Thorsten hat ja Recht!
Ich sehe es mit einer Ausnahme - s.u. - genau wie er. Beleidigung = Rot. Keine Diskussion.
Die Ausnahme, bei der ich Beleidigungen nachvollziehen kann:
Wir haben einen SR (ich betone: ein absoluter Einzelfall, wahrscheinlich sogar bundesweit), im Kreis, der es regelmäßig schafft, auch in den fairsten Begegnungen der 1. oder 2. Kreisklasse nicht unter 50 verhängten Strafminuten und mindestens 3 roten Karten zu bleiben. Die Zeitnehmer kommen jedenfalls nicht mehr mit.
Die gelben Karten sind nach einer Minute weg (Original- und Standardzitat: "Nr. 5: Einmal die Karte, bitte!" bzw. "Nr. 5: Zwei Minuten auf die Bank, bitte!"). Wenn der uns das nächste Mal pfeift, werde ich zur Tasche gehen und ihm eine Karte (Schnitzel mit Pommes 5,50 Euro)bringen...
Meist spielen die Mannschaften 2 gegen 3 oder 3 gegen 3. Jeder Körperkontakt ist nach seiner Regelauslegung ein Foul, das er dann auch progressiv ahndet.
Irgendwie hat er Narrenfreiheit, man lässt ihn, auch weil es einen Mangel an SR gibt.
Für die Zuschauer ist es immer ein Highlight, wenn er pfeift. Manche fahren sogar nur zu Spielen, um ihn zu erleben...
Für die Mannschaften ist es schwer, nicht ausfallend zu werden. Aber, weil er ja Narrenfreiheit hat, nehmen es die meisten mit Humor. Wann spielt man sonst schon einmal 9:8?
(Der Wurfkreis beginnt bei ihm übrigens knapp hinter dem 9er, so dass jeder Angriff entweder Kreisab, Stürmerfoul mit Zeitstrafe oder Abwehrfoul mit Zeitstrafe ist. Tore gegen eigentlich nur aus 13 Metern, wenn im Umkreis von drei Metern niemand steht. Jeder zweite Siebenmeter wird als technisch falsch ausgeführt abgepfiffen...)
Das ist übrigens nicht übertrieben und die volle Wahrheit!
Nach dem Spiel kommt er regelmäßig in die Kabine und fragt, wie er denn so war. Dann rechtfertigt er jeden Pfiff, sagt, dass das mindestens 75 bis 80 Punkte gewesen wären, bedankt sich und geht.
Eins muss man ihm lassen: Er ist nie parteiisch und pfeift seinen Stil konsequent durch. Er ist die Freundlichkeit in Person.
Aber, wie gesagt, er dürfte ein bundesweites Unikum sein.