Beiträge von Lothar Frohwein

    Sprache muss sich entwickeln und sich der Zeit anpassen. Das ist klar. Nur: Warum muss alles in Richtung Verdummung gehen? Die Kinder von heute verstehen den Konjunktiv nicht mehr, also wird er gestrichen. Die Sprache verliert durch die gedankenlose Anwendung (vornehmlich im Fernsehen) deutlich an Feinheiten.

    Meteokoebes hat Recht. Gegen Fachbegriffe, die den Nagel auf den Kopf treffen, ist nichts einzuwenden.

    Jedoch wehre ich mich gegen die gedankenlose Übernahme englischer Begriffe, die im Deutschen genau so einfach treffend sind.

    Bestes Beispiel: Computer. Eine deutsche Erfindung, die eigentlich allein aufgrund dieser Tatsache weltweit "Rechner" heißen müsste.

    Aber die Deutschen haben es geschafft, sich auch noch den eigenen Namen der wohl bedeutendsten Erfindung der letzten 60 Jahre nehmen zu lassen.

    Oder dieser Schwachsinn: "Location changen". Da wird mir kotzübel. Wieso nicht einfach: "Lasst uns gehen"? Warum werden Verabredungen nicht mehr abgesagt, sondern gecancelt?

    Bsp: "Lass uns das canceln, weil ich bin müde!"

    Gedankenlos, überflüssig, nicht einfacher oder genauer: Es ist einfach nur schlimm, was vornehlich in diesen hirnlosen täglichen Serien im Fernehen dahergeplappert wird.

    Ich erinnere das nicht

    Von Bastian Sick

    Sie verstehen es, sich zu tarnen: Sie tragen deutsche Alltagskleidung und fallen daher in der Menge kaum auf. Die Rede ist von unsichtbaren Amerikanismen. Heimlich unterwandern sie unsere Sprache und verändern unsere Syntax, ohne dass wir es merken. Die Wörter klingen zwar noch deutsch, doch die Strukturen sind es nicht mehr.

    Wieder eine dieser Talkshows mit einem prominenten Politiker. Wassergläser auf den Tischen, eine zottelige Jazzkombo im Hintergrund, ein geschniegelter Moderator, der immer wieder seine Stichwortkärtchen auf der Suche nach intelligenten Fragen überfliegt - dann die Erwähnung eines bedeutsamen Ereignisses, verbunden mit der launigen Frage des Moderators an seinen Gast: "Erzählen Sie doch mal, wie war das; können Sie das noch erinnern?" Der Politiker schlägt das rechte Bein über das linke, streicht sich übers Haar und erwidert mit einem wissenden Lächeln: "Nun, ich denke, ich erinnere das noch ziemlich genau, es fing damit an, dass..."

    Und der Fernsehzuschauer denkt: Irgendetwas stimmt da doch nicht. In welcher Sprache reden die denn da? "Ich erinnere das" - sagt man das so? Manch einer erinnert sich vielleicht noch dunkel daran, in der Schule mal gelernt zu haben, dass "erinnern" ein reflexives Verb ist. Man erinnert sich an etwas oder an jemanden. In Norddeutschland soll man sich auch ohne Reflexivpronomen erinnern können, aber das ist umgangssprachlich, und die Herren auf der Mattscheibe machen eigentlich nicht den Eindruck, als wollten sie sich als Regionalisten verstanden wissen.

    Und tatsächlich: Wenige Tage später findet sich der Beweis, dass dieses "etwas erinnern" nicht aus der norddeutschen Umgangssprache in den Jargon der Fernsehprominenz aufgestiegen ist, sondern aus einem anderen, viel größeren und viel mächtigeren Fundus stammt: dem Englischen.

    Denn da muss sich der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld den Fragen eines Untersuchungsausschusses stellen. Ob es vor dem 11. September 2001 Hinweise darauf gegeben habe, dass Passagierflugzeuge als Waffen eingesetzt werden könnten, will man von ihm wissen. "I can't remember that", erwidert Rumsfeld lapidar. So melden es die amerikanischen Nachrichtenagenturen. Bei der Übersetzung ins Deutsche wird daraus "Ich kann das nicht erinnern", als Überschrift verkürzt zu "Rumsfeld: Ich erinnere das nicht". So steht es anderntags im Internet zu lesen.

