Ich kann den Artikel nur teilweise unterschreiben. Z.B. den Satz: "Braungebrannte Sportmoderations-Dressmen mit Kompetenzfältchen unter den Augen, die trotz mäßiger Vorlaufzeiten erst die Erwartungen aufheizten und dann im Interview vor der Akropolis – persönlich beleidigt – Antje Buschulte den Finger auf die Brust legen..."
Es war schon unglaublich, wer da im Vorfeld eines Wettkampfes nicht laut ARD und ZDF alles Favorit war. So wurden Druck und Erwartungshaltung doch erst aufgebaut. Jahresbestleistungen fair einzuordnen wussten tatsächlich nur Dirk Thiele und Sigi Heinrich.
Sensationell war auch die inflationäre Verwendung des Begriffes "sensationell", so dass es da, wo dessen Verwendung angebracht war (z.B. Amis im Basketball) keine Bedeutung mehr hatte.
Oder das blöde Gequake von Kerner "Woher nehmen Sie die Kraft? Beten Sie?" (die tägliche Standardfrage) bzw. von manchen Fachreportern. Der Pferdefritze Sostmeier kommentierte in meinen Augen Amok. "1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,15, Jaaah!".
Um an den legendären Ausspruch von Hans-Heinreich Isenbarth ("Alerich köddelt sehr aufmerksam" heranzukommen, muss er noch üben. Hoffentlich nicht in Peking 2008...
Oder Sostmeiers Kollege im Ersten: "Deutschland hat Gold. Ich habe mich verrechnet. Die Ritte von Kutscher und Dings (:D) haben gereicht...Ich habe mich schon wieder verrechnet. Er darf sich höchstens 5 Punkte erlauben."
Als sehr wohltuend habe ich empfunden, dass mit Ausnahme von Rübenbauer die Bayern aussortiert und uns somit diesmal die "zengende Zonneeh über dem Sentaa-Kort von Sidnii" erspart bleib.
Wegen der "Randsportarten" gucke ich wie geistesgestört Olympia. Hier liegt der Reiz der Veranstaltung und ich bin froh, dass ARD und ZDF diesen Sportarten und den Athleten viel Aufmerksamkeit gewidmet haben. Natürlich ist auch das Schießen auf die laufende Scheibe interessant! Interessanter zumindest als das achte Interview mit Franzi, ob sie denn nun Gold holen will und wie sie sich fühlt...
Klar, manchmal fand ich Leichtathletik auf Eurosport interessanter. Dann habe ich eben umgeschaltet. Das ist doch der Vorteil einer großen Medienvielfalt. Wo steht denn, dass ich nur Poschmann schauen darf oder soll?
Insgesamt haben beide Sender gut berichtet. Etwas mehr Hintergrund wäre okay gewesen, allerdings ist es schwer, dort die richtige Dosierung zu finden, damit man die Sachen nicht überfrachtet.
Das größte Ärgernis aus meiner Sicht: Die stumpfe Komplettübertragung des Straßenrennens der Männer (leider auch auf Eurosport), das nun mit Ausnahme der letzten Runde alles andere als spannend war und das "Eksberden-Düo" Christa Haaß und Stev Theloke (Stichwort: Schemel und schwules Seidenhemd) das es geschafft hat, minutenlang zu quaken, ohne den Ansatz eriner Information zu vermitteln.
Eine Sternstunde erlebte (danach) die Berichterstattung über den Handball. Sogar das Damenfinale wurde in voller Länge übertragen. Vor vier Jahren hätte das ZDF während dieser Zeit sicher einen "Rückblick" gesendet, einen Funktionär interviewt, den Stalljungen von "Rusty" vorgestellt oder einen Nachbericht des Fußball-Bundesliga-Spieltags gezeigt.
Insgesamt: Glatt Zwei!