankbürgschaft zu hinterlegen", wie er jetzt zugab. Mit dem DHB ist eine Ratenzahlung vereinbart.
Das große Problem beim SV Post: Neben den laufenden Kosten – Mannschaft und Trainer Peter Pysall bekommen ihr Geld derzeit pünktlich –, müssen diverse Altlasten (u. a. für Ex-Spieler und -Trainer) bedient werden. Laut Rieckhoff sind diese "seit dem Amtsamtritt von Pumpe Krieter als Geschäftsführer am 1. Juli 2003 um 125000 Euro abgebaut worden". Noch einmal so viel dürfte es zumindest sein…
Altlasten
Die Altlasten datieren teils noch aus den 90er Jahren, als im Zuge der Verpflichtungen des späteren Spielertrainers Holger Schneider, sowie Robert Licu, Pawel Kaniowski und Krieter (als Torwart und Marketingmanager) der Etat überzogen wurde. Beleg: Der DHB forderte beim Erstliga-Aufstieg im Mai 2001 zur Lizenzerteilung eine Kapitalaufstockung um 175000 DM. Und das bei einem Gesamtetat von 730000 DM…
Der teuerste Spieler
Finanziell übernommen hatte man sich erst recht beim Schweden Robert Hedin. Der damalige Aufsichtsratschef Dr. Siegfried Friedrich gab die Verpflichtung des damals 35-jährigen, zweifachen olympischen Silbermedaillengewinner am 29. November 2000 am Rande des Zweitligaspiels gegen Bielefeld bekannt. Die damaligen Gesellschafter erfuhren es laut Rauch "wie die Journalisten erst auf der Pressekonferenz". Hedin bekam ab Juli 2001 einen Drei-Jahres-Vertrag.
Keiner konnte freilich ahnen, dass der Star mit seinem vielen Meriten sportlich zum Superflop wurde. Dafür war Hedin mit einer gut fünfstelligen Netto-DM-Summe im Monat der mit Abstand teuerste Post-Spieler aller Zeiten. So machte man drei Kreuze, als es gelang, den Schweden Ende März 2002 als Spielertrainer bei Nettelstedt "unterzubringen".
Fallobst-Prämien
Verschärfend für die Kassenlage kam hinzu, dass im Zuge des Erstliga-Aufstiegs 2001 mit den Spielern Punktprämien ausgehandelt wurden, die ligamäßig nicht abgestuft waren. In der Bundesliga-Saison 2001/02 holte Post 14 Zähler, in den beiden Zweitliga-Jahren darauf waren es 52 bzw. 57. Die Spieler kassierten "Fallobst-Prämien" zuhauf.
Angebot
Die Schuldzuweisungen gehen hin und her, die Fronten scheinen verhärteter denn je. Nur: Wem nützt dies? Dem hiesigen Erstliga-Handball garantiert nicht. "Vergessen wir die Vergangenheit. Verzeihen ist ein Zeichen der Größe – ich könnte es. Ich bin bereit, mich mit allen gemeinsam für Post Schwerin an einen Tisch zu setzen", so Rauch. Ein einsamer Rufer in den Schützengräben?! Roland Güttler. Schweriner Volkszeitung vom 6.1.05, http://www.sv-post-schwerin.de