    Also wiederum ein Amerikanismus, der sich in die deutsche Sprache eingeschlichen hat. Wenn es nur die direkten wären, die eins zu eins aus dem Englischen übernommenen Begriffe wie Computer, Job und Inlineskating. Aber viele Amerikanismen erkennt man erst auf den zweiten Blick, wenn überhaupt. Sie kommen im deutschen Gewand her, so dass man sie für Sprachangehörige hält. Und heimlich verändern sie unsere Syntax, machen aus "sich an etwas erinnern" kurzerhand "etwas erinnern", streichen das "sich mit jemandem treffen" zu "jemanden treffen" zusammen und verwässern unsere Sprache mit fragwürdigen Phrasen wie "das macht Sinn" (statt "das ist sinnvoll"), "ich denke" (statt "ich meine", "ich glaube), "nicht wirklich" (statt "eigentlich nicht") und "einmal mehr" (statt "wieder einmal").

    "Wie fühlt sich diese Haltung an? Sind Sie bequem oder angespannt?", lautet eine Frage in einem Selbsttest zur Erforschung der körpereigenen Energien. "Thank you, I'm comfortable", will man antworten, "aber ich bin keinesfalls so bequem, mir Ihre schlechten Übersetzungen gefallen zu lassen!" Bequem können Möbel und Schuhe sein, Liegepositionen und Verkehrsverbindungen, aber wenn ein Mensch bequem ist, dann ist er auf gut Deutsch faul, und das gäben wohl die wenigsten offen zu, nicht mal in einem Selbsttest.

    "Kann ich Sie zurückrufen? Mein Auto wird gerade zurückgerufen!"
    In Deutschland gibt es immer mehr Rückruf-Aktionen. Längst sind es nicht nur Automobilhersteller und Möbelhäuser, die fehlerhafte Modelle zurückrufen. Das Rückrufen ist zu einem Volkssport geworden, jeder ruft heute jeden zurück: "Lassen Sie uns das später ausdiskutieren. Ich rufe Sie zurück!" - "Kann ich Sie zurückrufen?" - "Ruf mich zurück, wenn du Zeit hast!" - "Rufen Sie nicht uns zurück, wir rufen Sie zurück!" Da bekommt man auf gut Deutsch einen Rappel! So wie nach zwei Stunden Fahrt auf einer französischen Autobahn*. Im Englischen heißt es "I call you back", auf Deutsch pflegte man früher zu sagen: "Ich rufe Sie wieder an", aber das scheint vollkommen passé - pardon: out zu sein.

    Cogito ergo sum, ich denke, also bin ich. Diese berühmt gewordene Erkenntnis des französischen Philosophen René Descartes (1596 - 1650) ist allerdings kein Grund, jede Meinungsäußerung mit "Ich denke" anzufangen. So kennt man es von den Amerikanern, für die "Well, I think ..." die natürlichste Floskel der Welt ist, mit der sie zu erkennen geben, dass sie ein persönliches "Statement" abgeben. Auf Deutsch sagt man eher, was man meint oder glaubt ("Ich meine, ...", "Ich glaube, dass...") oder von einer Sache hält ("Ich halte das für...", "Ich finde es richtig, dass ..."). Allerdings ist "Ich denke" womöglich immer noch besser als das umständliche "Ich würde sagen", über das sich schon Generationen von Lehrern vergebens ereifert haben.

    Dass unter dem Einfluss des Englischen im Deutschen immer mehr "gemacht" wird, kam bereits im Zusammenhang mit "Sinn machen" zur Sprache. "What a difference a day makes", lautet der Titel eines amerikanischen Song-Klassikers. Welchen Unterschied etwas macht, fragt man sich immer häufiger auch auf Deutsch:

    "Was macht das für einen Unterschied?"
    "Das macht überhaupt keinen Unterschied."
    "Das macht sogar einen gewaltigen Unterschied!"
    "Als ob das irgendeinen Unterschied macht."
    "Das macht 2 Euro 10 Unterschied!"


    Doch das ist umgangssprachlich und gilt als zweite Wahl hinter "worin liegt/besteht der Unterschied". Vorläufig noch.

    Im Englischen ist es Brauch, die Zahlen nachzustellen, so heißt es beispielsweise auch "in World War 2", wenn "im Zweiten Weltkrieg" gemeint ist. Und auch diese syntaktische Verbiegung findet bereits im Deutschen eifrige Nachahmer: "In Weltkrieg II standen sich Deutsche und Amerikaner erneut gegenüber." Gruselig!

