Rehhagel erneuert Zusage bei Europameister Griechenland
München - Trotz einer angeblichen Rekord-Offerte muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sich wohl einen neuen heißen Kandidaten für das vakante Amt des Bundestrainers suchen.
Denn "König Otto" hat sein Wort bei Europameister Griechenland erneuert. Dies erklärte der Generalsekretär des griechischen Verbandes (EPO), Jannis Oikonomidis.
"Er wird Griechenland nicht verlassen"
"Ich habe am Freitag mit Herrn Rehhagel ein Telefongespräch geführt. Er hat klargestellt, er werde Griechenland definitiv nicht verlassen. Das sei kein Thema. Er hat dies sogar ausdrücklich betont. Er hat versichert, dass er unsere Nationalmannschaft nicht im Stich lässt", sagte Oikonomidis der Athener Tageszeitung "Espresso".
Der Generalsekretär berichtete weiter, Rehhagel hätte ihm bereits zuvor schon zweimal in persönlichen Gesprächen am 4. und 6. Juli versichert, dass er trotz des Werbens des DFB nicht daran denke, sein Engagement bei den Hellenen vorzeitig zu beenden.
Angeblich sechs Millionen-Euro-Offerte
Rehhagels Zusage bedeutet eine neuerliche Wendung im Hin und Her um die Nachfolge von Teamchef Rudi Völler.
Erst unter der Woche hatte EPO-Präsident Vassilis Gagatsis angedeutet, dass man Rehhagel trotz laufenden Vertrages bis 2006 bei einem Wechsel in seine Heimat keine Steine in den Weg legen werde.
Eine Verpflichtung von Otto Rehhagel bis zur WM 2006 würde den DFB laut "Bild" angeblich insgesamt sechs Millionen Euro kosten.
Bestbezahltester Trainer der Geschichte
Demnach soll der 65-Jährige pro Jahr 2,5 Millionen Euro an Gehalt bekommen. Damit wäre Rehhagel der bestbezahlteste Bundestrainer in der DFB-Geschichte.
Im Falle einer Verpflichtung müsste der DFB nach "Bild"-Informationen zudem noch eine Million Euro Ablöse an den griechischen Verband (EPO) überweisen.
Deutlich weniger Gehalt
Der nach dem EM-Vorrundenaus als Teamchef zurückgetretene Völler soll pro Jahr geschätzte 2,3 Millionen Euro verdient haben. Ottmar Hitzfeld hätte angeblich beim DFB per anno vier Millionen Euro kassiert, was allerdings schon vom Verband dementiert worden war.
In Deutschland könnte Rehhagel, der in Griechenland "nur" 700.000 Euro pro Jahr erhalten soll, durch Sponsorenverträge seine garantierten Jahreseinnahmen noch einmal verdoppeln.
Eine Entscheidung in der Bundestrainerfrage wird spätestens kommende Woche erwartet. Doch offenbar hat sich Rehhagel, der zur Zeit mit Ehefrau Beate im Urlaub weilt, schon entschieden.
Hitzfeld weiter ein Thema
Aber: Angeblich ist bei der Trainerfindungskommission (TFK) auch Ottmar Hitzfeld immer noch ein Thema. "Wir versuchen alles, um Herrn Hitzfeld noch einmal umzustimmen", verriet der bayrische Verbandschef Heinrich Schmidhuber.
Man wolle dem Ex-Bayern-Trainer eine Auszeit von drei bis vier Monaten einräumen: "Vielleicht hat er dann seinen Akku wieder voll aufgeladen und fühlt sich stark genug, das Amt des Bundestrainers auszuüben." Bis dahin soll eine Übergangslösung auf der deutschen Bank Platz nehmen.