    Überhaupt die Präposition "in"! Sie hat sich im deutschen Wirtschaftsjargon inzwischen einen festen Platz an ungewöhnlicher Stelle erobert: vor Jahreszahlen. "Der Hersteller rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Verkaufszahlen in 2005". Von allen unsinnigen Amerikanismen ist dies der unsinnigste. Auf Deutsch heißt es entweder "im Jahre 2005" oder einfach nur "2005". So wurde begann der Zweite Weltkrieg 1939, nicht etwa in 1939. Endlich ist das Deutsche einmal direkter und kürzer als das Englische, prompt wird es von einem Amerikanismus verwässert!

    Ob wir es wollen oder nicht, das amerikanische Englisch verändert unsere Sprache. Ob zum Guten oder zum Schlechten, das sei dahingestellt. Vielleicht sind reflexive Verben zu umständlich, um auf Dauer in der deutschen Sprache überleben zu können. Vielleicht sind die glatten amerikanischen Strukturen gegenüber manch holpriger deutscher Konstruktion tatsächlich im Vorteil.

    Jedem steht es frei, sich seine Worte und seine Syntax selbst zu wählen. Und wenn er die amerikanisierte Version bevorzugt - warum nicht. Es kann nur nicht schaden zu wissen, wie es auf Deutsch eigentlich heißt oder mal geheißen hat. Damit man Thomas Mann, Heinrich Böll und Günter Grass auch in 50 Jahren noch versteht und sich nicht wundert, warum es in deren Werken "sich an etwas erinnern" heißt.
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    *Das französische Wort "rappel" - mit Betonung auf der zweiten Silbe - bedeutet "Rückruf", "Erinnerung", "Ermahnung" und ist ein häufiger Zusatz unter Verkehrsschildern zur Geschwindigkeitsbegrenzung.


    Erinnern Sie sich, woran Sie wollen (... aber bitte richtig!)

    Standardsprachlich

    sich an jemanden/
    an etwas erinnern
    Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Großtante.
    Sie erinnerte sich an ihren ersten Kuss.
    Er erinnert sich nicht mehr an mich.
    Wir haben uns an unseren alten Lehrer erinnert.


    Standardsprachlich

    jemanden an jemanden/
    an etwas erinnern
    Du erinnerst mich an meine Schwester.
    Das erinnert mich daran, wie wir damals Räuber und Gendarm gespielt haben.
    Erinnere mich nachher bitte daran, dass ich die Uhr eine Stunde vorstelle!
    Joscha erinnerte seinen Onkel daran, den Fernseher einzuschalten.


    Gehobenes Deutsch

    sich einer Sache/ jemandes erinnern

    Dankbar erinnerte er sich der schönsten Momente seines Lebens.
    Ich werde mich deiner stets in Liebe erinnern.
    Dessen kann ich mich nicht mehr erinnern.


    Umgangssprachlich
    besonders norddeutsch, in letzter Zeit verstärkt englisch geprägtes Neudeutsch

    etwas/jemanden erinnern

    Ich erinnere ihn gut.
    Das erinnert sie kaum noch.
    Erinnerst du letzte Weihnachten?


    http://www.spiegel.de/kultur/gesells…,297352,00.html


    Wie steht ihr zu der Vielzahl von Amerikanismen in unserer Sprache?

    Vorrunde:

    Gruppe A:

    Portugal-Griechenland 28:29
    Spanien-Russland 27:29
    Griechenland-Spanien 26:29
    Russland-Portugal 32:27
    Russland-Griechenland 32:24
    Spanien-Portugal 28:25


    Gruppe B:

    Schweiz-Kroatien 25:31
    Frankreich-England 57:2
    England-Schweiz 6:42
    Kroatien-Frankreich 26:28
    Kroatien-England 55:3
    Schweiz-Frankreich 25:35


    Gruppe C:

    Dänemark-Italien 38:28
    Schweden-Bulgarien 42:24
    Bulgarien-Dänemark 24:37
    Italien-Schweden 25:36
    Italien-Bulgarien 32:30
    Dänemark-Schweden 27:25


    Gruppe D:

    Tschechien-Lettland 30:25
    Deutschland-Holland 44:28
    Lettland-Deutschland 24:32
    Holland-Tschechien 25:35
    Holland-Lettland 26:31
    Deutschland-Tschechien 33:27

    Zitat

    Original von Stenimaus
    Würdet ihr mir von einem Kurzurlaub in Holland in den kommenden 3 Wochen abraten?
    Mein "angetrauter" meinte nämlich, dass die Holländer schon mal gerne was gegen Deutsche Autos haben ;)


    Idioten gibt´s überall. Ich würde ich da nicht irre machen lassen. Ich bin sicher, dass niemand dein Auto platttritt.

    Außerdem: Selbst für holländische Fußballhools wird es keinen Grund geben zu randalieren. Es ist eher wahrscheinlich, dass sie dir aus lauter Mitleid über die 4:0-Klatsche noch nen Auto dazustellen!

    Zitat

    Original von Steppo
    Das du die SG F/H, den THW und den TBV, sowie den SCM da oben ansiedelst - okay. Aber der Rest kann auch mal so´ne Leverkusen-Saison hinlegen oder einfach schlechter sein als der SV Post....warte mal ab... :pillepalle::baeh:

    Deutschland braucht Optimisten! :D

    Ich wette 30 Liter Barre oder Jever, dass der SV Post Schwerin in der kommenden Saison keinen einstelligen Tabllenplatz belegen wird!

    Zitat

    Original von Steppo
    aus der Liga kommen, die beinhalten werden, dass man es genauso wenig gedacht hätte, dass Post einen einstelligen Tabellenplatz belegt, wie das Wunder von Schwerin...

    Da fällt mir wieder die Wette ein, die wir mit einigen WHVlern vor der Saison diesbezüglich gemacht haben: Nen Fünfer-Döschen Barre, dass der WHV keinen einstelligen Tabellenplatz belegen wird.

    Bei Post würde ich da sogar noch ne Einheit größer wetten...

    Nee, Steppo! Beim besten Willen nicht. Die einstelligen Tabellenplätze sind vergeben.

    Flensburg, Kiel, Lemgo, Magdeburg, Essen, Hamburg, Gummersbach, Nordhorn, Wallau, Großwallstadt. Das sind schon zahn Teams, die sicher vor dem SV Post landen werden.

    Wie soll denn ein Aufsteiger alle direkten Konkurrenten hinter sich lassen und noch mindestens einen der Top 9 kegeln?

    Ich fand den Film recht gut. Nicht sehr gut. Aber recht gut. Ist eben Blödsinn pur, aber m.E. kein Klamauk im klassischen Sinn. Manches war ein wenig übertrieben, andere Sachen waren wirkliche Brüller.

    Zitat

    Original von samol
    Zum Thema Schiedsrichter, welche gestern gepfiffen habe:

    Also so super haben die nicht gepfiffen. War z.T. schon ein bißchen einseitig, bei den Schweriner gab es wegen jedem Sch*** (sorry wegen Wortwahl) einen Siebenmeter, daher auch die Siebenmeter-Statistik 8: 1 (?) für die Postler. :nein:

    Du hast das Spiel eben nicht von einer halbwegs neutralen Warte aus betrachtet. Ich bleibe dabei: Die beiden waren super. Schiris sind nicht dafür da, jeder Mannschaft die gleiche Anzahl von Marken zuzusprechen.

    Ich habe keine Aktion in Erinnerung, in der der SG ein berechtigter Siebenmeter verwehrt worden ist. Provokativ ausgedrückt: Ihr seid gar nicht nah genug ans Tor rangekommen, um eine Marke zugesprochen zu bekommen!

    Ich meine, das Verhältnis war 7:3 und nicht 8:1 (4x Kommoß, 1x Obrvan, 2x an Lavrov). Löhr hat 3/3 reingemacht.

    Mir fällt dazu nur ein:

    "Wo ist das Büffet?" (Insider)


    Imagewechsel?

    Die Liga hat in der Außendarstellung bei den (schreibenden) Medien ein sehr bescheidenes Image. Und die Printmedien berichten täglich über die HBL...

    Gründe:
    - Die Kungeleien bei der Lizensierung. Ein großer Knall wäre heilsam gewesen und hätte Konsequenz beweisen, aber so nimmt das keier mehr für voll. Man hat sich von der irrigen Einschätzung leiten lassen, eine konsequente Anwendung der Lizendierungsvorschriften würde dem Image schaden. So bleibt der Ruf der Kungelbude. Schlimmer geht´s nimmer!

    - Die Außendarstellung. Stichpunkt Internetauftritt und das eine oder andere Interview...

    Ich vermute mal, man wird den Kopf nicht in den Sand stecken und noch nen paar gute Spieler verpflichten, um sden sofortigen Wiederaufstieg sicherzustellen.

    Dominikovic? So wir der sich im entscheidenden Spiel (auch von der Körpersprache her) präsentiert hat, würde ihm ein Luftwechsel sicher ganz gut tun.